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Brief von Thomas Koop, Annenskoj, Samara. In der "Mennonitische Rundschau" vom 25. Januar 1911, Seite 8

 

Abgeschrieben von Lydia Friesen (geb. Esau) (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" vom 25. Januar 1911, Seite 8. (gotisch) von Lydia Friesen (geb. Esau).

 

Annenskoj, Samara, Rußland, den 3. Dezember 1910. Da auch ich ein Leser der Rundschau bin, und hin und wieder etwas von meinen Freunden und Bekannten darin zu finden ist, will auch ich wieder einen kleinen Bericht von uns und unsrer Gegend einsenden; vielleicht wird von unseren dortigen Geschwistern jemand bewogen, uns mal wieder etwas von ihrem Befinden zu berichten.
Erstlich dem Schwager Jacob Reimer, Butman, Mich. herzlich Dank, für uns erwiesene Liebe, daß wir die Rundschau bis jetzt haben lesen dürfen durch seine Vermittlung; aber ob wir die Rundschau auch noch weiterhin noch bekommen werden? Schwager Jacob Reimer, Dallas, Oregon, läßt nichts von sich hören. Ob Schwager Peter Reimer, Kansas,  weggezogen ist? Wir bekommen keine Nachricht mehr von ihm, auch durch die Rundschau ist nichts von ihm zu erfahren. Ob er noch in Kansas ist, oder ob er weiter gezogen ist? Wenn er schon gestorben wäre, denke ich, würde etwas davon in der Rundschau bekannt gegeben worden sein; aber ich habe noch nichts davon gelesen. Auch Bruder Abraham Koop schweigt und läßt nichts von sich hören, als ob er gar nicht in Amerika ist. Erhielt diesen Sommer einen Brief von seiner Tochter Cornelia, woraus ich erfahren durfte, daß er noch in Oklahoma wohnt. Allen Geschwistern und Freunden einen herzlichen Gruß und wir wünschen, daß wir wieder etwas Nachricht von allen bekämen. Auch dem neuen Editor wünsche ich Gottes Segen in seiner Arbeit, und daß er dem ganzen Leserkreis in Amerika, wie auch in Rußland zum Segen sein möchte. (Danke. Ed.)
Will den jetzt anfangen, etwas von hier zu berichten und werde, wie gewöhnlich alle Korrespondenten tun, beim Wetter anfangen. Schnee haben wir bis jetzt nur wenig gehabt; aber jetzt hat es einige Tage nacheinander geschneit und scheint gute Schlittenbahn zu geben; auch der Frost ist nicht sehr stark. Mitte November war es bis 23 Grad R. kalt; aber nun sind es wieder von 2 bis 10 Grad. Geregnet hat es im September viel und ist auch die Erde tief eingenäßt, aber der Frost ist auch tief in die Erde gedrungen, weil bis Ende November nicht Schnee war, die Eisdecke über den Flüssen ist ziemlich dick und stark, daß nichts zu fürchten ist, mit eine beladenen Fuhre über zu fahren. Es wird jetzt noch viel Getreide zu Markte gefahren, indem es dieses Jahr wieder eine schöne Ernte gegeben hat; es hat bis 70 Pud von der Desj. gegeben, stellenweise auch noch darüber. Der Weizen preist gegenwärtig bis 75 Kop. das Pud in unserem nächsten Marktflecken Sorotschinsk. Der Gesundheitszustand ist gegegwärtig gut zu nennen und nicht viel von Krankheiten zu hören. In Kraßikow liegt ein Johann Heinrichs krank, vielleicht auch schon tot. Er ist ein  Neffe des in Amerika verstorbenen Cornel. Heinrichs, stammend aus Marienthal. Von Hochzeiten ist mehr zu hören: Gestern war Hochzeit in Dolinsk, bei David Warkentin, ihre Tochter verheiratet mit einem Wiens; in Kaltan, Gerhard Friesen, Tochter verheiratet mit einem Fransen aus Jugowka; in Kamenez, Is. Krökers Tochter verheiratet mit einem Peters; in Ischalka soll künftige Woche Hochzeit sein.: Korn. Vots Sohn mit Eva Enns. Des Herrn Wort geht noch immer in Erfüllung: "Es ist nicht gut, daß der Mensch allein ist." Auch ist in diesem Sommer wieder viel gebaut worden. Ein großer Bau ist davon in Ischalka; die Bauherrn sind Johann Willms und Corn. Voth. In Kaltan hat Abraham Töws ein neues Wohnhaus gebaut. Jacob Wittenberg, Donskoj hat Maschinenspeicher und Stall gebaut. Abgebrannt ist der junge Jacob Wiens in Donskoj und daselbst Fr. Görtz seine Strohhaufen. Abraham Fröse, Cordell, Okla. diene zur Nachricht, daß Peter und Elisabeth Neufeld nicht mehr in Tschorno-Osero wohnen, sondern sind zu ihren Kindern nach Barnaul gezogen. Unsern Kindern auf Barnaul, allen Freunden in Amerika und auch den Freunden in S. Rußland einen Gruß von Herzen gewünscht von
Thomas Koop
Wird die Rundschau auch auf Barnaul gelesen? (Ja, es gehen recht viele Ex. dorthin. Ed.)

 

Brief von Thomas und Helena Koop, Kaltan, Neu Samara in der "Mennonitische Rundschau" vom 13. April 1898.

Brief von Thomas und Helena Koop, Kaltan, Samara aus der "Mennonitische Rundschau" vom 4. April 1900.

Brief von Thomas Koop aus Kaltan, Neu Samara, in der "Mennonitische Rundschau" vom 25. September 1901.

Brief von Thomas Koop, Chutor Annenskoj, Samara. In der "Mennonitische Rundschau" vom 9. März 1910, Seite 15.

   
Zuletzt geändert am 20 Juni, 2017