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Brief aus Neu Samara in der "Mennonitische Rundschau" vom 16 April 1930, Seite 8

 

Abgeschrieben von Peter Letkemann.

Zugeschickt von Andreas Tissen (Email), alle seine Berichte.

 

 

Auf der Kolonie Neu-Samara war es, als schon überall die Trübsalsstürme tobten, noch immer so ruhig, aber wohl nur die Stille vor dem Sturm, denn heute wütet er auch dort mit vernichtender Gewalt. In jedem Dorfe hat man einen „Kolkhoz“ eingerichtet. Stimmlose werden nicht aufgenommen, die müssen alles abgeben. Prediger B[ernhard]. Bergen ist nach dem Norden verschickt. Prediger Abr. Janz ebenfalls auf 5 Jahre. Den 8. März wurden trotz fürchterlichem Schneesturm 11 Familien weggefahren mit Frau und Kindern, darunter auch der liebe Aelteste Daniel Boschmann war. Er feierte im verflossenen Jahr sein 25-jähriges Jubiläum als Aeltester. Alles was sie mitnehmen durften, waren: Forke, Spaten und Beil. Wohin sie gebracht werden, ist noch nicht bekannt.           

Bis zum 17. März sollen alle Stimmlosen weg sein. Nach diesen kommen die an die Reihe, welche nach Moskau fahren wollten.            

Zum Schluß, betet, betet alle für uns, dass unser Glaube nicht aufhüren möchte. . .

   
Zuletzt geändert am 30 Juli, 2017