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Bericht der Redaktion, entnommen aus dem Brief von Kornelius Funk aus Gnadenfeld, Asien und „Bundes Bote“; eingegangenene Spende in "Mennonitische Rundschau" Nr. 2 vom 9. Januar 1884

 

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" Nr. 2 vom 9. Januar 1884, Seite 1. (gotisch) von Elena Klassen.

 

Asien.
Kornelius Funk aus Gnadenfeld, Aulieata, bezeichnet als besonders auffallende Eigenthümlichkeiten jener orientalischen Völker, die Bauart ihrer Häuser und die Dressur der Kuh. Das glatte Dach erinnere lebhaft an die vier Männer, die den Gichtbrüchigen durch das Dach vor Jesu niederließen, wie an viele andere Stellen heiliger Schrift. Die Kuh wird, wie unser Gewährsmann berichtet, eben sowohl zum Reiten gebraucht, wie in Europa das Pferd. Gelenkt wird dieselbe durch einen Strick, der an einem ihr (der Kuh) durch die Nase gezogenen hölzernen Bogen gefestigt ist. Die Einbringung dieses Ringes, wie überhaupt die ganze Dressur, soll dem armen Thiere nicht geringe Qual verursachen. Ferner wünscht der obige Schreiber den Lesern der „Rundschau“ mitzutheilen, daß in der Ansiedlung bei Aulieata außer Jakob Janzens Gemeinde vier Familien seien, die eine Gemeinde für sich bilden und ein Zweig der Mennoniten Brüdergemeinde seien. Es sind die folgenden Familiem:
Kornelius Funk, Siebert Goertz, Georg Rüffel und Johann Neufeld. Einige dieser Genannten waren s.Z. (seiner Zeit? – E.K.), wie schon in der „Rundschau“ berichtet worden, nach Taschkent zurückgekehrt, sind aber, nachdem sie durch Krankheit und Todesfälle heimgesucht, von allen Mitteln ganz entblößt, wieder zur Ansiedlung, gekommen. Unser Correspondent sagt darüber: „Doch aber hat diese Züchtigung bewirkt, was der Herr in seinem Worte verheißt, eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit! Krökers zwei Söhne, Heinrich und Franz, wie auch Goerzens zwei Söhne, Abraham und Siebert, haben den Herrn gefunden und im Blute Jesu Gnade erlangt. Ein Ereigniß, welches ja die Engel im Himmel in Bewegung setzt. Ach, daß der Herr noch viele erretten möchte.“ Weiter heißt es: „Die Schwester G.Riffel ist vom Krebse befallen und die linke Brust ist bereits mehr als zur Hälfte verzehrt. Der linke Arm ist iht sehr angeschwollen und verursacht iht große Schmerzen. Sie ist ganz kraftlos und sehnt sich in ihrem großen Leiden aufgelöst, um bei Christo zu sein. Sie ist die Tochter des Peter Goertz, fr. Sparrau, jetzt am Kuban, Namens Katharina. Sie ist die Mutter zweier Söhne. Jakob Funk, Heinrich Janzen und Heinrich Funk sind sammt Familien gesund. Letzterer ist gegenwärtig im Gebirge, wo der Weg nach Aulieata zurecht gemacht wird. Die Steine werden mit Pulver gesprengt, wobei dann F. mit dem Schmiedewerkzeug zur Hand sein muß. Bei mir stellen sich manche körperliche Schwächen ein und auch meine Frau ist nicht in bester Gesundheit, indem sie viel an Kopfschmerzen leidet. Schließlich bitte ich noch um Nachricht, ob mein Onkel Peter Unruh, fr. Karolswalde, Polen, jetzt in Amerika, noch am Leben und wie seine Adresse ist. Meine Adresse lautet:
Tscheres gorod  Orenburg
w. gorod Aulieata
Turkestanski Krai
Mennonitu Kornelius Funk,
Gnadenfeld. Asiatic Russia.
Bis auf die letzte Zeile alles in russischer Sprache – Edr. (Editor – E.K.)
…den 22. Oktober 1883.
…Die Gnade unseres Herrn…. Sei Euch von mir Armen aus dem fernen Morhenlande zuvor gewünscht. Ja wir sind nach unserer Ansicht zu weit in den Morgen gegangen. Es ist hier langer und kalter Winter, weshalb auch das Getreide nicht wachsen will, der Sommer ist zu kurz. Auch für uns Menschen ist es hier nicht sehr gedeihlich. Das Getreide muß alles bewässert werden, was wir gar nicht gewohnt sind, dazu soll es mit dem Bewässern früh und spät sehr genau genommen werden, und es ist auch ungesund, weil das Schneewasser vom Gebirge ziemlich kalt ist, besonders des Morgens. Es soll denn auch sehr aufgepaßt werden, daß es nicht zu viel, noch zu wenig wird. Diese Jahr haben wir uns zu früh Wasser aufs Land gelassen, wir waren eben der Sache unkundig, und haben daher nicht mehr Feldfrüchte gebaut, als wir schuldig waren abzugeben, d.h. an Brot.... (Bundes Bote)“

Für Asien erhalten.

Von C.E.in Jork Co., Nebr. für Cornelius Dück, fr. Wernersdorf, 5 Doll.
   
Zuletzt geändert am 17 Dezember, 2016