Home

Chortitza Kolonie

Molotschna Kolonie

Dörfer in Russland

Bücherregal

Karten

Bilder

Namen

Sitemap

 

Gut Steinbach (Schmidt), Molotschna Kolonie

   
 

Ortsname: Steinbach
Weitere Ortsnamen: Steinbach Gut, Kalinovka, Kalinowka (ab 1945), Калиновка, Steinbach (bis 1945), Шмидта, Schmidt.
Ortsnummer: D0703
Kolonie (menn.): Molotschna
Mutterkolonie: Preussen
Admin. Zuordnung:
Gebiet Saporoshje/Rayon Molotschansk. до 1917 – Таврическая губ., Бердянский у., Молочанский менн. окр.; Гнаденфельдская (Богдановская) вол.; в сов. период – Запорожская/ Днепропетровская обл., Черниговский/Ротфронтовский (Вальдгеймский) нем./ Молочанский (Гальбштадтский, Пришибско-Молочанский) нем. р-н.
Gründungsjahr: 1812
Topografische Lage: [27 G9]; [45]; [46]; [125 S. 396, 397]; [177]; [193];

Dorfplan: [101 S. 84; 85] 1912-14; [101 S. 86]
Landfläche: 370 Desj. (1858; 11 двор.), 350 дес. (1914; 15 двор.), 13.539 Dess.

   

Einwohnerzahl: 53 (1864), 7 (1886), 6 Höfe, 65 Einwohner (1906), 48 (1911), 67 (1915), 67 (1918), 67 (1919), 45 (1926), 445/341 нем. (1926).
Konfession: mennonitisch

Industrie und Handel: 1 Betrieb. Ziegelfabrik (gegr. 1828). [103]

Grandma 7: In der "Grandma 7" CD sind 99 Mennoniten, die in Steinbach, Molotschna geboren sind, beschrieben.
Zusatzinformationen: Die Kolonie lag etwa 40 km im SO von Halbstadt. Molotschna, zwischen den Dörfern Steinfeld und Elisabetthal. Sie wurde 1812 von Claas Wiens (1768-1820) (#47057), dem ersten Oberschulzen der Molotschnaer Kolonien, gegründet. 1818 besuchte Zar Alexander I. den Ort und war tief beeindruckt von den Baumpflanzungen in der öden Steppe, mit eine Veranlassung zur Gründung des Molotschnaer „Landwirtschaftlichen Vereins". 1819 schenkte der Zar Wiens etwa 350 Dess. (einige Quellen sagen 500 Dess.),  er soll das Land für die Gründung der ersten Waldplantage in diesem Gebiet nutzen.  Beginn der Tradition mennonitischer Güter.

Am 22.10.1825 besuchte er Steinbach nochmals und ordnete an, jeder Wirt des Gebietes solle 1/2 Deßj. amerikanischer Akazie pflanzen; Claas Wiens sein Schwiegersohn Peter Schmidt (1789-1856) (#60249)  gründete hier eine Fortbildungsschule auf dem Gut 1838.
Friedrich W. Lange war wahrscheinlich der erste Lehrer. Franz Dyck war Lehrer irgendwann vor 1870. Tobias Voth und Peter Jakob Neufeld (1857-1866 und 1870-1871) waren bekannte Lehrer in dieser Schule. Heinrich Wall war wahrscheinlich ein Lehrer in der Zeit von Peter Schmidt III. Heinrich Jakob Janzen lehrte in den 1870er Jahre. Der letzte Lehrer war Heinrich Harder, der auch Prediger in der benachbarte Lichtfelder Kirche.
Peter Schmidt (1817-1876) (#65161) war ein großer Föderer von Wohlfahrtseinrichtungen, 1850 - 1869 Vorsitzender des Landw.- Vereins, übernahm das Gut Steinbach. Mitglied im "Molotschnaer Mennoniten-Schulrat" (gegründet im August 1869).

1848 hatte Steinbach eine relativ bescheidene Baumschule, 6.500 Waldbäume, 1.200 Maulbeerbäume; bis 1851 war diese auf insgesamt 43.620 Bäume angewachsen. In den 1860er Jahren mietete Schmidt 4.000 Dess. aus der Kolonie, zunächst als Weide für Schafe. Später vermietet er Land an ärmere Kleinbauern, mit beträchtlichem Gewinn. Jakob Jakob Dick (1852-1921) (#65173), heiratete Marie Peter Schmidt (1857-1919) (#65166) und errichtete ein prächtiges Haus auf dem Anwesen im Jahre 1880.
Peter Peter Schmidt (1860-1910) (#65167) spielte eine bedeutende Rolle in vielen karitativen Organisationen in der Molotschna, unterstützende Institutionen wie Krankenhäuser und Schulen.
Der mit Steinbach befasste Peter Schmidts waren:
Peter Daniel Schmidt (1789-1856) (#60249) heiratete Anna Klaas Wiens (1796-1870).
Peter Peter Schmidt (1817-1876) (#65161) heiratete Marie Wilhelm Martens, Tochter
von Gutsbesitzer Wilhelm Aron Martens (1821-1895).
Peter Peter Schmidt (1860-1910) (#65167) heiratete Anna Schmidt (1866-1949) (#626825).
Steinbach, Juschanlee und Apanlee fanden Predigerseminare in den frühen 1900er Jahren statt.
1908 Forstei List hat folgende Güter unter Steinbach:
1. Regehr, Johann David 60 Dess.
2. Schmidt, Nikolai Heinrich (1861-1930) (#754912) - 60 Dess.
3. Schmidt, Nikolai Peter 1.121 Dess. (auch in einigen als Apanlee aufgelisteten Quellen)
4. Schmidt, Peter und Nikolai 11.887 Dess. (Möglicherweise war ein Teil dieses Landes in anderen Regionen, nicht nur in der Umgebung von Steinbach)
5. Schmidt, Peter Peter 350 Dess.
6. Wiens, Sarah David (Witwe) 61 Dess. Kam nach Tod des Mannes 1904 mit ihren zehn Kindern nach Stenbach.
Gesamtfläche aller Güter 13.539 Dess.
Nach dem Bürgerkrieg mussten die Gutsbesitzer in der ehemaligen Taverne wohnen
Das Gut wurde 1924 weitgehend von den mennonitischen Besitzern aufgegeben
Eine beträchtliche Anzahl von Familien aus dem Anwesen wanderte 1924 nach Kanada aus: als Beispiel Jakob H und Anna Dick und 6 Kinder, Peter und Margaretha Schmidt und 3 Kinder, Maria Günther und 4 Kinder, Anna Bergmann und 6 Kinder. Gesamtzahl von mindestens 16 Familiengruppen, 58 Personen.
Viele der Gebäude existieren bis heute und werden als Heim für behinderte Kinder genutzt.
Es heißt jetzt Kalinovka.

Biographie Klaas Klaas Wiens [125 S. 336]; Buch Fadejew.

Fotos: Steinbach, Fotos [125 S. 444]
Quellen: [1];  [2 1957, S. 245]; [4 S. 511]; [11]; [26]; [49 S. 369-77]; [95 S. 601, 722]; [112]; [125 S. 205]; [154]; [155]; [186 S. 629-636]; [333 S. 19]; [527 S. 34]; [529 V. 8, 1990, S. 78];

Buch: 1. "Die Molotschnaer Mennoniten. Ein Beitrag zur Geschichte derselben." Franz Isaak. Halbstadt. 1908. (gotisch). 2. Die Molotschna Ansiedlung. Entstehung, Entwicklung und Untergang. Heinrich Görz. Steinbach, 1950-51.

       
    Information und Quellen aus Orte in den Mennoniten in Russland bis 1943 lebten.
       
   
Quellen:
1. „Ortsliste auf der Seite des Dorfes Schuk“ unter http://www.schuk.ru/1/katalog/map.html
     

2. Heimatbuch die Deutschen aus Russland. (HB) Stuttgart: Landmannschaft die Deutschen  a. Russland. 1954-2007.

4. Handbuch Russland-Deutsche (mit Ortsverzeichnis ehemaliger Siedlungsgebiete). Mertens, Ulrich. Nürnberg.  2001

11. Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энциклопедический словарь.  Сост. В.Ф. Дизендорф. Москва, 2006. 2-е переработанное Интернет-издание. - 2009.

14. Grandma Datenbank. CMHS Fresno, USA. 2018. Beschreibung.

26. Compilation of Mennonite Villages in Russia. Tim Janzen. 2001, 2004  und seine Daten in „Mennonitische Dörfer in Russland“.

27. Karte der deutschen Siedlungen im Gebiet Saporoshje, ehem. die Gebiete Taurien und der südliche Teil von Jekaterinoslaw (Dnepropetrowsk). Bearbeitet von Dr. K. Stumpp. In „Heimatbuch der Deutschen aus Rußland“ 1957.

45. Topografische Karte Molotschna Kolonie ca. 1856.

46. KarteMolotschna Kolonie“ by W. Schroeder. Mennonite Historical Atlas. First Edition. William Schroeder. Winnipeg. 1990.

101.  Molotschna historical atlasHuebert, Helmut T. Winnipeg. 2003.

103. Liste der mennonitischen Industrie- und Handelsunternehmen in Russland.

112. Grandma 7 CD-ROM. CMHS Fresno, USA. 2012. Beschreibung.

151. Mennonitische Orte in Russland in Google My Maps. Von Andreas Tissen und Viktor Petkau.

154. Die Molotschna Ansiedlung. Entstehung, Entwicklung und Untergang. Heinrich Görz. Steinbach, 1950-51.

155. "Die Molotschnaer Mennoniten. Ein Beitrag zur Geschichte derselben." Franz Isaak. Halbstadt. 1908. (gotisch)

186. Building on the Past: Mennonite Architecture, Landscape and Settlements in Russia/Ukraine. Friesen, Rudy P with Edith Elisabeth Friesen. Winnipeg, Canada: Raduga Publications, 2004.

333. Jahresbericht des Bevollmaechtigten der Mennonitengemeinden in Russland in Sachen der Unterhaltung der Forstkommandos im Jahre 1908. Von Michael Penner.

527. Mennonite Historical Atlas (Second Edition). Schroeder, William, and Huebert, H T. Winnipeg. Canada. 1996.

529. Zeitschrift "Journal of Mennonite Studies". Englisch. Alle Artikel von 1983 bis 2014 kann man als .pdf- Datei von hier runterladen.

   
 
       
   
Plan des Gutes Steinbach, Molotschna Kolonie
   
   
    Dieser Dorfplan wurte in "Der Bote" Nr. 10, 1995. S. 5 und in "Diese Steine, die Russlandmennoniten". Adina Reger und Delbert Plett. Manitoba. 2001. S. 301 abgebildet.
       
       
   

Bilder und Fotos Steinbach, Molotschna Kolonie.

DorfplanSteinbach 1912-14 mit Umgebung“ in Molotschna historical atlasHuebert, Helmut T. Winnipeg. 2003 S. 84

DorfplanSteinbach 1912-14 Landfläche“ in Molotschna historical atlasHuebert, Helmut T. Winnipeg. 2003 S. 85

DorfplanSteinbach 1912-14 Gebäude“ in Molotschna historical atlasHuebert, Helmut T. Winnipeg. 2003 S. 86

Personen aus Steinbach in den Akten der Einwanderungszentrale (EWZ) 1943-45. (von Elli Wise)

Mennonitische Guts und Gutbesitzer in Russland. Von Viktor Petkau.

Interaktive Karte Molotschna Kolonie.

Steinbach in der "Mennonitische Rundschau" 1880-1939. (2 Einträge)

Steinbach, Molotschna im Buch "Diese Steine, die Russlandmennoniten". Adina Reger und Delbert Plett. Manitoba. 2001. S. 301

D. Regehr, Steinbach gestorben. D. Sch. Friedensstimme, Nr. 9. 28. Februar 1909, S. 8 - 9.

Büchlein "О последней бытности и блаженной памяти Государя Императора Александра I, Таврической губернии Мелитопольского уезда в Молочанских Меннонитских колониях. Санктпетербург. 1827. (altrussisch), Autor wahrscheinlich Andrej Fadejew (1789-1867) Leiter des Fürsorgekomitees (1817-1834) über den Besuch in Steinbach.

Steinbach, Molotschna in Trinkwasser und Brunnen an Orten der Molotschna Kolonie in "Материалы по исследованию водоснабжения селений Бердянскаго уезда Таврической губернии. Описания отдельных селений. В. Д. Соколов. Симферополь. 1911. (altrussisch) von Viktor Petkau. S. 199.

     
   
Zuletzt geändert
     
am 4 Dezember 2017