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2 Seiten aus dem "Oschjij semeinyj spisok" der Kolonie Molotschna

die Viktoria Kipka im Staatsarchiv Saporoshje entdeckt hat

 

Im April 2002 habe ich auf dieser Seite ein Teil aus dem "Oschjij semeinyj spisok" der Chortitza Kolonie veröffentlicht. Im Dezember 2002 kam die CD unter den Namen "Chortitza Family Registers" von CMHS raus. Im Juli 2004 veröffentlichte ich die Mappe 2 aus dem (Obschjij semejnyj spisok) der Orenburger (Deyevka) Kolonie, und im September 2008 noch 3 Mappen, die Abram Toews 2003 im Archiv Orenburg entdeckt hat. Im Juni 2011 Scanns vom Original "Buch der Geburten, Pretoria, Suworowka und andere" aus dem "Gesamten Eheregister (Obschjij semejnyj spisok) der Orenburger Kolonie" die in vorherigen Listen nicht erfasst wurden.

Wir haben also 2 Mappen (von 9) vom "Oschjij semeinyj spisok" der Chortitza Kolonie, und von Orenburg 4 Mappen. Ich schrieb schon 2004: "Beide Listen die aus Chortiza und die aus Orenburg sind auf den selben Formularen ausgefüllt, in der fast selben Zeit - Orenburg bis 1939, Chortitza von ca. 1890 bis ca. 1936, aber 1600 km von einander entfernt und in verschiedenen Republiken. ...Es ist nicht ausgeschlossen dass auch in anderen Gebieten, wo Mennoniten wohnten, solche Listen zusammengestellt wurden. In Chortitza wurden aus diesen Listen noch "Listen von Geburten" erstellt, vielleicht in anderen Regionen auch."
   
  Im Jahre 2007 kam die Hoffnung das wir auch aus anderen Regionen Hinweise bekommen. Mir wurde von einer Seite "Oschjij semeinyj spisok" mit dem Stempel von Omsk, Sibirien aus dem Jahre 1937 berichtet. Nach einer längerer Zeit, bekam ich diese Seite, da stand wirklich der Stempel vom "SAGS Omsk aus dem Jahre 1937" aber da stand auch dass diese Seite vom "Oschjij semeinyj spisok" der Chortitza Kolonie abgeschrieben wurde.
    
  
Rechte Seite aus dem "Oschjij semeinyj spisok" der Kolonie Orenburg. Seite 630. In der rechten Ecke unten die Aufschrift "Druckerei G. Ja. Braun". Diese Aufschrift ist in Chortitza nicht vorhanden und in Orenburg nur bei einem Teil. Die uns bekannte Formulare "Oschjij semeinyj spisok" hatten mindestens 4 Auflagen, die sich alle ein bischen (meistens nur in Schrift) unterscheiden aber nicht in Form. Dies bedeutet das die über einen längeren Zeitraum immer wieder nachgedruckt wurden.
   
  Jetzt meine Frage: War diese Form "Oschjij semeinyj spisok" eine Staatsform (Pflichtform an der sich alle Behörden halten sollen) im zaristischem Russland? Oder wurde sie vielleicht nur als Probe oder Experiment in einigen Regionen eingeführt? Oder gab es diese Form nur bei den Mennoniten?
  Auf diese Fragen antwortete mir Alexander Tedejew, Direktor des Staatsarchivs Saporoshje, der den "Oschjij semeinyj spisok" der Chortitza Kolonie entdeckte und nach Deutschland und Nord-Amerika übergab, im September 2011 folgendes. "Ich meine diese Form war eine Pflichtform bei den Mennoniten, und nur bei den Mennoniten. Bei der russischer Behörde und auch bei anderen Nationen und Konfessionen habe ich diese Form nicht gesehen. Bin aber bei Mennoniten auf Vorschriften von Kirchenältesten gestossen, wie man diese Bücher führen soll und auch auf Korrespondenz, welche Daten man da eintragen oder ändern soll. Habe auch irgendwo 2 oder 3 Seiten vom "Oschjij semeinyj spisok" aus Molotschna Kolonie. Die 2 Mappen ("Oschjij semeinyj spisok" der Chortitza Kolonie) habe ich ganz zufällig im "rajonnyj SAGS in Werchnjaja Chortitza" gefunden, sie lagen in verschieden Ecken und wurden überhaupt nirgendwo registriert. Und später die "Listen von Geburten" in der russisch-katholischer Kirche in Werchnjaja Chortitza". Das Jahr nennt Tedejew nicht, aber Adina Reger sagte mir, sie hate hat den "Spisok" ca. 1996 von Tedejew bekommen.
   
   Im Dezember 2011 bekam ich von Viktoria Kipka, die schon früher hier interessante Archivdokumente vorgestellt hat, 3 Seiten aus dem "Oschjij semeinyj spisok" der Kolonie Molotschna, von den ich hier 2 vorstellen darf. Diese wurde für sie im Staatsarchiv Saporoshje entdeckt. Es waren 3 lose Seiten die auch nirgendwo registriert waren.
   
   
  

Linke Seite aus dem "Oschjij semeinyj spisok" der Kolonie Mootschna. Buch (Mappe) 1, Seite 295. 1. Abram Dick geb. am 28 Januar 1827, Eltern Abram Dick und Nelke Warkentin, Revisionsliste Landskrone. Seine 2. Frau Maria Wiens, geb. am 27 September 1838 in Schoensee, Eltern Klass Wiens und Susanna Esau. Heirat am 22 August 1878. 2. Abram Reztlaff geb.am 18 Juni 1855 in Gnadenfeld ...

    
  
Rechte Seite aus dem "Oschjij semeinyj spisok" der Kolonie Mootschna. Buch ?, Seite 9 (92). Diese Seite hat mit der oberen wahrscheinlich nichts zu tun. Text: "getauft in Lichtenau, Orloff, Gnadenfeld, Alexanderwol, gestorben in Tiege, 1908 in die Gemeinde Alexanderwol eigetragen". In der rechten Ecke unten das Ende von der Aufschrift (schlecht lesbar), konnte die sein, die wir von Orenburg kennen "Druckerei G. Ja Braun" mit Nummer am Ende.
    
  
Kein Bild
Die dritte Seite, die ich hier nicht veröffentlichen darf, ist eine linke Seite aus den Buch (Mappe) 3, Seite 233 eine Familie Dyck aus Landskrone mit 12 Kinder..
    
  Für mich ist in erster Linie nicht so wichtig, welche Information auf diesen 2 (3) Seiten stehen. Viel bedeutender ist - diese Seiten sind der Beweis, dass in Molotschna Kolonie auch der "Oschjij semeinyj spisok" geführt wurde. Wir haben diese Form in beiden Mutterkolonien Chortitza und Molotschna und in der 1.600 km entfernter Kolonie Orenburg. Dies konnte bedeuten, dass Alexander Tedejew recht hat, "Oschjij semeinyj spisok" war eine Pflichtform bei den Mennoniten Russlands oder mindestens eine Form die von den Kircheältesten (und der mennonitischer Verwaltung) angestrebt wurde und war in vielen Kolonien vorhanden. Wiso sind wir dann so spät auf diese in Archiven gestossen und, trotz den grossen Bemühungen aus Nord-Amerika, so wenig davon gefunden.
  Die Antwort darauf konnte auch Alexander Tedejew geben, errinern wir uns, die 2 Mappen aus Chortitza wurden nicht in seinem Archiv, sondern im "rajonnyj SAGS", und die "Listen von Geburten" sogar in der russisch-katholischer Kirche gefunden. Auch Abram Toews, der die 4 Mappen aus Orenburg entdeckte, erzählte mir, das mindesten einige Mappen davon im "SAGS" waren und nicht im Archiv. Auch die Seite aus Omsk aus dem Jahre 1937 ist aus dem "SAGS".
  Es ist wahrscheinlich so, dass laut irgendwelchen Vorschriften für die Archive in Russland, Dokumente wie "Oschjij semeinyj spisok" nicht in die Archive übergeben müssen, in "SAGSen" bleiben und irgendwan verloren gehen oder vernichtet werden. Eine Suche in "SAGSen"in Regionen, wo früher mal Mennoniten lebten, konnte zum Erfolg führen.
  Wir wissen, das sich Machnobanden für Kirchenbücher (und "Oschjij semeinyj spisok" ist eine Erweiterung davon) interessierten um zu wissen, wem sie erpressen sollen. Es gibt auch Berichte, dass Mennoniten selbst in dieser Zeit solche Dokumente vernichtet haben, um dies zu vermeiden. Auch die GPU (NKWD) konnte Interesse an solchen Dokumenten haben um 1930-1938 Informationen über Kulaken und andere zu bekommen. Dies bedeutet dass in den KGB Archiven, die heute in Russland wieder unter Verschluss sind, solche Dokumente sein konnten. NKWD Archive aus der Ukraine, die während des Krieges vielleicht in die deutsche Hände gekommen sind und später von den Amerikanern übernommen wurden, wurden wahrscheinlich auch da als geheim eingestuft, im Vergleich zu den EWZ-Daten.
    
Zuletzt geaendert
   
am 22 Januar 2012