MCC-Auswanderungslisten nach 1945


MCC-Auswanderungslisten nach 1945

Informationen A-B C-D E-F F-H I-J K L-M N-O P-Q R S T-V W-Z nicht ausgw. A-Z

MCC-Auswanderungslisten nach 1945: Die Flüchtlingsliste des Mennonite Central Committee nach dem Zweiten Weltkrieg, 1945-1952
Transkription: Hermann Schirmacher, Hans Peter Wiebe und Thomas Schirmacher

Dies ist eine Transkription von 480 Seiten aus einer Mappe des Mennonite Central Committee (MCC) mit dem Titel "Auswanderung nach 1945". Die Liste wurde vom MCC nach dem Zweiten Weltkrieg erstellt und war ursprünglich auf Karteikarten aufgezeichnet - eine für jede Familieneinheit. Später wurden diese Informationen auf 480 A4-Seiten (Briefgröße) übertragen. Dabei kam es zu Tippfehlern, die in dieser Transkription wiedergegeben werden.

Die erste Liste umfasst 13.948 Personen, hauptsächlich Mennoniten. Die meisten dieser Personen kamen nach dem Krieg aus Russland und Preußen und wurden in Europa (Dänemark, Österreich, Deutschland und den Niederlanden) registriert.

Die Informationen, die für jede Person gesammelt wurden, umfassen den Nachnamen, den Mädchennamen der Frau, den Vornamen, das Geburtsdatum, den Geburtsort, die letzte Adresse in Europa, den Namen des Schiffes, mit dem sie nach Nord- oder Südamerika reisten, das Abfahrtsdatum des Schiffes und manchmal zusätzliche Notizen.

Manchmal enthielten die Karten auch Familienmitglieder, die an ihrem neuen Siedlungsort geboren wurden. Das bedeutet, dass die Karteikarten einige Zeit nach ihrer Ankunft in Nord- oder Südamerika bearbeitet und aktualisiert wurden. Siedler die nach USA und Kanada gingen, gaben in der Regel eine Zieladresse an, ein Familienmitglied oder einen Freund. Viele der Flüchtlinge, die ursprünglich nach Südamerika gingen, wanderten kurz darauf nach Kanada aus.

Die Transkription erfolgt in der ursprünglichen Reihenfolge, die ungefähr alphabetisch war. Dann wurde sie nach Nachnamen sortiert. Einige Familienmitglieder haben möglicherweise einen eigenen Eintrag, da sie sich in einem anderen Flüchtlingslager aufhielten, heirateten, ein anderes Schiff/Flugzeug benutzten oder nicht nach Kanada gelangen konnten. Es gibt einige wenige Personen, die zweimal auftauchen. Einige Personen sind zwar aufgeführt, aber sie sind gestorben oder werden vermisst. Der Geburtsort ist nicht immer ihr Geburtsort, sondern ihr Herkunftsort. Die Zahlen in Klammern an ihrem letzten Aufenthaltsort geben die Postleitzahl von Deutschland an. Siehe Wikipedia.

Die zweite Liste enthält 1.391 Flüchtlinge, die nicht aus Deutschland ausgewandert sind, sondern sich - aus welchen Gründen auch immer - entschieden haben, im Land zu bleiben.

Ein großer Teil der Flüchtlinge ist in der GRANDMA-Datenbank https://www.grandmaonline.org enthalten, viele jedoch nicht oder nur unvollständig. Ich habe einige der Nummern hinzugefügt. Ich habe diese Mappe als Teil der Sammlung "Hermann Thiessen Burgdorf" 1999 in Deutschland erworben und die Seiten in Farbe mit 24 Bit und 300 dpi Auflösung gescannt. Zusammen mit der Hilfe von Hans Peter Wiebe und Thomas Schirmacher konnten wir die Transkription im Jahr 2020 abschließen.

Bitte zitieren Sie die einzelnen Personen nach diesem Format: Schirmacher, H.; Wiebe, HP.; Schirmacher, T.; "MCC Auswanderungslisten nach 1945". chortitza.org/schiff/1945_XX.php (5. Nov 2021), Seitenzahl und Personennummer: lfd #

Statistische Daten: Die ältesten Personen auf der Liste unter den 13.948 sind zwei Frauen, die 1856 geboren wurden. Die demografische Pyramide erzählt eine Geschichte von Leid und Tod während mehrerer Jahre, die die männliche Bevölkerung reduzierten: 56 % sind weiblich und 44 % sind männlich.

Demografische Darstellung
Demografische Darstellung der Flüchtlinge
Zielland der Auswanderung
Zielland der Flüchtlinge

Diese Daten beziehen sich auf den Zeitraum von 1947 bis 1952, als sie in Flüchtlingslagern registriert wurden.
Weitere Ressourcen zum Verständnis der Hintergründe finden sich in dem Buch "Up From The Rubble" von Peter Dyck. Auf Youtube gibt es einige kurze Videos von ihm, die die Geschichte von MCC erzählen und wie sie halfen, die Flüchtlinge aus Europa in ihre neuen Siedlungsgebiete in Amerika zu bringen.
Von den 35000 Mennoniten wurde die Mehrheit nach Russland zurückgeschickt.

Dies ist das ursprünglich angegebene Ziel für 13.800 Flüchtlinge. Für einige ist kein Bestimmungsort angegeben, und diejenigen, die in Deutschland geblieben sind, sind nicht aufgeführt. Sie stehen auf einer anderen Liste. Vorläufige Informationen besagen, dass mehr als 1000 in Deutschland geblieben sind.

Diese Liste gibt es auf der "Mennonite Genealogy Home Page" als MCC Liste Datei, die nach und nach mit GRANDMA Nummern versehen wird.