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Molotschna Kolonie
 
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Schäferei (gegr. 1807), lag zwischen Rosenort und Kuruschan (siehe hier).
Erbauer und Besitzer der "Aktiengesellschaft der Tokmaker Eisenbahn".
Buch "Die Molotschnaer Mennoniten. Ein Beitrag zur Geschichte derselben." Franz Isaak. Halbstadt. 1908, (deutsch, gotisch) 354 Seiten.
Bilder und Fotos Molotschna Kolonie.
Bilder Molotschna Kolonie, Ort unbekannt.
Karte Molotschna Kolonie und Umgebung 1829. Aus dem Buch "Bruchstücke aus einigen Reisen nach dem südlichen Rußland in den Jahren 1822 bis 1828. Schlatter, Daniel. St. Gallen. 1830." Von Viktor Petkau.
Plan der deutschen Kolonien an der Molotschna in Südrussland 1836. Von Viktor Petkau.
Topografische Karte Molotschna Kolonie ca. 1856.
Ausschnitt Molotschna Kolonie aus der topographischer Karte "Специальная Карта Западной части России Г. А. Шуберта, 1858 год". (1 Zoll = 10 Werst). (russisch) mennonitische Orte von Viktor Petkau hervorgehoben.
Karte Molotschna Kolonie 1865. Mennonite Historical Atlas. First Edition. William Schroeder. Winnipeg. 1990.
Karte Molotschna Kolonie. Mennonite Historical Atlas. First Edition. William Schroeder. Winnipeg. 1990.
Plan der deutschen Molotschnaer Kolonien. Lithographie A. Schultze, Odessa.
Карте Molotschnaer Mennoniten-Bezirke Halbstadt und Gnadenfeld, Gouv. Taurien. Im Auftrage des Molotschnaer Mennonitischen Lehrervereins entworfen von J. Janzen. Neuzeichnung von Karl Beil. Von Johann Schneider.
Ausschnitt Molotschna Kolonie und Umgebung aus der topographischer Karte "Специальная Карта Европейской России Стрельбицкого, 1919 год". (1 Zoll = 10 Werst). (russisch) mennonitische Orte von Viktor Petkau hervorgehoben.
Karte Okrug Melitopol 1930. Сельсоветы Molotschna und Fürstenland Kolonien. (ukrainisch) mennonitische Orte von Viktor Petkau hervorgehoben.
Topographische Karten (Heereskarten und Truppenkarten) von Molotschna Kolonie aus den Jahren 1941-43.
Topografische Karte Molotschna Kolonie ca. 1857 überlagert von einer Karte aus dem Jahre 1990.
Topografische Karte Molotschna Kolonie 1990.
В поисках прошлого. Suche nach der Vergangenheit. Ein Film von Margarita Dick über ihren Besuch an der Molotschna 21 - 24.08.2013. 32 Min. (russisch) (zur Zeit nicht erreichbar)

Dorfplan: Reimerhof und Prigorje. Gut Reimerhof 2.200 Dess., lag 1,5 km südlich von Altonau, Molotschna. Besitzer Heinrich Abraham Klassen, dem auch Gut Marienskaya gehörte. Gut Prigorje 1.100 Dess., lag 2,5 km südlich von Altonau, Molotschna. Besitzer David Abraham Klassen.

 
 
Die Molotschna Kolonie. Die Ansiedlung
(Aus dem Buch: Diese Steine, die Russlandmennoniten. Reger Adina, Plett Delbert. Manitoba. 2001. S. 227)
 

Potjomkin starb 1791, seine Kaiserin Katharina II. 1796. Nach dem Tod der beiden erfuhr die mennonitische Einwanderung eine kurzfristige Unterbrechung. Ein Gnadenprivileg von Paul I. vom 20.10.1800 sah vor, dass den bereits ansässigen und zukünftig einwandernden Mennoniten vollkommene Religionsfreiheit, Befreiung von Eid, Kriegs- und Zivildienst, Gewerbefreiheit und für 10 Jahre Abgabenfreiheit garantiert wurde. Es kam zu einer zweiten großen Auswanderungswelle.
Das Land am Fluss Molotschnaja war schon von Bartsch und Höppner angesehen worden, aber nachdem viele Siedler dieses Land gesehen hatten, weigerten sie sich, dort anzusiedeln: das Land war zu weit vom Dnjepr gelegen, die Nogaier waren zu nahe. Aber die Regierung hatte nur dieses Gebiet an der Molotschnaja für die weiteren Ansiedler vorgesehen. In den Jahren 1803-1805 wanderten 342 mennonitische Familien aus dem Elbinger und Marienburgischen Gebiet nach Südrussland ein. Dort wurden zwischen 1804 und 1806 18 Dörfer angelegt. Auf dem Weg in die Molotschna konnten die Einwanderer bei ihren Glaubensbrüdern in Chortitza überwintern. Sie mieteten sich in deren Häusern und Ställen ein, bis ihre Häuser in der Molotschna bezugsfertig waren.
G. Epp schreibt in der "Geschichte der Mennoniten in Russland" Band I., Seite 139: "...Während die Siedler von Chortitza jahrelang schlecht betreut und versorgt wurden und unter einer unerfahrenen, unfähigen Verwaltung auch von Seiten der Regierungsbeamten litten, fanden die Siedler an der Molotschnaja erstaunlich geregelte Verhältnisse und eine tüchtige Verwaltung vor..." Doch die Probleme ließen nicht auf sich warten, und schon bald trat ein Problem auf - die Landnot. Bis 1840 konnte man in der Molotschna dieses Problem im Griff behalten, da diese Kolonie immer noch viel Reserveland hatte. Erst nach dem Krimkrieg (1853-1856) stand die
Landlosenfrage ernstlich auf der Tagesordnung, die jedoch durch Eingreifen der Regierung (Landzuteilung, Wahlrecht für die Landlosen, Änderung des Steuergesetzes) geregelt werden konnte. Es gab weiteren Zuzug aus Preußen. Bis zum Jahre 1865 entstanden dort 57 Dörfer und drei Vorwerke. Durch Einfluss des Johann Cornies wurde der "Landwirtschaftliche Verein" gegründet, der die Baumbepflanzung, Verbesserung der Bauten, Abdämmen der Steppenflüsse, Veredelung von Schafen, allgemeine Verbesserung der Landwirtschaft, Erneuerung des Schulsystems in den Kolonien kontrollierte. Die Kolonien kamen auch durch die Entwicklung des Handwerks zum Wohlstand. So gab es in der Molotschna schon 1809 eine Bierbrauerei, 1810 eine Branntweinbrennerei, drei ssigbrauereien, eine Wassermühle, 1816 eine Tuchfabrik, 1828 in Steinbach die erste Ziegelbrennerei. Auch der Ackerbau kam langsam zum Aufschwung durch Eröffnung des Hafens in Berdjansk, wo die Mennoniten ihren Weizen verkaufen konnten.
Die Wehrreform von 1870 beunruhigte die Mennoniten. Wenn bis 1870 keiner an eine Auswanderung dachte, so waren danach viele, die in dieser Reform eine Gefahr nicht nur für ihre jungen Männer, sondern auch für die ganze mennonitische Gesellschaft sahen. Nach jahrelangen erfolglosen Verhandlungen mit der Regierung in Sachen der Wehrpflicht fühlten sich viele gezwungen, dieses Land wieder zu verlassen. Bis Ende der 1870er Jahren hatten schon 18 000 Mennoniten Russland verlassen. Doch die russische Regierung sah es sehr ungern, dass die Mennoniten auswanderten, und schlugen ihnen einen Ersatz des Wehrdienstes durch einen Staatsdienst in den Werkstätten, Feuerwehrkommandos und Forstressorts vor. Die Mennoniten wählten den Forsteidienst (Waldbau in den Steppen Südrusslands).
100 Jahre hat sich die Kolonie Molotschna zu einer blühenden Ansiedlung entwickelt. Dann kam der Untergang: der I. Weltkrieg, die Landenteignung, die Revolution 1917, die Massenvernichtung durch die verschiedenen Banden 1919, Seuchen und Hunger 1921-1922. Das Schicksal der Mennoniten war bedrohlich, und viele wanderten in den 1920er Jahren aus Russland nach Amerika, Kanada und Mexiko aus.
Die Zurückgebliebenen mussten noch schlimmere Zeiten erleben: Kollektivierung, Verhaftungen, Verschleppung und tausende Mennoniten den Tod.

Zum Nachlesen:
Heinrich Görz. Die Molotschnaer Ansiedlung. Steinbach, 1950. 211 Seiten.

   

 

Alle Orte im Überblick:

Alexanderkrone, Molotschna Kolonie (1857). Alexanderthal, Molotschna Kolonie (1820). Alexanderwohl, Molotschna Kolonie (1821). Altonau, Molotschna Kolonie (1804). Blumenort, Molotschna Kolonie (1805). Blumstein, Molotschna Kolonie (1804). Elisabeththal, Molotschna Kolonie (1823). Fabrikerwiese, Molotschna Kolonie (1863). Felsenthal, Molotschna Kolonie (1812, 1820). Fischau, Molotschna Kolonie (1804). Franztal, Molotschna Kolonie (1820). Friedensdorf, Molotschna Kolonie (1824). Friedensruh, Molotschna Kolonie (1857). Fürstenau, Molotschna Kolonie (1806). Fürstenwerder, Molotschna Kolonie (1821). Gnadenfeld, Molotschna Kolonie (1835). Gnadenheim, Molotschna Kolonie (1821). Gnadenthal, Molotschna Kolonie (1862). Grossweide, Molotschna Kolonie (1820). Halbstadt Molotschna Kolonie (1804). Hamberg, Molotschna Kolonie (1862). Hierschau, Molotschna Kolonie (1848). Juschanlee, Molotschna Kolonie (1811). Kleefeld, Molotschna Kolonie (1854). Klippenfeld, Molotschna Kolonie (1862). Konteniusfeld, Molotschna Kolonie (1832). Kuruschan, Molotschna Kolonie (1809). Ladekopp, Molotschna Kolonie (1805). Landskrone, Molotschna Kolonie (1839). Lichtenau, Molotschna Kolonie (1804). Lichtfelde, Molotschna Kolonie (1819). Liebenau, Molotschna Kolonie (1823). Lindenau, Molotschna Kolonie (1804). Margenau, Molotschna Kolonie (1819). Mariawohl, Molotschna Kolonie (1857). Marienthal, Molotschna Kolonie (1820). Münsterberg, Molotschna Kolonie (1804). Muntau, Molotschna Kolonie (1804). Neu-Halbstadt, Molotschna Kolonie (1843). Neukirch, Molotschna Kolonie (1819). Nikolaidorf, Molotschna Kolonie (1851). Orloff, Molotschna Kolonie (1805), Pastwa, Molotschna Kolonie (1820). Paulsheim, Molotschna Kolonie (1852). Petershagen, Molotschna Kolonie (1805). Pordenau, Molotschna Kolonie (1820). Prangenau, Molotschna Kolonie (1824). Rosenort, Molotschna Kolonie (1805). Rudnerweide, Molotschna Kolonie (1820). Rückenau, Molotschna Kolonie (1811). .Schäferei (1807). Schardau, Molotschna Kolonie (1820). Schoenau, Molotschna Kolonie (1804). Schoensee Molotschna Kolonie (1804). Sparrau, Molotschna Kolonie (1828). Steinbach, Molotschna Kolonie (1812). Steinfeld, Molotschna Kolonie (1857). Tiege, Molotschna Kolonie (1805). Tiegenhagen, Molotschna Kolonie (1805). Tiegerweide, Molotschna Kolonie (1822). Waldheim, Molotschna Kolonie (1836). Wernersdorf, Molotschna Kolonie (1824).

   
   
Zuletzt geändert am 9 März, 2017