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Jekaterinowka, Miloradowka Kolonie

 

 

Miloradowka Kolonie.

 

Ortsname: Jekaterinowka
Weitere Ortsnamen: Gliboko, Ekaterinovka, Katarinowka (1942), Katherinowka (1942), Katharinental.

Ortsnummer: D0261
Kolonie (menn.): Miloradowka  (Milorad, Miloradovka)
Mutterkolonie: Chortitza
Admin. Zuordnung:
Gebiet Dnjepropetrowsk; Verknedneprovsk, Ekaterinoslav. Post Kugaschewka.
Gründungsjahr: 1889
Topografische Lage: [25 B5]; [501]; [714]; [715]
Landfläche: 1.000 ha (1889)
Einwohnerzahl: 85 (1898), 253 (1941), 277 (1942)
Konfession: evangelisch/mennonitisch Neu-Chortitza.

Grandma 7: In der "Grandma 7" CD sind 8 Mennoniten, die in Ekaterinovka, Miloradovka geboren sind, beschrieben.
Zusatzinformationen: Die Kolonie lag etwa 20 km im N von Sofiewka. Sie ist eine Tochterkolonie der Kolonie Chortitza, die 1.000 ha Land vom Gutsbesitzer Miloradow für Landlose kaufte. Es wurden 13 Familien angesiedelt. Ihren Namen erhielt die Kolonie nach der Tochter des Gutsbesitzers. Zahl der deutschen Einwohner: 68:1914, 89:1918, 95:1921, 125:1925, 112:1928, 123:1935, 240:1941, 220:1942 in 47 Familien. Im Ort gab es eine 4-klassige Schule. Ein weiterführender Schulbesuch bis zur 7. Klasse war nur dann möglich, wenn genügend Schüler vorhanden waren. Bis 1938 war Deutsch Unterrichtssprache, danach Russisch. Ab der 5. Klasse wurde Deutsch in zwei Wochenstunden als Fremdsprache unterrichtet. Elektrischer Strom war nicht vorhanden. Monatlich kam ein Wanderkino in den Ort. Zwischen 1936 und 1938 gab es im Ort einen Chor und eine Kapelle. Beiden fehlte später ein fähiger Leiter. Die medizinische Versorgung (Arzt, Krankenpfleger, Hebamme) erfolgte im 4 km entfernten Miloradowka. Die Gemeinde gehörte zum Kirchspiel Miloradowka. 1918 wurden 502 ha von 24 Höfen bewirtschaftet. Der Kolchos bearbeitet 717 ha. Hinzu kamen noch 32 ha Hofland. Im Dorf führten sechs Brunnen Trinkwasser. Auf 12,5 ha wurde Obst (Pflaumen, Kirschen, Aprikosen, Birnen und Äpfel) und auf 2 ha Gemüse angebaut. 9 ha waren mit Maulbeerbäumen bepflanzt. Während der Hungersnot 1921/22 kamen 3 Einwohner (2 Männer, 1 Jugendlicher) ums Leben. Zwischen 1929 und 1941 wurden insgesamt 68 Einwohner (18 Männer, 20 Frauen, 30 Jugendliche) verhaftet und verbannt. Die bei weitem überwiegende Zahl der Einwohner (63) wurden zwischen 1929 und 1931 verhaftet. Der Zeitraum und die personelle Zusammensetzung legt es nahe, dass diese Aktionen im Zusammenhang mit der Entkulakisierung bzw. Kollektivierung erfolgten und hier ganze Familien betroffen waren. Dies erklärt auch die hohe Zahl der betroffenen Jugendlichen bzw. Kinder (30). Bei Überfällen durch die Machnobande kamen 1919 drei Männer ums Leben. Nach Ausbruch des Krieges wurden 46 Personen (41 Männer, 5 Frauen) deportiert. Davon gelang 42 (37 Männer, 5 Frauen) die Flucht und die anschließende Rückkehr in das Dorf.
Quellen: [2 1958, S. 188]; [3]; [4]; [26]; [112]; [186 S. 76 ]; [326 S. 60]

 
 
Information und Quellen aus Orte in den Mennoniten in Russland bis 1943 lebten.
   
Quellen:
2. Heimatbuch die Deutschen aus Russland. (HB) Stuttgart: Landmannschaft die Deutschen  a. Russland. 1954-2007.
 

3. „Stumpp-Erhebungen 1941-1942“  in „Heimatbuch der Deutschen aus Rußland“ 1956-1964.

4. Handbuch Russland-Deutsche (mit Ortsverzeichnis ehemaliger Siedlungsgebiete). Mertens, Ulrich. Nürnberg.  2001.

25. Karte der deutschen Siedlungen im Gebiet (Oblast) Dnepropetrowsk (ehem. nördl. Teil des Gouv. Jekaterinoslaw. Bearbeitet von Dr. K. Stumpp. In „Heimatbuch der Deutschen aus Rußland“ 1958.

26. Compilation of Mennonite Villages in Russia. Tim Janzen. 2001, 2004  und seine Daten in „Mennonitische Dörfer in Russland“.

112. Grandma Datenbank. CMHS Fresno, USA. 2018. Beschreibung.

186. Building on the Past: Mennonite Architecture, Landscape and Settlements in Russia/Ukraine. Friesen, Rudy P with Edith Elisabeth Friesen.  Winnipeg, Canada:  Raduga  Publications, 2004.

326. Менонiтська архiтектура. Вiд минулого до прийдешнього. Фрiзен Рудi. Мелитополь. 2010. (ukrainisch)

714. Karte Okrug Werchnedneprowsk 1941. Mit Baratow-Schlachtin und Miloradowka Kolonien und Guts. Mennonitische Orte und Guts von Viktor Petkau hervorgehoben. (russisch)

715. Auszug aus der Karte Gebiet Dnepropetowsk 2012. Mit früheren Kolonien Schlachtin, Baratow, Judenplan, Sagradowka, Fürstenland, Nepljujewka, Borosenko und Miloradowka. (ukrainisch) frühere mennonitische Orte von Viktor Petkau hervorgehoben.

 

 

 

Dorfplan Katarinowka, Miloradowka Kolonie 1942

Gezeichnet von der K. Stumpp Gruppe.

Dorfplan vergrößern.

Dorfplan Katarinowka, Miloradowka Kolonie 1942. Gezeichnet von der K. Stumpp Gruppe. Auf der Webseite ЦГЭАУ.

 

 

 

Bilder und Fotos Jekaterinowka , Miloradowka Kolonie.

Volkszählung Miloradowka Kolonie 1897. Census of Miloradovka: 25 June 1897. State Archive of the Odessa Region, Odessa, Ukraine Fond (Fund) 89, Opis (Inventory) 1, Delo (File) 3257. Translated by Nikolai Mazharenko. (englisch)

Familienverzeichnis des Dorfes Katarinowka, Miloradowka Kolonie. Aus dem Dorfbericht von K. Stumpp 1942. (von Elli Wise)

Eheregister des Dorfes Katarinowka, Miloradowka Kolonie. Aus dem Dorfbericht von K. Stumpp 1942. (von Elli Wise)

Kopie vom Archivdokument Dorfbericht von Katarinowka, Miloradowka Kolonie von K. Stumpp 1942. Auf der Webseite ЦГЭАУ. 32 Seiten. Hinweis von Viktor Petkau.

Personen aus Ekaterinowka in den Akten der Einwanderungszentrale (EWZ) 1943-45. (von Elli Wise)

Personen aus Jekaterinowka in den Akten der Einwanderungszentrale (EWZ) 1943-45. (von Elli Wise)

Personen aus Katharinowka in den Akten der Einwanderungszentrale (EWZ) 1943-45. (von Elli Wise)

Jekaterinowka, Miloradowka Kolonie im Buch: Friesen, Rudy P. and Edith Elisabeth Friesen. Building on the past: Mennonite architecture, landscape and settlements in Russia/Ukraine. Winnipeg: Raduga Publications, 2004. Updates. S. 76 (englisch) und dasselbe Buch: Фрiзен, Рудi. Менонiтська архiтектура. Вiд минулого до прийдешнього. ТОВ "Виробничий будинок ММД", г. Мелитополь. 2010 г. S. 60 (ukrainisch).

Ekaterinowka, Russia. Aus Mennonitischen Kreisen; Russland; Peters, Bernhard und Helena. In der "Mennonitische Rundschau" vom 11 April, 1900; S. 6:4 - 7.

Ekaterunowka, Russia. Aus Mennonitischen Kreisen; Russland; Andres, Johann. In der "Mennonitische Rundschau" vom 7 Februar, 1900; S. 6:2.

Jekaterinowka, Klassen, Maria. In der "Mennonitische Rundschau" vom 1 März 1922 - 25.

Jekaterinowka, Peters, Kornelius Letter (Russia). In der "Mennonitische Rundschau" vom 7 Juni 1922 9.

Jekaterinowka, Gouv. Jekat. E. Friedensstimme, Nr. 50. 12. Dezember 1909, S. 8 - 9.

Jekaterinowka, Gouv. Jekat. Korn. Thießen. Friedensstimme, Nr. 70 6. September 1914, S. 5 - 6.

Jekaterinowka. Friedensstimme, Nr. 25 30. März 1911, S. 7 - 9.

Überstanden. Jekaterinowka Johann Janzen. Friedensstimme, Nr. 23 7. Juni 1908, S. 362 - 363.

 

Zuletzt geändert am 28 Juni 2019