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Brief von Abram Wedel aus Turkestan aus dem „Botschafter“ in der "Mennonitische Rundschau" vom 9. Juli 1913, Seite 17

 

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" vom 9. Juli 1913, Seite 17. (gotisch) von Elena Klassen.

 

Turkestan. Mit der Ackerei begannen wir am 13. März und beendigten sie den 11. Mai. Manchen wird es  vielleicht sonderbar vorkommen, daß das Pflügen hier so lang dauert. Das hat aber seine gewissen Gründe: Erstens, schneite es in diesem Jahre  am 16. und 17. März noch wieder, und zwar so sehr, daß man auf dem Schlitten fahren konnte. Zweitens, trocknet das Land hier schnell aus, weil es meistenteils lehmig ist. Dann muß es erst wieder bewässert werden, ehe man pflügen kann. Bewässern können wir aber auch nicht alle zugleich, weil besonders im Frühjahr nicht genug Wasser dazu vorhanden ist. Dieses kommt aus den Talas-Bergen, die mit ewigem Schnee bedeckt sind und hoch in die Wolken ragen. Das Wintergetreide steht hier gut, wird aber nur wenig gesät. Auch das Sommergetreide läßt nichts zu wünschen zu bewässern. Der Klee und das Gras ist schon einmal bewässert worden. Ersterer ist einhalb Arschin hoch und kann in 3 Wochen zum ersten Mal gemäht werden. Bis zum Herbst wird er noch zweimal gemäht und auch ebenso viel mal bewässert. Obst wird es auch wieder ganz schön geben.
Vom 8. auf den 9. Mai und vom 9. auf den 10. hat es hier gefroren. Die aufgegangenen Bohnen, Kartoffeln und Kürbisse haben dadurch gelitten.
Schulschluß am 17. Mai.
Abr. Wedel.
Aus „Botschafter“

   
Zuletzt geändert am 11 März, 2017