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Bericht von Heinrich Janzen, Dolinsk, Neu Samara, in der "Mennonitische Rundschau" vom 31. Oktober 1906, Seite 8, von der "Friedenstimme" übernommen

 

Abgeschrieben von Lydia Friesen (geb. Esau) (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" vom 31. Oktober 1906, Seite 8. (gotisch) von Lydia Friesen (geb. Esau).

 

Dolinsk, Gouv. Samara, d. 11. Sept. - Bisher hatten wir hier Ruhe und Frieden, aber jetzt scheinen sich die Unruhen auch hier sich bemerkbar zu machen. Am 8. September wurde in Donskaja bei Otto Eck (Holzhändler) ein Mordversuch gemacht, doch der Herr hat das Gelingen der That nicht zugelassen. Abends waren ihre Schwiegereltern, welche zugleich auch ihre Nachbarn sind, bei ihnen zum Besuch. Nachdem dieselben weg waren und sie sich zur Ruhe begeben wollten, gingen Eck und seine Frau noch in den Stall. Während Eck die Lampe an den Balken hängen will, bekommt er einen schlag mit einem ziemlichen Knüttel an die Stirn und sinkt zusammen. Seine Frau greift sogleich nach der Thür und will hinauslaufen. Der Räuber - nach Aussage der Frau ist es ein Baschkir - hält sie am Rock. sie aber reißt sich los, wobei die Kleider zerrissen, dann eilt er ihr nach, wirft sie auf die Erde und versucht, ihr den Hals zuzudrükken.  Sie reißt sich aber zum zweiten Mal los und läuft zu ihren Eltern. Als nun die Leute am Thatort zusammenkamen, war der Baschkir schon weg. Eck hat drei Kopfwunden, zwei von vorne und eine von hinten. Er soll auf dem Wege der Besserung sein.
In Pleschanowsk wurde in der Nacht vom 10. auf den 11 Sept. bei Abr. Martens ein Diebstahl ausgeführt. Während er an der Molotschna war, wurden ihm die besten sechs Pferde gestohlen.
Der Herr hat uns in diesem Jahr schon mit einer Mißernte heimgesucht, jetzt kommt noch das Rauben und Morden dazu. Nun der Herr wird schon erreichen, was er beabsichtigt (Jer. 49, 19). Der Herr will uns prüfen, ob unser Glaube rechter Art ist.
Der Gesundheitszustand ist befriedigend, die Witterung ist jetzt sehr schön. Es hat ziemlich geregnet, das Vieh hat gute Weide. Wenn es nur noch lange schön bleiben möchte!
Heinrich Janzen.  (Frdsst.)

Bemerkungen von Lydia Friesen (Esau):

Heinrich Jakob Janzen (1878 - 1937) (#803893)
Prediger Heinrich Janzen wurde 1937 verhaftet und ist im Gefängnis gestorben.

 

P66141. Familie von Prediger Heinrich Janzen in Dolinsk, Neu Samara (gehörte zu den ersten Bewohnern von Dolinsk). Stehend von l. n. r.: Heinrich (#1371086), Sara (#1371215), Maria (#1371329), Helena (#1371327), Aganetha (#1371202). Sitzen von l. n. r.: Mutter Agatha (Warkentin) (#941149) und Vater Heinrich Janzen (#803893) Sohn
Jakob (#1036217) mit dem Sohn Heinrich (#857774), hinter ihm steht seine Frau Elisabeth (Penner) (#1367438). Prediger Heinrich Janzen wurde 1937 verhaftet und ist im Gefängnis gestorben. Foto von von Elvira Nachtigal (geb. Wiens). [14]; [41]
   
P66142. 1930er Jahre in Dolinsk, Neu Samara In der Mitte sitzen: Agatha (Warkentin) (#941149) und Prediger Heinrich Janzen (#803893). Links sitzen: Lehrer Johann Johann Penner (#1153205) und Margaretha (Isaak) (#1152027) mit Töchter (Mitte) Agnes und Margaretha. Rechts sitzen: Jakob Janzen (#1036217) und Elisabeth (Penner)
(#1367438). Prediger Heinrich Janzen wurde 1937 verhaftet und ist im Gefängnis gestorben. Foto von von Elvira Nachtigal (geb. Wiens). [14]; [41]
   
Zuletzt geändert am 13 Februar, 2018