Vogt - Mennonitische Ahnenforschung

Bericht aus Asien von Jakob Janzen in "Mennonitische Rundschau" vom 15 Februar 1883, Nr. 4, S. 2

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

Mit freundlicher Genehmigung des Mennonite Heritage Archives Mennonite Heritage Archives

Asien.

Centralasien. Aulieata, 24. November 1882.

An die werthe Redaktion und die theuren Leser der „Rundschau“. Gottes reichen Segen zuvor! Habe heute die von Wehmuthsgefühl untermischte Freude gehabt, die erste Sendung Eurer Liebesgaben bestehend in einhundertundneunzig Rbl. S. zu erhalten. Wehmuthsgefühl? Ach, in dem Stande zu sein, nehmen zu müssen. Geben muß doch seliger sein. Im Namen unserer theuren Gemeinde sage ich: Gott unser Helfer vergelte Euch Eure Liebe schon hier in dieser Zeit, mehr aber in der Auferstehung der Gerechten.

Diese Zeilen schreibe ich in stiller Mitternacht in enger Nachtherberge in unsrer Kreisstadt Aulieata, umgeben von einigen Brüdern, die sich bereits zur Ruhe begeben. Unsere Aussichten lassen nur nach dem Glauben eine Durchsicht, den der Erzvater Abraham hatte, von dem es heißt: „Er hoffte, wo nichts zu hoffen war.“ Wir waren eben mit einem unserer Jünglinge (Tobias Davidow Schmidt, fr. Waldheim) in Taschkent zur Besichtigung, indem ihn in der alten Heimath das Loos zum Dienen getroffen. Die Aerzte haben ihn wegen Brustschwäche auf ein Jahr zurückgestellt, und so hilft uns Gott der Herr eben demnach, wie Er uns bitten lehrt: „Unser täglich Brod gib uns heute.“ Bis dahin hatten Alle, die zum Loose kamen (wohl ihrer fünf) entweder Familienrecht oder sie trafen zu hohe Nummer, daß also noch Niemand eingezogen wurde.

Was in Nr. 19 der „Rundschau“ gesagt ist, daß wir nach Ablauf der 15 Freijahre zum vollen Soldatendienst verpflichten wären, davon ist nichts bekannt. Das muß sich auf eine Depesche beziehen, welche z.Z. die Brüder erhielten, die nach Buchara wollten. Darin war ihnen, falls sie nach Rußland kämen, der volle Soldatendienst angedroth *) Nun laßt mich abbrechen.

Euer in Jesu verbundener

Jakob Janzen.

*) Die betreffende Nachricht hatten wir dem „Wächter“ entnommen, und uns jeglicher Bemerkung dazu enthalten. Edr.

Briefe für Freunde in Central – Asien adressiert man am besten an Aeltesten Jakob Janzen mit der nöthigen Anweisung, an wen zu übergeben. Hier ist die Adresse,

nur schreibe man die ersten vier Zeilen mit russischen Buchstaben:

Via Оренбург.

W gorod Aulieata

Jacowu Janzenu,

Starostje mennonitow Asiatic Russia.