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Bericht von Johann Janzen aus Samara über die goldene Hochzeit seiner Eltern in Nikolaipol, Turkestan, aus der „Friedensstimme“ Nr. 70 vom 6. September 1914, S. 6

 

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

 

Goldene Hochzeit des Pred. Jak. Janzen, Turkestan.

Sonntag, den 27 Juli, feierten unsere lieben Eltern Jakob und Agatha Janzen – Nikolaipol bei Aulieata ihre goldene Hochzeit, wozu auch alle auswärtig wohnenden Kinder erschienen waren, was wir alle kaum erwartet hatten, daß es geschehen würde. Der Herr gab aber Gnade, daß die Eltern bei dieser Gelegenheit noch einmal alle ihre Kinder, 4 Söhne und 3 Töchter, um sich versammelt sehen durften. Außer den auf dem Fest gegenwärtigen 35 Enkeln und Enkelinnen waren noch abwesend in den verschiedenen Gegenden des europäischen Rußland 7 Enkel, 2 Enkelinnen und 2 Urgroßkinder. 5 Söhne sind den Eltern vorangegangen ins Jenseits.
Die Feier fand im Gandentaler Bethause stat. Der Vater eröffnete dieselbe durch eine kurze Rede. Er rief zuerst allen erschienenen Gästen ein herzliches Willkommen zu und hob dann die verschiedenen Gründe hervor, die zur Veranstaltung dieses Dankfestes uns veranlaßten. Als Festredner traten dann auf die Brüder Ar. Dyck und Hermann Epp. Dann suchten die Söhne und zwei Schwiegersöhne nacheinander durch ganz kurze Reden ihren Gefühlen Ausdruck zu geben. Kinder und Großkinder sangen noch etliche Lieder; auch der Sängerchor trug mehrere passende Lieder vor, die sehr zur Hebung der Feier beitrugen. Während der Mahlzeit sagten mehrere Großkinder passende Gedichte auf. Zum Schluß redete noch Br. Joh. Regehr.
Des Abends versammelten sich viele Freunde und Verwandte im Garten unserer Geschwister H. Janzen, der früher den Eltern gehörte. Hier wurde bei Lampenlicht unter den Obstbäumen allen Gästen nochmals mit einem Mahle gedient, während ein Saitenorchester seine schöne Musik ertönen ließ, die von mehreren Sängern begleitet wurde. Fürwahr, der Herr hat Großes an uns getan! 50 Jahre lang die Freuden und Leiden dieses Lebens zu teilen hat Er unsern teuren Eltern vergönnt. Viel Gutes haben wir Kinder von ihnen und durch sie empfangen. Sie waren als gläubige Eltern stets beflissen, uns zu Jesu zu führen und haben es erleben dürfen, daß alle ihre Kinder zum Glauben an Ihn gekommen sind. Ein ziemlich bewegtes Leben haben sie hinter sich. Der Herr wolle Ihnen einen ruhigen Lebensabend schenken, ist nun der innige Wunsch und das ernstliche Gebet der Kinder.
Den 11. August traten wir mit unsern 3 Kindern und Geschw. Ecks – Suworowskaja unsere Heimreise an. Es hat, trotzdem auf der Bahn viel Militär befördert wird, über Erwarten gut gegangen. Wie es Geschw. Ecks die übrige Strecke ergangen ist, wissen wir noch nicht.
Joh. Janzen

Donskaja, Gouv. Samara, den 26. August.

 

 

Bemerkungen von Elena Klassen – Infos und Fotos zu der Fam. Jakob und Agatha Janzens. in dem Buch:

„Die alte Heimat im Talas – Tal“ von R. Friesen (S. 14, 15, 16)
und „Auf den Spuren der Ahnen“ von R. Friesen (S. 80, 81)

 

 

Bemerkungen von Andreas Tissen: Auf dieser Feier wurde das Foto P66118 gemacht.

P66118. 35 Enkel und Enkelinnen von Prediger Jakob Franz Janzen (1844, Lichtfelde, Molotschna, South Russia - 16 Jun 1917, Donskoye, Neu Samara, Russia) (#109399) auf seiner Goldenen Hochzeit 1914. Foto: Aulie Ata Kolonie. [48 S. 155]; [67]

   
Zuletzt geändert am 9 Mai, 2018