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Eine kleine Erwiederung zu dem Aufsatz vom Tschu, Turkestan aus der „Friedensstimme“ Nr. 41 vom 26. Mai 1910, S. 7

 

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

 

Eine kleine Erwiederung zu dem Aufsatz vom Tschu.

(Friedensstimme Nr. 23.) Der Artikel enthält ja manches, was zu widerlegen wäre, doch will ich hier nicht auf alle Einzelheiten eingehen. Es ist ein Uebelstand, daß unsere Turkestaner Ansiedlung noch immer mehr Unbemittelte dorthin läßt, da selbige sich hier, wenn sie nicht ganz so phlegmatisch wären, so viel verdienen könnten, daß sie ihr Fortkommen hätten, wenn nur der Wille wäre. Da aber jetzt einige Tausend Rubel von Amerika gekommen sind zum Mithelfen, so wird getrost hingezogen, wo doch ein für allemal nichts zu verdienen ist. Zu meiner eigenen Schande muß ich sagen: Es fehlt unserer Ansiedlung an Männern, die einmal ernst auftreten und solcher Willkür ein Ende machen sollte, anstatt sie immer noch zu fördern. Wenn man in Gesellschaftskreisen davon spricht, heißt es nur: du verstehst die Sache nicht, und es bleibt beim Alten. Außerdem ist die Tschuer Ansiedlung ein für allemal zu weit ab von jeglicher Verbindung. Zum Reiten durch die Wüste, welches der nächste Weg ist, werden zu unserer Stadt Aulieata 3 bis 4 Tage gebraucht, per Wagen  braucht man bis 8 Tage. Und nun frage ich: wie kann da eine Ansiedlung bestehen? Und wohin wollen solche Leute ihre Produkte, wenn es solche endlich noch gibt, absetzen? Solche und ähnliche Fragen könnte Schreiber dieses noch mehr stellen, doch für diesmal genug.
Ein Leser.

   
Zuletzt geändert am 26 März, 2018