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Todesanzeige über Prediger Dietrich Klassen, Tereker Ansiedlung in der "Mennonitische Rundschau" vom 17. Juni 1914

 

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" 17. Juni 1914, Seite 18. (gotisch) von Elena Klassen.

 

Prediger D. Klassen, Tereker Ansiedlung.
Todesanzeige

Im September 1913 bekam Prediger D.Klassen das erste Mal eine leichten Schlaganfall. Den 29. September kam das Unglück mit dem Sohn Dietrich, der sich mit der Sense schnitt und starb, welches Ereignis so auf seinen Geist und Nerven einwirkte, daß er am 20. Oktober in Nr. 9 (Nummer des Dorfes in der Ansiedlung – E.K.)  mitten in der Ansprache von der Kanzel heruntergehen mußte und ein anderer Prediger Fortsetzung machte. Zwischen den Weihnachtsferien kam der zweite Schlag und seine Sprechorgane waren so gelähmt, daß sein Sprechen sehr schlecht zu verstehen war. Am 9. März tat Gott noch ein Wunder an ihm, so daß er bei zwei Stunden klar und deutlich mit seiner Familie das Notwendige besprechen konnte.

Dann kam der dritte Schlag und nach diesem hat er nichts mehr gesprochen. Den 8. April 10 Uhr abends starb er im Alter von 57 Jahren weniger einem Tag. In der Ehe gelebt 32 Jahre, 5 Mon.
u. 25 T.
Kinder gezeugt 12, wovon ihm 7 vorangegangen sind. Im Predigamt gestanden 23 Jahre. Leichenreden gehalten 114. Frau- und Silberhochzeitensreden 42. Gewöhnliche Predigten und Ansprachen auf Gastmählern wie auf Reisen zusammen 1008. Zusammen 1164 Predigten.
Seine Leichenpredigt hielt Prediger Johann Dück (Taranowka) nach
1. Mose. 48, 21. Thema: Die letzten Worte eines Sterbenden: Es sind ernste Worte: 1. in Bezug auf den Sterbenden selbst, weil er alles Irdische und die Seinen verlassen muß, und weil seine Gnadenzeit auf ewig aus ist; 2. sind es tröstende Worte, denn „Gott wird mit euch sein,“ der Herr bleibt bei Euch und wird euch den Verlust tausendfach ersetzen; 3. sind es ermuternde Worte, denn sie sprechen die Hoffnung des Wiedersehens aus.
Nach Vesper sprach Prediger Ewert (Rohrbach) über Psl. 90, 12 und Aeltester  Fr. Enns (Talma) über Psl. 68, 21.
Der Verstorbene hinterläßt eine trauernde Witwe und fünf Kinder.
Wanderloo.

Wilh. Penner

   
Zuletzt geändert am 28 Januar, 2017