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Informationen zu den Delegierten der Allgemeinen Mennoniten-Konferenz in Russland, 13-18 Januar 1925. Moskau

 Foto Delegierte der Allgemeinen mennoniten Konferenz in Russland, 13-18 Januar 1925. Moskau
  Fotos und Informationen zu den Delegierten der Allgemeinen mennoniten Konferenz in Russland am13-18 Januar 1925 in Moskau. (nicht beendet)
  
 Die letzte Allgemeine Bundes-Konferenz in Russland wurde in Moskau im 13-18 Januar 1925 abgehalten. Geleitet wurde diese Konferenz von Alexander Ediger, Schönsee, Molotschna Kolonie und Jakob Rempel, Grünfeld, Chortitza Kolonie. Die meisten der Delegaten kamen später in die Verbannung und Gefängnisse und sind dort umgekommen.
  Einige Informationen die in der Grandma Datenbank nicht vorkommen sind hier extra erwänt.
  
   
1. Martens, Franz Fr., Ältester K. G., Ufa.
  

Franz Martens kam aus Dawlekanowo, Ufa Gebiet. Er wurde verbannt. (Q. 1 MM Seite 258)

Ältester Franz Franz Martens (?-?) Kirchen-Gemeinde, Davlekanovo, Ufa. January 1925 Delegate to the – Mennonite Conference, Moscow. Von Edward Krahn. (englisch)

   
  
  

2. Siemens Heinrich K., Pred. B. G., Ufa - in Kanada.

Siemens Heinrich Kornelius (1868-1955) (#957128) geb. in Neukirch, Molotschna, Prediger seit 1907, B. G., Gortschakowo, Ufa. Familie lebte 1895, in Herzenberg, Ekaterinoslav; seit 1902 in Gortschakowo, Ufa; 1908 in Davlekanovo, Ufa.

Prediger Heinrich Kornelius Siemens (1868-1955) aus Gortschakowo, Ufa. January 1925 Delegate to the – Mennonite Conference, Moscow. Von Edward Krahn. (englisch)

   
  
  
3. Friesen, Franz, Prediger B.G., Slawgorod, Sibirien.
  

Friesen Franz Jacob (1883-1963) (#1028742) geb. in Lindenort, Schoenfeld. Prediger B.G., seit 1918 in Gnadenheim, Slawgorod. Familie Lebte 1912 in Konteniusfeld, Molotschna; 1914 in Schumanovka, Barnaul. Heirat 1909 in Klubnikovo, Orenburg.

Prediger der Mennoniten Brüdergemeinde in Alexanderkrone, Gebiet Slawgorod. Diese Gemeinde wurde 1919 mit den beiden Gemeinden Alexanderkrone und Schumanowka gegründet, später schloss sich auch noch Halbstadt an. Die Gemeinde hatte drei Prediger: Abram Ratzlaff, der erste Leitende, Franz Friesen und Jakob Rogalski. Diakon war Jakob Wines. Franz Friesen wurde als Ältester gewählt und ordiniert. Nach seiner Auswanderung im Jahre 1926 zog Isaak Braun von Gnadenheim nach Alexanderkrone und wurde Leiter der Gemeinde.

Bild: "In den Steppen Sibiriens" von Gerhard Fast, Rosthern, Sask., Seite 77.

Prediger Franz Jacob Friesen (1883-1963) Alexanderkrone, Barnaul. January 1925 Delegate to the – Mennonite Conference, Moscow. Von Edward Krahn. (englisch)

   
  
  
4. Baergen, Bernhard Kornelius, (1884-) Prediger B. G., Neu-Samara. #175572
  

Wohnte in Pleschanowo. Im Jahre 1910 fuhr Bernhard nach Deutschland zur Allianzbibelschule in Berlin, wo er zwei Jahre studierte. Heiratete Anna Thiessen, Tochter von Klaas Thiessen. Zum Prediger der Mennoniten Brüdergemeinde wurde er schon vor dem Kriege ordiniert und hat unter der Jugend gearbeitet. Etliche Jahre war er auch mit Prediger Kornelius Klassen Bibellehrer in dem Dorfe Lugowsk. Nachdem Abram Martens, Leiter und Ältester der Mennoniten Brüdergemeinde krank wurde (er bekam einen Schlaganfall), wurde Bernhard Baergen zum Leiter der Gemeinde gewählt.1929 verhaftet, nach vier Jahren kam er zurück als Krüppel mit Krücken. Am 24. Januar 1935 mußte er weg in die Verbannung. Nach drei Jahren kam er wieder frei und heiratete eine Witwe, Lena Wiebe. Doch eine Woche nach der Hochzeit wurde er wieder verhaftet, jetzt für immer.

Q. 1 MM Seiten 119-123

   
  
  
5. Klassen Peter, ?, B. G., Ignatjewka Nr. 1 - unbekannt.
   
  
  
6. Löwen, David Heinrich (1877-1930) (#1007246), Pred. K. G., Romanowka, Orenburg.
  

Stammt aus dem Dorfe Rudnerweide, Molotschna, wo er am 31.05.1877 geboren wurde. Nach Beendigung der Dorfschule, absolvierte er die Halbstädter Zentralschule und kam zuerst als junger Lehrer nach der Ansiedlung Neu-Samara. Von dort kam David H. Löwen nach der Ansiedlung Orenburg.
Hier war er volle 20 Jahre Lehrer im Dorfe Dejewka. Er wurde am 31.05.1911 zum Prediger der Dejewer Mennonitengemeinde gewählt und im Jahre 1911 ordiniert. 1927 wurde Prediger Löwen D. H. verhaftet und nach Taschkent in Mittelasien ins Gefängnis gebracht. Dort wurde er aufs erbärmlichste gequält, so dass er dort den Verstand verlor, denn als seine Frau ihn später besuchte, erkannte er sie nicht mehr. Er ist dann auch dort gestorben.

Prediger David Heinrich Loewen (1877-1930) aus Orenburg. January 1925 Delegate to the – Mennonite Conference, Moscow. Von Edward Krahn. (englisch)

(Q. 3 Orenb. Seiten 133, 153; Q. 1 MM Seiten 389-390)

   
  
  
7. Peters Johann Johann, (1885-1937) Missionar, Romanowka, Orenburg - unbekannt. #424902
  

Johann Johann Peters ist am 27 Oct 1885 in Paulsheim, Yazykovo geboren und wurde am 6 Mai 1913 zum Prediger ordiniert. Johann Peters lebte in Susannovo, Orenburg, das von seinem vater Johann Peters (#423255) 1911 gegruendet wurde und nach seiner 1913 verstorbenen Frau Susanna benannt. Johann Peters wird von Karl Fast in "Orenburg" nicht als Delegierter der Konferenz genannt. Verhaftet am 13 Feb 1937.

(Q. 3 Orenb.Seite 28, 153; Q. 4 GM 4.23)

   
  
  
8. Lohrenz Gerhard Johann, (1899-1986) K. G., Schönsee, Sagradowka. #239530?
  wahrscheinlich der juengste Teilnehmer. Nach einigen Quellen Autor von "Damit es nicht vergessen werde" 1974. Aber in seiner Kurzbiographie (Vorwort) erwaehnt er dieses Ereignis nicht, auch nicht mal dass er Prediger in Russland war.
   
  
  
9. Reimer Aron Aron, (1870-1931) Ält. B. G., [Schöntal], Slawgorod, Sibirien - #13108
  

Aron Reimer wurde 1870 in Fürstenwerder geboren. 1899 zog auch Aron Reimer nach dem Dorf Stepanowka bei Orenburg. In dem selben Jahre bekehrten er sich und wurde in die M.B.G. "Kamenka" aufgenommen. Diese Gemeinde wurde 1905 in drei Gemeinden geteilt und Reimer Aron diente jetzt als Predieger in der MBG "Klubnikowo". 1909 zog Aron Reimer in die Kulunda-Steppe im Altaj. 1920 wurde er zum Ältester des ganzen Slawgoroder Gebietes ordiniert. 1925 siedelten Reimers im Dorfe Irapuato in Mexiko an, 1931 gestorben in USA.

Bild: "Diese Steine" von A. Reger / D. Plett, Seite 312

   
  
  
10. Martens Johann Johann, (1885-1935) B. G., Olgafeld, Fürstenland . #705653
  

Johann Johann Martens (18 May 1885-5 May 1935) war der Sohn des Predigers Johann Martens in Olgafeld, Fürstenland. Ältester in Olgafeld, Fürstenland, später Chebrow und Fizmaurice, Saskatchewan, Kanada.

Q. 1 MM Seite 456;

Q. 4 GM 4.23

Prediger Johann Johann Martens (1885-1935) in Olgafeld, Fürstenland. January 1925 Delegate to the – Mennonite Conference, Moscow. Von Edward Krahn. (englisch)

   
  
  
11. Pauls Peter P., (1898-1989) Pred. B. G., Nikolajpol, Turkestan - China, Kanada. #neu
  

Peter Pauls (30.05.1898-1989) (#1252457) Predieger B. G. in Nikolajpol, Aulie-Ata,Turkestan. Seine Eltern waren Peter Pauls (30.03.1870- 1938) (#1140372) und Sara Wiebe (geb. 09.04.1877- Dez 1920) (#1997), heirateten im Jahre 1897 in Nikolajpol und hatten 15 Kinder. Sein Bruder Franz (27.05.1900-) heiratete spaeter Renate Wall. Peter und Franz besuchten die Zentralschule in Halbstadt, Molotschna und spaeter auch die Bibelschule in Alexandertal, Molotschna. 1920 begannen sie in Nikolajpol als Lehrer und Predieger zu arbeiten. Peter Pauls ist im Herbst 1929 nach Moskau gefahren und von Moskau ist er mit dem letzten Zug nach Deutschland ausgereist. Anfang der 1930 Jahren wanderte Peter nach Kanada aus. Dort wohnte der Bruder seines Vaters - Heinrich von Vorrevolutionszeit. Aus Kanada begann seine Tätigkeit als Missionar im Ausland. Viele Jahre war er in China, in Gong-Kong. Peter Pauls arbeitete bei der Mission in der Vorbereitung der Radiosendungen. Er beherrschte außer Deutsch auch Russisch, Kirgisisch, Chinesisch und Englisch. Peter Pauls hatte nie geheiratet.

(Q. 5 RF Seite 75.)

   
  
  
12. Janzen Johan Martin, (1885-) Pred. B. G., Bahndorf, Memrik - verbannt. #581344
  

Er wurde am 10. März 1885 in Ebenthal, später Nikolajewka, in Memrik, geboren. Besuchte die Ohrloffer Zentralschule an der Molotschna und Lehrerseminar in Neu-Halbstadt. Im Herbst 1905 trat er seine erste Lehrerstelle an; er bediente eine kleine Ökonomieschule auf dem Gute des Herrn Heinrich Sudermann bei der Station Grischino, Jek. Dann nahm er eine Lehrerstelle in Herzenberg an, wo er Gelegenhiet bekam, sich am Bau der Mennoniten Brüdergemeinnde daselbst zu betätigen. Er wurde Dirigent das Gemeindechores. Nach zwei Jahren verließ er diesen Ort und kam nach Barwenkowo, Charkow. Da diente er der mennonitischen Gruppe als Lehrer und Prediger. Studierte in Charkow Mathematik, um sich vorzubereiten auf ein Hauslehrerexamen. In Memrik wurde er auch von seiner Heimatgemeinde ins Predigtamt berufen und von dem Ältesten Jakob Derksen ordiniert. Nach dessen Tode 1926 übernham er auch die Leitung der Gemeinde und hat dann weiter über die Grenzen von Memrik gewirkt. Im Herbst 1937 ist er auf 10 Jahre nach Sibirien verbannt worden und seitdem verschollen.

Konf. 1926

Bild: "Mennonitische Märtyrer" von A. A. Töws, Band I., Seite 282.

4 Fotos von Johann Martin Janzens Sohn - Daniel Janzen (Detmold)

( Q. 4 GM 4.23)

   
  
  
13. Epp Heinrich, Pred., Slawgorod, Sibirien - in Kanada. # ?
   
   
  
  
14. Gaede Gerhard Johann, (?-?) Lehrer B. G., Tschunajewka, Sibirien - verbannt. #352743
  

Er stammte aus einem der Dörfer an der Molotschna in der Gnadenfelder Wolost, vielleicht Schardau. War Lehrer in Lichtfelde leistete vorzügliche Arbeit in der Schule, besonders im Gesang und Zeichnen . Von Lichtfelde ging Gäde dann nach Dawlekanowo, als Lehrer an der Zentralschule. 1911 gruendete er eine Schule in Kulomsino, Omsk. 1915, im Frühjahr, machte die russische Regierung kurzen Prozess und schloss die Schule. Während der Revolution soll er dann im Gefängnis gesessen haben. Nach dem gab er Privatunterrict, wurde gerne zu Bibelbesprechungen eingeladen, wo er dann der Hauptredner war. Für etliche Jahre war er auch der Dirigent des Chores von Tschunajewka, und nahm gerne Teil wenn Dirigentenkurse abgehalten wurden. 1929 auf dem Weg nach Moskau wurde er festgenommen und ging in die Verbannung ...

(Q. 1 MM Seite 282-284;

Q. 6 MidUvO Seite 96, 98)

   
  
  
15. Friedrichsen Peter Hermann (1866-1926), Ält. K. G., Krim - . #518742
  

Wurde 1866 auf dem Gute Taschtschenak geboren. 1889 wurde er von der damaligen Ettingbrunner, später Busauer Gemeinde zum Prediger gewählt. Ab 4. April 1906 Älteste der Busau-Aktatschi Mennonitengemeinde. 20 Jahre hat P. Friedrichsen dann mit ganzer Hingabe treu und gewissenhaft seinem Amte vorgestanden, bis er am 26. Juli 1926 nach längerem Nervenleiden, einging zur ewigen Ruhe.

(Q. 7 MSadK Seite 41, 60)

   
  
  
16. Nickel ? , Ält. K. G., Trakt - verbannt.
   
  
  
17. Janzen Nikolai Franz, Pred. K. G., Neukirch, Molotschna - verbannt. #neu
  Prediger Nikolai Franz Janzen hatte Zentralschulbildung. Er heiratete die Tochter des Ex-Lehrers David Isaak (#164459?), Neukirch. Wurde als ganz junger Mann zum Prediger der Mennonitengemeinde in Neukirch gewählt. Im Mai 1934 wurde auch er auf etliche Jahre Gefängnis verurteilt und nach einigen Aussagen auch bald gestorben.
  (Q. 1 MM Seite 302)
   
  
  
18. Siemens Peter Julius, (1866-1930) B. G., Gussarowka, Barwenkowo - unbekannt. #515911
    (Information von Rita Dick, Email: rita-dick@web.de.)
   
  
  
19. Penner ? ? ?, Nikolajfeld, Sagradowka - unbekannt.
   
  
  
20. Rempel Hermann Hermann, Ält. E. M. B. G., Karasan, Krim - verbannt. #533304?
  Stammt aus Gnadenfeld, Molotschna. Kam als junger Mann nach Karasan, wo er eine Stellung als Lehrer an der Zentralschule übernahm. Zuerst war er Ältester der Karasaner Mennonitengemeinde in der Krim. 1921 trat er aus der Gemeinde aus und gründete die evangelische Brüdergemeinde oder Allianzgemeinde, deren Älteste er wurde. Ältester Rempel wurde verhaftet, mußte eine Zeitlang Sklavenarbeit in den Schachten bei Jusowo [später - Donezk] tun und wurde dann nach Sibirien verbannt, wo er schließlich an den Folgen der vielen Entbehrungen und Mißhandlungen gestorben ist.
  (Q. 7 MSadK Seite 40, 44)
   
  
  
21. Loewen Kornelius, Pred. K. G., Blumstein, Molotschna - verbannt.
   
  
  
22. Voth Heinrich, (1887-1973) Ält. K. G., Schönau, Sagradowka - verbannt. #428065
  

Heinrich Voth in Waldheim, Molotschna Kolonie am 19. Oktober 1887 geboren. Später zog die Familie nach Altonau, Sagradowka Kolonie.Beendete die Dorfschule in Altonau und die Zentralschule in Neu-Schönsee. 1904 begann er die pädagogischen Kursen in Neu-Halbstadt, Molotschna Kolonie, die er 1906 beendete und das Lehrerexamen in der Stadt Nikolajew bestand. Seine erste Lehrerstelle bekam er beim Forsteiökonom K. Wiens in der Wladimirower Forstei, Sagradowka Kolonie, wo er als Hauslehrer angestellt war. Später war er Lehrer in Tiege und Vorsitzender des Lehrervereins. 1920 zum Prediger seiner Nikolajfelder Gemeinde gewählt. 1925 wurde H. Voth vom Ältesten der Grünfelder Gemeinde Jakob Rempel zum Ältestendienst ordiniert. Am 8. Mai 1931 wurde er in seinem Dorf verhaftet und nach der Ural-Gegend verbannt. Seine Familie durfte mit ihm in die Verbannung. Im Dorf Melkoje bekamen die Voth's ein Häuschen und Heinrich wurde als Lehrer in der neu gegründeten Schule eingestellt. 1935 wurde die Familie weiter nach dem Norden geschickt. Am 6. Januar 1938 wurde Heinrich wieder verhaftet, kam aber im Mai 1939 wieder frei. Hier erfuhr er, dass sein Sohn Heinrich in der Ukraine noch 1937 verhaftet worden war und seine Tochter Mariechen auch. 1947 zog die Familie Voth nach der Stadt Krasnowischersk. Hier blieb Heinrich gruendete und leitete da eine Gemeinde fast 20 Jahre. Ab 1966 zog er nach Tokmak diese gemeinde wurde durch ihn bis zu seinem Tode 1973 entscheidend geprägt.

  Bild: "Diese Steine", Seite 508
  "Mennonitische Märtyrer", Band I., Seite 64
  Voth Heinrich in MennLex.
   
  
  

23. Harder Kornelius, Ält. K. G., Sibirien - in Kanada gestorben.

Kornelius David Harder (1866-1946) (#176982) geb. in Blumstein, Molotschna. Lehrer, Prediger seit 6. July 1897. Ältester der Kirchengemeinde in Sibirien. Lebte vor 1890 in Orloff, Sagradovka; 1890-93 in Friedensfeld, Sagradovka; 1871, 1894-97 in Neu Schoensee, Sagradovka; 1897-1912 in Nikolaifeld, Suworowka, Caucasus; seit 1912 in Schoensee, Barnaul.

Ältester Kornelius David Harder (1866-1946) in Barnaul Kolonie. January 1925 Delegate to the – Mennonite Conference, Moscow. Von Edward Krahn. (englisch)

   
   
  
  
24. Willms Gerhard Heinrich, Pred. K. G., Hamberg, Molotschna - verbannt.
   
  
  
25. Froese Peter Peter, Pred. K. G., Jekaterinowka, Sibirien - unbekannt.
  Froese Peter Peter, Lehrer, Prediger. Mennonit. Aus dem Gebiet Ekaterinoslav. Der erste Lehrer (von 1906) in Jekaterinowka Kreis Omsk Gebiet Akmolinsk. 1910 einer der Prediger der altmennonitische Gemeinde in Aleksandrowka, Gebiet Akmolinsk.
  Die Schulbildung der Russlanddeutschen. I. Tscherkasjanowa. S.-Petersburg 2004
   
  
  
26. Derksen Gerhard Jakob, ? B. G., Alexanderthal, Molotschna - in Kanada.
   
  
  
27. Rahn Johann Johann, Dirigent B. G., Waldheim, Molotschna - verbannt.
   
  
  
28. Klassen Abram, ? ? ? - unbekannt.
   
  
  
29. Neustaetter Abram Kornelius, (1864-1945) Pred. B. G., Friedensfeld. #285844
  

Neustaetter Abram 12. Dezember 1864 geboren in Adelsheim, Jasykowo. Er heiratete am 24. Mai 1887 Maria Schellenberg . Wohnten 15 Jahre in Einlage, wo er viele Jahre Buchhalter, später Geschäftsführer in der Fabrik des Johann Friesen und auch viele Jahre Dirigent des Gemeindechores der Mennoniten Brüdergemeinde gewesen ist. Im Jahre 1898 verließ er Einlage und seit der Zeit haben sie an verschiedenen Orten gewohnt, wo er Geschäftsführer in mehreren Mühlen gewesen ist. 1915 zog er nach Friedensfeld, Kreis Nikopol wo er bald darauf leitender Prediger der Mennoniten Brüdergemeinde wurde. Am 25. Februar 1930 wurden er mit Frau und zwei Kinder nach Sibirien auf fünf Jahre verbannt. Im Jahre 1938 wurden zwei ihrer Söhne, darunter auch Abram, drei Schwiegersöhne und eine Tochter ihnen entrissen und verschickt auf Nimmer-Wiedersehen. 1940 zog er nach Jasykowo ins Dorf Adelsheim und ist 1945 in Wartegau gestorben.

  Bild: Prediger Abram K. Neustädter und Familie, Friedensfeld. Seiten 100 und 104
  Kurzer Auszug aus dem Buch von Hermann Heidebrecht, Bielefeld, Deutschland 1999. "Ein Hirte der Zerstreuten" in Diese Steine von A. Reger/D. Plett, Steinbach 2001.
   
  
  
30. Wiens Dietrich, Pred. E. M. B. G., Konteniusfeld, Molotschna - verbannt.
   
  
  
31. Dick Peter Heinrich (1870-11.2.1933) (#453416), Pred. Kondratjewka, Borissowo.
   Prediger Peter Dyck von Kondratjewka, Druschkowka Nr.1, Bachm. Er hatte dort einstmals eine schöne Wirtschaft mit mehr als 500 Morgen [Desjatin ?] Land, gutem Weizenboden. Als ihm vor 30 Jahren seine erste Frau gestorben war, kam er in die Schweiz, um die Evangelische Bibelschule zu besuchen. Dort war er etwa zwei Jahre. Dann ging er nach Rußland zurück, führte seine Wirtschaft und war Prediger. Protokollführer der All-Ukrainischen Bundekonferenz in Melitopol, Taurien, 5-9 Oktober 1926. Im November 1929 wollte auch Prediger Peter Dyck auswandern wurde verhaftet und nach Norden verschickt. Im Herbst 1931 war in Ust-Kulom in der Nähe des nördlichen Uralgebirges, wo er Waldarbeit verrichten musste. Peter Heinrich Dyck ist am 11. Februar 1933 verhungert und den 12. Februar auf dem Kirchhof in Kulom im Tannenwald beerdigt.
  Mennonitische Märtyrer", Seiten 112-114.
  Prediger bis Herbst 1929 in Kondratjewka, Borissowo, Bachmut dann verhaftet und verschickt nach Wologda. Besuchte (mit 30 Jahren, nach dem Tod seiner ersten Frau) in der Schweiz 2 Jahre eine Evangelische Bibelschule. Teilnehmer der allgemeiner mennonitischer Bundes-Konferenz in Moskau 1925. Teilnehmer der All-Ukrainischen Bundekonferenz in Melitopol, Taurien. 5-9 Oktober 1926. Am 7.02.1930 zu 10 Jahre Haft verurteilt, verhungert in der Verbannung am 11.2.1933, beerdigt in Kulom, Nord-Ural. Seine Frau mit 2 Kinder und Sohn Johann mit Frau wurden 1930 in den Kulakenlager (30 km von Kondratjewka) und 1931 nach Ural verschickt.
  Prediger und Diakone in Chortitza Kolonie und deren Tochterkolonien
   
  
  
32. Koop Dietrich Heinrich., Pred. K. G., Alexanderkrone, Molotschna - in Kanada gestorben.
   
  
  
33. Wiens Bernhard, Pred. K. G., Gnadenthal, Molotschna - verbannt.
   
  
  
34. Redekopp, ? ? ?, ?, - unbekannt.
   
  
  
35. Wiens Johann Gerhard, Pred. B. G., Tschongraw, Krim - in Kanada. #?
  1918 wurde beschlossen im Dorfe Tschongraw auf der Krim, wo Missionar J. Wiens seit seiner Rückkehr aus Indien wohnte, eine regelrechte Bibelschule zu gründen. Die Bibelschule in Tschongraw war die einzige mennonitische Bibelschule in Rußland, wenn wir die jenige auf der Station Dawlekanowo [Ufa], die nur sehr kurze Zeit existierte, nicht rechnen. Prediger Johann Wiens, kam ins Gefängnis in Moskau; die Familie aber entkam nach Deutschland. Später erhielt die Familie die Nachricht, daß Bruder Wiens dort elend im Gefängnis umgekommen ist...
  "Die mennonitischen Siedlungen der Krim" von H. Görz, Seite 50. "Mennonitische Märtyrer", Seite 93.
   
  
  
36. Dick Aron Aron, Pred. K. G., Margenau, Molotschna - verbannt. #217773
  

Dick Aron Aron besuchte die Zentralschule in Gnadenfeld und Lehrerseminar in Neu-Halbstadt. Er Heiratete Ida Regehr, Tochter des Predigers Peter P. Regehr von Margenau und übernahm dort die Stelle als Lehrer an der neu erbauten Dorfschule und später auch als Prediger. Hier ist er auch geblieben bis zu seiner Verbannung im Jahre 1931. Seine Frau ist 1932 im Norden umgekommen. Er selbst kam noch einmal frei, kehrte nach Margenau zurück und heiratete 1934 dort eine Justel Heidebrecht und dann mit ihren beiden Kindern, Theo und Wera, wieder zurückfuhr in den Verbannungsort. Aron Dück war dann da auch Lehrer bis 1937, dann wurde er hier noch einmal genommen und weiter an einen anderen Ort im Norden geschickt, und seit der Zeit haben wir nichts mehr von ihm gehört. Seine Frau und Kinder blieben aber bis 1939 da.

  Bild: Lehrer und Prediger Aron A.Dück mit Familie. In "Mennonitische Märtyrer", Band I., Seite 339.
   
  
  
37. Ediger Alexander Heinrich, (1893-) Ält. K. G., Schönsee, Molotschna - verbannt. #209012
  

Alexander war in Berdjansk 1892 geboren worden, wo sein Vater bedeutende Ämter bekleidete: Bankdirektor, Besitzer einer Druckerei und eine Zeitlang stellvertretender dänischer Konsul. Seine Mutter war die Tochter eines reichen Berdjansker Mühlenbesitzers, J. Friesen. Seine drei Söhne hatten eine gute Ausbildung bekommen. Einer von ihnen war Doktor für Philosophie, Theodor Ediger. Er studierte an der historisch-philologischen Fakultät der Universität in St. Petersburg und einige Zeit in Berlin und Wien. 1923 wurde er zum Prediger und dann zum Ältesten der Schönseer Kirchengemeinde ordiniert. Neues geistliches Leben kam in die Gemeinde hinein. Er war Vorsitzender der KfK (Kommission für Kirchliche Angelegenheiten) und musste deshalb oft nach Charkow und Moskau reisen. Auch war er Redakteur von "Unser Blatt", damals der einzigen mennonitischen Zeitschrift in Russland. Er wurde 1929 verhaftet und in das Melitopoler Gefängnis gebracht, kam aber wieder frei. 1933 wurde er zum zweiten Mal verhaftet und nach Murmansk in den hohen Norden verbannt. Später kam er mit Frau zusammen nach dem östlichen Sibirien. 1938 kam Frau Ediger von dort zurück, und es gelang ihr später, nach Kanada zu entkommen. Ihre Kinder aber blieben alle in Russland. Alexander hat in der Gefangenschaft sehr schwere Zeiten durchgemacht, so dass er herzkrank wurde. Seitdem ist nichts Weiteres über sein Schicksal bekannt.

  Bild: Alexander Ediger und seine Frau. Foto aus Mennonitischen Märtyrer von A. A. Töws, Band I., Seite 73.
  Mennonitische Märtyrer", Band I., Seiten 338-344.
   
  
  
38. Rempel Jakob Aron, (1883-11.09.1941) Ält. K. G., Grünfeld, Alt-Kolonie - verbannt. #349212
  

Im Jahre 1883 am 9. April in Heuboden, etwa 25 Werst nördlich von Nikopol, geboren. Sein Vater war Aron Aron Rempel, stammend aus Schönhorst, Chortitzer Wolost. J. Thiessen, Mühlenbesitzer in Jekaterinoslaw, Willens, einen jungen mennonitischen Lehrer nach Basel zu schicken, um dort die Predigerschule zu besuchen. So studierte er an der Universitaet von Basel (1906-12) Philosophie und Theologie. Waerend des Studiums unterrichtete er in der Predigerschule in Basel, die er zuvor besucht hatte, Kirchengeschichte und griechische Sprache. 1912-15 Lehrer der Zentralschule in Chortitza, spaeter Prediger in Gruenfeld. Unterrichtete an der Universitaet Jekaterinoslaw. Bekam den Titel Professor an der Universitaet Moskau, wurde aber gleich wegen religiose Taetigkeit aberkannt. Im Jahre 1925, als in der Schweiz das 400jährige Jubiläum des Mennonitentums gefeiert wurde, war er als Vertreter der Mennoniten Rußlands nach der Schweiz delegiert worden. Als dann vor Weihnachten 1929 Tausende von Mennoniten in Moskau sich sammelten, um ins Ausland zu gehen, da ging auch Jakob, erst allein, dann mit Familie dorthin. Dort wurde er mit vielen anderen verhaftet, saß dann etwa acht Monate im Gefängnis, der berüchtigten "Butyrka", wurde gerichtet und auf zehn Jahre nach Solowezkije Inseln im Weißen Meer verbannt. Erste Flucht 1930, tauchte in Omsk als Sudermann auf. Die OGPU in Moskau bezeichnete den Ältesten Jakob Rempel in den Akten als "Archierei Mennonitow Rossii" - "Erzbischof der Mennoniten Russlands." Wieder verhaftet, 10 Jahre Verbannung, 1932 die zweite Flucht, tauchte in Turkmenien und Kaukasus auf. Am 13. März 1934 wurde er wieder verhaftet. In einem Brief von 27. Januar 1939 steht "Ältester ist schon acht Monate geisteskrank". Jakob Rempel wurde im Gefängnis der Stadt Orel am 11. September 1941 erschossen, zusammen mit einer Anzahl prominenter Häftlinge. Die näheren Umstände seines Todes ausführlicher hier:

  Bild: "Auf den Spuren der Ahnen" von Robert Friesen, Minden 2000, Seite 145,146.
  "Mennonitische Märtyrer", Seiten 30-46.
   Auf dem Gipfel des Lebens. Das Leben des Ältesten Jakob Rempel: vom Stallknecht zum Professor, vom Träumer zum Martyrer. Hermann Heidebrecht. Bielefeld. 2004.
   
  
  
39. Willms Abram Peter, (1882-1959) Pred. B. G., Fürstenwerder, Molotschna - in Kanada. #426424
  

Abram Peter Willms wurde am 11 Mar 1882 im Dorfe Rückenau, Molotschna, Südrußland geboren. Seine Eltern waren Peter Willms und Katharina Fast von Fürstenwerder. Am 15. Juli 1903 heiratete er Anna Reimer. Im Laufe der Jahre schenkte der Herr ihnen zehn Kinder, vier Söhne und sechs Töchter, wovon zwei im Kindesalter starben. Im Jahre 1908 wurden er und seine Gattin getauft und in die Mennoniten Brüdergemeinde zu Alexanderwohl aufgenommen. Am 11. Februar 1913 wurde er zum Predigtdienst eingesegnet. Am Anfang verursachte sein Mangel an Bildung bei ihm ein starkes Minderwertigkeitsgefühl und raubte ihm die Freude und die Kraft zur Arbeit. Am 24 Mai 1925, verließen sie Russland und zogen nach Canada. Die Gabe des Dichtens hat er in seinen jüngeren Jahren ~ erkannt und sie ist später zur vollen Blüte herangewachsen. Es war nicht sein Vornehmen seine Werke zu veröffentlichen, obzwar einige der über dreitausend Gedichte, vor seinem Tode in der Mennonitischen Rundschau erschienen.

  "Ein Blick in des Dichters Leben und Schreiben" in "Mein Lohn" von Abram Quiring, Winnipeg 1982, Seiten 1-6.
   
  
  
40. Paetkau Jakob Heinrich, (1895-1947) Ält. K. G., - verbannt. #435577
  

Er war der Sohn des Mühlenbesitzers und Predigers Heinrich Pätkau aus Karpowka, Memrik. Geboren am 1. April in Nikolaipol im Donezgebiet in der Borissower Siedlung.
Dort besuchte er auch die Dorfschule. Im Jahre 1907 trat er in die Chortitzer Zentralschule ein und besuchte auch weiter das dortige Lehrerseminar, welches er im Jahre 1914 absolvierte. Im Herbst 1914 trat er seine erste Lehrerstelle in Schönhorst bei Chortitza an.1917 nahm er eine Lehrerstelle im Dorfe Karpowka in der Memriker Siedlung an. Hier arbeitete er bis zum Jahre 1922 als ein herausragender Lehrer.Im Frühjahr 1921 wurde er von der Mennonitengemeinde in Memrik zum Prediger berufen, blieb aber noch weiter in seinem Lehrerberuf. Aber schon im Herbst desselben Jahres wählte ihn die Gemeinde zu Kalinowo zum Ältesten, mit 27 Jahren.

Die Kalinower Mennonitengemeinde hatte über 25 Jahre lang Peter Janzen als Ältesten gehabt. Nun war er vor einiger Zeit gestorben und Ältester Franz Enns, der damals als Flüchtling vom Terek auf Memrik verweilte, vertrat nun einstweilen seine Stelle. Doch Ältester Enns bewog die Gemeinde dazu, aus ihrer eigenen Mitte einen Ältesten zu wählen, und die Wahl fiel auf den jungen Prediger und Schullehrer Jakob H. Pätkau. Nach etlichem Zögern und Einwendungen nahm er schließlich das Amt an und wurde vom Ältesten Franz Enns im Jahre 1922 als Ältester der Kalinower Mennonitengemeinde ordiniert. Ältester Jakob H. Pätkau gab nun den Lehrerberuf auf und zog nach dem Dorfe Kalinowo, wo die Kirche erbaut war und wo die Gemeinde auch für ihren Seelsorger ein Wohnhaus erbaut hatte.J. Pätkau wurde auch Mitglied der KsK und wirkte mit an dem einzigen Organ, das die Mennonitengemeinden damals noch besaßen, an der Zeitung "Unser Blatt".Nach 1929 flüchtete er mit seiner Familie nach dem Kaukasus, 1937-38 hat man auch ihn dort gefunden und verbannt. Seit dem fehlen die sicheren Nachrichten über sein Ergehen. Im Februar 1947 kam noch eine Nachricht von seinem Tode.

  "Mennonitische Märtyrer", Seiten 154-156.
   
  
  
41. Martens Kornelius Kornelius, (1880-) Pred. B. G., Gnadenfeld, Molotschna - verbannt. #1067367
  

Geboren am 18.11.1880 in Wernersdorf, Molotschna . Seine Eltern waren Kornelius Martens und Helene Wolf. Ca 1890 zogen sie nach Spat bei der Stadt Simferopol. ca. 1885 verunglückte Kornelius Martens und Helena Wolf heiratete ca 1893 zum 2. mal und zog nach Margenau. Kornelius Martens konnte mittels einer Geldunterstützung eines Herrn Heese die Gnadenfelder Zentralschule besuchen. In Halbstadt, wohin er später kam, beendete er die Pädagogischen Kurse. Als den fleißigsten und begabtesten Schülern wurden Benjamin Unruh und Kornelius Martens die Mittel zum Studium in Deutschland zur Verfügung gestellt. Aber seine Großmutter widersetzte sich diesem Plan, da sie der Meinung war, daß es ihm nicht zum Guten gereichen würde und er hochmütig werden könnte. Daher legte mein Vater sein Lehrerexamen ab und ging als Dorfschullehrer nach Samara, um später im Donbecken in Alexanderpol tätig zu sein. Hier heiratete er am 27. Juli 1903 die Tochter Sara des Julius Friesen. Sie hatten folgende Tochter Tusnelda, jungste Kinder Elfriede und Anneliese. Prediger der dortigen Mennonitengemeinde. Im Jahre 1911 litt er an einem starken Kehlkopfkathar, der später chronisch wurde, so daß er sich gezwungen sah, sein Lehramt einstweilig aufzugeben. Um Heilung zu finden, siedelte er mit der sechsköpfigen Familie nach Petersburg über, wo er in der Buchhandlung "Raduga" tätig war. In der Zwischenzeit beendete er sein Hochschulstudium, um dann 1915 wieder im Süden als Direktor der Gnadenfelder Handelsschule eingesetzt zu werden. 1922 wurde er wegen seiner religiösen Einstellung aus dem Lehrerpersonal ausgeschlossen. Damals wurde die KsK gegründet, an deren Spitze er mit dem Ältesten Abram Klassen, Halbstadt, Aron Dyck, Margenau, Alexander Ediger stand. Sie gab die mennonitische Zeitschrift "Unser Blatt" heraus, deren Kassenführer Kornelius Martens war. Im Frühling 1931 erhielt Vater in Stalino, Donezk am medizinischen Institut die Stelle eines Pädagogen für die lateinische und deutsche Sprache. Nebenbei bekleidete er das Amt eines Buchhalters der medizinischen Gebietsbibliothek. Nach einem fünfmonatigen Krankenlager starb seine Frau an Herzschwäche am 28. Februar 1934. Im August heiratete er eine Anna David Klassen die im selben Institut arbeitete. 1937 verhaftet und fuer 8 Jahre verurteilt

  Bild: "Mennonitische Märtyrer", Seite 207
   
  
  
42. Klassen Abram Aron, (1870-1941) Ält. K. G., Halbstadt, Molotschna - verbannt. #741199
  

Der Letzte Älteste der Mennoniten Gemeinde zu Halbstadt an der Molotschna. Er war ein gebürtiger Gnadenfelder und hatte Zentralschulbildung. Dann war er Absolvent der Barmer Missionsschule in Barmen, Deutschland. Er war eine Zeitlang Lehrer und wurde dann 1910 gagierter Prediger der Gnadenfelder Filialen in der Krim: Ogus-Tobe und Sarona. Hier in der Krim war er auch zeitweilig Mitglied des Schulrates. Seit 1895 Prediger. Aus der Krim wurde er nach Halbstadt an die Zentralschule als Lehrer berufen und er war auch Lehrer für Religion und Deutsch an den "Pädagogischen Klassen". Nach Ältester Heinrich Unruh, Muntau, wurde er dessen Nachfolger im Amt. Zog später nach Melitopol. War so schwerkrank als er verbannt wurde, dass er getragen musste. Auch seine Frau war mit. Unterwegs aber ist Ältester Abram Klassen in einem Viehwaggon der Eisenbahn gestorben. Das war im Jahre 1943 nach anderen Angaben 1941

  Mennonitische Märtyrer", Seite 205.
   
  
  
43. Löwen Jakob Abram, (1872-1938) Pred. E. M. B. G., Lichtenau, Molotschna - in Kanada gestorben. #671085
  

Geboren 1872 im Dorfe Muntau, Molotschna. Besuchte in Halbstadt die Zentralschule und Pädagogischen Klassen, dann Lehrer an der Lichtenauer Dorfschule. Am 30. Dezember 1895 trat er in den Ehestand mit Margaretha Bärg. Sie starb am 1. September 1899 nach der Geburt ihres dritten Sohnes. Nach 14 Tagen übergab er das jüngste Kind an das Ehepaar Peter Mandtler, Tiege. Den 17. Januar 1900 heiratete er Anna Boldt. In Lichtenau war er 14 Jahre Lehrer. Am 10. April 1904 wurde er von der Lichtenauer Gemeinde zum Prediger gewählt. Nachher trat er aus und schloß sich der Molotschnaer Evangelischen Menn. Brüdergemeinde an, die im Mai 1905 an der Molotschna gegründet worden war. 1906 verließ Löwen die Schule und wurde nun Reiseprediger und blieb in dieser Arbeit bis zum Jahre 1914. Im Jahre 1907 verlegte er seinen Wohnsitz nach Fürstenau, wo eine Filiale der Lichtfelder Ev. Menn. Gemeinde eröffnet wurde, die bekannt ist unter dem Namen "Allianzgemeinde". Er wohnte dann noch bis 1924 in Lindenau, dann zogen wir noch einmal um nach Tiegenhagen. Den 3. Oktober 1925 zog er mit Frau und einem einem Sohn nach Kanada. 2 Kinder sind schon frueher gestorben. 1926 stürzte Löwen Jakob sehr ungluecklich vom Stallboden und konnte seit dem keine Arbeit mehr vorrichten, auch das prediegen wurde immer schwerer - anfänglich noch stehend, dann sitzend. Seit dem Jahre 1937 blieb er schon ganz im Bett bis zu seinem Tode am 3. Mai 1938.

  Bild: Mennonitische Märtyrer, Seite 460.
  Mennonitische Märtyrer, Band II., Seiten 460-463.
   
  
  

44. Kliewer Johann, Pred. B. G., Blumenrot, Sagradowka - in Kanada.

Johann Johann Kliewer (1872-1959) (#219092) geb. in Nikolaidorf, Molotschna. Prediger der Brüdergemeinde in Blumenort, Sagradowka. Lebte 1895 in Blumenort, Sagradovka; 1902 in Grossfuerstental, Suvorovka.

Prediger Johann Johann Kliewer (1872-1959) Blumenort, Sagradowka. January 1925 Delegate to the – Mennonite Conference, Moscow. Von Edward Krahn. (englisch)

   
  
  
45. Krahn, Isaak Gerhard, (1882-1930) Ält. K. G., Dolinowka, Orenburg - verbannt. #226932
  

Geboren am 21.10.1882 in Schönhorst, Chortitza. Besuchte die Chortitzer Zentralschule. Lehrerexamen 1902 dannr Lehrer in der Orenburger Siedlung. Er hat hier 20 Jahre als Lehrer gedient. Im Jahre 1909 wählte die Dejewer Mennonitengemeinde ihn zu ihrem Prediger und er wurde im Jahre 1910 als solcher ordiniert. Seit 1925 zum Ältesten ordiniert.Seine Frau starb und hinterließ 9 Kinder. Er heiratete zum 2. Mal. Aber ihr Eheglück war nicht von langer Dauer. Denn schon im Jahre 1930 wurde Ältester Is. G. Krahn auf 10 Jahre in die Verbannung geschickt. Auch seine Frau erlitt dasselbe Schicksal, aber erst etliche Zeit nach diesem. Auch sein Sohn Peter Krahn wurde mit Frau zusammen ausgewiesen aus ihrem Heimatorte und haben als Verbannte obdach- und heimatlos umherziehen müssen von Ort zu Ort, bis sie schließlich im Dorfe Dolinowka elendiglich verhungert sind.

  Mennonitische Märtyrer, Band I., Seite 389.
   
  
  
46. Bueckert, Johann, Pred. K. G., Arkadak Nr. 2 - in Kanada.
   
  
  
47. Neufeld Peter P., (1875-1927) Ält. K. G., Chortitza - in Russland gestorben. #494701
  Peter Peter Neufeld war Nachfolger von Isaak Dyck. Er war eine wundervolle, emponierende Entdeckung. Im Jahre 1914 wurde er zum Prediger gewählt und ordiniert. Er war ein beliebter Kanzelredner, und wenn er dann noch, während das Schlußlied gesungen wurde, seinen wunderbaren Bass hören ließ, war die Andacht gerade zu erhebend. Am 18. April 1922 wurde er ins Ältestenamt eingeführt. Das war kein leichter Schritt, zumal in jener Zeit. Nur 5 Jahre währte seine segensreiche Tätigkeit als Ältester der großen Chortitzer Mennoniten Gemeinde. Eine tückische Krankheit raffte den kaum 50jährigen geliebten Ältesten hinweg. Das war am 21. Januar 1927, und am 25 Januar fand unter großer Beteiligung die Begräbnisfeier statt. Viel Liebe wurde dem Verstorbenen hier bewiesen und Anerkennung gezollt.
  Aus dem Manuskript von Isaak Reimer, Seite 160a.
   
  
  
48. Siemens Johann, Missionar, Spat, Krim - unbekannt.
   
  
  
49. Letkemann Jakob Jakob, Ält. K. G., Karasan, Krim - verbannt.
  

Die karasaner Mennonitengemeinde war die einzige dieser Richtung auf der Halbinsel Krim. ...1921 wurde Peter [Jakob ?] Letkemann als Ältester der Gemeinde gewählt, der der Gemeinde bis zu ihrer Auflösung durch die Bolschewistische Regierung gedient hat. Ältester Letkemann, Karasaner Mennonitengemeinde, ist auf der einsamen Insel Solowki im Weißen Meer umgekommen.

  In "die Krym" AR nicht da.
  Mennonitische Märtyrer, Band I., Seite 94
   
  
  
50. Huebert Jakob Franz, (1873-1964) Ält. B. G., Margenau, Sibirien. #474764
  

Jakob Franz Hübert wurde den Eltern Franz Hübert und Elisabeth Janzen als ältester Sohn im Dorfe Margenau, Gnadenfelder Wolost, Molotschna am 14. Juni 1873 geboren. In demselben Dorfe hat er auch die Schule besucht. Im Jahre 1899 verehelichte er sich mit Katharina Kröker. Nach einer Ehe von 10 Monaten starben Frau und Kind bei der Entbindung. Am 26. September 1900 verehelichte er sich zum andern mal mit Helene Kasdorf. Sie wohnten bei den Eltern der Frau bis zum April 1903 und zogen dann mit einer Gruppe nach Sibirien in die Omsker Gegend. Im Jahre 1907 wurde in Margenau, Omsk von den Gliedern der M.B. Gemeinde das Versammlungshaus gebaut. In demselben Jahre wurde Jakob Hübert als Prediger gewählt und am 19. Juni von den Ältesten Jakob Gerhard Wiens, Hermann Neufeld und Jakob Janz ordiniert. Bis zum Jahre 1913 hatte er die Leitung er den Kreis von Issilj-Kulj bis Moskalenki. Weil Ältester Jakob G. Wiens nach der Pawlodarer Ansiedlung ziehen wollte, so im es im Omsker Kreis in der M.B. Gemeinde zu einer Ältestenwahl, bei der Jakob Hübert die meisten Stimmen hatte. Daraufhin wurde er im Jahre 1913 vom Ältesten Jakob G. Wiens in das Ältestenamt eingeführt. 1929 wanderte er aus und kam 1930 nach Brasilien wo er auch als Aeltester diente.

  

Bild: "Mennoniten in der Umgebung von Omsk", Seite 92

  Mennoniten in der Umgebung von Omsk" von Peter Rahn, Winnipeg 1975, Seiten 89-92.
   
  
  
51. Wiens Jakob Gerhard, (1857-1931) Ält. B. G., Tschunajewka, Sibirien - verbannt. #132499
  

Geboren 15.02.1857 in Rosenort, Molotschna. Seine Eltern waren Gerhard Friedrich Wiens und Susanna, geb. Friesen. Spaeter wohnten seine Eltern schon auf dem Chutor (Landgut) Woronzowka, auch Steintal genannt. Seine Frau Anna Balzer aus dem Städchen Orechowo. Da sein Schwiegervater, Franz Balzer, eine Dampfmühle baute, betätigte er sich in dem Mühlengeschäft. Später zog er nach Ebenthal, Memriker wo er Prediger wurde und man wählte ihn zum Ältesten der Gemeinde. Er lehte ab und schloß sich darauf der Mennoniten Brüdergemeinde an. Seina Frau ist am 14. Oktober 1917 gestorben. Mehrere Jahre später verheiratete er sich mit Witwe Heinrich Warkentin, geb. Agatha Balzer, Schwester seiner ersten Frau. Von Ebenthal zog er dann nach einer neuen Ansiedlung, in die Nähe von Alexanderpol, die Gnadenthal genannt wurde. Dort wurde er bald der Leiter der Alexanderpoler Mennoniten Brüdergemeinde. Im Jahre 190 zog er mit seiner Familie nach Sibirien und siedelte in Tschunajewka an, nicht weit von der Stadt Omsk. Bald darauf gab es die zwei großen Ansiedlungen in Sibirien: Pawlodar und Barnaul. Dann siedelte er über nach der Pawlodarer Siedlung. Hier wurde er dann der Älteste der Brüdergemeinden in diesen Ansiedlungen, bis an mehreren Orten selbständige Gemeinden entstanden. Neben seiner Arbeit als Ältester hat er sich auch oft an Predigerkursen lehrhaft beteiligt; zudem war er auch noch immer als Reiseprediger tätig. Er stand schon vorher, von den Roten erschossen zu werden und wurde zwischen zwei Rotarmisten mit aufgepflanzten Gewehren vor Gericht geführt. Er schrieb uns später, wie er fast enttäuscht gewesen sei, als man ihn freigesprochen hatte, Dann kam die Stunde, wo er im Alter von 73 Jahren arretiert wurde. Er wurde in den Norden, nach Nowosibirsk verbannt auf drei Jahre. Er starb am 15 Feb 1931 in Irkutsk.

  

Bild: "Mennoniten in der Umgebung von Omsk" von Peter Rahn, Seite 86.

  Aus "Mennonitische Märtyrer", Seiten 99-103.
   
  
  
52. Bergen Peter Peter, (1872-1937) Ält. K. G., Jekaterinowka, Sibirien - unbekannt. #223121
  

Ältester Peter Bergen wurde 13 Dec 1872 in Schoenhorst, Chortitzer geboren, aufgewachsen und geheiratet. Mit seiner damals schon großen Familie, kam er 1906 nach Sibirien bei Omsk und siedelte im Dorfe Ekaterinowka an. Er hatte 10 Söhne und 2 Töchter. Wurde 1912 vom Ältesten David Nickel, Großweide, Molotschna in der Schule zu Alexandrowka zum Ältesten dieser Gemeinde eingesegnet. Seine Tätigkeit umfaßte alle Glieder dieser Gemeinde von der Stadt Petropawlowsk im Westen bis zur Station Tatarskaja im Osten. Ältester Bergen hat als Hirte der Gemeinde Alexandrowka vom Jahre 1912 bis zum Jahre 1931 gedient. Als man in den Jahren nach 1930 anfing Prediger und auch andere Personen zu verschicken, wurde auch Ältester Peter Bergen mit 6 von seinen Söhnen genommen. Er wurde aber von seinen Söhnen getrennt und in die Gegend Narim am Flusse Jenisej geschickt. Am 7 Aug 1937 ist er in Omsk gestorben.

  

Bild: "Mennoniten in der Umgebung von Omsk" von Peter Rahn. Seite 76.

  Mennoniten in der Umgebung von Omsk" von Peter Krahn, Seiten74-77.
   
  
  
53. Braun Daniel, Pred. B. G., Alt-Kolonie - in Kanada.
   
  
  
54. Toews Jakob Jakob (1874-1938), Ält. B. G., Alt-Samara. Sohn von #732162
  Geboren 31.05.1874 in Mariental, Alt-Samara, wohnte später in Alexandertal. Sein Vater Jakob Toews (1840-) war 1862 aus Preussen nach Alt-Samara ausgewandert. War Prediger der kirchlichen Mennonitengemeinde, ging zwischen 1907-1914 zur MBG über und wurde bald Ältester. Heiratete Maria Suckau, hatten 5 Söhne und eine Tochter: Bernhard, Gerhard, Jakob, Heinrich und Margarethe. Auf der Konferenz in Moskau hielt er am 16. Januar 1925 ein Referat über die Notwendigkeit und Bedeutung der Reisepredigt, das eine rege Debatte hervorrief. Verhaften am 15.12.1930 (4.02.1930), am 22.06.1930 entlassen. War 1932 im KZ Maririnsk, Kemerowo kam wieder frei. Am 13.11.1937 wieder verhaftet, am 2.12.1937 zur Erschiessung verurteilt, am 27.01.1938 in Kuibyschew erschossen.
  Bild: Vorübergehende Heimat. Viktor Fast. S. 633
   Vorübergehende Heimat: 150 Jahre Beten und Arbeiten in Alt-Samara ( Alexandertal und Konstantinow). Viktor Fast. Samenkorn. 2009 Seiten 633-634
   
  
  
55. Teichroeb Abram, Pred. B. G., Nr. 3 Kanzerow[ka] ?, [Orenburg ?] - unbekannt.
   
  
  
56. Wiebe Johann Johann, (1884-) Pred. K. G., Menlertschik (Dorfplan), Krim - verbannt. #484787
  

Johann J. Wiebe wurde am 15. Mai 1884 in Schattenruh, Krym geboren, da auch die Dorfschule besuchte. Nach dem ging er nach Ohrloff Molotschna, wo er drei Jahre die Zentralschule besuchte. Die Krim hatte damals noch keine mennonitische Zentralschule. Hier in Ohrloff war zu der Zeit sein Onkel Kornhelius B. Unruh Lehrer an der Zentralschule. Nach Absolvierung dieser Schule besuchte er noch den Lehrerkursus in Neu-Halbstadt und machte sein Lehrerexamen in der Stadt Melitopol. Er wurde dann zuerst Lehrer in dem Dorfe Busau (?) und dann später im Dorfe Menlertschik (beides tatarische Namen), ebenfalls in der Krim. Hier verheiratete er sich mit Justina Dück aus dem nämlichen Dorfe. Nach dreijähriger Dienstzeit kehrte er zurück in die Heimat und wurde dann gleich darauf von der Heimatgemeinde zum Prediger berufen und auch bald darauf ordiniert. Sein wirken als Prediger des Evangeliums, dann als Mitglied der KsK, weiter als Vertreter der Jungmannschaft bei der Mobilmachung vor dem Gericht, seine öfteren Fahrten nach der Hauptstadt Simferopol. Es war im Jahre 1928, als man ihn arretierte. Man ließ ihn dann noch einmal frei, aber er mußte sich regelmäßig bei der Polizei stellen. Als im Herbst 1929 die Massenflucht der deutschen Kolonisten nach Moskau einsetzte, um ins Ausland zu gelangen, da wurde er mit vielen anderen verhaftet, da man ihn als Urheber dieser Bewegung stempelte, was natürlich nicht auf Wahrheit beruhte. Prediger Johann Wiebe wurde mit vier anderen Predigern zum Tode verurteilt. Als dann das Urteil geändert wurde auf 10 Jahre Verbannung nach der Insel Solowki im Weißen Meer. Ist 1937 von dort nach Ural-Gebiet zurückgekehrt, wohin seine Familie im März 1931 verbannt wurde. Am 27.12.1937 wurde sein Sohn Aron (20 Jahre alt) verhaftet, am 28.12.1937 Johann Wiebe mit Sohn Philipp (22) verhaftet, beide am 28.01.1938 zum Tode verurteilt und am 17.02.1938 erschossen. Sohn Aron am 28.01.1938 für 10 Jahre Haft verurteilt.

  Aus "Mennonitische Märtyrer", Seiten 94-96.
  Zeitschrift "Aquila" Nr.3 2010.
  Auszug über Johannn Wiebe von www.memorial.ru
  Bescheinigung über die Reabilitation von Johann Wiebe. Zugeschickt von Nikolaus Dyck.
   
  
  
57. Janzen Heinrich Jakob, (1878-1937) ? B. G., Dolinskaja, Neu-Samara - unbekannt. #neu
  Heinrich Janzen wurde 1878 geboren und 1937 erschossen. War Ältester in Donskoje, Neu-Samara
  (Angaben von Daniel Janzen, ehemaliger Ältester der B. G. in Donskoje; heute Warendorf).
   
  
  
58. Toews Aron Peter, (1887-1945) Pred. K. G., Chortitza, Alt-Kolonie - verbannt. #224988
  

Aron Peter Töws wurde am 28. Janaur 1887 in Fürstenau, Halbstädter Wolost, an der Molotschna, Taurien, geboren. Sein Vater Peter Aron Töws war Prediger der Schönseer Mennonitengemeinde. Nach Beendigung der Dorfschule absolvierte er die Zentralschule und dann die zweijährigen Pädagogischen Klassen in Neu-Halbstadt. Daraufhin wurde er Lehrer im Nikopoler Kreis, bis 1914. Er heiratete Maria Sudermann, Tochter von David Sudermann. Der Herr schenkte ihnen drei Töchter und einen Sohn. Während der Hungersnot in Rußland hatte er eine Anstellung in der AMRA (American Mennonite Relief Assitiation), die ihr Quartier in der Stadt Alexandrowsk hatte. Nachdem die AMRA aufgelöst worden war, wurde er Buchhalter in einem Büro.
1925 trat an ihn eine schwere Wahl heran: er wurde von der Chortitzer Mennonitengemeinde zum Prediger gewählt. Verhaftet am 28. November 1934. "Hier habe ich Vater zum letzten Mal gesehen. Er wurde von zwei Männern ins Wohnzimmer gebracht. Als ich ihn sah, blieb mein Herz fast stehen. Wie sah er aus! Das Haar schneeweiß. Dann, als die Männer uns alleine ließen, nahm er meinen Kopf in seine Hände und weinte! Das war so erschütternd anzusehen: seine Hände, seine lieben Hände, waren noch etwas geschwollen, die Fingernägel fehlten. (Um Geständnisse zu erpressen, werden verschiedene recht teuflische Methoden angewandt)." Am 10. August 1935 wurde er weggeschickt nach 2 Monaten kam eine Nachricht er ist in Nowosibirsk im Krankenhause. 1938 zu weiteren 10 Jahren verurteilt. 1941 drang noch einmal sein Name an unser Ohr. Ein gewisser Neustädter aus Chortitza schrieb auf einen Zettel, den er aus einem Fenster eines Transportwagens geworfen hatte: "Prediger A. Töws aus Ch. ist mit uns. Wir werden alle weitergeschickt. Niemand weiß wohin."

  

Bild: Aus "Mennonitische Märtyrer", Seite 79.

  "Mennonitische Märtyrer", Band I., Seiten 79-85.
    Zeitschrift "Aquila" Nr.2 2003 Seite 27.
   
  
  
59. Neufeld, Johann, ? ?, Naumenkowo, Kr. Usinsk - unbekannt.
   
  
  
60. Koop, David David, Pred. K. G., Ohrloff, Molotschna - verbannt.
   
  
  
61. Quiring Franz Johann, (1892-1938) Lehrer, Prediger, am Trakt, Wolga Gebiet. #665080
  

Franz Quiring wurde in Köppental den 18.08.1892 geboren. Sein Vater Johann Quiring, geboren 1851, wanderte mit seinen Eltern 1855 nach Russland aus und siedelte am Trakt (Wolga Gebiet) an. Dort war er von 1884 bis 1912 Ältester der Gemeinde in Köppental. Diesen Dienst versah er bis zu seinem Tode. 1913-1915 studierte er Theologie an der Universität in Dorpat (heute Tartu, Estland). 1921 heiratete er Anna Fröse aus Lysanderhöh. In der Woche war er Lehrer, in der Gemeinde - Prediger, an den Abenden hielt er in verschiedenen Dörfern Vorträge für die Jugend. Diese intensive Arbeit versah Franz Quiring bis zum Frühjahr 1927, bis er verhaftet wurde. Seine Verhaftung führte Franz Quiring nach Solowki (ein altes Kloster, umgebaut in ein Gefängnis). Zu jener Zeit hatten unsere Eltern schon 3 Kinder: Elsa, geb. 1923; Traugott, geb. 1925; Waltraut, geb. 12.08. 1927. Im Winter 1929-1930 fuhr seine Frau mit drei Kindern zu Besuch nach Solowki in Begleitung von seinem Bruder Alexander Quiring. 1932 zog die ganze familie nach Usbekistan in ein kleines mennonitisches Dorf "Ak-Metschetj". Hier konnte er wieder predigen. In Ak-Metschetj wurde uns noch ein Bruder Helmut geboren (1933). Im Frühjahr 1935 wurde das ganze Mennonitendorf nach Tadschikistan ausgesiedelt, ganz an die afghanische Grenze. hier arbeitete er etwas später als Buchhalter, bis Februar 1938. Dann wurde er wieder Verhaftet für immer.

   
  
  
62. Martens, Johann Kornelius, (1875-1938) Ält. K. G., Einlage, Alt-Kolonie - verbannt. #371259
  

Johann Kornelius Martens wurde am 7. Juni 1875 im Dorfe Einlage, Chortitzer Wolost, Jekaterinoslawscher Gouvernement, Rußland, geboren. Nach Beendigung der Dorfschule in Einlage besuchte er die Zentralschule in Einlage und auch die Pädagogischen Kurse daselbst. Daraufhin erwarb er auch das Lehrerzeugnis für die Elementarschule und ist dann 13 Jahre Lehrer gewesen.
Im Jahre 1917 wurde er als Prediger in Einlage gewählt, nahm aber das Amt nicht gleich an, denn er war wohl in jener Zeit Oberschulze in der Chortitzer Wolost. Als aber etwas später die Machno-Banden kamen und ihn erschießen wollten, floh er nachts zu Fuß nach Neuendorf. Im Jahre 1924 wurde Johann K. Martens als Ältester der Kronsweider Mennonitengemeinde gewählt. Noch im Jahre 1929 trieb man das Ehepaar Joh. Martens mit zwei Kindern von Haus und Hof. 1930 kam dann für das Ehepaar Joh. Martens, mit zwei ihrer Kinder und vielen, vielen anderen aus den Mennonitendörfern der Chortitzer Wolost die Verbannung nach dem Ural. Nach schwehrer Erkrankung wurde er wurde dann als Rechnungsführer im Gefängnisbüro angestellt. 1936 kam das Ehepaar Joh. Martens zurück, hatten aber kein Zuhause mehr. 1938 war für die Familie Martens ein furchtbar verhängnisvolles Jahr. An einem Tage wurden Johann Korn. Martens, seine zwei Söhne und ein Schwiegersohn von der NKWD abgeholt. Der eine Sohn war verheiratet und der andere Sohn war in der Roten Armee zu der Zeit, als die Eltern nach dem Ural verbannt wurden. Alle vier waren vorläufig in Saporoschje im Gefängnis. Doch eines Tages kam die Antwort, daß alle vier verschickt seien nach dem fernen Norden. Seit dem keine Nachricht mehr von ihnen. Jegliche Anfrage war vergebens. Keine Spur von ihnen war aufzufinden.

  "Einlage-Kitschkas, Alt-Kolonie, Rußland" von Isaak Reimer, Blätter 168, 169.
   
  
  
63. Pauls, Julius Julius, Pred. K. G., Miloradowka, Kriwoj Rog - unbekannt.
   
  
  
64. Petkau, David David, (1882-1943) Pred. B. G., Kamenka, Orenburg - verbannt. #209630
  

Er war der Sohn von David Pätkau, stammend aus Einlage, Alt-Kolonie. Später wohnten die Eltern am Kuban, wo David im Jahre 1882 im Juli im Dorfe Alexanderdar geboren wurde. Hier hat er auch die zweiklassige Schule absolviert. Später zog er mit Familie nach Orenburg und wurde hier zum Prediger der Mennoniten Brüdergemeinde in Kamenka gewählt. Nach dem Tode des Ältesten Kornelius Fehr wählte die Gemeinde ihn als Leiter und er hat dann derselben lange Jahre - bis zu seiner Verhaftung in aller Treue gedient. Im Jahre 1926 wurde er von seiner Familie genommen und ins Gefängnis in der Stadt Orenburg gesteckt. Er wurde bei dem Ausfragen verschiedener Tatsachen, von Zeit zur Zeit sehr geschlagen, so daß das Fleisch von seinen Beinen von den Hüften bis zu den Knien herunterhing." Ist er dann auf fünf Jahre nach dem hohen Norden verbannt worden.Er kam schließlich nach Kornilowka, nahe gelegen am rechten Ufer der nördlichen Duena (Dwina). Es war gerade an dem Orte, wo Br. J. J. Töws von Ignatjewka war als Verbannter. nach 5 Jahre kehrte er zur seiner Familie wurde aber nach 9 Monate wieder verhaftet. . Er kam in die Nähe von Petrograd (jetzt Leningrad) in eine Fabrik. Hier mußte er seine Strafarbeit in einer Kleiderfabrik tun. Haben dann auch weiter keine Nachricht von ihm bekommen können. Prediger Pätkau kam 1931 in der Verbannung ums Leben.

  Mennonitische Märtyrer, Band I., Seiten 141-143.
  "Orenburg" von Karl Fast, Seite 38
  Pätkau, David in MennLex.
   
  
  
65. Enns, Korn., ? K. G., Altonau, Molotschna - unbekannt.
   
  
  
66. Schellenberg, Peter, Pred. K. G., Kalinowo, Memrik - unbekannt.
   
  
  
67. DeFehr, Corn. A., B. G., Millerowo, Kuban - in Kanada.
   
  
  
68. Reimer, Jakob Korn., B. G. ?, Welikoknjaschesk, Kuban - unbekannt.
   
  
  
69. Wiens, Korn., Ält. B. G., Kuban - verbannt.
   
  
  
70. Goerzen, Jakob, K. G., Kuban - unbekannt.
   
  
  
71. Martens, Korn., Pred. B. G., Kuban - unbekannt.
   
  
  
72.Unrau, Hein., K. G., Großweide, Molotschna - unbekannt.
   
  
  
73. Friesen, Hein. Abram., Pred. K. G., Schönau, Molotschna - verbannt.
   
  
  
74. Friesen Nikolaj, Pred. K. G., Uschalka, Neu-Samara - unbekannt.
   
  
  
75. Braun - weitere Daten unbekannt.
   
  
  
76. Kopper, Gerhard, (1860-1938) Ält. K. G., Köppental, Turkestan - unbekannt. Vater von 671462?
  

Gerhard Kopper, Lehrer aus Köppental in Kirgisien, war im Herbst 1929 auch in Moskau unter den Tausenden, mit dem Ziel, eine Ausreisegenehmigung für seine Familie zu bekommen. Seine Wirtschaft in Mittelasien hatte er im Sommer verkauft, die Familie mit Kindern war mit ihm in Moskau... Für die Familie gab es keine Aussicht, die vorgenommene Ausreise nach Amerika durchzuführen.
Vater Gerhard Kopper und seine vier Söhne Gerhard, Franz, Peter und Arnold wollten nicht zurück nach Mittelasien, sie hatten sich entschlossen zu ihren Verwandten nach Slawgorod im Altaj zu fahren. ...Der jüngste Sohn Arnold aus der Familie Kopper, zunächst im Amurgebiet mit seinen älteren Brüdern, erlernte hier seinen zukünftigen Beruf als Buchhalter... Nachdem die Brüder Peter und Gerhard über die Grenze nach China illegal ausgewandert waren, verließ auch Arnold die Ansiedlung. Er bekam eine Arbeitsstelle und wurde auf die Insel Sachalin versetzt. Hier blieb er bis zum Kriegsanfang.
Vater Gerhard Kopper und sein Sohn Franz kamen aus dem Amurgebiet nach Slawgorod zu ihren Verwandten im Altaj zurück... Einige Jahre lebte Gerhard in Ruhe. Er war Lehrer und Prediger, ein begabter und intelligenter Mann. Am 19.01.1938 wurde der 78jähriger Gerhard Kopper mit seinem Sohn in Slawgorod verhaftet. Eine Urkunde bestätigte, daß Großvater Gerhard Kopper drei Tage nach den gezwungenen Strapazen im Winter 1938 an Lungenentzündung gestorben war. Die zweite Urkunde bestätigte, daß sein Vater Franz Kopper als Spion beschuldigt und am 19. April 1938 im Gefängnis erschossen wurde. Die Urkunde bestätigt weiter, daß die Beschuldigung Franz Kopper als Spion unbegründet war, und, daß er 1956 rehabilitiert wurde...

  Bild: Lehrer Gerhard Kopper (1860-1938) aus Köppental. Bild aus "Auf den Spuren der Ahnen", Seite 196.
  Bild: Gerhard Kopper mit seinen Söhnen - Stehend: Peter, Arnold, Franz und Gerhard. Neben ihm sitzt sein Schwiegersohn Jakob Neumann und die Enkel. (Foto ca. 1927).
  Bild aus "Auf den Spuren der Ahnen", Seite 198.
   
  
  
77. Martens, Heinrich Jakob., K. G., Grünfeld, Alt-Kolonie - unbekannt.
   
   
  
Quellen:
1. Mennonitische Märtyrer. A. A. Toews. Winnipeg. 1949
 2. In den Steppen Sibiriens. Gerhard Fast. Rosthern, Sask. 1957.
 3. Orenburg, die letzte mennonitische Ansiedlung in Osteuropa. Karl Fast. 1995 Canada
 4. Grandma CD V. 4.23
 5. Friesen, Robert: Auf den Spuren der Ahnen (1882-1992). Die Vorgeschichte und 110 Jahre der Deutschen im Talas-Tal in Mittelasien, Minden, 2000.
 6. Rahn, Peter: Mennoniten in der Umgebung von Omsk. Winnipeg, 1975.
 7. Heinrich Görz: Die Mennonitische Siedlungen der Krim. Winnipeg, 1957.
 8. Mennonitische Märtyrer. Band 2. A. A. Toews. Winnipeg. 1954
 9. Die Schulbildung der Russlanddeutschen. I. Tscherkasjanowa. S.-Petersburg 2004
 10. Manuskript von Isaak Reimer
 11. Prediger und Diakone in Chortitza Kolonie und deren Tochterkolonien
 12. Mennonitisches Lexikon (MennLex) - Band V - Revision und Ergänzung
 13. Vorübergehende Heimat: 150 Jahre Beten und Arbeiten in Alt-Samara ( Alexandertal und Konstantinow). Viktor Fast. Samenkorn. 2009
 14. Auf dem Gipfel des Lebens. Das Leben des Ältesten Jakob Rempel: vom Stallknecht zum Professor, vom Träumer zum Martyrer. Hermann Heidebrecht. Bielefeld. 2004.
 15. Zeitschrift "Aquila" Nr.3 2010.
  16. Information von Rita Dick, Email: rita-dick@web.de.
  17. Zeitschrift "Aquila" Nr.2 2003 Seite 27. Foto von der Konferenz 1925.
    
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am 9 Januar, 2018