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Brief von Jakob Mandtler aus Andrejewka, Aulie-Ata in der „Friedensstimme“, Nr. 97, 11 Dezember 1910

 

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

Andrejewka bei Aulie Ata, Turkestan, den 11 November.

Es ist in letzter Zeit etwas Frost eingetreten. Wir hatten schon eines Morgens 6 Grad unter Null. Am Tage, wenn die Sonne scheint, aber auch noch bis 8 Gr. warm. Nachts vom 13. bis 14. Oktober fiel Schnee, so daß das Schlittenfahren schon ziemlich ging. Doch bis zum 20. Oktober war er wieder verschwunden. Es war dadurch das Erdreich so viel aufgeweicht, daß das Pflügen gut ging. Von der Zeit an bis heute haben wir wieder fast ohne Unterbrechen trockene und helle Tage gehabt. Der Weg ist schon ziemlich staubig.
Es sind jetzt von uns immer einige auf der Reise nach Taschkent mit Schweinefleisch, es kostet a Pud von Rbl. 5.50 bis Rbl. 6.50. Die Getreidepreise sind: Weizen a Pud 1 Rbl. 15 K., Gerste 65K., Hafer 55 Kop. Sollte der Herr einen strengen Winter kommen lassen, so würde alles noch teurer werden.
Es ist auf unsrer kleinen Ansiedlung recht unruhig; es wollen wenn der Herr auch will, aufs Frühjahr mehrere nach Amerika gehen.
Wir hatten Predigerbesuch; zuerst ein Bruder Thiessen von Alt Samara, und dann Aelt. C. Fehr u. Pred. G. Neufeld von der Orenburgischen Ansiedlung. Sie haben uns das Evangelium von der freien Gnade in Christo Jesu reichlich verkündiget, es sind auch einige Seelen erweckt worden. Wir sind so von andern Kindern Gottes abgelegen, darum betet für uns, daß der Herr auch bei uns in Turkestan sein Reich fördern möchte....
.... der Gesundheitszustand ist befridiegend; außer Br. Johann Klassen hütet noch mehrenteils das Bett. Sterbefälle sind im verflossenen Jahr bisher wenig vorgekommen.

Jakob Mandtler
   
Zuletzt geändert am 17 Juni, 2016