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Neu-Kronsweide (Dnjeprowka), Chortitza Kolonie

 

Interaktive Karte mit Chortitza und Jasykowo Kolonien.

 

 

 

Ortsname: Kronsweide (Neu-)
Weitere Ortsnamen: Dnjeprowka, Velikii Lug, Wladimirowka, Владимировка (2004), Ней-Кронсвейде, Neu-Kronsweide, Новый
Кронсвейде. К-з „Триумф“ (1930), Vladimirovka (2004).

Ortsnummer: D0635
Kolonie (menn.): Chortitza
Mutterkolonie: Preussen
Admin. Zuordnung:
Gebiet Saporoshje/Rayon Chortitza.  до 1917 – Екатеринославская губ., Екатеринославский у., Хортицкий колон. окр.; Хортицкая вол.; в сов. период – Запорожская/Днепропетровская обл., Хортицкий нем. р-н.
Gründungsjahr: 1833, 1943 verlassen.
Topografische Lage: [27 E6]; [43]; [45]; [46]

Dorfplan: Skizze Kronsweide 1942
Landfläche: 2210 дес. (1857; 34 двора и 63 беззем. семьи), 3.027 Deßj. (1859; 91 Häuser), 3114 дес. (1914; 77 двор.), 361 Deßj. (Dnjeprowka);.
Einwohnerzahl: 37 Fam. (100m + 112w) 212 (1816), 212 (1818), 741 (1856), 785 (1858), 732 (1859), 864 (1885), 387 (1908), 384 (1911), 378 (1913, zus. mit Nachbardorf Wladimirowska (=Kronsweide?)), 371 (1914), 187 (1917), 371 (1918), 408 (1919), 189/189 нем. (1923), 188/189 (1926; Wl./ Kr ), 170 (1926), 385 (1940), 409/385 нем. (1941), 376/358 нем. (1942; 18 нем. сем. или 23% без главы семьи). 189 (1926)
Konfession: mennonitisch (Chortitza)

Industrie und Handel: 6 Betriebe. Kleine Fabrik J. Janzen,  Windmühle Jakob Penner,  3 Räderfabriken (1886) … [103]

Grandma 7: In der "Grandma 7" CD sind 840 Mennoniten, die in Kronsweide, Chortitza und 48 Mennoniten, die in Neu Kronsweide, Chortitza geboren sind, beschrieben.
Zusatzinformationen: Die Kolonie lag etwa 10 km im N von Saporoshje. Die Siedler verließen 1833 wegen Wassermangels und schlechter Böden den von ihnen ursprünglich gegründeten Ort (Alt-Kronsweide) und zogen 4 Werst weiter, in einen Arm des Gaidutschino-Tals in der Nähe des Dnjepr. Jede Familie erhielt hier 64 Desj. Acker- und Weideland zugewiesen. Zusätzlich erhielten sie noch 22 Desj. sogenanntes Unland (steiniges oder in unmittelbarer Nähe des Dnjepr gelegenes Land). Neben den mit Land ausgestatteten Siedlern kamen auch 26 Landlose in die Kolonie. Unter ihnen waren Fischer, Müller, Zimmerleute, Schuster und Tagelöhner. Vom Weideland wurden jährlich etwa 80 Desj. „Heuschlag“ ausgewählt. Hier konnte jeder Siedler Heu ernten. Bis in die 1890er Jahre wurde in K. auch Seidenraupenzucht betrieben. 1886 niedergebrannt und wieder aufgebaut. Dazu wurden 5 Desj. Land mit Maulbeerbäumen bepflanzt. Von den Getreidearten war bis zum Jahre 1910 der rote Sommerweizen die wichtigste, es folgten Hafer, Gerste und Roggen. Ab 1910 begann Winterweizen zu dominieren. Neben der Landwirtschaft war der Gartenbau sehr entwickelt. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde auch durch verschiedene Katastrophen (Feuersbrunst, Hagel, Regen, Heuschrecken) nicht entscheidend beeinträchtigt. Erst ein Überfall durch die Machnobande im November 1919 (der Ort wurde zerstört) und Drohungen aus den umliegenden russischen Dörfern zwangen die Bewohner zur Flucht. Die Einwohner flohen in die umliegenden deutschen Dörfer und in die Molotschnaer Kolonien. Im Jahr 1923 wurden die Flüchtlinge aufgefordert, wieder zurückzukehren. Dem Ruf folgten zunächst nur 13 Familien. Zwischen 1924 und 1927 kamen weitere 22 Familien. Im Ort gab es seit 1873 ein massiv gebautes Schulgebäude mit 2 Schulräumen, in denen bis zur 4. Klasse unterrichtet wurde. Unterrichtssprache bis 1938 Deutsch, danach bis zum Einmarsch der deutschen Truppen Russisch und Ukrainisch. Zu Hause und auch im öffentlichen Leben wurde das ostpreußische Plattdeutsch, durchsetzt mit etwas holländischem Platt gesprochen. 1943 wurde die deutsche Bevölkerung evakuiert. Der Ort war elektrifiziert. Der elektr. Strom (220 Volt) wurde vom Kraftwerk Dnjeprostroj geliefert. Es gab 4 Brunnen von etwa 25 m Tiefe. В 1886 сгорело. Убиты махновскими бандами 13 чел. (1919), умерли от голода 2 чел. (1921-22), в 1929-41 депортированы 13 чел. Жит. выселены в Германию в окт. 1943.

Fotos: Kronsweide

Quellen: [3]; [4 S. 375]; [4]; [11]; [26]; [112]; [158 S. 143]; [167]; [186]

Buch: 1. Klassen Is. P.: Die Kronsweider Mennonitengememde in Russland: Ihre Dörfer und Ältesten. 1993. 150 S. 2. Klassen, Peter P.: So geschehen in Kronsweide: Geschichten zur Geschichte mennonitischer Gemeinden und Kolonien. Uchte, Deutschland: Sonnentau Verlag; 2002. 309 S. 3. Diese Steine, die Russlandmennoniten. A. Reger, D. Plett. 2001. Manitoba. S. 143 (runterladen).

 
 
Information und Quellen aus Orte in den Mennoniten in Russland bis 1943 lebten.
   
Quellen:
3. „Stumpp-Erhebungen 1941-1942“  in „Heimatbuch der Deutschen aus Rußland“ 1956-1964.
 

4. Handbuch Russland-Deutsche (mit Ortsverzeichnis ehemaliger Siedlungsgebiete). Mertens, Ulrich. Nürnberg.  2001

11. Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энциклопедический словарь.  Сост. В.Ф. Дизендорф. Москва, 2006. 2-е переработанное Интернет-издание. - 2009. http://wolgadeutsche.net/diesendorf/Ortslexikon.pdf 

26. Compilation of Mennonite Villages in Russia. Tim Janzen. 2001, 2004  und seine Daten in „Mennonitische Dörfer in Russland“.

27. Karte der deutschen Siedlungen im Gebiet Saporoshje, ehem. die Gebiete Taurien und der südliche Teil von Jekaterinoslaw (Dnepropetrowsk). Bearbeitet von Dr. K. Stumpp. In „Heimatbuch der Deutschen aus Rußland“ 1957.

43. Karte „Chortitza Kolonie mit Jasykowo.

45. Topografische Karte Molotschna Kolonie ca. 1856.

 

46. KarteMolotschna Kolonie“ by W. Schroeder. Mennonite Historical Atlas. First Edition. William Schroeder. Winnipeg. 1990.

 

103. Liste der mennonitischen Industrie- und Handelsunternehmen in Russland.

112. Grandma Datenbank. CMHS Fresno, USA. 2016. Beschreibung.

158. Diese Steine, die Russlandmennoniten. Adina Reger, Delbert Plett. 2001. Manitoba. Von der "D. F. Plett Historical Research Foundation" runterladen.

167.  Hertha, Zeitschrift für Erd-, Völker- und Staatenkunde von Heinrich Karl Wilhelm Berghaus, Karl Friedrich Vollrath Hoffmann, Alexander von Humboldt. Veröffentlicht von In der J.G. Cotta'schen Buchhandlung, 1825 Auszug.

186. Building on the Past: Mennonite Architecture, Landscape and Settlements in Russia/Ukraine. Friesen, Rudy P with Edith Elisabeth Friesen.  Winnipeg, Canada:  Raduga  Publications, 2004.

   
 

Kronsweide, Chortitza Kolonie

 

Diese Karte wurde von der K. Stumpp Gruppe aufgenommen. Quelle: Chortitza Colony Atlas. Heinrich Bergen. Canada 2004

 

Bilder und Fotos Kronsweide, Chortitza Kolonie.

Bilder Kronsweide, Chortitza Kolonie.

Kronsweide, Zeitleiste 1789-1819.

Bau der Kirche (friesische Gemeinde) in Kronsweide 1842-43.

Liste der Hausbesitzer in Kronsweide aus dem Jahre 1848.

Kronsweide im Chortitza Gemeindebericht von 1848.

Liste von Personen aus Kronsweide die 1852 ausserhalb der Chortitza Kolonie wohnten.

Liste von Personen in Kronsweide aus dem Jahre 1858.

Liste der Familienhaupten aus dem Jahre 1863.

Liste von Personen aus Kronsweide in der Volkszaehlung 1897 in Naumenko Kolonie.

Liste von Personen aus Kronsweide in "Familienlisten der Orenburger Kolonie 1923".

Liste von Personen aus Kronsweide in dem "Gesamter Eheregister der Orenburger (Deyevka) Kolonie".

Liste von 95 Ehen im Familienverzeichnis aus Kronsweide im Dorfbericht von K. Stumpp 1942. (englisch, von Judith Rempel).

Familienverzeichnis des Dorfes Kronsweide, Chortitza im Dorfbericht von K. Stumpp 1942 mit Geburtsjahr.

Liste von 13 Verbannten und Verschleppten aus Kronsweide im Dorfbericht von K. Stumpp 1942. (englisch, von Judith Rempel).

Liste von 13 ermordeten Personen aus Kronsweide im Dorfbericht von K. Stumpp 1942. (englisch, von Judith Rempel).

Personen aus Kronsweide in den Akten der Einwanderungszentralstelle (EWZ) 1943-45. (von Richard D. Thiessen)

Personen aus Kronsweide in den Akten der Einwanderungszentrale (EWZ) 1943-45. (von Elli Wise)

Unsere Jubilare. Notiz über Franz Fröse aus Kronsweide von Juri Roshko in der Zeitung „Neues Leben", Nr. 11, vom 9. März 1988. Von und mit Genehmigung des Autors Juri Roshko aus Saporoshje, Ukraine.

Neu -Kronsweide in der "Mennonitische Rundschau" 1880-1939. (5 Einträge)

Церковь Рождества Пресвятой Богородицы во Владимировском у Запорожья. Kronsweide, Chortitza Kolonie.

   
Zuletzt geändert am 13 Februar 2017