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Bericht von J. M. aus Gnadenthal, Asien in „Zions-Bote“, Nr. 25, vom 24. Juni 1891, S. 1

 

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung „Zions-Bote“, Nr. 25, vom 24. Juni 1891, S. 1. (gotisch) von Elena Klassen.

 

 

Asien.
Gnadenthal, den 25. März 1891.
Lieber „Zions - Bote“,
Da man so manches Wünschenswerte in deinen Splten liest, so kann ich nicht umhin die Feder zu ergreifen und dich zu bitten, mein geringes Schreiben in deinen Spalten aufzunehmen.
Auch ich freue mich in meinem Gott, daß er auch mich nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung u.s.w nach 1 Petri 1, 3. Auch daß der lieber Heiland der auch mein Heiland ist, noch immer durch seinen Geist fortwirkt, hört und liest man von nah und fern, worunter man manchen Namen antrifft, worüber man sich frägt: ist das der und der? So bin ich auch auf einen Namen gekommen aus Manitoba nämlich: Br. Gerhard Wiebe; möchte fragen, wo hat er in Rußland gewohnt und von wo nach Amerika gezogen? O, wenn ich so lese im „Zions – Bote“ oder „Rundschau“ wie die Kinder Gottes so zerstreut sind, und wie man so manchen Lieben auf Erden hat, von dem man gar nicht weiß, ist er eingereiht in die Reihe der Kinder Gottes oder nicht! Darum nehme auch ich Anteil an unserm Boten, denn er ist auch mir willkommen.
Auch hier bei uns in Asien haben wir unter Jesu Segen manches empfangen im verflossenen Winter. Das letzte Tauffest feierten wir im November, sind jetzt noch wieder zwei Mädchen, die Vergebung ihrer Sünden erlangt haben, und begehren jetzt durch die Taufe in dem Herrn Jesum einverleibt zu werden.
Uebrigens kostet es viel Wachens und Benets, denn der Erzfeind der Seele ist immer beschäftigt das Werk unseres Heilandes zu zerstören, und das erfahren auch wir in unserm Teil in Asien, darum fordere auch ich alle auf, unserer vor dem Thron zu gedenken, auch wir wollens so gut wirs verstehen thun. Bald ist der Kampf aus und dann gehen wir zur Ruh, o, Jesu komm bald und hole uns heim; doch stille will ich warten bis es kann sein, so gieb uns nur Mut im Kampfe fest zu stehen, bis alles überwunden, was uns hindern will.
Von Eurem geringen Mitpilger nach Zion
J. M.

Unser Bruder Cornelius Dück ist sehr krank gewesen und war nach menschlicher Aussicht dem Tode nahe, doch der Herr Jesus wollte es noch anders, er durfte in den Ostertagen schon wieder in unserer Mitte sein. Er wollte schon gerne heim und bei Jesu sein. O es wurde mir recht groß am Karfreitag im Vortrage des Wortes Gottes aus Hebräer 9, 12. über das Erlösungswerk durch das Blut Jesu Christi, daß auch unsere drei Brüder die da vor uns saßen daran Teil haben, als Martin Janzen, welcher auf einer Handkrücke und die andere unter dem Arme geht und dennoch mehrenteils im Bett sitzt seit zwei Jahren, das andere, erwähnter Dück der immer muß getragen werden, wenn er weiter will. Der Dritte ist Peter Wiebe Sr. Der durch einen Schlaganfall  so weit gelähmt ist, daß er zu aller irdischen Arbeit untauglich ist, dennoch darf er nicht getragen werden. Sie dankten alle drei nach einander dem Heiland für die Liebe, die er an ihnen bewiesen hatte und für Hoffnung des ewigen Lebens und freuten sich daß auch sie ewig frei werden, und es wurde mir selbst zum Segen darüber. Ich möchte noch mein Anliegen vorbringen. Ich habe in Nr. 11 „Zions – Bote“gelesen von Anton Heppner Blumstein, dessen Frau war gestorben, ist aber aus Rußland vom Fürstenlande aus dem Dorfe Rosenthal (?? Unleserl. – E.K.), wo auch meine Schwiegereltern gewohnt haben, nämlich Abraham Dürksen und dessen Kinder Gerhard Dürksen, und es war auch noch ein lediger Onkel Gerhard Dück, der taubstumm war. Leben die noch? Wenn der „Zions - Bote“ auch da die Reihen der Kinder Gottes durchgeht, möchte er mir ein Lebenszeichen von ihnen bringen, denn über 11 Jahren habe ich keins erhalten.

Betet für uns. Euer Br.

J. M.
   
Zuletzt geändert am 22 September, 2018