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Bericht aus Nikolaipol, Asien in der Zeitung „Zions-Bote“ vom 5. August 1896, S. 4-5

 

Zugeschickt von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung „Zions-Bote“ vom 5. August 1896, S. 4-5. (gotisch) von Elena Klassen.

 

 

Asien.
Nikolaipol, bei Aulieata im Turkestanischen, 5 Juni 1896.

Allen Arbeitern, Mitarbeitern und Lesern unseres lieben „Zions - Bote“ ein brüderliches „Friede!“ Ich bin veranlaßt auch aus unserer Mitte einmal ein Lebenszeichen zu geben und die besondere Triebfeder dazu ist, eine Todesanzeige zu machen. Viele von euch kennen wohl Br. Abraham Wiebe, früher Wernersdorf, Rußland. Er weilt nicht mehr  hier, er ist zu Hause. Seitdem die lieber Bruder Jak. Reimer, Rückenau und Wilh. Dück, Andreasfeld vor zwei Jahren hier waren, (als die ihm ihr „Auf Wiedersehen“ sagten, war er hart krank) ist Br. Wiebe nicht mehr zu seiner, früheren Gesundheit gekommen, er hat seitdem bald mehr bald weniger gekränkelt, so daß es mit seinen Kräften immer mehr abnahm, und sein Körper zusehends weniger wurde und er bald alle Bemühungen ums Irdische ganz bei Seite setzen mußte und zuletzt seit dem ersten Sonntage nach Ostern fest im Bette niedergehalten fühlte. Am 17 Mai um 6 Uhr Abends entschlief er. Den 21. Mai wurde seine Hülle zu Grabe bestattet. Nicht ganz voll 60 Jahre beträgt sein Alter, es fehlen 25 Tage daran. Im Glauben gelebt hat er bei 20 Jahre. In der Ehe 38 Jahre. 7 Kinder und 4 Kindeskinder gingen ihm voran in die Ewigkeit, und 5 Kinder und 19 Kindeskinder hat er hinterlassen. Die verwitwete Schwester ist nun mit ihrem jüngsten Sohne Heinrich und Peters Jakob in ihrem Hause. Diejenigen unter den lieben Lesern, die von hier nach Amerika gingen, darunter besonders seine Neffen, Söhne des Br. Peter Wiebe, oder auch diejenigen in der alten Heimat, die dem Verstorbenen bekannt waren oder ihm sonst nahe standen, möchten vielleicht noch mher erfahren, üch würde aber Andern zu langweilig werden, wollte ich noch mehr Einzelheiten erzählen. Die Hauptsache ist: Er ist vom Glauben zum Schauen, vom Kämpfen zum Triumphiren, vom Sterben zum Leben gekommen. Das können wir aber, Gott Lob, auch von der alten Kornelius Wall, Müller Walls Frau sagen, die starb den Sonntag darauf den 19. Mai. Wird man es von mir und wann von dir sagen? Die Frage ist wohl wert, daß wir sie ernstlich erwägen, undzudem leben wir in der Zeit, daß wir den Herrn Jesum selbst zu erwarten haben. Der Gesundheitszustand ist hier durch viel Schnupfen mit etwas Fieber gestört. Witterung: viel Regen, und viel und lange Hochwasser. Getreide dicht und groß. Recht schön Heu. Obst: Apfel mittelmäßig, Birnen etwas dichter am Baum, Kirschen sehr wenig, aber dieses Jahr ziemlich Aprikosen, Pflaumen auch etwas. Allen lieben Lesern Gruß mit 1. Pet. 1, 3 – 5.
Jakob Janzen.

   
Zuletzt geändert am 14 Dezember, 2018