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Briefauszug von Jakob Janzen aus Asien in der "Mennonitische Rundschau" Nr. 4 vom 27. Januar 1886 und ein Brief von Cornelius Dück aus Nikolaipol, Asien in der "Mennonitische Rundschau" Nr. 13 vom 31. März 1886

 

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" Nr. 4 vom 27. Januar 1886, 1 und 2?. (gotisch) von Elena Klassen.

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" Nr. 13 vom 31. März 1886, 1 und 2?. (gotisch) von Elena Klassen.

 

Briefauszug von Jakob Janzen

Asien.
Jakob Janzen  schreibt in einem Privatbriefe an den Editor, daß die Dienstangelegenheit ihnen dort gegenwärtig keine Mühe wache. Der letzten Aufforderung hat man kein Gehör geschenkt, sondern einfach eine Erklärung mit Beweisen aus der hl. Schrift an die Obrigkeit geschickt, worauf bis zur Zeit (26. Nov.) noch nichts eintraf. Weiter heißt`s in dem Briefe: „Die Gesundheit ist sehr befriedigend. Die Witterung ist ganz andersmals wir es sonst gewohnt sind, d.h. wir haben viel Mehr Regen und Schnee. Wohl vier Mal hat es ziemlich geschneit und der letzte Schnee, etwa 5 Zoll tief, liegt noch.“

 

Brief von Cornelius Dück aus Nikolaipol
Asien.
Nikolaipol, 18 Januar 1886. Nachdem wieder ein altes Jahr dahin und mit demselben auch mancher Kummer und Sorge hinter uns sind, hat das neue Jahr, welches ich durch Gottes Gnade wieder habe erleben dürfen, auch wieder reichlich Kummer und Sorge mitgebracht.
Es ist dieses Jahr für unsere Colonie recht schlecht, weil die geliehene Kronsschuld ernst gefordert wird, d.h. ein Theil und ein Jeder sehr zu thun hat, das Geld aufzubringen, weil die Producte billig sind; eine Melkkuh preist (kostet – E.K.) 10-12 Rbl., Weizen 1 Rbl. 50 Kop. per Batman u.s.w.
Mein Gesundheitszustand ist ein sehr schlechter, da ich nicht einmal gehen, viel weniger arbeiten kann und steigt mir immer die Frage auf: „Wie wird`s mit mir werden?“ Jedoch bleibt`s dabei: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege,“ und ich weiß wohl, daß der Herr Himmel und Erde in Seiner Gewalt hat und auch die Herzen der Menschen. Er hat noch immer geholfen, das ist meine Hoffnung und mein Glaube! Denn der Herr verspricht nicht etwas, was er nicht hält. Ich leide an einer innerlichen Geschwulst; darum bitte ich, meiner im Gebete zu gedenken nach Seel und Leib. Bei Aaron Reime rs ist ein Mädchen von sieben Jahren krank; es ist so angeschwollen am ganzen Körper, daß es gefährlich aussieht, wird wohl Wassersucht sein. Uebrigens ist der Gesundheitszustand auf unserer Ansiedlung gut. So will ich mich dem Herrn befehlen in meinen Wegen und mit dem Psalmisten ausrufen (und glauben): „Was betrübst du dich meine Seele? Harre auf Gott! Denn ich werde ihm noch danken, das er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“ Psalm 42, 12. Einen innigen Gruß an Alle, die sich meiner in Liebe erinnern.
Cornelius Dück,

fr. Wernersdorf, Molotschna.
   
Zuletzt geändert am 24 Dezember, 2016