Willi Vogt. Mennonitische Ahnenforschung

 

Buch: Mennonitisches Jahrbuch 1903. H. Dirks. 1904. Halbstadt
Artikel: Die Mennoniten in Russland. Von Aeltesten Heinrich Dirks.
 
 
Inhaltsverzeichnis
Buecherregal
Bemerkungen
 
 
<<<
Seite 10
>>>
 
         
 

10

Tataren lange Zeiten arm blieben und in duerrer, baumloser Gegend wohnten, da entwickelten sich wie Pilze anmutige Kolonien, unter welchen nicht allein Karassan, Tukultschak, Spat, Sarona, Schirin, Ogus-Tobe, Busau nennenswert sind, sondern noch viele andere. Auch im uebrigen Teile Tauriens und in den Gouvernements Chersson, Jekaterinoslaw, Ufa u. a. existieren, so viele Gueter und Doerfer, dass wir nur auf einige hinweisen, wie: Blumenfeld, Silberfeld, Blumenheim, Kronberg, Rosenhof (alle im Kreise Alexandrowsk, Gouvernement Jekaterinoslaw), fuenf Doerfer im Kreise Jekaterinoslaw, Wolost Nowo-Sofiewka: Nikolaital, Schoendorf u. s. w., drei Doerfer im Alexandrowskschen Kreise (Neu-Schoenwiese u. a.), Miloradowka und Jekaterinowka im Kreise Werchnedneprowsk, zwei Doerfer im Bachmutschen Kreise (Nikolaipol und Kondratjewka), drei Doerfer - Sergejewka, Wassiljewka und Petrowka - im Gouvernement Charkow, Marienskaja, Jurjewla, Selenaja im Bachmutschen Kreise und viele andere. In Turkestan (Kreis Aulieata) sind zwei Mennonitenkolonien, in welchen sich ausser Menno-nitenbruedern u. a. eine Kirchengemeinde befindet. Dank den zwoelf Dessaetinen bewaesserbaren Landes, die beinahe jede Familie dort besitzt, haben die Leute daselbst gute Einkuenfte. Die Annahme des Forstdienstes seitens der suedrussischen Mennoniten veranlasste nicht allein 10000 Mennoniten nach Amerika zu ziehen, sondern gab auch den Anstoss zur Auswanderung nach Turkestan, Die nach Asien ziehenden Brueder bezeichneten die Annahme des erwaehnten Staatsdienstens als eine Untreue gegen das mennonitische Bekenntnis von der Wehrlosigkeit. Sie duerfen bis heute ihres Glaubens leben und sind, soviel uns bekannt, frei vom Militaerdienste. Im Akmolinsk-Gebiet des Russischen Zentralasiens leben die in den letzten Jahren in die Nahe der Stadt Omsk gezogenen Mennoniten von Viehzucht und Milchwirtschaft, nachdem sie sich billig Land gekauft haben. Eine nette Anzahl von Mennonitendoerfern entstand auf Pachtland, so z. B. im Gouvernement Taurien, Kreis Melitopol, sechs Doerfer (Olgafeld, Michaelsburg u. d. a.), auf Schroedersland in der Krim drei Doerfer (Baschlitscha u. a,), in Gouvernement und Kreise Jekaterinoslaw drei Doerfer (Steinau u. a.), im Isjumschen Kreise, Gouvernement Charkow (Jelenowka etc.), Wo der Pachtzins nicht zu hoch ist, haben die Paechter ihr gutes Durchkommen und gelangen allmaehlich bei Sparsamkeit und Fleiss in die Lage, sich eigenes Land zu erwerben.

 

         
 
<<<
Seite 10
>>>
 

 

 

HOME | CHORTIZA | KOLONIE | NAMEN |

Zuletzt geaendert am 25 Mai 2008.