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Brief von Thomas Koop, Chutor Annenskoj, Samara. In der "Mennonitische Rundschau" vom 9. März 1910, Seite 15

 

Abgeschrieben von Lydia Friesen (geb. Esau) (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" vom 9. März 1910, Seite 15. (gotisch) von Lydia Friesen (geb. Esau).

 

Chutor Annenskoj, den 5. Jan. 1910. Indem auch ich ein Leser der Rundschau bin, aber schon lange nichts habe von mir hören lassen, weil ich eine lange Zeit ziemlich sehr in Anspruch genommen war, will ich versuchen einige Zeilen zu bringen. Wir sind umgesiedelt und wohnen nicht mehr in Kaltan, sondern auf Chutor Annenskoj, (gewesenes Heinrich Reimers Land), welches Land jetzt unter Reimers Erben verteilt ist, und dieser Teil Frau Anna Willms, geb. Reimer, zugefallen ist, hat unser Chutor den Namen Annenskoj bekommen. Bitte, meine Rundschau in Zukunft anstatt Bogomasow jetzt Chutor Annenskoj zu schicken.
Wünsche dem Editor und dem ganzen Personal, wie auch alle Lesern ein glückliches neues Jahr; sowie auch allen unseren Freunden, Bekannten, Schwagers, Schwägerinnen und Geschwistern, wie auch Geschwisterkinder, ja allen, die uns kennen und sich unserer erinnern. Wir haben in Amerika sehr viele Freunde und Bekannte. Werde abwarten, ob irgend jemand auf dieses mein Schreiben wird Antwort geben. Will denn berichten, daß wir jetzt alle gesund sind, welches wir voriges Jahr nicht waren, denn meine Frau, geb. Helena Reimer von Hierschau, hatte voriges Jahr ehe wir anfingen zu dreschen, einen Schlaganfall, wodurch ihr der linke Arm gelähmt war, jetzt aber schon wieder bedeutend besser ist. Sie hatte diesen Herbst wieder einen Schlaganfall, aber weniger als voriges Jahr, und ist auch keine Lähmung zurück geblieben; sie kann ihre häusliche Arbeit verrichten, das Uebrige besorgen die beiden Töchter, welche wir noch zu Hause haben. Das Vieh welches wir haben, müssen die beiden Söhne besorgen, die noch zu Hause sind.
Wir sind in unserer Familie jetzt noch unserer sechs, waren einmal siebzehn. Unsere Familie wird kleiner, aber auch größer, denn es kommen manchmal noch Schwiegersöhne und Schwigertöchter hinzu. Fünf unserer verheirateten Kinder sind nach Sibirien übergesiedelt, wohnen auch in Barnaul; zwei wohnen auf der Orenburgischen Ansiedlung, einer wohnt in Donskoj bei den Schwiergereltern, zwei dienen und einer ist gestorben. Wir lange wird es noch dauern, dann sind wir beiden alten ganz allein. Die Söhne müssen zur Losung und vielleicht auch in den Dienst, und die Töchter, wie es noch immer nach der alten Weise geht, gehen zuletzt auch mit einem Manne, und dann sind wir allein und alt.
Wenn wir es erleben bis unsere Pachtzeit hier aus ist, welches noch vier Jahre dauert, dann müssen wir wieder weiter ziehen und so geht es in diesem Leben. In der seligen Ewigkeit wird es nicht so sein, denn es steht geschrieben: " Da wird kein Leid mehr sein, und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen," nämlich von denen Augen, welche die ewige Seligkeit ererben werden. Wollen danach trachten, daß auch wir alle die selige Ewigkeit ererben möchten.
Die Ernte ist dieses Jahr eine gute gewesen, haben schön Getreide gebaut, Weizen bis 80 Pud von der Deßjatine; Gerste bis 100 Pud.
Wie ich aus der Rundschau erfahren habe, soll Br. Abr. Koop auch umgezogen sein, nämlich nach Cordell, Okla., und Schwager Johann Reimer zieht auch um nach Butman, Mich. Ob es Schwager Reimer in Texas schon zu warm geworden ist? Die anderen Schwager, Abraham, Peter und Jakob Reimer lassen sich nicht hören, ob die noch alle am leben sind? Von Frau P. J. Krause, Lehigh, Kan., haben wir unlängst einen Brief gelesen, welchen sie an Jakob Neufelds geschrieben hatte. Tante Helena, bitte auch einmal an uns schreiben; auch die anderen sind gebeten zu schreiben.
Klaas Friesen von Marienthal kann ich berichten, daß hier viele von seinen Vettern und sein Onkel Johann Friesen wohnen.
Editor und Leser freundlich grüßend und für die Zusendung der Rundschau dankend,
Thomas Koop,
Chutor Annenskoj, Post Pleschanow, Gouv. Samara, Russia.

 

Brief von Thomas und Helena Koop, Kaltan, Neu Samara in der "Mennonitische Rundschau" vom 13. April 1898.

Brief von Thomas und Helena Koop, Kaltan, Samara aus der "Mennonitische Rundschau" vom 4. April 1900.

Brief von Thomas Koop aus Kaltan, Neu Samara, in der "Mennonitische Rundschau" vom 25. September 1901.

   
Zuletzt geändert am 4 Mai, 2017