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Bericht von G. G. Friesen aus dem Amurgebiet in der Zeitung „Mennonitische Rundschau“ vom 16. Januar 1929, S. 9

 

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

 

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" vom 16. Januar 1929, S. 9. (gotisch) von Elena Klassen.

 

 

Amurgebiet, Rußland.
Wir berichten Euch, daß wir vom 12. März hier im Amurgebiet sind. Die Reise ging uns sehr gut, aber seit dem hat es uns schon sehr schlecht gegangen. Land haben wir bekommen 10 Desj. auf die Seele. Gesät haben wir 5 Desj. Weizen und 6 Desj. Hafer. Die Aussichten waren auch sehr gut, aber der Mensch denkt und Gott lenkt. Als die Zeit kam zum Mähen, dann fing es an zu regnen und so ging es eine Woche nach der andern. Ein bis drei Tage schön und dann regnete es wieder. Wir konnten nur 1 ½ Desj. Weizen und eine halbe Desj. Hafer einbringen und etwas Heu für das ein Pferd, das wir haben. Sehr traurig müssen wir alle in die Zukunft schauen, Brot ist wenig, so daß wir uns das Brot zuteilen, um zu kaufen ist kein Geld. Dreschen können wir nicht mal das, was gemäht ist. Keine Kuh, keine Schweine. Ein Häuschen haben wir uns gebaut, von außen dünne Bretter und innen mit rauhen Ziegeln, die wir uns selbst gestrichen haben, das Glas fehlt noch in den Fenstern, dazu ist auch kein Geld. O der liebe Gott möchte sich unser hier erbarmen. Vielleicht tut jemand seine milde Hand auf und schickt uns eine kleine Mithilfe. Wer erbarmet sich unser? Wir können auch keinen Keller graben, das Wasser ist zu hoch. Bitte, bitte stillet unsere Not. Bitte den „Wahrheitsfreund“ und „Boten“ zu kopieren. Und sollte jemand willig sein zu helfen, der ist dann so gut und schickt es an die Editore.

Unsere Adresse: Amurskij Kraj, Gorod Blagoweschtschensk, Tombowskij Rayon, Selo Konstantinowka, Maslosawod G.G. Friesen, zur Uebergabe an A.B. Thießen
   
Zuletzt geändert am 31 Januar, 2020