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Brief von Heinrich und Kornelia Kliewer, Kaltan, Neu Samara in der Zeitung "Mennonitische Rundschau" vom 2. Dezember 1908, Seite 13

 

Abgeschrieben von Lydia Friesen (geb. Esau) (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" vom 2. Dezember 1908, Seite 13. (gotisch) von Lydia Friesen (geb. Esau).

 

 

Koltan, den 12. Oktober 1908. Werter Editor M. B. Fast! Zuvor wünschen wir dem Editor und allen Lesern der werten "Rundschau" den Frieden Gottes. Wir bitten um Entschuldigung. Hätten schon lange eher schreiben sollen, ist aber nicht geworden, wir hofften eigentlich der Editor würde uns hier im Samarischen auch besuchen. Die Ernte ist beendigt; der Ertrag ist doch etwas besser als wir glaubten; der Mensch denkt und Gott lenkt; denn es hat von Ende Mai bis Juli nicht geregnet, das Getreide fing an auszubrennen, hat aber trotztem noch von 4 bis Tschetw. von der Deßjatine gegeben; der Preis ist bis jetzt auch ziemlich gut, 1 R. 20 K., jetzt im Oktober von 1 R. 5 bis 10 K. In der Erntezeit hat es viel geregnet, so daß es mit dem Dreschen nur langsam ging, folgedessen sind wir mit dem Pflügen etwas hinten geblieben, wer nun genug Pferdekraft hatte, ist fertig; etliche abeunr sind noch nicht ganz fertig, wird wohl bis zum Frühjahr bleiben. Es ist ziemlich naß und pflügt sich sehr schwer, und weil es zwei Jahre nichts gegeben,
sind auch ziemlich Schulden angehäuft, die jetzt bezahlt werden sollen, es langt aber nicht aus mit Futter und Nahrung wird es vielleicht auskommen, aber etliche werden auch noch wieder kaufen müssen; der Winter ist sehr lang. Unsere Kinder sind auch nach Sibirien gezogen; sie fuhren den 7. September von hier ab und den 14 September sind sie auf der Station Karagat ausgestiegen; von dort haben sie noch 250 Werst per Achse zu machen bis zum Paulidarischen Kreis; es sind auch sehr arme darunter. Möge Gott sich erbarmen und ihnen beistehen, denn es wird doch Jammer und Not geben. Unsere Freunde H. G. Maria Franz, jetzt wieder Kansas, ist wohl ein Korrespondent. Wir lesen seinen Aufsatz gerne, aber die Tante Witwe Katharina Löwen, Hoofer, Okla., läßt nicht viel von sich hören. Wir danken ihr nochmals für die "Rundschau, die wir von oder durch sie ein Jahr zu lesen bekommen,
wir möchten sie gerne noch länger lesen, denn es sind doch hin und wieder gute Bekannte und Freunde von denen man etwas lesen kann. Wenn die alte Tante noch nicht müde ist, möchten wir es bald wissen, um mit der Bestellung nicht zu säumen.
Viel Neues kann ich nicht berichten. Die Frau des Thomas Koop, eine geborene Reimer, von Hierschau hatte einen Schlaganfall und ihre eine Seite ist gelähmt, sie ist auf, kann aber nicht arbeiten. Wenn ich nicht irre hat sie noch Brüder in Amerika; ihnen diene solches zur Nachricht. Koop mag es auch schon geschrieben haben. Wilhelm Ewert in California, sei gegrüßt. Schwager Martin Ens Glogodano ist auch nach Barnaul gezogen; Heinrich ist noch in Donskoj bei Klippensteins. Hier im Dorf ist auch schon viel verändert und werde ich ein anderes Mal vielleicht etwas berichten.
Grüßend verbleibe ich aller Wohlwünscher,
Heinr. u. Kornelia Kliewer

 

 

Brief von Heinrich und Kornelia Kliewer, Koltan, Samara. In der "Mennonitischer Rundschau" vom 18.12.1907.

Brief von Heinrich und Kornelia Kliewer aus Kaltan, Neu Samara, in der Zeitung "Mennonitische Rundschau" vom 3. März 1909, Seite 14.

   
Zuletzt geändert am 16 Juli, 2020