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Brief von Heinrich und Helena Janzen in der Zeitung "Mennonitischen Rundschau" vom 27. Dezember 1899 Seiten 1-2

 

Abgeschrieben von Katharina Kokorski, alle ihre Berichte

 

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" vom 27. Dezember 1899 Seiten 1-2, 4. (gotisch) von Katharina Kokorski.

 

 

Moundbridge, den 10. Dezember 1899. Da so mancher durch die „Rundschau“ seinen Freunden Nachricht zukommen lässt, so dachte ich, ich wolle es auch einmal versuchen und meinen Verwandten in Russland einiges von uns erzählen, und aber auch auffordern, uns von sich Nachricht zu geben. Von Heinrich Janzen in der Krim erhielten wir durch Bruder D. Bartel eine Familienfotografie. Ich bin ein Onkel dieses H. Janzen und habe mich sehr gefreut, von ihm etwas zu hören. Wir hätten gerne ein Näheres von dem alten Bruder erfahren, darum möchten wir gerne Janzens Adresse haben und dann brieflich mit ihnen in Verkehr treten.

Gegenwärtig sind wir verhältnismäßig gesund, nur die Mutter ist krank und bringt die Zeit im Bette zu. Vor etwa sechs Monaten fiel sie so unglücklich, dass ich sie ins Bett tragen musste, und seither hat sie es nicht mehr verlassen. Die Ärzte sagen, dass eine Lähmung eingetreten ist und da sie schon alt ist, so ist wenig Hoffnung da, dass sie wieder zurecht werden kann. Dies ist für sie eine recht schwere Prüfung, da sie in ihrem Leben nur sehr wenig krank gewesen ist. Jedenfalls hat der Herr aber auch hier wieder seine Friedensabsichten, und will durch Anfechtung aufs Wort aufmerken lehren.

Mein Bruder David wohnt seit neun Jahren in Oregon. Zwei von seinen Söhnen gingen zu Anfang des Philippinenkrieges mit nach den Philippinen, sind aber glücklich wieder  heimgekommen. Sie haben 37 Tage auf dem Stillen Ozean zugebracht. Das ist eine ziemliche Strecke von hier und hat sie beinahe bis nach China gebracht. Es ist eigentümlich wie unser kleiner Verwandtenkreis so über die ganze Welt verstreut ist und beinahe die ganze Erde umspannt.

Am Kaukasus habe ich eine Schwester, die Frau Johann Penner, und in Rudnerweide wohnt mein Schwager Abraham Penner, seid alle herzlich gegrüßt und schreibt uns, wie es euch geht.
Grüßend
Heinrich und Helena Janzen
Meine Adresse ist: Heinrich Janzen, Bor 18, Moundbridge, Kansas

 

Bemerkungen von Katharina Kokorski:

Heinrich Janzen Krim Neffe.
Jakob und Anna Janzen Krim (alte Bruder).
David Janzen Oregon (Bruder).
Frau Johann Penner (Kaukasus) Schwester.
Abraham Penner (Schwager aus Rudnerweide).
Heinrich Janzen (1847-?) (#25519) und Helena (geb. Penner) (1852-?) (#25522).

   
Zuletzt geändert am 1 Dezember, 2020