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Bericht von Peter Janzen, aus am Tschu, Turkestan, aus der „Friedensstimme“ Nr. 23 vom 5. Juni 1910, S. 8

 

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

 

Am Tschu, Turkestan, den 11 Mai.
Den teuren Geschwistern in Rußland und Amerika sagen wir herzlichen Dank und ein „Vergelt`s Gott“ für die Gaben, die wir zu unserer Unterstützung erhalten haben. Viel Sorgen wurden damit aus dem Wege geräumt, und Mancher, dem der Mut schwinden wollte, fast wieder neuen Mut. Die letzte Gabe aus Amerika ist nach der Anordnung unserer Brüder am Talas verteilt worden.
Allen, die sich für uns und unsere Ansiedlung interessieren, kann ich mitteilen, daß wir den 30. April, nach 17 tägiger Arbeit in unserm Hauptareck (Wasserkanal) Wasser eindämmen. Jetzt, da der Areck voll ist und reichlich Wasser liefert, und unsre Klee- und Getreidefelder genügend und zur rechten Zeit mit Wasser versorgt, sind die Gemüter froh. Jetzt sieht auch der, der nur auf das materielle, schaut, hoffnungsvoll in die Zukunft, trotzdem wir den großen Fehler gemacht, und etlichen samen zu naß in die Erde gebracht haben. Nun aber nach dem ersten Wässern, hat sich auch das schlechte Getreide sehr erholt. Der Areck, der cirka 18 Werst lang ist, haben 30 Mann in oben angegebener Zeit ausgereinigt.
Die Osterwoche durften wir mit einigen unserer sehr lieben Geschwistern  vom Talas gemeinschaftlich im Segen verleben. Bruder Thielmann diente während der Zeit mit dem Worte. Ein paar junge Seelen übergaben sich dem Herrn.
Der Gesundheitszustand ist einigermaßen gut. Gegenwärtig liegt Br. Peter Abrams am Stiche in der Brust darnieder.
Seit etlichen Tagen haben wir recht warme Witterung, vordem was es kühler, wie die vorhergehenden Jahre unseres Hierseins. Deshalb ist auch das Wachstum gegen den vorigen Jahren zurückgeblieben.

Peter Janzen.
   
Zuletzt geändert am 26 März, 2018