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Orloff (Orlow), Aulie Ata Kolonie

Von Elena Klassen.

 

Aulie-Ata Kolonie mit einer interaktiver Karte.

 

Ortsname: Orloff
Weitere Ortsnamen: Orlow, Orlowskoje, Ак-Дебе, Ак-тюбе (1905), С.-х. артель „Профинтерн“ (1931), к-з им. Жданова.

Ortsnummer: D0236
Kolonie (menn.): Aulie Ata
Mutterkolonie: Molotschna
Admin. Zuordnung:
Oblast Dshambul/Bezirk Alma-Ata (Dschambul).  до 1917 – Сыр-Дарьинская обл., Аулиеатинский у., Орловская вол.; в сов. период – Киргизская ССР, Фрунзенская обл., Ленинпольский/ Таласский р-н; в наст. время – Респ. Кыргызстан, Таласская обл., Бакай-Атинский р-н.
Gründungsjahr: 1890
Topografische Lage: [31 E4]; [234]; [235]; [237]
Landfläche: 1.285 Desj. (1890)
Einwohnerzahl: 26 (1891), 194 (1897), 344 (1905), 330/330 нем. (1911), 240 (1926), 732(1926), 744/744 нем. (1926), 1762 (1959).
Konfession: ev. (Taschkent)/ men./ adv

Industrie und Handel: 2 Betriebe. Wassermühle Jakob Wall... [103]

Grandma 7: In der "Grandma 7" CD sind 2 Mennoniten, die in Orloff, Aulie Ata geboren sind, beschrieben.
Zusatzinformationen: Die Kolonie lag etwa 15 km im S von Dshambul. 50 km im SO von Dshambul (im Talas-Tal). 1891 lebten im Ort insgesamt 26 Personen (10 Erwachsene und 16 Kinder). Gründerfam. je zur Hälfte luth. Wolgadt. (u.a. aus Warenburg) und Mennoniten; 1897 wurde der Bau eines Schulgebäudes abgeschlossen. Das Gebäude wurde auch als Bethaus genutzt. 1936 wurde die Schule in eine 7-klassige Hauptschule umgewandelt, die dann bereits 1939 zu einer Mittelschule wurde. Die evangelische Gemeinde gehörte zum 1885 gegründeten Kirchspiel Taschkent. 1911 lebten im Ort 119 Familien, von denen 113 evangelischer Konfession waren. Im gleichen Jahr gab es im Ort noch 32 Landlose. Diese arbeiteten zum Teil als Fuhrleute, als Schmiede oder Tischler. Das qualitativ gute Weidland begünstigte die Entwicklung der Viehzucht, die neben dem Ackerbau zu einer wichtigen wirtschaftlichen Grundlage wurde. 1905 wurden 876 Desj. Land von Kirgisen gepachtet, die mit diesen zusammen in einer „Ortok-Gemeinschaft“ bearbeitet wurden. 1913 wurden derartige Gemeinschaften durch die russische Regierung verboten. Die klimatischen Bedingungen im Siedlungsgebiet (extrem heiße Sommer) und die Bodenqualität forderten für eine ertragreiche Landwirtschaft regelmäßige Bewässerung und Düngung. Gerade bei der Bewässerung waren die Erfahrungen der kirgisischen Bevölkerung von großem Nutzen. Die Märkte in Dschambul und Taschkent boten gute Möglichkeiten für den Verkauf der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Im Ort gab es vor dem Ersten Weltkrieg eine zweistöckige Wassermühle und zwei Läden. Die in Orlow lebenden Mennoniten gehörten zur Gemeinde Romanowka. 1926 gab es im Ort einen Konsumverein/-laden. 1958 wurde in Orlow ein Wasserkraftwerk erbaut, dass auch die umliegenden Dörfer mit Strom versorgte. Die Kolonisten gehörten zu den Mennoniten, die sich nach der Aufhebung der Privilegien für die Russlanddeutschen einer religiösen Bewegung anschlossen, die das Nahen des Antichristen voraussagte und die die Losung „Weiter nach Osten“ vertrat. Mit Erlaubnis des damaligen Zaren Alexander II. zogen 1880 insgesamt 400 Mennoniten aus dem Wolgagebiet und aus der Molotschna über Uralsk, Aktjubinsk, Aralsk und Turkestan nach Taschkent. Dort traf der Zug 1881 ein. Ein Teil der Mennoniten zog unter der Losung „Auf nach Samarkand“ weiter. Der größere Teil blieb aber in der Umgebung von Taschkent und gründete 1882 die Kolonien Köppental, Nikolaipol, Gnadental und Gnadenfeld. Die vier Siedlungen bestanden insgesamt aus 95 Höfen auf 2.013 Desj. Land. Zu den vier genannten Siedlungen kamen in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts noch Orlowskoje und Konstantinowka hinzu. Die Gründung der Kolonie Akdschar im Jahre 1911 bildete den Abschluss. Место рожд. художника Т. Т. Герцена (1935-2003). Geb.ort des Malers Theodor Herzen (geb. 1935; kirg. Volkskünstler: Kirgisen- Epos „Manas");

Quellen: [1]; [2 1964, S. 15, S. 95, 122]; [4]; [11]; [26]; [12 S. 101]; [112]

Buch: 1. Auf den Spuren der Ahnen. 1882-1992. Die Vorgeschichte und 110 Jahre der Deutschen im Talas-Tal in Mittelasien,  Robert Friesen. Minden, 2000.

 
 
Information und Quellen aus Orte in den Mennoniten in Russland bis 1943 lebten.
   
Quellen:
1. Ortsliste auf der Seite des Dorfes Schuk.
 

2. Heimatbuch die Deutschen aus Russland. (HB) Stuttgart: Landmannschaft die Deutschen  a. Russland. 1954-2007.

4. Handbuch Russland-Deutsche (mit Ortsverzeichnis ehemaliger Siedlungsgebiete). Mertens, Ulrich. Nürnberg.  2001

11. Немцы России. Населенные пункты и места поселения: энциклопедический словарь.  Сост. В.Ф. Дизендорф. Москва, 2006. 2-е переработанное Интернет-издание. - 2009. http://wolgadeutsche.net/diesendorf/Ortslexikon.pdf 

12. Auf den Spuren der Ahnen. 1882-1992. Die Vorgeschichte und 110 Jahre der Deutschen im Talas-Tal in Mittelasien,  Robert Friesen. Minden, 2000.

26. Compilation of Mennonite Villages in Russia. Tim Janzen. 2001, 2004  und seine Daten in „Mennonitische Dörfer in Russland“.

31. Karte der deutschen Siedlungen bzw. Siedlungsgebiete im asiatischen der Sowjetunion: Nord- (sibirien) und Mitteasien. Bearbeitet von Dr. K. Stumpp. In „Heimatbuch der Deutschen aus Rußland“ 1964.

103. Liste der mennonitischen Industrie- und Handelsunternehmen in Russland.

112. Grandma Datenbank. CMHS Fresno, USA. 2016. Beschreibung.

234. Karte Turkestan 1905. Mit Aulie-Ata Kolonie. (russisch) mennonitische Orte von Viktor Petkau hervorgehoben.

235. Topografische Karte Aulie-Ata und Umgebung 1906. (russisch) mennonitische Orte von Viktor Petkau hervorgehoben.

237. Карта Сыр-Дарьинского переселенческого района Н. Гаврилова, 1910. (russisch) mennonitische Orte von Viktor Petkau hervorgehoben.

   
 

Lehrer Franz Schmidt war einer der ersten Ansiedler im Dorf und er hat die weitere Namen der Orlower in seinem Tagebuch von 1900 festgehalten.

Es waren: Franz Martens (1849), Dietrich Pauls (1865), Brüder Jakob, Wilhelm und Heinrich Gomer, Franz H. Schmidt (1833), Lehrer Franz F. Schmidt (1857), Witwe Epp (1840), Abraham Dick, Heinrich Quiering (1857), Hermann H. Jantzen (1866). Ein Jahr später l891 kamen von der Wolga neue Ansiedler dazu, unter ihnen waren: Gerhard Dück, Aron K. Fröse (1856), Franz F. Funk (1858), Jakob F. Schmidt (1861), Johannes Kopper (1843), Brüder Adam und Hanjorg Ott, Brüder Philip Krumm, Heinrich Schpäht, Kasper und Konrad Otto, Wilhelm Steinhauer Im Frühling 1892 kam die dritte Gruppe Ansiedler. Unter ihnen waren Brüder Johannes und Gerhard Gommer, Wilhelm und Georg Miller, Abraham A. Epp, Heinrich und Kornelius Epp, Brüder Krum, Kornelius Wall aus Südrußland, Heinrich und Johann Weber, Gerhard und Konrad Pretzier, Brüder Quiering: Jakob-1866, Franz 1868, Abraham 1869, Peter 1872, Johann 1873, Hermann 1875 und andere.

1897 eine Schule erbaut. Neben Franz F. Schmidt, arbeitete auch als Lehrer Heinrich Funk. Lehrer Otto F. Ott aus Gnadental, der in Halbstadt in Südrußland vor kurzem seine Ausbildung gemacht hatte und nach Mittelasien zurückgekommen war. 1915 kam der Kriegsgefangene Franz Lehrbas als Lehrer dazu. [12 S. 101-102]

 

Bilder und Fotos Orloff (Orlow), Aulie-Ata Kolonie.

Plan und Reihenfolge der Wirtschaften in Orlow 1932. Im Buch: Auf den Spuren der Ahnen (1882-1992), Die Vorgeschichte und 110 Jahre der Deutschen im Talas-Tal in Mittelasien. Robert Friesen. Minden. 2000. S. 107.

   
Zuletzt geändert am 11 April 2017