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Brief von Peter und Agatha Barg, Bogomasow, Samara. In der "Mennonitische Rundschau" vom 22.04.1903.

 

Abgeschrieben von Lydia Friesen (geb. Esau) (Email), alle ihre Berichte.

 

Bogomasow, den 4. März 1903. Einen herzlichen Gruß an den Editor und die Rundschauleser! Bitte den l. Editor um etwas Raum in der "Rundschau", um einen Brief an unsere Verwandten zu schreiben.
   Liebe Geschwister! Euren Aufsaß in der "Rundschau" haben wir gelesen, besten Dank dafür, wir wünschen Euch die beste Gesundheit an Leib und Seele. Lieber Schwager, Gerhard Eidse, warum schreibst Du nichts mehr. Ich habe schon drei Jahre die "Rundschau" gelesen und hätte auch mal gerne etwas von Euch gelesen. Anno 1900 schrieb ich Euch durch die "Rundschau", welches Ihr wohl nicht bemerkt habt. Was soll ich zuerst erzählen, doch wohl, daß wir mit unsern sechs Kindern, Gott sei Dank, schön gesund sind. Unser Sohn Peter ist 14 Jahre alt, dann sind Jakob und Elisabeth, Franz, Gerhard und Margaretha, welche 2,5 Jahre alt ist. Zwei sind gestorben.
   Anno 1897 war Schwager Johann Hübert hier auf Besuch. Von ihm und von Peter Hübert haben wir schon lange keine Nachricht, aber etwas doch, denn Jakob Hübert schrieb kürzlich an uns, nämlich, daß Peter Hübert noch immer auf dem Chutor diene. Er bekommt ungefähr 500 Rubel Lohn. Zwei von seinen Jungen arbeiten schon in der Schmiede. Jakob Hübert wohnt in Neukirch und Johann Hübert in Sagradowka, Steinfeld, Heinrich Thiesen wohnt auch in Neukirch. Seine Kleinwirtschaft in Münsterberg hat er verkauft.
   Ich würde auch etwas von der Witterung berichten, aber wenn dann ein anderer zu gleicher Zeit das Gegenteil berichtet, dann laß lieber solche herkommen, die es wissen wollen. Aber etwas doch, hier hat´s diesen Winter viel Schnee gegeben. Berichte noch, daß wir hier eine mittelmäßige Ernte hatten, aber sehr schönes Dreschwetter.
   Ich bin mit meinem Schreiben fast zu Ende. Ihr werdet mehr zu erzählen wissen. Seid doch so gut und schickt uns Eure Adresse, daß wir einen Brief an Euch schreiben können. Meine Frau ist sehr dankbar, daß Du, Schwägerin, endlich mal etwas geschrieben hast. Schreibe doch recht oft an uns.
   Jeßt noch ein Paar Zeilen an meine Tante Warkentin nebst Vetter und Nichten. Seid doch mal so gut und schreibt an uns, und seid von uns und unserer Mutter herzlich gegrüßt. Und Ihr, liebe Geschwister in Neukirch, Jakob Hüberts und Hein. Thiesens, seid herzlich von uns gegrüßt, sowie auch Johann und Peter Hüberts; schreibt doch mal einen Brief an uns. Und Ihr, liebe Vetter und Nachbarn in Friedensruh, seid alle herzlich gegrüßt von uns.
   Werde noch berichten, daß Sonntag, den 2. März, nachmittags, in Pleschanof, unser Kirchendiener Neumann sehr schnell gestorben ist.
   Alle Rundschauleser herzlich grüßend,
                                                             Peter und Agatha Barg,
                                                                              früher Friedensruh.

 

Bemerkungen von Lydia Friesen (geb. Esau):

Der Briefschreiber  sind:

Peter Jacob Barg        (1862 - 1923),  (#147294)
Agatha Jacob Hübert  (3.02.1866 - ?), (#147281),
wir man aus dem Brief entnehmen kann, ist das Ehepaar Barg, nach Neu Samara von  Friedensruh, Molotschna umgezogen.

   
Zuletzt geändert am 26 Mai, 2016