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Reiseberichte aus Nikolaipol und Ak-Metschet in der Zeitung "Offene Türen" Nr. 2, Juli 1909, S. 11-17

 

Zugeschickt von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung "Offene Türen" Heft 2, Juli 1909. (gotisch) von Viktor Petkau.

 

 

Zentral – Asien.

Ein Reisebericht von R. Bohn.

Dorf Nikolaipol, den 17. 5. 09.
Post Aulie – ata. Russ. Turk.
Wenn man so in die praktische Arbeit hineinkommt, lernt man doch vieles, was man in einer Schule nicht lernen kann. Da gibt es manchmal große Schwierigkeiten.Wenn man da nicht mit Gott rechnen dürfte, würde man verzagen. Doch, Gott Lob, Er ist treu, dieses durften wir auch in jüngster Zeit wieder erfahren, wo ich mit mehreren Geschwistern eine Reise nach einer neuangelegten, ca. 250 Werst entfernten Ansiedlung machen durfte. Es sind auch Mennoniten, welche dort wohnen. Um diesen sehr langen Weg zurücklegen zu können, muß man sich wohl mit allem nötigen versehen, da man 5 – 6 Tage reiten muß. Es waren unser 8 Personen, welche an dem Ritte teilnahmen, 6 männliche und 2 weibliche. Um unsren Proviant, Kleidungsstücke, Hafer für die Pferdeect. Mitnehmen zu können, hatten wir uns ein Kamel gekauft, da man dieselben hierzulande billig haben kann.
So begaben wir uns an einem Montag Mittag auf den Weg; die Gebete der zurückbleibenden Geschwister begleiteten uns. Wir ritten zuerst bis zur Stadt Aulie – ata, unserer Poststation. Hier konnten wir noch in einer Karawanserei übernachten. Von dort ging es weiter, zuerst noch durch grüne Fluren und schöne Gegenden. Die dritte Tagereise jedoch brachte uns schon in die Wüste, die wir zu durchqueren hatten. Auf der Hinreise hatten wir einen Führer bei uns, da man leicht verirren kann. Wir ritten gewöhnlich von morgens früh um 4 – 5 Uhr bis Mittag ohne Frühstück genommen und ohne die Pferde gefüttert zu haben, dann suchten wir uns einen Brunnen, die man alle halbe Tagereisen angebracht hat, welche man aber nicht immer findet, da man wegen des Flugsandes den Weg leicht verliert. Wenn wir Halt machten, wurde das Kamel abgepackt und Kaffee oder Tee gekocht, dann die Pferde gefüttert und zwei Stunden rast gemacht. Dann wurde wieder aufgestiegen, und nun ging es wieder weiter bis zum Abend, immer auf und ab in den Sandhügeln. Die Sonne brannte heiß vom Himmel, so daß wir ganz braun in den Gesichtern wurden, die Pferde sanken tief, bis über die Hufe in den tiefen Sand. Hier hatte ich auch Gelegenheit, die Ausdauer unseres Kamels zu bewundern. Ein solches Tier ist wirklich wie geschaffen für die Wüste. Da, wo die Pferde kaum noch fortkommen, bekam man den Eindruck, daß das Kamel gerade in seinem Element war. Mit seinen breiten Füßen ging es leicht, obgleich sehr beladen, über den Sand.
Wenn es möglich war, machten wir des Abends gewöhnlich da Halt, wo Kaisacken, auch ein Nomadenvolk, ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Manchmal wurde es uns dunkel, und es war dann schwierig, ein Unterkommen zu finden. Dann wurde auch wohl ein Flintenschuß abgegeben, auf den dann, wenn Menschen in der Nähe waren, die Hunde sofort durch lautes, weithin hörbares Bellen Antwort geben.
Die Kaisacken, auch Mohammedaner, nahmen uns denn auch immer freundlich auf, und luden uns ein, in ihre Zelte zu kommen.
Dann tranken wir Tee und hielten Abendandacht. Wie sie uns anstaunten, wenn wir unsre Lieder sangen und alle niederknieten zum Gebet! Ach! wie sind sie so unwissend und so arm! Auch konnten wir ihnen einige Lieder in ihrer eignen Sprache singen und ihnen dadurch Jesum anpreisen als den Retter den Menschheit. Zuletzt lesen wir ihnen noch etwas aus dem Evangelium vor. Dann scharen sie sich alle um das Feuer und hören gespannt zu. Alles ist ihnen ganz neu. Ein herrliches Arbeitsfeld!
Endlich, am Sonnabend, kamen wir auf der Ansiedlung an, wo wir denn auch freundlich aufgenommen wurden. Auch hier segnete der Herr uns sehr in den Versammlungen, die wir während unsres einwöchentlichen Aufenthalts hatten. Es entstand auch hier eine Bewegung und ein Fragen nach Heil und Rettung. Als unsre Zeit abgelaufen war, hatten wir die Freude, acht Seelen gerettet zu wissen. Zuerst hatte man ein wenig ein Vorurteil gegen uns, weil man uns verleumdet hatte, welches aber bald schwand, weil der Geist Gottes zu wirken begann. So verlebten wir eine glückliche Zeit. Auch die Rückreise ging gut von statten. Nach drei Wochen waren wir wieder daheim.

 

 

Bruder Thilmanns Reise nach Taschkent.

Bruder Thielmann schreibt am 8. und 21. Mai aus Nicolaipol – Turkestan:
In meinem Brief vom 9. und 22. März habe ich schon von den reichen Segnungen erwähnt, die der Herr uns hier durch eine bewegte Erweckung zu teil werden ließ. Mit Lob und Dank gegen Gott kann ich als Kinder Gottes bewähren. Freilich gibt es auch einige, die nicht völlig durchgedrungen sind. Unlängst wurde an einigen gläubig gewordenenen die Taufe vollzogen. Meine Reise nach Taschkent ließ mich tiefer hineinblicken in die Verhältnisse und Nöte der Bevölkerung Turkestans. Turkestan ist evangeliumslos. Zwar wohnen auch hier einige „rechtgläubige Christen“, die das geschriebene Evangelium wie einen verborgenen Schatz irgendwo im Hause aufbewahren. Aber in manchen Stücken stehen diese sogenannten „Christen“ hinter den Mohammedanern zurück. Ja auch die „christlichen“ Russen, die hier in weiter ferne wohnen, müssen ein klares Evangelium haben. Vielleicht sollten wir auch diesem Volke eine gewisse Zeit im Jahre widmen. Hausbesuche ind Kolportage durch einige russisch sprechende Kolporteure könnten eine gesegnete Wirkung haben. Soviel ich weiß, ist in dem großen Turkestan nur ein Bibelkolporteur der britischen Bibelgesellschaft tätig.
In der Stadt Taschkent sind wohl einige russische Baptistengeschwister, doch sind alle so arm, daß sie ihre ganze Zeit zum Erwerben des täglichen Brotes gebrauchen. Doch haben in den Abend- und Sonntagsversammlungen einige Seelen den Herrn gefunden, entweder Soldaten oder Leute aus der Arbeiterklasse. Zwar ist auch unter den besitzenden Leuten Verlangen nach der Wahrheit zu bemerken, doch haben diese keinen Mut, die Versammlungen der „Armen“ zu besuchen in dem entlegenen Stadtteil. Ob man im Zentrum der Stadt eine christl. Lesehalle, verbunden mit einem Theehaus, eröffnen sollte, um das Wort Gottes und die christliche Literatur auch den Gebildeten nahe zu bringen?
Oder ob man Versammlungen im Zentrum der Stadt arrangieren sollte? Wie eine Arbeit unter den Mohammedanern in Taschkent anzugreifen wäre, kann ich noch nicht beurteilen. Jedenfalls würde sie viel schwieriger sein als hier in Nicolaipol und Umgebung, denn die dort wohnenden Sarten und Tataren sind viel fanatischer als die Kirgisen. Wir wollen sehen, was Gott bestimmen wird. Ist es Sein Wille, daß jemand von uns dorthin gehen soll, so wollen wir folgen. Jetzt sind wir noch beschäftigt mit dem Sprachstudium, das nur in letzter Zeit durch meine Reise nach Taschkent und Bruder Bohns Reise nach einer 250 Werst von hier entfernten Ansiedlung unterbrochen wurde.
Leider kam in dieser Zeit der Vater unsers Mullah, der in Taschkent wohnt, um seinen Sohn, der uns unterrichtete, nach Hause zu rufen. Dieser war allerdings schon fünf Jahre nicht zu Hause gewesen, obwohl er dort eine Frau und einen fünfjährigen Sohn hat, der geboren wurde, als er, der Vater, schon abgereist war.
Nun müssen wir uns einen anderen Lehrer suchen. Unterdessen lernen wir aber weiter unter Anleitung von Bruder Regeln (Regehr? – E.K.)
Jetzt ist es hier zu Lande ganz angenehm. Die grünen Gärten, die uns zur Verfühgung stehen, und dazu das schöne Klima sind unserer Gesundheit zuträglich.
Ich kann jetzt meine Studien in einer luftigen Gartenlaube treiben; im Winter war es nur in geheizten Zimmern möglich.
Am 7. und 20. Mai machten wir in Gemeinschaft mit anderen Geschwistern einen Ausflug in das Gebirge. Es waren wohl nicht weniger als 150 Personen, die auf etwa 25 Wagen daran teilnahmen.
Auf einem Hügel hielten wir Versammlung ab, in der Br. Bohn eine kräftige Ansprache hielt.
Das Mittagsmahl wurde im Freien bereitet. Da sich einige Kirgisen eingefunden hatten, sangen einige Geschwister diesen ein paar Lieder in sartischer Sprache: „Jesus nimmt die Sünder an“ und: „Was macht mich von Sünden rein?“
Nach dem Essen bestiegen wir einen Berg, wozu einige Schwestern die Reitpferde benutzten.
Mittlerweile zogen Wolken herauf und die meisten eilten heim, auch wir anderen wurden bald durch den Regen gezwungen, unsere Hütten aufzusuchen.
Wenn ich auf unsere Kirgisen und Sarten schaue, so kommt mir oft der Gedanke, ob es nicht unmöglich sein wird, diese für Christum zu gewinnen. Aber dann blicke ich auf das, was der Herr schon getan hat.
Da stehen die Neubekehrten als Zeugen und Beweise Seiner Gnade und Macht, die aus den tiefgefallensten Sündern liebe Gotteskinder machen kann.
Ja, liebe Brüder, ich glaube, daß Gott auch die stumpsinnigen, den Gelüsten ihres Herzens folgende Kirgisen und ebenso die mehr aufgeweckten, aber ebenso in Sünden toten Sarten zu Seinen Kindern machen will und kann. Da ist ja auch ein Zeuge in ihrer Mitte; der liebe Bruder Achmat, der leider sein leibliches Augenlicht vor vier Jahren verloren hat. Er freut sich sehr, mit uns einige Stunden der Gemeinschaft zu haben, obwohl wir noch keine Unterhaltung mit ihm haben können. Da er etwas Russisch spricht, ist es mir möglich, mich etwas mit ihm zu unterhalten.
Hoffentlich werden sich bald auch aus den Mohammedanern viele zum Herrn bekehren.
Wie mir erzählt wird, sollen die Sarten die Vorgänge in der Türkei mit einer gewissen Bangigkeit verfolgen.
Die Absetzung des Sultans soll ihnen kein gutes Zeichen sein. Sie selbst sagen, daß dies dahin deute, daß Jesus bald komme, Gericht zu halten.
Liebe Brüder, erinnert dies nich an das Gerstenbrot Gideons, welches jener Midianiter im Traume gesehen hatte? Solches gibt uns Mut, das Werk des Herrn immer ernster und entschiedener zu treiben, um endlich auszurufen: Hier Schwert des Herrn der ganzen Welt!

 

 

Noch eine Brief aus Turkestan.

In Eile einige Zeilen. Meinen Brief, den ich Ihnen zuletzt schrieb, werden Sie wohl erhalten haben.
Es geht uns hier, dem Herrn sei Dank, noch sehr gut, stehen in der vollen Arbeit. Achwelch ein gewaltig großes Arbeitsgebiet haben wir hier gefunden. Hier könnten noch viele Hunderte von Boten des Evangeliums sein, sie würden ganz in diesem Menschenmeer hier verschwinden. Sarten, Kirgisen, Kaisacken, Russen, alle möglichen Rassen und Völkerstämme, alle unter der Herrschaft des Mohammedanismus uns Katholozismus. Es fällt mir manchmal schwer aufs Herz, ob ich ihnen auch das sein werde, was sie brauchen. Es ist mir ganz klar, hier müssen Leute arbeiten, die erfüllt sind mit dem Geiste Gottes, Leute, die nichts nach Bequemlichkeit fragen, die es verstehen, sich in die Verhältnisse und Gewohnheiten dieser Naturvölker zu schicken, die nicht große Predigten halten wollen, sondern in großer Selbstverleugnung Einzelarbeit an den Seelen tun wollen, Leute, die ein brennendes, mit Jesu Liebe erfülltes Herz haben, die Ausdauer haben, auch wenn sie nicht gleich Erfolge sehen.
Leute, die mit Gott und Seinem Wort rechnen, die da glauben an die Kraft des Wortes vom Kreuz.
Mein gebet und mein Sehnen ist, immermehr ein solcher Mensch zu werden. Ach, daß ich doch bald die Sprache hier sprechen könnte. Es sind ja viele Kinder Gottes hier, welche gut sartisch und kirgisisch reden, aber es sind wenige, oder fast gar keine, welche verstehen, unter diesen Völkern wirksame Seelenarbeit zu tun, sie bedürfen sehr der Anleitung von erfahrenen Brüdern.
Ich glaube, daß auch unter den Mohammedanern hier viel Seelen sind, welche sich nach etwas Besserem sehnen. Sie hören gespannt zu, wenn man ihnen etwas aus dem Testament vorliest oder etwas von Jesus erzählt.
Manche behaupten, daß es unter ihnen viele gäbe, welche heimlich Testamente haben und auch lesen, aber aus Furcht vor Verfolgung es nicht öffentlicht bekennen.
Ich habe die feste Überzeugung, der richtige Augenblick, unter ihnen zu arbeiten, ist „jetzt“ gekommen. Zum Bau des Krankenhauses werden schon Steine gehauen und Bäume gefällt.
Vor einigen Tagen bin ich von einem 3 wöchentlichen Ritt, den ich mit einigen Brüdern und Schwestern nach einer ca. 250 Werst entfernten, neu angefangenen deutschen Ansiedlung unternommen hatte, zurückgekehrt. Der Weg ging einige Tagereisen nur durch die Wüste. Später hoffe ich mehr davon berichten zu können. Nur muß ich noch zur Ehre des Herrn erwähnen, daß er uns reichlich gesegnet hat, indem sich auch auf der Ansiedlung Seelen zum Herrn bekehrten.
Nun, dem Herrn und seiner Gnade befohlen.

Rudolf Bohn.

 

 

Brief aus Chiwa.

Akmetschet, März 1909.
Chiwa, Asien.

Es sind schon über vier Monate, seitdem ich hier bin. Bis jetzt durfte ich mich hier, obwohl im Fieberlande, dem Herrn sei Dank, einer ziemlichen Gesundheit erfreuen. Versuche, hier nach Möglichkeit mit des Herrn Hilfe zu dienen. Wie ich es im ersten Briefe berichtete, wie ich angefangen habe, so geht es, wenn auch nur langsam, jedoch vorwärts. Habe auch jeden Sonntag Sonntagsschule mit den Kindern, es kommen auch meist einige ältere Personen als Zuhörer.
Es sind hier unter den Deutschen, den etwa dreißig Familien, zwei Gemeinden. Beide haben ihren Versammlungsraum für sich, somit ganz geternnt. In der einen, welche wohl vierzig Mitglieder hat, ist ein Prediger, und dort diene auch ich am Wort. Die andere Partei (eine Gemeinde ist es nicht) hat, wenn ich nicht irre, achtzehn Anhänger, an deren Spitze steht ein öffentlicher Antichrist, ihm zur Seite sind zwei Redner. Er nennt sich aber, „Der Elia des ewigen Bundes,“ „Melchisedek,“ „die vierte Person in Gott“ u.s.w. Er lehrt ein zwiefaches Hohepriestertum, das von Jesu geoffenbarte und jetzt von Ihm geoffenbarte.
Er sucht sogar solchen offenbaren Irrtum mit der heil. Schrift zu verteidigen.
Ach, wie wird doch das Wort mißbraucht. Er sagt, er habe den Prophetengeist, fabelt auch allerlei Zukünftiges, es trifft aber nichts ein. Alles wird getan, Versammlungen werden gehalten unter dem Scheine der Göttlichkeit. Durchschaut man aber die Sache im Lichte des Wortes, so kann man sehr leicht den Teufel in der Gestalt eines Lichtengels sehen. Er erklärt sich als Gottes Sohn, wer nicht an ihn glaubt, wird verdammt, und vieles andere mehr. Wie wird man dabei doch so recht an Math. 24, 24 und viele andere so klare Schriftworte erinnert. Es ist unbegreiflich, wie es möglich ist, daß man heute mit der Bibel in der Hand solch entsetzlichen Irrtum nicht erkennt. Mit einigen von dieser Partei hatte ich Gelegenheit zu sprechen und ihnen mit Hilfe der Heiligen Schrift den furchtbaren Irrtum zu zeigen. Aber die Leute sind wie besessen und werden mit dämonischer Macht gehalten. Gottes Wort tritt bei ihnen mehr in den Hintergrund, umso höher und wichtiger halten sie das, was ihr antichristlicher Führer sagt, selbst wenn es direkt gegen das Wort Gottes ist. Allen seinen Reden setzt er die Worte vor: „Der Herr spricht,“ als ob ihm Gott direkt solches befehle zu reden. Gerade dies flößt den armen Menschen Furcht ein, obwohl es ja eine offenbare Lüge ist.
Wenn man sie in aller Liebe sucht auf das Wort, die Bibel, aufmerksam zu machen und sie ermahnt, doch zu prüfen an dem wahren Prüfstein, dann werden sie schließlich zornig und gehen so schnell wie möglich fort. Es ist, als wenn sie, so zu sagen, umempfänglich seien für das Wort der Heiligen Schrift, umgarnt von der Macht der Finsternis. Und dazu meinen sie, sie seien viel weiter als irgend jemand, sie nähmen eine viel höhere Stellung vor Gott ein als alle anderen Menschen; sie seien viel mehr erleuchtet, alle anderen sind blind u.s.w.
Die Feder sträubt sich, das alles zu beschreiben, was hier schon vorgekommen ist und was dieser „Antichrist“ ausgesprochen hat.
Das erschwert natürlich die Arbeit auch sehr an den anderen Seelen, die es doch schon zum Teil erkannt haben, daß es Irrtum ist. Manche sind sogar auch noch mit bangem Zweifel behaftet, indem sie nicht in Wirklichkeit unterscheiden können, was Wahrheit oder Irrtum ist. Dazu wohnen alle ganz nahe zusammen und durcheinander. Manche Eltern kommen in unsere Versammlungen, ihre Kinder dagegen besuchen die des „Antichricten“ und auch wiederum umgekehrt.
Ach, es sicd schwierige Verhältnisse hier, zunächst unter den paar Deutschen. O, der liebe Gott wolle sich unser hier erbarmen und in Gnaden annehmen, auf daß die armen Seelen von der Macht der Finsternis, des Teufels, befreit werden.
Mit dem Sartisch Lernen habe ich so zu sagen noch nicht angefangen, weil ich sonst zu tun hatte. Habe nach einem Buch geschrieben, jedoch noch nicht erhalten, es dauert hier alles so sehr lange; die nächste Bahnstation ist wohl beinahe fünfhundert Werst von hier entfernt, jedoch Post und Telegraph etwa fünfzig Werst.
Ja, der Herr segne unsere lieben Brüder alle, wo sie auch sein mögen, zur Verherrlichung seines Namens und zur Errettung der Verlorenen.
C.F. Kliewer.

   
Zuletzt geändert am 25 Mai, 2019