Vogt - Mennonitische Ahnenforschung

Bericht aus Samarkand, Asien in "Christlicher Bundesbote"

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

vom 5 Januar 1882, Nr. 1, S. 7

Aus Samarkand liegt uns ein Brief vor, der von einem lieben Bruder uns zur Einsichtnahme gegeben wurde. Derselbe ist auf der Reise von Samarkand nach Buchara geschrieben, und enthält Manches sehr Interessante über die Verhältnisse der Auszugsgemeinde. Da er verschiedene Punkte behandelt, die nicht veralten, wohl aber für den eingehendern Bibelforscher, und besonders für spezielle Weissagungsfreunde manche Anregung zum Vergleichen mit der Schrift, zum Nachdenken und Untersuchen darbieten, so gedenken wir in den folgenden Nummern des „Bundesboten“ verschiedene dieser Punkte den Lesern vorzulegen. Es ist interessant, zu beobachten, wie sich die Anschauungsweise der Auszugsgemeinde bis zum Extrem entwickelt, wie sie in der Bibelauslegung und Anwendung der Verheißungen und Weissagungen auf ihre eigenen Lieblingsideen zu Werke geht, und zu welchem Urtheile sie dabei über andere Christen gelangt, die sich nicht über ihren (der Auszügler) Leisten wollen schlagen lassen. Doch ist es nicht bloss interessant, sondern nach unsrer Meinung gebotene Pflicht, solche Erscheinungen, wie die Auszugsgemeinde darbietet, genau zu beobachten; ja zu studieren, denn was immer unser Urtheil über dieselbe auch sein mag, sie gehört gewiß mit zu den „Zeichen der Zeit“, die ein Christ nicht unbeachtet lassen darf, und wir Mennoniten in diesem Falle um so weniger, weil aus unsrer Gemeinschaft heraus sich diese, wie viele andre abnorme Erscheinungen entwickelt haben. Es ist nach unsrem Dafürhalten an der Zeit, daß wir Mennoniten ernstlich darüber nachdenken, ob und in wieweit etwa die Ursachen zu solchen Bewegungen, denen wir nicht Anerkennung sollen können, auch bei uns selbst, d.h. in unserm Gemeindewesen, und Gemeindeleben zu suchen sein, dürfen. Für heute müssen wir darauf verzichten, die Auszugsangelegenheit eingehender zu behandeln, wozu der vorliegende Brief so viel Stoff bietet, doch hoffen wir später den Lesern des „Bundesboten“ ein allgemeines Interesse für diesen Gegenstand abgewinnen zu können.