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Brief von J. Mandtler aus Andrejewka, Turkestan in der "Mennonitische Rundschau" vom 16. Dezember 1908

 

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" vom 16. Dezember 1908, Seite 14. (gotisch) von Elena Klassen.

 

Andrejewka, den 27 Okt. 1908.
Werter Editor der „Rundschau“! da auch ich die „Rundschau“ lese, möchte ich ihr auch etwas mit auf den Weg geben. Ich lese so viel, daß die Menschen durch den Tod in die Ewigkeit gehen, und es macht mir immer Freude wenn es heißt, daß er oder sie im Glauben an ihren Erlöser zur ewigen Ruhe einging. O ich denke viel daran, wie es sein wird, wann der Herr Jesus, in dem Gott der Vater alles beschlossen hat, seine Kinder wird aus allen Himmelsgegenden zusammenführen. Ich habe so wenige Kinder Gottes kennen gelernt und jetzt noch unter den Kindern Gottes zu reisen, das ist vorbei. Schreite schon über die Mitte der sechziger Jahre. Im Reiche Gottes bei Jesu werden wir alles können – o welch ein Brgrüßen wird das geben. Möchte noch zur Aufmunterung der Gläubigen ein Wort anführen in dieser sehr beweglichen Zeit. Ebr. 12, 1-17. Ich glaube nach dem Worte Gottes stehen wir vor großen Ereignissen und Umwälzungen. Laßt und ernstlich  beten, daß Gott sein Volk möchte ausrüsten als ein Licht der Welt und Salz der Erde, daß noch viele zum wahren Glauben gelangen möchten und der Schmerzenslohn groß werde der Jesus unserem Heilande gehört. Gott will, daß allen Menschen geholfen werde.
1 Tim. 2,4; 2. Pet. 3,9. Will noch mitteilen, daß auch bei uns in Asien kein Stillschweigen ist, wir haben in verflossener Zeit durch Bekehrungen und Tauffeste Freude gehabt. Wir hatten auch Trauer durch Sterbefälle und Krankheiten. Freude wechselt hier mit Leid, bis wir dahin versetzt werden, wo es kein Wechsel mehr giebt.
Der Sommer ist vergangen, wir durften durch Gottes Gnade die Früchte von den Feldern einernten, und das Ergäbnis ist sehr verschieden, doch haben wir ein gutes Auskommen. Das Getreide ist bei uns billig, der Weizen, 12 Pud von 4 Rbl. bis 4 Rbl. 50 Kop; Hafer und Gerste von 25 bis 30 Kopeken per Pud. Es wird stark Milchwirtschaft und Schweinezucht getrieben.
Jetzt wird fleißig Schweinefleisch nach Taschkent gefahren, preist 5 R. 50 Kop. und darüber. Wir haben schon ziemlich Regen und Schnee und Frost gehabt, jetzt wieder schön und trockener Weg.

J. Mandtler
   
Zuletzt geändert am 20 September, 2016