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Fernheim (Michajlowka), Barnaul (Fünfziger) Kolonie

Von Margarete Pasytsch.

 
Mennonitische Kolonien in der Region Slawgorod mit einer interaktiven Karte.
 
Ortsname: Fernheim Nr. 54
Weitere Ortsnamen: Jekaterinoslawskaja, Ekaterinoslavskaya, Ekaterinoslav, Екатеринославский; Фаренгейм, Екатериновка, Michajlowka, Михайловка.
Ortsnummer: D0487
Kolonie (menn.): Barnaul (Fuenfziger)
Mutterkolonie: gemischt
Admin. Zuordnung:
Slawgorod/ Kljutschi (Kasachstan!), Okrug Slawgorod.  до 1917 – Томская губ., Барнаульский у., Троицкая вол.; в сов. периодАлтайский край, Ключевский р-н.
Gründungsjahr: 1911
Topografische Lage: [91]; [119]; [133]
Landfläche:
Einwohnerzahl: 115 (1926), 189 (1926).
Konfession: MK Gnadental / MB Fernheim.
Zusatzinformationen: Die Kolonie lag etwa 50 km im SW von Slawgorod. 38 Höfe; Diese Siedlungen wurde die „Fünfziger Dörfer“ genannt, weil sie auf den Anteilen Nr. 54 und Nr. 55 angesiedelt wurden. Die Dörfer Fernheim und Sergejewka lagen auf dem Anteil Nr. 54 und Gnadental auf dem Anteil Nr. 55. 1911 wurde die Schule in Fernheim eröffnet, der erste Lehrer war J. Wiebe. In Fernheim wurde ein sehr schönes Schulhaus gebaut, zu dem Bau hat viel der Mühlenbesitzer F. Wiebe beigetragen. (G. Fast „In den Steppen Sibiriens“) 1914 wurde in Fernheim ein Gebetshaus der MB gebaut. 1926 war der Ort Alphabetisierungspunkt. Es gab eine 4-klassige Schule und eine Lesehalle. Erloschen. Die Siedlung 50ger Dörfer ist auf der Karte von Heimatbuch 1964 falsch eingezeichnet! Sie war nicht in Kasachstan, sondern in der Nähe von Kasachstan. Es gibt Berichte, dass die Besucher bis zum Eisenbahnknotenpunkt Kulunda kamen, dann zu Fuß weiter zu der Siedlung gingen.
Quellen: [1];  [2 1964, S. 89]; [4]; [11]; [26]; [119]; [207 S. 178]; [218]; [219]; [220]
Buch: 1. In den Steppen Sibiriens. Fast, Gerhard. Rosthern, SK: J. Heese, 1957. 2. Книга "В степях Сибири". Гергард Фаст. Ростгерн, Канада, 1956. Перевод на русский язык Ирина Гейнце. Германия, 2013. (russisch). 3. Немецкий район на Алтае. 1927-1938. Документы и материалы. Фаст А. А. Барнаул: ОАО «ИПП «Алтай», 2012.
 
Information und Quellen aus Orte in den Mennoniten in Russland bis 1943 lebten.
   
Quellen:
1. „Ortsliste auf der Seite des Dorfes Schuk“ unter http://www.schuk.ru/1/katalog/map.html
 

2. Heimatbuch die Deutschen aus Russland. (HB) Stuttgart: Landmannschaft die Deutschen  a. Russland. 1954-2007.

4. Handbuch Russland-Deutsche (mit Ortsverzeichnis ehemaliger Siedlungsgebiete). Mertens, Ulrich. Nürnberg.  2001

11. Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энциклопедический словарь.  Сост. В.Ф. Дизендорф. Москва, 2006. 2-е переработанное Интернет-издание. - 2009. http://wolgadeutsche.net/diesendorf/Ortslexikon.pdf 

26. Compilation of Mennonite Villages in Russia. Tim Janzen. 2001, 2004  und seine Daten in „Mennonitische Dörfer in Russland“.

91. Karte “Siedlungen im Slavgorod Gebiet“ by W. Schroeder, und Beschreibung dazu. Mennonite Historical Atlas. First Edition. William Schroeder. Winnipeg. 1990.

119. Die 50-ger Mennonitendörfer, Altai, Westsibirien in der "Friedensstimme".

133. Topografische Karte Barnaul, Fünfziger Siedlung, 2001.

207. Немецкий район на Алтае. 1927-1938. Документы и материалы. Фаст А. А. Барнаул: ОАО «ИПП «Алтай», 2012.

218. Korrektur und Erweiterungen von Margarete Pasytsch (geb. Schmidt), alle ihre Berichte.

219. In den Steppen Sibiriens. Fast, Gerhard. Rosthern, SK: J. Heese, 1957. 

220. Книга "В степях Сибири". Гергард Фаст. Ростгерн, Канада, 1956. Перевод на русский язык Ирина Гейнце. Германия, 2013. (russisch)

   
 

Bemerkungen zu den Ortsnamen:
Zeitschrift „Friedensstimme“ Nr. 74 / 1911 Seite 9
Barnauler Kreis, Wolost Troizk
Durch die Friedensstimme wird hin und wieder aus Barnaul etwas veröffentlicht, aber von unserer Gegend lässt sich nichts hören, deshalb wird es vielleicht manchen interessieren, etwas von unserer neuen Ansiedlung zu lesen. Wir wohnen nämlich auf den Utschastki (Landanteile), welche von Herrn Oberschulzen Jakob Reimer bei dem Natschalnik im Herbste 1910  zum Besiedeln ausgewirkt wurden, nämlich:
1 Utschastok – Nr. 86 Dorf Silberfeld (gehörte zur 70-ger / 80-ger Siedlung);
2 Utschastok – Nr. 55 Dorf Gnadental;
3 Utschastok – Nr. 54 Dorf Fernheim (Michajlowka)
Diese Dörfer haben wir in diesem Frühjahr 1911 besiedelt. Das Land ist ungefähr 65 Werst von den nächsten Dörfern der großen Ansiedlung Barnaul entfernt. Es liegt näher dem großen Fichtenwald zu. Von diesen drei Utschastki liegen zwei nebeneinander: Nr. 54 und Nr. 55 – Gnadental und Fernheim. Die Entfernung zwischen den zwei Dörfern ist ungefähr drei Werst. Nr. 86 – Silberfeld, dagegen ist von diesen bei 45 Werst entfernt, ähnlich auch von der großen Ansiedlung.

Fünfziger Dörfer

Fernheim (Nr. 54) –             1910               
Zeitschrift „Friedensstimme“ 74 / 1911 Artikel „Barnauler Kreis“- „Wir wohnen auf dem Utschastok welcher von Herrn Oberschulze J. Reimer bei dem Natschalnik im Herbst 1910 zum Besiedeln ausgewirkt wurde: Nr. 54 – Dorf Fernheim…“

Gnadental (Nr. 55) –              1910   
Zeitschrift „Friedensstimme“ 74 / 1911 Artikel „Barnauler Kreis“ – „Wir wohnen auf dem Utschastok welcher von Herrn Oberschulze J. Reimer bei dem Natschalnik im Herbst 1910 zum Besiedeln ausgewirkt wurde: Nr. 55 – Dorf Gnadental…“

Sergejewka (Nr. 54) –            1912
G. Fast „In den Steppen Sibiriens“ Artikel „Die Fünfziger Dorfer“ – „Das Dorf Sergejewka siedelte erst 1912 an.“
Alle drei Dörfer existieren nicht mehr.

 

Bemerkungen zur Konfession:
In jedem Dorf gab es Mitglieder der Mennoniten Kirchengemeinde und der Mennoniten Brüdergemeinde. Bis Gebetshäuser gebaut waren, versammelte man sich in Privathäusern. Die Mennoniten Kirchengemeinden versammelten sich oft in der Schule.
In jedem Dorf gab es einen Chor der Mennoniten Kirchengemeinde, einen Chor der Mennoniten Brüdergemeinde und einen Dorfchor in dem alle Mitsingen konnten. Der Dorfchor sang auf verschiedenen Veranstaltungen des Dorfes.
 
Mennoniten Kirchengemeinde Gnadental Nr. 55 (Гнаденталь) – gegründet ca. 1912
Sie hatte drei Dörfer: Gnadental (Гнаденталь), Fernheim (Михайловка) und Sergejewka (Сергеевка) (auch 50-ger Dörfer genannt). Der erste Leitende Prediger war Isaak Fast.
Weiter dienten die Prediger Franz Harder, Abram Unruh, Kornelius Penner und Peter Wiens. Die Gemeinde begann zur Zeit der Sowjets den Bau einer Kirche, der aber bald verboten wurde. G. Fast „In den Steppen Sibiriens“

Mennoniten Brüdergemeinde Fernheim Nr. 54 (Михайловка) – gegründet ca. 1912
Sie umfasste drei Dörfer: Fernheim (Михайловка), Gnadental (Гнаденталь) und Sergejewka (Сергеевка) (auch 50-ger Dörfer genannt). Die Kirche wurde im ersten Weltkrieg in Fernheim gebaut. Der erste Leitende war Prediger Kornelius Klassen. Weitere Prediger waren Johann Wiebe, Nikolai Kliewer, Peter Dück und David Friesen. Diakone waren Kornelius Kröcker und Johann Reimer. G. Fast „In den Steppen Sibiriens“

 

Die 50-ger Mennonitendörfer, Altai, Westsibirien in der "Friedensstimme". Aus dem gotischen ins lateinische umgewandelt von Margarete Pasytsch.

Prediger, Diakone, Dirigenten, Lehrer, Sonntagschullehrer der Slawgoroder Siedlung Altai, Westsibirien. Von Margarete Pasytsch.

Verbannung aus der Slawgoroder Siedlung nach Narym, Nord-Sibirien 1931. Von Margarete Pasytsch.

Lehrer in den Mennonitendörfern der Slawgoroder Siedlung, Altai, Westsibirien von 1909 - 1938. Von Margarete Pasytsch.

Gesundheitswesen Slawgoroder Siedlung Altai, Westsibirien. Hebammen und Ärzte seit der Gründung der Siedlung 1908. Von Margarete Pasytsch.

Fernheim, Sibirien, Troitzker Wol. Friedensstimme, Nr. 14 16. Februar 1913, S. 6 - 8.

Segenstage in Barnaul und Pawlodar. J. P. Reimer, Fernheim. Friedensstimme, Nr. 49 26. Juni 1913, S. 6 - 8.

   
Zuletzt geändert am 28 November 2016