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Brief von Heinrich und Kornelia Kliewer, Kaltan, Neu Samara, in der Zeitung "Mennonitische Rundschau" vom 22. April 1908, Seiten 6 und 10

 

Abgeschrieben von Lydia Friesen (geb. Esau) (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" vom 22. April 1908, Seiten 6 und 10. (gotisch) von Lydia Friesen (geb. Esau).

 

 

Koltan, den 6. März 1908. Zuvor wünsche ich dem Editor und allen Lesern der "Rundschau" gute Gesundheit und Wohlergehen. Lieber Editor, die $40.00 habe ich erhalten und sage Dir und den Gebern großen Dank. Der Herr segne uns und Euch hundertfältig. Von dem Geld habe ich 37 Rubel an zwei Witwen verteilt, erstens an Witwe Peter Harder in Koltan und an Witwe Fransen in Dolinski. Peter Harder starb den 24. Dezember 1907; die hinterbliebene Mutter ist übel daran; sie ist sozusagen blind und die Kinder noch klein, außer ein Sohn und zwei Töchter; es fehlt jetzt ein Versorger. Der verstorbene Peter Harder stammt von Fürstenau, war auf Dumiesla Verwalter bei Joh. Enns. Heute, den 6., war Begräbnis. Heinrich Pankratz, fr. Landskron, sein Bruder Jakob Pankratz starb den 5. Mai 1907. - Es sind hier im Dorf vier Begräbnisse gewesen und meistens Erwachsene. Wer weiß wann die Reihe an uns sein wird.
Der Winter will noch immer kein Ende nehmen und das Futter will nicht ausreichen; und das Brennmaterial ist alle.
Die Tochter des David Stobbe in Bogomasow hat sich vergangen und da es zur Entbindung kam, hat sie das Kind in der Küche versteckt und dann später auf dem Boden im Getreide. Die Doktoren haben Protokoll gemacht. Die Eltern beteuern, daß sie von der Sache nichts gewußt haben.
Möchte noch fragen wo Heinrich Klassen, fr. Orloff, Jakob Warkentin, fr. Lichtfelde, Schröders, früher Kleefeld, sind, finde in der "Rundschau" nichts von ihnen. Sollten die erwähnten nicht die "Rundschau" lesen, so bitte ich die Nachbarn, es ihnen zu lesen zu geben, wofür ich im Voraus danke. An den lieben Schwager und Nichte Heinrich und Maria Franz, Hoofer, Okla., Euren Brief haben wir erhalten. Es thut mir leid, daß die beiden Vetter Jakob und Wilhelm nicht schreiben, oder können sie nicht deutsch schreiben? Ihr seid wohl sehr weit auseinander. Elisabeth schreibt auch nicht, seid doch nicht so nachlässig. Wir lesen gerne Berichte; mir thut es leid, daß ich nicht nach Amerika ging anstatt nach Sibirien, aber jetzt ist es wegen Augenleiden zu spät. Wilhelm Ewert, Koltan und Onkel Peter Fast, früher Rückenau, sind gegrüßt.
Gruß an den Editor und alle Leser,
Heinr. u. Korn. Kliewer

Brief von Heinrich und Kornelia Kliewer, Koltan, Samara. In der "Mennonitischer Rundschau" vom 18.12.1907, Seite 14.

   
Zuletzt geändert am 20 Januar, 2020