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Brief von Johann und Helena Dörksen aus Aulie-Ata, Asien und ein Schreiben der Redaktion in der "Mennonitische Rundschau" vom 1. April 1885

 

Abgeschrieben von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

Kopie der Zeitung "Mennonitische Rundschau" vom 1. April 1885, Seiten 2-3. (gotisch) von Elena Klassen.

 

Asien.
Aulieata. Da die Gnade des Herrn uns noch immer trägt und wir unter derselben noch aus- und eingehen dürfen, so will ich denn auch den Verwandten und Bekannten, nah und fern, berichten, daß wir sammt den lieben Kindern, dem Herrn viel Dank, wohlauf sind und wünschen euch ein Gleiches. Möchten auch gern von Onkel und Tante Kornelius Wall, fr. Hierschau, Rßl., sowie von Heinrich Lohrens, fr. Berdjansk, etwas wissen. Die Witterung ist hier diesen Winter etwas wechselhaft, welches für den menschlichen Körper nicht günstig ist und Husten und Schnupfen zuwege bringt. Den ganzen Winter war nur noch sehr unbedeutend Schnee, Regen gar keiner. Der Weg war staubig wie im Sommer. Der strengste Frost war bis 17 Grad gewesen, aber auf nur wenige Tage, mitunter hatten wir Sommertage, welches zum Wasserfahren auch sehr angenehm war, da die Flüsse den größten Theil des Winters unsere Brunnen sind. Einen herzlichen Gruß an alle Verwandten und Bekannten hüben und drüben.
Joh. und Helena Dörksen.

Jacob Janzen und Herrman Epp waren nach Taschkent gefahren um für die dienstpflichtigen Jünglinge sich zu verwenden, denn es sind dieses Jahr wieder zwei, die da sollen angestellt werden. Mit der Obrigkeit ist nicht viel zu machen, zwar das Pflanzen wird gestatet wenn es im Allgemeinen geschieht, doch soll dabei ganz in militärischer Weise verfahren werden. Wenn sich jetzt unsere Ansiedlung einig wäre, dann würde Rath sein, aber wie steht es! Drei Parteien sind schon in unserer kleinen Ansiedlung und die vierte weiß noch nicht zu welcher sie sich zählen will. Die „Mennoniten - Brüdergemeinde“ besteht nun aus fünfunddreißig getauften Gliedern, zweiundzwanzig männlich und dreizehn weiblich. Neulich wurden da drei Lehrer gewählt: Heinrich Kröker (fr. Neukirch), Peter Wiebe und Kornelius Janzen (ledig), Sohn des Heinr. J. fr. Lichtfelde.

 

Von der Redaktion -

Wir erfahren, daß bei Aulieata außer den ursprünglichen 12 Familien, denen schon letzten Herbst die Mittel zur Auswanderung sicher waren, noch 19 Familien gern auswandern möchten. Wenigstens dreien davon ist neulich geholfen und somit wären immer noch an 16 Familien, für welche es an Hilfe mangelt. Wollen sehen, wie der Herr unsere Felder segnet, doch das versprichst du Ihm, l. (lieber – E.K.) Leser, wenn es geht, dann wirst du nächsten Herbst wieder freudig mithelfen. Oder hast bange so ein Gelübde zu machen? Nun ja, wenn man etwas gelobt, soll man`s auch halten.
   
Zuletzt geändert am 18 Dezember, 2016