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Gut Lindental (Bernhard Fast), Pawlograd

 

Von Elena Klassen (Email), alle ihre Berichte.

 

Mennonitische Guts und Gutbesitzer in Russland. Von Viktor Petkau.

 

 

Gutsname: Lindental (Gut)
Weitere Gutsnamen: Fast, Фаста
Ortsnummer: D1114

Koordinaten: 48.1739, 35.5549;
Admin. Zuordnung:  до 1917 – Екатеринославская губ., Павлоградский у.; Булаховская волость, в сов. период – Днепропетровская обл., Синельниковский (им. Хатаевича) р-н.
Erworben: 1867.
Topografische Lage: [25 F5]
Landfläche: 250 Des. (1867); 450 Des. (1869)
Einwohnerzahl: 64 (1925), 45 (1926).
Industrie und Handel: 1 Betrieb. Giesserei und Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen. [103]
Grandma 7: In der "Grandma 7" CD sind 15 Mennoniten, die in Lindental, Pavlograd, Ekaterinoslav geboren sind, beschrieben.
Zusatzinformationen:: Bei Station Slawgorod. Gründer Bernhard Fast (1821-1898) (#59511) geb. in Lichtenau, Molotschna, kaufte 1867 250 Des. Land (29 Rubel pro Dess.) 10 Km nordlich von Pawlograd und 1869 noch 200 Des (30 Rubel pro Hektar?). Nach der Forstei-Liste von 1908 4 seine Kinder:
1. Balzer, Peter (1854-1931) (#353341) aus Halbstadt 100 Dess. Frau Helena Bernhard Fast (1853-?) (#59518).
2. Fast, Heinrich Bernhard (1863-1919) (#353343) 100 Dess.
3. Fast, Johann Bernhard (1857-1919) (#59520) 100 Dess.
4. Konrad, Jakob Jakob (1845-1924) (#69172) 100 Dess. Frau Katharina Bernhard Fast (1846-1895) (#59514).

Prächtige Bauten und Anlagen, Eisengießerei, Landmaschinenfabrik; nach der Revolution durch Banden völlig ausgeraubt (aber niemand ermordet). Schule 1-4 (1926). In der "Grandma 5" CD sind 9 Mennoniten, die in Lindental, Pavlograd im Zeitraum 1868-1908 geboren sind, beschrieben.
Quellen: [4]; [11]; [38]; [112]; [125 S. 9, 50, 106, 118]; [333 S. 11-12]; [339 S. 60-63]

 
 
Information und Quellen aus Orte in den Mennoniten in Russland bis 1943 lebten.
   
Quellen:
4. Handbuch Russland-Deutsche (mit Ortsverzeichnis ehemaliger Siedlungsgebiete). Mertens, Ulrich. Nürnberg.  2001.
 

11. Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энциклопедический словарь.  Сост. В.Ф. Дизендорф. Москва, 2006. 2-е переработанное Интернет-издание. - 2009.

25. Karte der deutschen Siedlungen im Gebiet (Oblast) Dnepropetrowsk (ehem. nördl. Teil des Gouv. Jekaterinoslaw. Bearbeitet von Dr. K. Stumpp. In „Heimatbuch der Deutschen aus Rußland“ 1958.

38. Grandma 5 CD-ROM. CMHS Fresno USA. 2006. Beschreibung.

103. Liste der mennonitischen Industrie- und Handelsunternehmen in Russland.

112. Grandma Datenbank. CMHS Fresno, USA. 2017. Beschreibung.

125. Mennonite Estates in Imperial Russia. Second Edition rev. and expanded. Helmut Huebert. Winnipeg, Canada. 2008.

333. Jahresbericht des Bevollmaechtigten der Mennonitengemeinden in Russland in Sachen der Unterhaltung der Forstkommandos im Jahre 1908. Von Michael Penner.

339. Die Kronsweider Mennonitengememde in Russland: Ihre Dörfer und Ältesten. Klassen Is. P. 1993.

   
 

Bericht im „Prakt. Landwirt“  Nr. 3 1 Oktober 1925, S. 6-7
Schönwieser Rajon ..... „sein Rajon besteht aus 4 Dörfern Schönwiese, Dmitrowka (fr. Neu-Schönwiese), Jakowlewo und Lindental.....“

 

 

Zugeschickt von Margarethe Niebuhr (Grandma 175500 geb. in Schönwiese, Südrussland) aus Canada

Aus einem Bericht über die friesische oder Kronsweider Gemeinde  1925

Ganz in der Nähe der Station Slawgorod liegt die kleine Kolonie Lindental, deren Bewohner seit kurzem auch der Kronsweider Gemeinde angehören. Das schöne Stück Land (die Anzahl der Desjatin ist nicht angegeben) hatte 1867 ein Molotschnaer Namens Bernhard Fast vom Rosenhof angekauft und angesiedelt, dessen Erben jetzt das Land bearbeiteten, mit prächtigen Bauten und Anlagen, wo es vor dem Krieg auch keinem Gehöfte derselben an Motoren und allerlei ist aussländischen Maschinengeräten gefehlt hatte, ja es gab daselbst Werkstätten in grossem Stil mit Gusseisengiesserei und landwirtschaftlichen Maschinen fabrikation. Es ist eine reiche regsame Zeit gewesen, in dem kleinen Lindental mit ihrem wenigen aber fleissigen Bewohnern. Aber, da kam der Weltkrieg 1914, dann die Bürgerkriege, dann Machno nebst vielen anderen Banden und dem blühenden Dörflein weilte dasselbe Schicksal, wie den zahlreichen anderen Kolonien in seiner Umgebung. Die Leute flohen, kamen wieder und mussten wieder fliehen. Eine Front nach den anderen ging über Lindental hinweg, eine Bande wechselte mit der anderen ab und die Leute wurden ihrer Güter beraubt. Eines gewaltsames Todes aber ist in Lindental niemand gestorben, nur des Tiphus hatte auch hier seine Opfer verlangt. Diese kleine Gemeinde gehörte früher zu Rosenhof. Doch als die Rosenhofer Kirche während der Anarchie zerstört wurde, baten die Lindentaler um Aufnahme in die Kronsweider Gemeinde, was ihnen auch freundlich gewährt wurde und der neue Kirchenälteste Johann Martens, bei dessen Wahl die Lindentaler sich auch beteiligten, hatte drüben bereits das Heilige Abendmahl ausgeteilt und für Lindental einen Diakon ins Amt eingebührt.
Eine Schule konnte während den Unruhen nicht immer bestehen, aber zur Zeit ist sie auch im Gange mit dem Lehrer Heinrich Epp junior, Sohn von Chortizer Oberlehreres Heinrich Epp.

Nach dem Ältester Johann Klassen nach Canada immigrierte, wurde Johann Martens aus Einlage zum Ältesten der Kronsweider Gemeinde 1924 gewählt.

Auszug aus dem Buch: Die Kronsweider Mennonitengememde in Russland: Ihre Dörfer und Ältesten. Klassen Is. P. 1993. S. 60-63.

 

 

Bilder und Fotos Gut Lindental (Bernhard Fast), Pawlograd. Von Elena Klassen.

Personen aus Lindental in den Akten der Einwanderungszentrale (EWZ) 1943-45. (von Elli Wise)

2 Seiten aus dem Archivdokument Liste von Personen aus Jakowlewo (Eigenfeld), Chutor Lindental und Dimitrowka (Neu-Schoenwiese) abgeschrieben. (russisch) von Elena Klassen.

2 Seiten aus dem Archivdokument mit Liste von Personen aus Jakowlewo (Eigenfeld), Chutor Lindental und Dimitrowka (Neu-Schoenwiese). Abgeschrieben von Elena Klassen. Mit Bemerkungen von Willi Janzen.

Guts und Gutbesitzer im Ujesd Pawlograd, Gouvernement Jekaterinoslaw. Von Viktor Petkau.

Brief von Bernhard Fast, Lindenthal Südrussland. In der „Mennonitische Rundschau“, vom 4. Februar 1885. Abgeschrieben von Elena Klassen.

Ein zweiter Brief von meinem Ururgroßvater Bernhard Fast aus Lindenthal in der „Mennonitische Rundschau“, Nr. 18, 29 April 1896. Abgeschrieben von Elena Klassen.

Buch: Die Kronsweider Mennonitengememde in Russland: Ihre Dörfer und Ältesten. Klassen Is. P. 1993. S. 60-63.

   
Zuletzt geändert am am 7 Januar 2018