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Brief von Cornelius Dück aus Gnadenthal, Asien in der Zeitung "Zionsbote" Nr. 44, vom 5. November 1890, S. 1

 

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung "Zionsbote" Nr. 44, vom 5. November 1890, S. 1. (gotisch) von Elena Klassen.

 

 

Asien

Der Gesundheitszustand  ist im Ganzen, Dank dem Herrn, so ziemlich gut, Br. Martin Janzen leidet noch immer an seinem Bein; es ist an mehrern Stellen wund und auch im Kniee steif; er geht bei einer Krücke und am Stab wogl 1 ½ Jahr. Br. Peter Wiebe geht auch noch immer so lahm beim Stuhl herum, die Sprache ist auch noch immer schwer, ist aber froh im Herrn. Ich war unlängst bei ihnen zu Gast, wir verlebten die wenige Stunden in Segen; Gott stärkte auch ihn. Was das geistige Leben im Ganzen betrifft, so hat man recht viel zu wünschen, die Dürre ist noch nicht zu Ende. Am Versammlungshaus wird gebaut, das Dach ist gemacht; es soll so weit ferig, so Gott will und wir leben, daß es zum Winter zu benutzen ist. Gott gebe, daß im neuen Hause ein neuer Mut und neues Leben sei.
Den 5. Juni ging die Frau Jacob Reimer, Gnadenthal, geborne Günther von Prangenau, zur ewigen Ruhe ein. Sie hinterließ bei den vereinsamten Gatten vier Kinder, wovon das kleinste 6 Wochen alt war, welches Johann Martens, Nikolaifeld (Nikolaipol?? – E.K.), sich zum Erziehen hingenommen haben; die andere drei Kinder hat der Vater zu Hause. Den 20. April fuhren Franz Lorenz sammt ihren Kindern Vothen und Görzens, welche voriges Jahr am 11. Juli herkamen, zurück nach der alten Heimat (nach der Molotschna) weil es ihnen hier nicht gefiel. Vom Trakt (Wolga) sind dieses Jahr am 11. Juli hier angekommen: Franz Schmidts, Franz Martens, Franz Funks, Heinrich Quirings und lediger Franz Quiring. Und d. 27. Juli sind von Chiwa hergekommen: Dietrich Pauls und Wilhelm Penners, letztere nur zum Besuch; sie fahren, so Gott will, künftige Woche wieder zurück; es wird wohl ein schweres Scheiden sein, wenn Eltern und Geschwister von dem einen Kind und der Schwester, welche so lange schon in Chiwa verweilt und auf einmal wiedergesehen, sich wieder werden trennen müssen.
Zum Gruß Psalm 39, 5.
Nebst herzlichem Gruß an alle Leser
Corn. Dück.

Besonders einen herzlichen Gruß an Heinrich Gäde, Nebraska, fr. Liebenau, Molotschna
Derselbe.

Gnadenthal, 10 Sept. 1890.
Lieber Bruder Harms!
Gottes reicher Segen und sein Friede sei mit Dir.
Der Herr hilft stets zur rechten Zeit, sowohl in irdischer als in geistlicher Hinsicht, das habe ich auch wieder erfahren dürfen. Ich war recht bekümmert um mein zeitliches Fortkommen, was auch zu ersehen aus dem Brief, den ich na Bruder Abr. Schellenberg, Kansas, absandte. Am 6. September erhielt ich zu meiner Freude (aber auch zu meiner Beschämung, daß ich noch immer so schlecht das Wort zu befolgen verstehe: „Sei stille im Herrn und warte auf ihn.“) einen Brief von Bruder H. Voth, Minnesota, mit einem dabeiliegenden Opfer von 69 Rbl. 44 Kop. ($ 40.70) welches mir galt.
Ich las den Brief mit Dank gegen Gott und den Heiland, daß er so viel an mir erwiesen und seufzte zum Herrn, er möchte es den Wohlthätern vergelten. So danke ich den Wohlthätern aufs herzlichste. Gott, der da reich ist an Gütern, vergelte es einem jeglichen nach seiner Verheißung. Bitte denn den lieben Bruder Schellenberg bestens zu grüßen und ihm zu sagen: (in dem Sinne, was ein Gesandter des Obersten der Schule sagte, nicht Jesus zu bemühen) „Bemühe dich nicht“ Luk. 8, 49. Ich habe auch zugleich Bruder Voth über den Empfang des Geldes geschrieben.
Herzlichen Gruß an alle die nach mir fragen und mich lieb haben. Betet für mich, denn das gibt mir neue Kraft
Euer dankbarer Bruder
Corn. Dück.
Anmerkung – Mittlerweile wird der liebe Br. Dück wohl auch noch die Summe von $ 24.50 erhalten haben, die wir am 6. Sept. d.J. abschickten. Der hohe Rubelcours ist für ihn leider nicht günstig, das erklärt es auch, warum die Summe von $ 40.70 nur 69 Rbl. 44 Kop. brachte, während es in den letzten 10 Jahren stets nocheinmal so viel Rubel als Dollars gab.

J.F.H. (Harms – E.K.)
   
Zuletzt geändert am 21 Juni, 2018