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Pribreshnoje, Sawitaja (Amur) Kolonie

 

Sawitaja (Amur) Kolonie.

Ortsseiten, oder geplanter Aufbau von Karten und Ortsseiten auf dieser Webseite.

 

 

Ortsname: Pribreshnoje
Weitere Ortsnamen: Pribrezhnoye, Прибрежное.

Ortsnummer: D0552
Kolonie (menn.): Sawitaja (Amur)
Mutterkolonie:  
Admin. Zuordnung:
Amur-Ussurigebiet, Ost-Sibirien. Дальневосточный край, Амурский округ, Амуро-Зейский район (1926-30). Дальневосточный край, Дальневосточный экономический район, Амурская область (1932-91).
Gründungsjahr: 1927
Topografische Lage: [534]; [555];
Landfläche:
Einwohnerzahl:
Konfession: mennonitisch

Grandma 7: In der "Grandma 7" CD sind 3 Mennoniten, die in Pribrezhnoye, Savitaya, Amur geboren sind, beschrieben.
Zusatzinformationen: Die Kolonie lag etwa 20 km im SO von Blagoweschtschensk an der chinesischen Grenze. Sie gehörte zu den Orten, die im Zuge der 1927 der vom Volkskommissariat für Landwirtschaft geplanten Besiedlung Sibiriens entstanden. Vorgesehen war die Ansiedlung von insgesamt 150.000 Personen. Im für den Getreideanbau besonders geeigneten Amurgebiet sollten 51.000 Siedler ihre neue Heimat finden. Wie bereits bei der 1907 unter der Regierung Stolypin angestrebten Besiedlung Sibiriens wurden den Siedlern eine Reihe von Privilegien in Aussicht gestellt. Als Starthilfe sollte jede Familie 400 Rubel erhalten, für den Transport von Vieh und landwirtschaftlichen Geräten wurde ein günstiger Eisenbahntarif gewährt, jedem Umsiedler standen 15 Desj. Land zu. Außerdem wurde ihnen für 3 Jahre die Befreiung vom Militärdienst und von Steuern zugesichert. Nachdem Delegationen das vorgesehene Siedlungsgebiet besucht hatten, fuhren die ersten 260 Siedler im Frühjahr aus der Kulundasteppe 1926 ab. Sie erreichten am 12 April 1926 Blagoweschtschensk. Ihnen folgten weitere Transporte aus Slawgorod, der Ukraine und Orenburg. Sie alle hofften, im Siedlungsgebiet der aus den Hungerjahren 1924/25 resultierenden Not zu entkommen. Im Zuge der Besiedlung wurden am linken Ufer des Amur in drei Gruppen 17 Siedlungen gegründet. Es handelte sich dabei um die sogenannten Umansdörfer Blumenort, Eichenfeld, Memrik und Silberfeld sowie um die Kolonie Berjesowka, Ebenfeld, Gnadenfeld, Grünfeld, Halbstadt, Kleefeld, New York, Orechow, Osernoje, Pribreshnoje, Reinfeld, Rosental, Schönsee und Schumanowka. Der gesamte Landbesitz der deutschen Siedler wird auf etwa 500.00 ha geschätzt. Nach der Überwindung der Anfangsschwierigkeiten (Rodungsarbeiten, primitive Wohnverhältnisse, ungünstige Absatzmöglichkeiten für Getreide, da zum Teil sehr lange Transportwege bzw. fehlende Anbindung an die Eisenbahn) stellten sich bald erste wirtschaftliche Erfolge ein. Die Hoffnung vieler Siedler, in ihrer neuen Heimat den Entwicklungen zu entgehen, die in ihrer alten Heimat eingesetzt hatten, wurde aber enttäuscht. Auch in den Siedlungsgebieten begann Ende der 20er Jahre die Kollektivierung und der private Getreidehandel wurde eingeschränkt. Als Reaktion auf diese Maßnahmen reisten 1929 tausende Siedler aus Sibirien nach Moskau, in der Hoffnung, von dort ins Ausland ausreisen zu können. Dies gelang aber nur einem Teil, die Zurückgebliebenen wurde in die Heimatgebiete zurückgebracht, wo sie zumeist Restriktionen ausgeliefert waren. Ein zweiter Versuch, sich durch eine Ausreise der Entwicklung in der Sowjetunion zu entziehen, schlug 1930 fehl. Es blieb nur die Flucht ins Ausland. Diesen Weg wählten die Siedler aus Pribreshnoje und Schumanowka. 1930 flohen 87 Personen aus Pribreshnoje über die Grenze nach China. Über Charbin wanderten sie nach Paraguay aus, wo sie die Kolonie Fernheim gründeten.
Quellen: [1]; [2 1964 S. 17]; [4]; [14]; [186 S. 66]; [326 S. 52]; [787]

 
 
Information und Quellen aus Orte in den Mennoniten in Russland bis 1943 lebten.
   
Quellen:
14. Grandma Datenbank. CMHS Fresno, USA. 2018. Beschreibung.
 

1. Ortsliste auf der Seite des Dorfes Schuk.

2. Heimatbuch die Deutschen aus Russland. (HB) Stuttgart: Landmannschaft die Deutschen  a. Russland. 1954-2007.

4. Handbuch Russland-Deutsche (mit Ortsverzeichnis ehemaliger Siedlungsgebiete). Mertens, Ulrich. Nürnberg.  2001.

151. Mennonitische Orte in Russland in Google My Maps. Von Andreas Tissen und Viktor Petkau.

186. Building on the Past: Mennonite Architecture, Landscape and Settlements in Russia/Ukraine. Friesen, Rudy P. with Edith Elisabeth Friesen.  Winnipeg, Canada:  Raduga  Publications, 2004.

326. Менонiтська архiтектура. Вiд минулого до прийдешнього. Фрiзен Рудi. Мелитополь. 2010. (ukrainisch)

534. Karte “Siedlungen am Amur“ by W. Schroeder. Mennonite Historical Atlas. First Edition. William Schroeder. Winnipeg. 1990.

555. Karte der deutschen Siedlungen bzw. Siedlungsgebiete im asiatischen der Sowjetunion: Nord- (sibirien) und Mitteasien. Bearbeitet von Dr. K. Stumpp. In „Heimatbuch der Deutschen aus Rußland“ 1964.

787. Die Mennnoniten-Dörfer im Amurgebiet. Verlauf und Entwicklung der letzten grösseren deutschen Mennonitenkolonisation in Russland. Klaube, Manfred. In: Forschungen zur Geschichte und Kultur der Rußlanddeutschen 11 (2000).

   
   

 

Pribreshnoje, Sawitaja (Amur) Kolonie in Google My Maps. Von Andreas Tissen und Viktor Petkau.

Pribreshnoje, Sawitaja (Amur) im Buch: Friesen, Rudy P. and Edith Elisabeth Friesen. Building on the past: Mennonite architecture, landscape and settlements in Russia/Ukraine. Winnipeg: Raduga Publications, 2004. Updates. S. 66 (englisch) und dasselbe Buch: Фрiзен, Рудi. Менонiтська архiтектура. Вiд минулого до прийдешнього. ТОВ "Виробничий будинок ММД", г. Мелитополь. 2010 г. S. 52 (ukrainisch).

   
Zuletzt geändert am 6 Januar 2021.