Willi Vogt. Mennonitische Ahnenforschung

 

Tagebuch von Sara Neudorf 1943-1964 (Osterwick)
Geschrieben von Sara (geb. Derksen) Neudorf (05.10.1882 - 03.08.1964) (#175891), geboren in Neuendorf, lebte in Osterwick, Chortitza, dann in Kamyschinka, Altaj, gestorben in Budjonyj, Taldy-Kurgan, Kasachstan.
 
 
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Bemerkungen
 
     
     
 
Tagebuch von Sara Neudorf 1943-1964 (Osterwick)
 
     
 
1943
 
Den 17. Oktober 1943 fuhren wir von Osterwick weg unter Spruehregen, nach der Station Kanzerowka.
19.10. Wir fuhren mit dem Zug ab. Wir waren 6 Familien in unserem Wagen. Kornelius und Frau und 2 Kinder und ich, Peter und Frau und 3 Kinder, Jakob Berg, Lena ihr Bruder mit Frau und 2 Kinder und ihre Mutter, Andreas Wallmanns mit 4 Kinder, Tante Jakob Friesen, 81 Jahre alt, mit 2 Soehnen. Tante lag meistens auf dem Bett. Jakob Neudorfs mit 4 Kindern.
31. Kamen wir in Friedland, Oberschlesien an. Es war Sonntag, auch als wir von Osterwick wegfuhren war es Sonntag. Wir wurden gleich bewirtet mit Kaffee und Butterbrot.
Dann wurden wir in 15 Zimmer verteilt. Wir kamen in #15 im 2. Stock. Die Osterwicker wurden in 5 Lager verteilt. Taeglich bekamen wir dreimal gutes Essen, dann auch Taschengeld.
Aus Osterwick waren 4 Personen welche 81 Jahre alt waren. Noch eine Tante Friesen, eine Tante Thiessen und ein Onkel Rempel, stammt aus Einlage. Die letzten drei sind dort gestorben. Tante Friesen welche in unserem Wagen war lebte noch als wir von dort wegfuhren.
Den 24. Dezember Abends wurden wir beschenkt. Jeder bekam einen Teller Naschwerk und ein Weissbrot. Die Frauen bekamen noch Zwirn, u. einen Kalender, die Maenner eine Flasche Brandwein.
27.12. 1943 Kam Joseph Clobisch mit Frau auf Besuch. Er war in Osterwick bei uns im Quartier. Sie brachten uns ein Stueck Kuchen auch ein Stueck Rauchfleisch. Der kleine Dietrich Neudorf bekam die Kraempfe.
     
 
1944
 
 

12 Januar 1944.wurde die 2 jaehrige Maria Wallmann beerdigt. Auf dem lutherischen Kirchhof. Nach dem Begraebnis zogen wir ins Zimmer #4.
13.1. kamen Niederchortitzer hier an, die zogen in #15
Den 6. Februar 1944 fuhren Kornelius, Lena und David nach Bergstadt. Dort ist David seine Grossmutter.
9.2. Frau Maria Neufeld auf Besuch.
10.2. starb Frau Maria Hildebrandt, geb Dueck, aus Kronstal, an Wassersucht. 42 Jahre alt.
13.2. Wurde sie beerdigt. Jakob Neudorf hielt die Leichenrede. Zum Text hatte er die Geschichte vom kanaanaeischen Weibe.
24.2 Kam Abram Teichroeb mit seiner Braut auf Besuch.
25.2. Wurden unsere Augen untersucht. Wir hatten gesunde Augen. Ich lernte Dr. Loewen kennen. Sein Vater stammt aus Neuendorf.
28.2. Die jungens fingen an zu arbeiten.
1. Maerz 1944 fuhr Abram Teichroeb ab. Selma Harder starb an Schwindsucht. 18 Jahre alt. Bei der Leiche wurde gesungen: Wiedersehen und Es geht nach Haus
4.3. Wurde sie auf dem katholischen Kirchhof begraben. Auf dem Begraebnis wurde gesungen: Lasst mich gehen., Am Jordans Ufer stehe ich., und Wiedersehen.
29.3 Kamen noch 100 Fluechlinge ins Lager.
Den 12.April 1944. Kam Abram Bergen auf Besuch. Beide Augen blind auch die rechte Hand verloren.
13.4. Kamen seine Eltern von Bergstadt.
14.4. Fuhren sie ab und nahmen ihn mit.
15.4. Kam Frau Berg ihre Schwester Olga auf Besuch mit ihrem Soehnchen.
17.4. Kam David von Sakrau wo er zur Schule ging.
18.4. Ab nach Rudnik.
21.4. Olga ab nach oestereich, das erste Gewitter. Maria Teichroeb kam mit ihren Soehnchen ins Lager.
22.4. Fuhren Kornelius, Lena und Liese nach Bergstadt.
23.4. Zurueck.
Den 4. Mai 1944 wurde der Lagerfuehrer abgesetzt und ein neuer eingesetzt.
10.5. Fuhren wir nach Bergstadt.
11.5.Wurden wir eingebuergert, fuhren auch noch zurueck.
13.5 Ein Uhr morgens kam Hein auf Besuch.
15.5. Fuhr Hein nach Hindenburg.
16.5 David nach Ribink
17.5. Hein zurueck von Hindenburg und Koenigshuette.
18.5.Kam Leni Bergen
19.5 Zurueck.
24.5. Liessen wir uns photographieren. Kornelius, Lena, Peter, Liese und ich.
25.5. Hein ab nach Berlin. Fuhren die Ersten aus unserem Lager. Aus unserem Zimmer: Jakob Berg, Lena ihr Bruder.
28.5. Kam David seine Grossmutter auf Besuch.
31.5. Zurueck mit David. Im Lager wurden 2 Schweine geschlachtet.
Den 1 Juni 1944 kam David zurueck. Leni bekam die Masern, David Janzens zogen weg.
11.6. Kornelius und Jakob Neudorf nach Bergstadt zum Abendmahl.
23.6. Starb der kleine Dietrich Neudorf, 1 1/2 Jahre alt. Der erste Brief von Hein.
24.6. Wurde Jakob Neudorf krank. Er wurde ins Krankenhaus gebracht.
26.6. Wurde der kleine Dietrich Neudorf beerdigt, auf dem lutherischen Kirchhof.
30.6 Die Stuben von Wanzen gereinigt.
Nochmal Juni!!!.
1.6.Fuhren Kornelius und Lena nach Bergstadt, Kornelius auch noch zurueck.
2.6. Lena zurueck.
3.6. David auf Urlaub.
9.6. Nach Ribink zur Schule.
8.6. Ist Hein sein Chef, Fritz Coldorf beerdigt.
12.6. Hein auf Besuch.
13.6. David zu den Sommerferien.
15.6. Hein ab nach Radau.
21.6. Fuhren mehrere Familien ab nach dem Alteich. Aus unserem Zimmer Kornelius Neudorfs mit 4 Kinder.
24.6. Jakob Neudorfs nach Bensburg.
Den 1. Juli 1944 Wurde Johann Sawatzky beerdigt, im Lager
3.7. Zog viel Militaer durch.
4.7. David nach Oppeln und zurueck. 7 Mann eingezogen. Es kam die Nachricht dass Wilhelm Wallmann und Peter Hildebrandt gefallen sind und Peter Penner den rechten Arm verloren hat.
10.7. Nach Bensburg Frau Maria Dueck, Frau Anna Sawatzky und Frau Berta Kopetschnick
12.7. Lena, David und Frau Teichroeb nach Bergstadt.
13.7. zurueck.
22.7. Die 7 Mann zurueck.
30.7 Maria Teichroeb von Hindenburg.
31.7 Kam der neue Verwaltungsfuehrer.
Den 1.8.1944 kam Hein auf Besuch, auch Grossmama.
3.8. Hein nach Berlin.
4.8. Crossmama nach Bergstadt.
12.8. Die Einwanderungskommission.
13.8. Reisekoffer gekauft aus Neisse.
14.8. Kamen Jakob Teichroebs und Jakob Peters aus Ratibur.
15.8. Kamen 120 Mann, das heisst Frauen und Kinder in unser Lager aus Bergstadt. Leni Bergen auf Besuch.
29.8.Fuhren 12 Familien nach Bensburg. Aus unserem Zimmer Abram Teichroebs, dann noch Frau Agatha Krause, Frau Susanna Penner, Frau Anna Schroeder, Frau Maria Wallmann und ihre Schwester Justina mit 3 Kinder und andere. In unser Zimmer kamen 3 Frauen mit 4 Kinder aus....?
September 1944 Lena nach Oppeln und zurueck.
12.9. Liese nach Neisse und zurueck.
1. November 1944 fuhren die Ulrichs aus der Krankenstube nach dem Wartegau. Ihm sind Haende und Beine gelaehmt. Sitzen kann er. Muss sonst aber bedient werden wie ein kleines Kind. Er hat mal zu schwer gehoben. Das Gesicht sieht schoen gesund, auch nicht mager.
7.11. Fuhren wir von Friedland nach Johannsdorf.
11.11. Der erste Schnee.
16.11 Mein Geburtstag, 64 Jahre alt
17.11 Frau Liese Peters Ihr Geburstag, 54 Jahre alt.
20.11 Lena nach Oppeln und zurueck.
25.11. War Frau Lena Toews ihr Begraebnis. Sie wurde in Prossgau geerdigt. Lehrer Neufeld hielt die Leichenrede. Der Text war Psalm 39:5 Auch Hans war gekommen, ihr Stiefsohn. Von Bensburg Frau Agatha Janzen, Frau Susa Penner und David Peters. Frau Janzen nahm ihren Sohn Hein mit.
Den 17 Dezember 1944 Fliegeralarm.
18.12 Frau Anna Schichowsky ab nach Annaberg.
24.12. Erhielten die Kinder Geschenke vom Lagerfuehrer, auch ein Weihnachtsbaum war da. Lehrer Neufelds wurde ein kleines Toechterchen geboren: Hildegard.
25.12 Zweite Weihnacht im Lager. Vormittag Andacht.
26.12 Vormittag Andacht, Nachmittag Fliegeralarm, Abends Andacht.
28.12 Wurde Franz Rempels Leni geboren.

 
     
 
1945
 
 

Den 1 Januar 1945. Hat Frau Schichowsky 2 Toechterlein geboren. Hedwig und Edith.
16.1 Jakob Peters auf Besuch.
17.1. Peter Guenter
18.1 Beide ab, Fliegeralarm.
23.1. Mussten wieder fliehen. Wieder war es Sonntag. Wir gingen zu Fuss von Johanhsdorf ueber Frei Prosskau, durch einen schier endlosen Wald. Auf einem Handschlitten hatten wir Leni in Decken eingepackt, ein wenig Essen und Geschirr. Bei Nacht und Nebel kamen wir bei Foerster an, wo wir uebernachteten. Die Kinder bekamen heisse Milch.
24.1. Gingen wir bis Friedland, wo wir gegen Mittag ankamen. Von da konnte ich mitfahren. Abends kamen wir in ein Dorf wo wir freundliche Aufnahme fanden und mit Kaffee und Schmalzbrot bewirtet wurden.
25.1. Durfte ich mit Leni wieder mitfahren. In Kupferham uebernachteten wir und wurden mit einer guten Suppe bewirtet. Unterwegs starb Wallmanns Mariechen. Hier wurde der Kleine Peter krank, kamen auseinander.
26.1. Fuhren wir bis Ottmachau wo wir ein frisches Gespann bekamen, fuhren bis Grosskresse wo wir uebernachteten.
27.1. Bis Niederlindenwiese wo wir ausruhten.
30.1. Erkrankte Frau Maria Peters an Magenkrampf. Wir verbrannten Papier in einer Schuessel, auf dem Feuer waermten wir Kaffee . Als sie den getrunken gab es nach, dann wurde sie warm zugedeckt und konnte auch bald einschlafen.
Am 9. Februar 1945 kam Befehl dass wir weiter sollten.
10.2. fuhren wir ab und kamen am 12 Feb. in Heida an.
16.2. Mussten die Maenner auf Arbeit, Baueme faellen.
22.2. Wurde Jakob Teichroebs ihr Gehrhard geboren, im Lager.
Den 8. Maerz 1945 Fuhr Kornelius und Jakob Peters nach Muenchhof wo Peter wohnte.
11.3. zurueck.
22.3. Fuhren Klas Peters ab nach Kurhessen.
25.3. Ruhetag. Wir gingen zum Waldfriedhof.
31.3. Lena kaufte einen Anzug fuer David.
Den I. April 1945 Oster Sonntag.
16.4. Musste die Maenner nach Leiga auf Arbeit.
4.20 Zum Geburtstag des Fuehrers bekamen die Arbeiter 4 Flaschen Wein und 2 Flaschen Brantwein.
29.4. Aus unserem Lager mussten 7 Maenner zum Dienst. Aus unserem Zimmer Adolf Kopetschnik.
30.4. Fuhr Johann Neumann ab mit Grossmutter, Tante und 2 Brueder, Zwillinge, zu ihrer Mutter. Sie waren auf der Reise auseinander gekommen. Auch Frau Anna Bergen, Lena ihre Schwester, hat ihren Mann auf der Reise verloren. Die ist hier mit 5 Kinder.
Den 1 .Mai 1945 Kamen 3 Mann zurueck. Hans Rempel, Abram Dick und Hans Neumann. Am Abend kam Ferdinant Toews, welcher auf beiden Augen blind ist und die rechte Hand verloren hat, ins Lager.
2.5. Der Fuehrer ist gefallen. Im Ring war Appel. Gott schenke ihm den ewigen Frieden!
3.5. Fuhren die Klassens und Grossmama aus dem Lager. Gerhard Braun und Jakob Bergen in den Dienst.
4.5. Kamen 14 Fluechtlinge aus der Slowakei.
6.5. Viel Fluechtlinge und Militaer zogen durch.
9.5. Kamen die Russen hier an.
10.5. Eine Biber zum Geschenk erhalten vom Pastor, am Himmelfahrts tag. Viel Militaer zog durch.
18.5. Die von Bauzen durften zurueck in ihre Heimat.
21.5. Die Neumanns ab aus dem Lager, auch 5 Reichsdeutsche, Kornelius und Jakob Teichroeb fuhren mit dem Rad nach Schuckenau und Oberkreiwitz und zurueck. Abends kam Frau Margareta Martens mit Kinder und Schwiegermutter ins Lager, auch Frau Anna Martens Frau Anna Vogt und Frau Maria Vogt mit Kinder.
22.5. Fuhren die Reichsdeutschen aus der Krankenstube ab..
23.5. Unter stroemendem Regen von Heida bis_Russburg.
24.5.. Von frueh Regen. Abends kamen wir in Mittelherwigsdorf an wo wir uebernachteten.
27.5 Gingen wir zu Fuss bis Zittau, dann per Bahn bis Hirschfeld, wo wir uebernachteten.
Den 1. Juni 1945 zogen wir hinauf in ein schoenes Zimmer
2.6. Kamen noch 78 Mann.
4.6. Ab bis Deutsch-Oss-, wo wir in einer Scheune Unterkunft fanden. Kaum drinnen brach ein starker Gewitter Regen loss.
6.6. Ab nach Coerlitz Da wurde Frau Zibujsky in ein Krankenhaus gerbacht. Ihr sind unterwegs die geschwollenen Beine aufgegangen.
7.6. Starb sie. 6 Uhr Abends.
8.6. Kamen wir nach Ebersbach.
9.6. Nach Rodersdorf.
10.6. Kochten wir Syrup von Zuckerrueben.
14.6. Kamen wir nach Nanowitz, bei Gewitterregen.
17.6 Bis Rueckschau.
18.6. Bis Weisskeissel.
21.6. Bis Tschernitz
24.6. Nach Klein Koellzig. uebernachteten in einer Feld Scheune.
28.6. Nach Lindau.
30.6. Nach Liebsen.
Den 1.7.1945 kamen wir nach Hernsdorf wo zwei Tote lagen. Unsere Maenner beerdigten sie.
17.7 Starb Hans Rempels Haenschen, 5 Jahre alt. Er wurde auf dem Friedhof beerdigt.
25.7. Wieder gebadet. Die Maenner brachten einen Herd. 700 Maedchen wurden abgefuehrt auf Arbeit.
30.7. Wieder 2 Autos voll Maedchen fuhren durch. Frau Adelina kam mit einer Tochter aus dem Krankenhaus, Valentina.
31.7. Die Maenner auf Arbeit. Wieder gebadet.
Den 2. August 1945 Frau Charlotte Braun mit einem Toechterchen aus dem Krankenhaus, Natascha. Aus dem Gefaengnis wurden 100 Mann abgefuehrt, 100 wieder an.
4.8. Wieder registriert. Kornelius muss Pferde fuettern.
5.8. Fuhr Kornelius nach Futter nach Herndorf, da lag wieder ein alter reichsdeutscher Mann krank als wir da waren. Jetzt war er tot. Von allen verlassen.
9.8. Lern ihr Geburtstag. 6 Jahre alt.
12.8. Wurde Jakob Teichroeb ins Gefaengnis gefuehrt.
13.8. Wurden die Gefangenen abgefuehrt, auch Jakob Teichroeb.
14.8. Mussten unsere Frauen im Gefaengnis aufrauemen.
15.8. Zum Bahnhof bei Regen.
17.8. Frueh ging der Zug loss.
18.8. Fuhren wir fast den ganzen Tag. Abends wurde in den 9. Wagon geschossen. Frau Margareta Braun gleich tot, ihr Sohn Hans an beide Fuesse verwundet, Frau Maria Martens an der Schulter gestreift. Der welcher geschossen hatte wurde gleich festgenommen. Frau Braun und Hans wurden weggebracht. Hans ins Krankenhaus.
19.8. Sonntag gegen abend von Krotosszin los. Das war in Polen. 6 Jahre als Abram starb.
21.8 Den ganzen Tag gefahren. In der Nacht kamen wir in Winzow an, standen den Tag ueber.
23.8 Ab ueber die Weichsel, dann ging die Maschine entzwei. Frau Martens gebar ihr Toechterlein im Waggon. Die Kinder spielten auf der Wiese, es war wunderschoen.
26.8 zurueck gefahren ueber die Weichsel. Um 6 Uhr starb Loewens Haenschen.
27.8 Frueh wurde er beerdigt. Wir sangen mehrere Lieder.
28.8. Mussten wir ausladen. Als alles ausgeladen war hiess es wieder einladen!
29.8. Starb die 71 jahrige Jungfrau Katharina Neudorf. Peter Neudorf seine Schwester. Sie wurde noch den Tag beerdigt, ohne Sarg. Es war unterwegs, da wurde sie eingelegt und zugeschuettet. Es wurden mehrere Lieder gesungen.
30.8. Im Frejen geschlafen. Vormittag ein Zelt gebaut.
Den 1. September 1945. Mehrere Eschalonne (Zuege?) abgefahren.
Nachts wird das Lager voller, es kommen immer mehr zu.
3.9. Wurde Maria Dueck schwer krank. In der Nacht hat es schoen geregnet. Unser Zelt ist nicht wasserdicht.
5.9. Starb Peter Martens ihr kleines Toechterchen. Frau Kath. Martens gebar ein kleines Toechterchen, Helena.
9.9. Wieder Regen. Heute wurde gebadet.
10.9 Kam Befehl. Laden! Wir laden bis 3 Uhr morgens.
11.9 Fuhren wir loss. 30 Mann in Wagon. Kornelius und Frau Janzen, holten die kranke Frau gerade vor dem Fahren. Ihre Sachen blieben.
12.9. Frueh fuhren wir duch Lemberg. Vormittag starb Tante Braun, bei Ljwow. Da durfte man sie noch nocht begraben. Dann fuhren wir bei Kamenka - Wolodka. Da mussten wir alle Federbetten abgeben. Abends bei Sternenlicht wurde Tante Braun beerdigt. Ohne Sarg und auch ohne Gesang. Sie hatte keine Angehoerige, Tante Unger pflegte sie.
13.9 Erhielten wir Verpflegung.
14.9 Frueh kamen wir in Tarnogoban.. Hier ist Cholchos (Regierungshof), ganz grosse Stohhaufen, Getreidehaufen, Sonnenblumen Felder, Ruebenfelder, grosse Flaechen mit Wintergetreide besaeet und Huehnerfarme. Gegen Abend fuhren wir Prosskurow vorbei.
15.9 Mussten wir den eisernen Ofen abgeben. Der Taubstumme ins Krankenhaus gebracht.
16.9 Sonntag kamen wir bis Snamenkow. Vormittag fuhren wir ueber den Djnepr bei Kremanitschug. Viel zerschlagene Gebauede. Erhielten Verpflegung.
17.9. Bis Charkow wo wir ausladen mussten. Nachmittag kam Befehl: Einladen! Dann wieder ausladen, nach kurzer Zeit wieder Einladen!
18.9 Fuhren wir Woronjesch vorbei. Auch viel zerschlagene Gebauede. Viel Wald. Gegen Abend kamen wir in Liski an. Viel Kreidegebirge. Gegen Abend ueber den Dom. Hier sind nicht zerschlagene Haueser.
23.9 Sonntag kamen wir in Pensa an. Da kostete eine Schnitte Wassermelone 10 Rubel. Zuendhoelzer 3 Rubel 1 Dose.
24.9. Gebadet in Zefranj.
26.9 David sein Geburtstag, auch Hein Martens ihre Zwillinge.
Den 1. Oktober 1945 wollte man bei uns einbrechen. Er wurde gefragt was er wollte, keine Antwort. Dann wurde die Tuer mit einem Ruck aufgemacht, die sonst schwer aufgeht. Einer fasste David an die Fuesse, ein anderer Frau Janzen. Ich lag in der Mitte und glaubte es ginge mir ueber den Kopf. Da schrieen wir aus vollem Halse, da machten sie sich aus dem Staube. So hatten sie es im anderen Wagon auch gemacht.Morgens alles weiss vom Frost.
2.10 Mussten 12 Mann vom Wagon auf Arbeit. Als es finster wurde fuhren wir ueber die Wolga..
4.10 Abends fuhren wir ueber den Fluss Ufa. Dann fingen die Gebirge an. Das Gebirge war wie besaeet mit Haueschen. Abends als die Lichter leuchteten sah es wie ein gewaltiger Weihnachtsbaum.
5.10. ueber mehrere Fluesse gefahren, durch Uralgebirge und Wald.
6.10. Noch steht ungemaehtes Getreide.
7.10. Sonntag kamen in Pertopawlowsk an.
9.10. In Nowosibirsk.
11.10 ueber Sibiriens Steppen.
20.10 Bekamen wir Brot. 3 Kilo auf den Mann. 20 Rubel das Kilo.
21.10 Diese Nacht waren 36 Mann in einem Zimmer. Nachmittag hiess es Aufladen. Als wir eine Strecke gefahren waren, hiess es: Abladen eine Familie. Da fuhren wir zurueck und stiegen ab. Endlich konnten wir als die letzen Olejsk verlassen. Wir, Frau Kath. Klassen mit ihre Schwester Sara Hamm, Frau Anna Pauls mit ihre Tochter Lenchen und Frau Liese Harms. Gegen Abend ging es loss. Wir fuhren ueber grosse Steppen ohne Baum, ohne Dorf. Als der Mond aufging fuhren mit dem Prahm ( Ferry) ueber einen Fluss. Um Mitternacht kamen wir in Kolmanko an wo wir eine Suppe bekamen. Dann legten wir uns unter freiem Himmel zu Ruhe. Ein wenig Regen.
24.10 Heute frueh sind drei Autos voll weiter gefahren. Vormittag kamen wir auch noch weg. Kamen bis Kominschenjko, da mussten wir abladen. Dann kamen Frauen mit einem Traktor, die fuhren uns nach unserem Ziel. Wo wir um Mitternacht ankamen. Dies soll nun unsere Heimat sein. Zwei Zimmer ohne Fenster auch ohne Ofen auf 17 Mann.
25.10 Fing es an zu schneien. Vom Vorgesetzten erhielten wir 2 Fenster. Kornelius setzte 1 1/2 in die Wohnstube ein. Die Frauen reinigten den Keller und schuetteten die Erde raus an das Haus. Auch einen Herd gebaut von einem Maurer.
26. und 27.10 haben die Frauen Strauch gehackt.
31.10 Mussten unsere fuer die Obrigkeit Strauch hacken. Hier sind viele Ratten.
Den 1. Novemger 1945. Wieder Strauch gehackt. Schoenes Wetter.
2.11. Schneegestoeber. Unsere wurden auf Arbeit gestellt. Kornelius und David in der Schmiede, Hans Rempel im Kuhstall, Frau Harms, Frau Janzen und Frau Pauls als Melkerinnen. 3 mal taeglich melken, auch dreimal taeglich das Vieh nach dem Bach treiben zum traenken.
3.11. Das Zimmer ausgekalkt.
6.11. Hans Rempel muss weg auf 10 Tage. Vieh zur Station treiben. Ein Schaf gekauft ohne Kopf, ohne Schwanz und ohne Eingeweide fuer 600 Rubel und ein paar Hosen. Dann gaben sie noch 2 Eimer Kartoffeln und 1 Eimer gelbe Rueben.
7.11. Kornelius und David fahren Strauch, Lena und ich das Schaf ausgebraten.
8.11 Kam Hans Rempel zurueck. Kornelius hat an unserer Seite Kojen (Holz Betten?) gebaut. Beim Fenster schlafen wir 5, dann Frau Harms, Frau Pauls, D. und Lenchen, dann Frau Kath. Klassen und ihre Schwester Sara. Eine dicht an der Anderen. An der anderen Seite Frau Anna Rempel mit ihre 2 Soehne Hans und Jakob, beim Ofen Frau Maria Janzen mit ihre 2 Kinder Leni und Peter und ihre Mutter Tante Unger.
15.11 Baute Frau Janzen ihre Koj.
18.11. Holten unsere Frauen Burjan (grosses Unkraut) zum Heizen.
26.11 Mussten Frau Rempel und Sara Harms Holz hacken
Den 2. Dezember 1945. Sonntag. Lena ging nach der 2. zu ihrer Schwester.
10.12 David hat einen Hund geholt. Es wird kaelter, die Woelfe heulen, -dass es hierzu hoeren ist. Bis jetzt sind 8 Ratten gefangen.
12.12 Janzens Peter und Lena und Pauls Lenchen zur Schule.
16.12 Sonntag.40 grad kalt. Frau Pauls sind die Zehen angefroren. David und Hans Rempel muessen auf Traktor Kurse, es geht ihnen gut. Die Ratten machen viel Schaden.
25.12. Erster Weihnachtstag, unsere mussten alle auf Arbeit. Lena hatte fuer die Kinder suesse Korschike (Pfannkuchen aehnlich, nur dass sie dicker sind und nur von Mehl und Wasser und etwas Backpulver in der Pfanne gebacken werden) gebacken. Abends sangen wir Weihnachtslieder, die Kinder sagten Gedichte auf und erzaehlten die Weihnachtsgeschichte.
29.12 Frau Pauls ist krank. Sie soll ins Krankenhaus.

 
     
 
1946
 
  Den 19 Januar 1946 kamen die Jungens auf Besuch. David lag den Tag ueber und ass wenig.
21.1. Die Jungens wieder ab.
23.1. Heute sind es 23 Jahre als mein Mann beerdigt wurde.
24.1. Kamen die Jungens bei grosser Kaelte, aber still.
30.1. Die Jungens ab, bei Sonnenschein und grosser Kaelte. Hier sind mehrere Maenner und eine Frau angekommen. Bei den Maennern Finger und Zehen angefroren, der Frau die Beine ganz voll Blasen.
Den 1 .Februar 1946.Mussten wir nach der 1. zum Waehlen bei schoenem Wetter. Das Fahren eine Lust.
9.2. Starb Schulzens Richard.
Den 4. Maerz 1946. Frau A. Rempel die Finger angefroren.
10.3. Lena und Frau Klassen sollen im Speicher arbeiten.
17.3. Die J.Polaken sind abgefahren. Eine Katze zur Nacht geholt, die fing gleich 2 Raten.
21. 3.Starb Schulzen Selma ihrWaldemar, zwei Monate alt. Onkel Giesbrecht lass eine Predigt vor, auch Gebete. Dann wurden mehrere Lieder gesungen. Vormittag wurde er begraben und Nachmittag fing es an zu regnen.
Den 8. April 1946 Lena, Frau Dueck und Peter nach der 2.
10.4. zurueck.
14.4. Kornelius muss auf Kurse nach der 1. Frau Katharina Loewen auf der 1. ist gestorben.
20.4. Kam Kornelius und brachte einen Brief von Sara an Peter Neudorfs geschrieben. Sie ist von 1941 hier. Ich bin aber froh dass sie gefunden ist!
21.4. Ostermontag. Wir hielten eine kleine Hausandacht, dann schrieb ich an Sara, Kornelius zurueck.
22.4. Brannte bei Mastoljs das Dach ab.
28.4. Ging Kornelius auf den Haushandel, sie wurden nicht einig.
30.4. Zogen Giesbrechts nach Schulzen wo Lydia ihr Soehnchen starb.
Den 1. Mai 1946 Wurde es beergigt. Onkel Giesbrecht hielt eine
kurze Andacht, dann wurden noch mehrere Lieder gesungen. Eine Kalmuecken Familie zog in die Nachbarstube.
5.5. Kauften Frau Rempel und Fraujanzen ein Schaf zu 350 Rubel. Die Frauen mussten auf 120 Rubel auf Obligatium ( eine Abgabe fuer die Regierung) unterschreiben, die Traktoristen auf 200. Ein Brief von Sara.
10.5. Diejungens machen einen Zaun um den Garten
13.5. Fingen wir an zu graben.
27.5 Kam Frau Anna Bergen mit Jascha. Er blieb hier.
30.5. Himmelfahrt. Von frueh Regen.
Den 9. Juni 1946. Anstatt zu feiern steckten Kornelius und Lena Kartoffeln auf dem Felde.
21.6. Kam Kornelius um hierzu arbeiten.
23.6. Kam unser Kommandant.
27.6 Fuhren die von Leningrad in ihre Heimat.
30.6 Lena wollte einen Topf kochende Milch aufs Brett stellen und goss sich ueber den Hals. Sie hat sich sehr verbrueht.
Den 1. Juli 1946 Wurde auf der 1. viel vom Hagel zerschlagen. Die hiesigen Kinder laufen nackt und barfuss draussen herum.
5.7. Fing ich an die Kartoffeln zu jaeten.
 
     
 
1947
 
 

1947 Ostersonntag. Die hiesigen Frauen brachten den Kindern Eier. Lern bekam 6, die anderen Kinder jedes 3.
Den 3. September 1947. Frau Rempel und Frau Janzen haben eine Kuh gekauft.
28.9 Der Wolf hat ein Kalb zerrissen.
Den 2. Oktober 1947 starb Hans Rempels Heini und wurde am 3. begraben.
Den 9 November 1947 zum letzten mal das Vieh ausgetrieben.
8.11. Mussten Kornelius und David nach der 1. auf Remont.
24.11. Der Wolf hat sich ein Schaf geholt.
Den 7. Dezember 1947. Lena und Frau Janzen nach Lebensmittel. Kartoffeln gekauft zu 350 Rubel das Zentner

(Wie so dieser Abschnitt hier ist weiss ich nicht aber so ist es in Grossmutters Tagebuch. E.R.)

Den 16 April 1947 Wir lasen aehren.
17.4. Ging ich wieder aehren lesen. Auf halbem Wege fing es an zu schneien und ich musste umkehren.
18.4. In dieser Nacht mussten alle nach dem Kontur, auf Abligation unterschreiben. Lena auf 100 Rubel die anderen auf 150 bis 200..
19.4. Wieder aehren lesen. Kam nass nach Hause. Auch Kornelius und David kamen nass nach Hause. Kornelius war die Nacht ueber krank, auch den Tag.
28.4 Brannte das Geburtsshaus ab.
Den 1. Mai 1947 war Sara Hamm ihr Geburtstatg. 51 Jahre alt.
4.5. Haben Kornelius und Lena ein halbes Haus gekauft zu 2000 Rubel. Es ist ein kleines Zimmer und ein noch kleineres Vorzimmer. 1200 in Kleider gerechnet. Ein Manns Anzug, ein Frauen Rock, 1 Frauen Mantel und ein Paar Schuhe. Wir koennen noch nicht hineinziehen. Da sind noch Kaelber drinn. Ein kleines Kartoffelstueck ist dabei.
7.5 Fing ich an zu graben.
15.5. Gewitter. Der Wolf hat 2 Schafe zerrissen. Lena arbeitet im Gemuesegarten.
31.5 Wurde unser Kartoffelland auf dem Felde gepfluegt.
Den l. und 2. Juni 1947 Kornelius und ich steckten die Kartoffeln auf dem Felde. Es war Pfingsten. Es ist das selbe Land dass wir voriges Jahr hatten.
11.6 Die Kuh kalbte. Ein grosser Bulle. In dieser Woche drei Briefe von Sara. Leni den ersten Tag auf arbeit, Getreide jaeten. Ich beendete das Graben.
25.6 Fing Kornelius an Gras zu maehen, fuer die Nacht nach Hause.
27.6 Zogen wir in unsere eigene Wohnung. Ein eigener Herd ist goldes wert. Hier ist es still und friedlich.
30.6. Die Kartoffeln auf dem Felde gejaetet.
Den 10 Juli 1947 Gingen die beiden Lenchen nach der 2. nach Bergens. Anna ist Melkerin auf dem Melkplatz (Wapascha) 4 Kinder hat sie bei sich. Leni muss Grossmama helfen jaeten.
13.7. Gingen 3 russisch Maedchen, Leni und ich Erdbeeren suchen, fanden wenig. Als wir zurueck kamen war Frau Anna Bergen, Leni und Mariechen bei uns. Mariechen blieb auf unbestimmte Zeit.
19.7. Heute sind es 16 Jahre dass Greta beerdigt wurde. 2 Briefe von Sara. Sie schreibt dass sie einen Brief von Sara Letkemann bekommen hat. Die schreibt dass sie bei Peter sind. Gott sei Dank!
20.7. Tagueber Regen. Die Jungens kamen ganz nass nach Hause.
22.7. Liess Lena sich den Arm zurechtmachen. Wenn es nicht hilft soll sie nach dem Dr. Sie hat sich den Arm erkaeltet beim Miststreichen. Es sieht nach vertrocknen.
30.7. Nach dem Dr. Der hat gesagt sie soll 3 Tage mit einer Hand arbeiten. Uns hat man den Kalender gestohlen.
31.7. In dieser Nacht hat der Wolf einer russischen Frau 5 Schafe zerrissen.
Den 10 August 1947 Bekam ich ein grosses Ceschwuer am Ruecken.
15.8. Lena soll auf Arbeit.
21.8. Der Wolf hat mehrere Schafe zerrissen. Kornelius soll nach Kolmanka auf Arbeit.
24.8. Ging das Ceschwuer auf. Lena verband es treulich.
Den 1. September 1947 Leni fing an zur Schule zu gehen.
3. und 4. 9. Schmierte Frau Massolj bei uns die Stube aus.
6.9. Maehte Kornelius die Hirse. Wir gruben die gekauften Kartoffeln aus, Leni und ich.
8.9. Ein Fuder Hirse geholt. Angefangen Kartoffeln auszugraben hinter den Bohnen.
15.9. Kartoffeln ausgraben beendet. Die uebrige Hirse nach Hause geholt. Viel gestohlen.
19.9 Grub Kornelius draussen einen Keller.
23.9. Aus dem Garten Rueben, Kohl und Wrucken heraus geschafft.
26.9. David sein Geburtstag. 16 Jahre alt.
Den 10 Oktober kam Kornelius von Kolmanka.
20.10 Liess Lena die Fenster einsetzen. Das Kalb geschlachtet.
Den 3. November 1947 kam A. Bergen das erste mal waehrend Mariechen hier ist. Mariechen drehte sich ganz weg. Kannte sie gar nicht. Doch sie hatte ein Stueck Brot mit. Das ist ja so was Schoenes. So hatte sie, sie bald gewonnen. Als sie weg war fragte Mariechen: Wo ist die schoene Leni geblieben?
8.11. Haben Kornelius und David Bettgestelle gebaut. Doppelte.
11.11 David auf Kurse fuer 5 Monate.
12.11 Musste Kornelius auf Remont nach der 1. Er hatte sich ein paar Tage ausgebeten um Futter und Brennholz zu holen.
16.11. Sonntag. Mein Geburtstag.
17.11. Kornelius wieder auf Remont. Jetzt scheint Mariechen ihr Gedaechtniss aufgewacht zu sein. Sie fragt manchmal: Wo ist meine Mama? Zu Lena sagt sie auch Mama.
22.11. Kam Frau A Bergen und Leni.
23.11. zurueck.
24.11 Kamen Tante Bergen und Mika. Kauften bei Fatnicks eine Faerse.
Den 6. Dezember 1947 kam Kornelius nicht wegen grosser Kaelte, 45 Grad.
21.12 Waren die Wahlen. Ich und Lena durften zu Hause waehlen.
25.12 War Leni Bergen hier mit noch einer anderen Frau, 26. ab.
28.12 Kam David, 30. Kornelius.

 
     
 
1948
 
 

1947 Ostersonntag. Die hiesigen Frauen brachten den Kindern Eier. Lern bekam 6, die anderen Kinder jedes 3.
Den 3. September 1947. Frau Rempel und Frau Janzen haben eine Kuh gekauft.
28.9 Der Wolf hat ein Kalb zerrissen.
Den 2. Oktober 1947 starb Hans Rempels Heini und wurde am 3. begraben.
Den 9 November 1947 zum letzten mal das Vieh ausgetrieben.
8.11. Mussten Kornelius und David nach der 1. auf Remont.
24.11. Der Wolf hat sich ein Schaf geholt.
Den 7. Dezember 1947. Lena und Frau Janzen nach Lebensmittel. Kartoffeln gekauft zu 350 Rubel das Zentner

(Wie so dieser Abschnitt hier ist weiss ich nicht aber so ist es in Grossmutters Tagebuch. E.R.)

Den 16 April 1947 Wir lasen aehren.
17.4. Ging ich wieder aehren lesen. Auf halbem Wege fing es an zu schneien und ich musste umkehren.
18.4. In dieser Nacht mussten alle nach dem Kontur, auf Abligation unterschreiben. Lena auf 100 Rubel die anderen auf 150 bis 200..
19.4. Wieder aehren lesen. Kam nass nach Hause. Auch Kornelius und David kamen nass nach Hause. Kornelius war die Nacht ueber krank, auch den Tag.
28.4 Brannte das Geburtsshaus ab.
Den 1. Mai 1947 war Sara Hamm ihr Geburtstatg. 51 Jahre alt.
4.5. Haben Kornelius und Lena ein halbes Haus gekauft zu 2000 Rubel. Es ist ein kleines Zimmer und ein noch kleineres Vorzimmer. 1200 in Kleider gerechnet. Ein Manns Anzug, ein Frauen Rock, 1 Frauen Mantel und ein Paar Schuhe. Wir koennen noch nicht hineinziehen. Da sind noch Kaelber drinn. Ein kleines Kartoffelstueck ist dabei.
7.5 Fing ich an zu graben.
15.5. Gewitter. Der Wolf hat 2 Schafe zerrissen. Lena arbeitet im Gemuesegarten.
31.5 Wurde unser Kartoffelland auf dem Felde gepfluegt.
Den l. und 2. Juni 1947 Kornelius und ich steckten die Kartoffeln auf dem Felde. Es war Pfingsten. Es ist das selbe Land dass wir voriges Jahr hatten.
11.6 Die Kuh kalbte. Ein grosser Bulle. In dieser Woche drei Briefe von Sara. Leni den ersten Tag auf arbeit, Getreide jaeten. Ich beendete das Graben.
25.6 Fing Kornelius an Gras zu maehen, fuer die Nacht nach Hause.
27.6 Zogen wir in unsere eigene Wohnung. Ein eigener Herd ist goldes wert. Hier ist es still und friedlich.
30.6. Die Kartoffeln auf dem Felde gejaetet.
Den 10 Juli 1947 Gingen die beiden Lenchen nach der 2. nach Bergens. Anna ist Melkerin auf dem Melkplatz (Wapascha) 4 Kinder hat sie bei sich. Leni muss Grossmama helfen jaeten.
13.7. Gingen 3 russisch Maedchen, Leni und ich Erdbeeren suchen, fanden wenig. Als wir zurueck kamen war Frau Anna Bergen, Leni und Mariechen bei uns. Mariechen blieb auf unbestimmte Zeit.
19.7. Heute sind es 16 Jahre dass Greta beerdigt wurde. 2 Briefe von Sara. Sie schreibt dass sie einen Brief von Sara Letkemann bekommen hat. Die schreibt dass sie bei Peter sind. Gott sei Dank!
20.7. Tagueber Regen. Die Jungens kamen ganz nass nach Hause.
22.7. Liess Lena sich den Arm zurechtmachen. Wenn es nicht hilft soll sie nach dem Dr. Sie hat sich den Arm erkaeltet beim Miststreichen. Es sieht nach vertrocknen.
30.7. Nach dem Dr. Der hat gesagt sie soll 3 Tage mit einer Hand arbeiten. Uns hat man den Kalender gestohlen.
31.7. In dieser Nacht hat der Wolf einer russischen Frau 5 Schafe zerrissen.
Den 10 August 1947 Bekam ich ein grosses Ceschwuer am Ruecken.
15.8. Lena soll auf Arbeit.
21.8. Der Wolf hat mehrere Schafe zerrissen. Kornelius soll nach Kolmanka auf Arbeit.
24.8. Ging das Ceschwuer auf. Lena verband es treulich.
Den 1. September 1947 Leni fing an zur Schule zu gehen.
3. und 4. 9. Schmierte Frau Massolj bei uns die Stube aus.
6.9. Maehte Kornelius die Hirse. Wir gruben die gekauften Kartoffeln aus, Leni und ich.
8.9. Ein Fuder Hirse geholt. Angefangen Kartoffeln auszugraben hinter den Bohnen.
15.9. Kartoffeln ausgraben beendet. Die uebrige Hirse nach Hause geholt. Viel gestohlen.
19.9 Grub Kornelius draussen einen Keller.
23.9. Aus dem Garten Rueben, Kohl und Wrucken heraus geschafft.
26.9. David sein Geburtstag. 16 Jahre alt.
Den 10 Oktober kam Kornelius von Kolmanka.
20.10 Liess Lena die Fenster einsetzen. Das Kalb geschlachtet.
Den 3. November 1947 kam A. Bergen das erste mal waehrend Mariechen hier ist. Mariechen drehte sich ganz weg. Kannte sie gar nicht. Doch sie hatte ein Stueck Brot mit. Das ist ja so was Schoenes. So hatte sie, sie bald gewonnen. Als sie weg war fragte Mariechen: Wo ist die schoene Leni geblieben?
8.11. Haben Kornelius und David Bettgestelle gebaut. Doppelte.
11.11 David auf Kurse fuer 5 Monate.
12.11 Musste Kornelius auf Remont nach der 1. Er hatte sich ein paar Tage ausgebeten um Futter und Brennholz zu holen.
16.11. Sonntag. Mein Geburtstag.
17.11. Kornelius wieder auf Remont. Jetzt scheint Mariechen ihr Gedaechtniss aufgewacht zu sein. Sie fragt manchmal: Wo ist meine Mama? Zu Lena sagt sie auch Mama.
22.11. Kam Frau A Bergen und Leni.
23.11. zurueck.
24.11 Kamen Tante Bergen und Mika. Kauften bei Fatnicks eine Faerse.
Den 6. Dezember 1947 kam Kornelius nicht wegen grosser Kaelte, 45 Grad.
21.12 Waren die Wahlen. Ich und Lena durften zu Hause waehlen.
25.12 War Leni Bergen hier mit noch einer anderen Frau, 26. ab.
28.12 Kam David, 30. Kornelius.

 
  Wenn Du an jenem Tage die Toten wirst erwecken,
wollest Du auch Deine Hand zu meinem Grabe hin ausstrecken.
Lass hoeren Deine Stimme und mein Leib wacht auf
Und fuehr ihn schoen verklaeret zum auserwaehlten Haeuf!
 
  Dann wurde er ins Grab gelassen. Sie streute 3 Haende voll Erde hinauf und sagte:"Du bist Erde und sollst wieder zu Erde werden." Dann sang sie und ihre Mutter noch leise Lieder. Ein 20 jaehriges Maedchen. Von unsere Frau Pauls und Frau Rempel und Jasch.
12. Wurde Onkel Wallman auch dort beerdigt.
Den 3.5.1948. Heute muss David sehr Frueh auf Arbeit. Kornelius muss heute eine Kuh abledern, dafuer bekam er ein Stueck Fleisch. Ich habe diese Woche sehr im Garten geschafft. Gelbe Rueben, Zwiebeln auch Knoblauch und ein Beet Kartoffeln sind in der Erde. Lena macht den Zaun zurecht. Ihre Fuesse und Beine sind dick geschwollen.
7.5. Frau A Bergen zu Nacht .
8.5. Frueh wieder ab um die Arbeit nicht zu versauemen.
16.5. Kornelius Kartoffeln gekauft. 160 Rubel das Zentner.
18.5. Hans Klassens Hans auf zwei Stellen das Bein gebrochen. Er liegt im Krankenhaus.
27.5. Kornelius hat auf zwei Tage Urlaub. Arbeitet auch am Zaun.
Den 1. Juni 1948. Die beiden Lenchen Kartoffeln gesteckt.
6.6. Ein Brief von Sara. Sie schreibt dass sie frei ist vom 26.Mai.
7.6. Die erste Henne hat gelegt.
9.6. Alles gefroren! Kartoffeln schwarz, Kuerbisse und Bohnen kaputt. Leni Bergen, Frau Pauls und Liese Winter von der 1. auf Besuch. Die beiden Lenchen nach der 2.
14.6. Kam Sara gesund hier an. Gott sei Dank! Ich bin so froh dass ich diese beiden hier bei mir habe. Wenn ihr diese Arbeit nur nicht zu schwer wird.
15.6. Kalbte die Kuh. Ein grosser Bulle.
20.6. Pfingsten. Ruhetag.
21.6 Erlegte David eine Eule.
27.6 War Bergens Leni und Jasch hier auf Besuch. Sie beide und Jasch haben mit jaeten 100 Rubel verdient.
30.6. Ging Sara zur 1. zum arbeiten als Rechnungs Fuehrer
Den 9. Juli 1948 kam Sara zurueck um hier zu arbeiten.
12.7 Fing Sara an beim Heu. Erster durchdringender Regen.
20.7 und 21.7 schaffte Kornelius zu Hause. Abtritt gegraben und Strauch geholt fuer den Zaun
Den 3. und 4. August 1948 Gewitterregen. Die Gurken vom Hagel zerschlagen.
31.8. kam Kornelius krank nach Hause.
Den 5 September musste Kornelius nach Kolmanko, er war noch sehr schwach.
22.9. Angefangen Kartoffeln auszugraben.
23.9 Gewitterregen. Kamen alle, alle nass nach Hause.
Den 4. Oktober 1948 Kartoffeln ausgraben beendet.
8.10. Alles unter Schnee. Bis Mittag alles weg.Nachmittag schafften Sara und Lena die Wrucken hinauf.
14.10. Schoenes Wetter. Hole jeden Tag ein Bund Wermut.
20.10 Muss Kornelius auf Remont nach der 1. Sara muss Heu fahren auf der Simowka (Winterstall) vom 13. Dez.
26.12 1948 kamen Kornelius und David, sie hatten schon gewaehlt. Lena und ich durften hier waehlen. Sara musste zur 1. Dann feierten wir Weihnachten. Leni und Mariechen sagten Gedichte auf, Leni erzaehlte die Weihnachtsgeschichte, dann sangen wir Weihnachtslieder.
 
     
 
1949
 
  Den 24 Februar 1949. Fuhren Kornelius und Lena Kartoffeln kaufen. 80 Rubel das Zentner.
Den 2. April. Die erste Henne hat gelegt. 10.4. Bekam die Huendin 7 Junge. Eins liess man ihr. Sara muss auf dem Felde Land messen. Mit Lena ihre Hand hat es sehr gebessert. Es sah nach vertrocknen. Sie hat sehr gedaempft und gerieben. Jetzt muss sie wieder auf Arbeit. Es werden 4 neue Haueser gebaut. Die Waende werden gegossen, das ist schwere Arbeit.
Den 31. Juli kam Frau Bergen. Es war Sonntag.
Den 1. August 1949. Montag sie nahm Mariechen mit. Sie hat manchmal gesagt wenn Sonntag Montag wird sein, der Schnee wird weg sein und die Kuh wird Milch geben, dann kommt Mama mich holen. Ich sagte: Die wollen dich gar nicht. Der Schnee ist lange weg und die Kuh gibt lange Milch, sie holen dich nicht.
Den 16 September 1949. Angefangen Kartoffeln auszugraben. Wir bekommen viel.
Den 7. November 1949 muss David auf Kurse fuer 6 Monate. Sara muss Heu und Silo waegen
9.11. Ich ging Tante Unger besuchen. Die ist sehr krank. Sie hat grosse dunkle Flecken an den Beinen. Nachmittag kalbte unsere Kuh.
10.11. Ging ich wieder, sie besuchen. Sie bat mich mit ihr zu beten. Wer bin ich, dass ich mit einer Sterbenden beten soll? Ich flehte den Weg ueber Gott wolle mir die rechten Worte geben. Ich sagte auch zu den Kindern sie sollten fuer mich beten. Also beteten wir um Erloesung. Als wir geendet, wollte sie noch einmal gedreht sein, dann starb sie. Jetzt war seine Stunde gekommen. Wie lange hatte sie schon um Erloesung gebeten. Jetzt war ihr Gebet erhoert. 78 Jahre und 11 Monate.
12.11. Wurde sie beerdigt. Es wurden mehrere Lieder gesungen. Lena hatte sich auf dem Kirchhof so erkaeltet dass sie lange husten musste. Mir ist so angst wenn von den Kindern wer krank ist.
25. Dezember 1949. Eine Henne geliefert. Wir feierten Weihachten. Leni sagte mehrere Gedichte auf, auch einen Wunsch und erzaehlte die Weihnachtsgeschichte. Dann sangen wir Weihnachtslieder.
26.12 Das Kalb geliefert.
27.12. Ein Ferkel gekauft zu 70 Rubel.
 
     
 
1950
 
 

Den 14 Januar 1950 Wurde Sara vom Heu waegen genommen, muss Heu fahren. Kornelius muss Holz hacken und fahren. Kann jedesmal ein Bund fuer uns mitbringen.
Februar 1950 Anfangs sehr kalt, hernach schoenes Wetter.
Den 11 Maerz 1950 Musste Kornelius auf der Simowka (Winterstall). Vieh besorgen.
12.3. Waren die Wahlen. Kornelius wurde von dort geholt, auch wieder zurueck gebracht. Sara musste auch nach der 1. Lena und ich konnten hier waehlen.
19.3. Die erst Henne hat gelegt.
25.3. Kam Kornelius von der Simowka (Winterstall).
26.3. Wieder Holz fahren.
Den 1. April 1950. Ich bekam ein neues Tuch. Meins war so zerrissen. Solches habe ich noch nicht eins gesehen.
9.4. Schee mit Regen vermischt. Deswegen konnten Kornelius und Sara zuhause bleiben. Ostern feiern. Leni hatte auch Osterlieder gelernt. War aber krank, konnte nicht mitsingen.
10.4. Kam Frau A. Bergen, nahm Palto( Mantel) und Bluse.
11.4. Schneesturm.
12.4 Frau Bergen zurueck.
13. und14.4. Kornlius auf Saekurse.
10. bis 20.4. Sara auf Urlaub.
28.4. Sara muss im Speicher arbeiten.
29.4. Alles weiss unter Schnee.
Den 1. Mai 1950 Das Vieh auf Weide.
3.5. Fing ich an zu graben. Wie froh bin ich dass ich das wieder kann. Sara muss wieder Land messen, auch Kornelius muss auf dem Feld arbeiten.
6.5. Angefangen mit Drillen.
13.5 Regen. Kornelius machte die Aussentuer zurecht.
18.5. Himmelfahrt. Auf dem Felde wird gearbeitet, zu Hause nicht.
15.5. Lena war beim Dr. Sie hat ein krankes Herz. Muss viel husten auch eng mit der Luft. Hat Medicin bekommen, moechte es doch helfen!
21.5. Eine Glucke gesetzt. Die Schule geschlossen.
26.5 Kam Bergens Hans und Jasch.
27.5 Leni mit Kaelber auch noch zurueck mit den Jungens.
28.5. Pfinsten. Bergens Hans kam Kartoffeln stecken helfen, ging aber nicht wegen dem Regen.
30.5 Fingen sie an Kartoffeln zu stecken auf dem Felde. Nachmittag Regen.
Den 1.Juni 1950. Kartoffeln stecken beendet.
3.6. Im Garten beendet.
4.6 Bergens Hans nach Hause. Hat fleisseg geholfen.
13.6. Kamen die Kuechlein aus.10 Stueck.
14.6 David auf Remont nach der 1.
21.6. Kornelius angefangen Grass zu maehen.
26.6. Lena beim Dr. Sie kann nicht auf Arbeit wegen dem kranken Herzen.
27.6. Sara und Leni angefangen die Kartoffeln zu jaeten auf dem Felde.
Den 1. Juli 1950. Kornelius wollte Mist verwerfen nach Feierabend, dabei stiess er mit dem Fuss an einen scharfen Knochen, dass das Blut floss.
5.7. Er ist heute nicht auf Arbeit gegangen. Lena ihr Geburstag, 41 Jahre alt. Kartoffeln gekauft von Butows, 8 Rubel das Zentner, sehr kleine, viel schlecht.
6. 7. Kornelius sein Fuss ist ganz dick, kann nicht auf Arbeit. Den Mist vollends verworfen.
7.7. Angefangen zu streichen. Sara und Kornelius.
8.7. Kornelius wieder auf Arbeit.
12.7. Erhielten wir zwei Briefe von Jak. Letkeman. Er schreibt dass Albert und Lena in einem Schuelerheim sind. Albert geht das 3. Jahr zur Schule und Lena das 1. Hans arbeitet schon. Verdient 300 Rubel im Monat. Er selbst hat den Bruch. Den 2 Brief von Lena Elias. Sie schreibt das ihre Schwester Annie tot ist. Von der Maschine gefallen und uebergefahren, alles zerdrueckt und zerquetscht, nur das Gesicht und Arme nicht. Noch 9 Stunden gelebt. Gott schenke ihr ewige Ruhe!
15.7 Mist streichen beendet. Sara und Leni.
17.7. Starb die Nachbars ihre 4 jaehrige Holja, nach 9 taegiger, schwerer Krankheit.
18.7. Heute wurde sie begraben.
20.7 Die ersten Gurken geplueckt.
Den 3. August 1950 kam David von der 1. um hier zu arbeiten.
9.8. Leni ihr Geburstag 11 Jahre alt. Lena sehr krank und die Beine dick geschwollen.
10.8 Gebor sie ein kleines Knaeblein welches noch an dem Tag starb.
12.8. Das rechte Bein viel duenner, das linke tut sehr schmerzen.
14.8. Kornelius fuhr mit ihr zum Dr. Das linke Schienbein war eine Blase, es sah schrecklich. Sie war sehr muede als sie kamen. In der Nacht ging das Bein auf, alles was nass.
15.8 Morgens starb sie. In der Nacht betete sie viel und sang den 1 Vers von dem Liede: Christi Blut und Gerechtigkeit... Sie hatte eine sehr schoene Stimme. Sara war bei ihr. Ich war in den Garten gegangen. Sie war ein wenig eingeschlafen, dann hatte sie gefragt ob sie lange geschlafen habe. Ihr hatte getrauemt sie sei draussen gegangen und ihr Bein sei ganz heile, dann schlief sie wieder ein um nicht wieder zu erwachen. Gott schenke ihr die ewige Ruhe! Frau Rempel wusch sie ab, Frau Janzen kaemte sie.
16.8. Wurde sie begraben. Onkel Semrau hielt die Leichenrede. Die Frauen sangen mehrere Lieder. Von der 2. war ihre Schwester Anna gekommen, auch Lern, Tante Bergen und Mika. Von der 1. auch ein paar Frauen, Onkel Semrau und Alinda, David seine Braut. Schoenes Wetter.
17.8. Starker Regen.
26.8 Kam Alinda Gurken holen.
27.8 Fuhr sie auf einer Maschine zurueck.
30.8 Musste Kornelius Schafe holen. Ich fange an Haus verschmieren.
Den 1. September 1950 Der Unterricht faengt an.
15.9. Angefangen Kartoffeln auszugraben im Garten.
17.9 Wurde unser Schweinchen von Woelfen zerrissen. Die fingen beide. Beide Hinterschinken aufgefressen und die Rippen benagt. Was muss das arme Tier ausgehalten haben. Die Huendin wird das wohl gehoert haben, Sie hatte ein Junges. Damit draengte sie sich durch die Tuerspalte durch und legte es auf mein Bett. So war es sicher.
23.9. Kam Linda helfen Kartoffeln ausgraben auf dem Felde. Kornelius, Sara, Linda und Leni auf dem Feld.
26.9. Davids Geburstag. 20 Jahre alt.
27.9 Kartoffeln auf dem Felde beendet. David kam Linda holen.
29.9. Im Garten beendet.
Den 3. Oktober 1950 Rueben beendet bei schoenem Wetter, gegen Abend Regen.
10.10 Alles weiss unter Schnee, welcher bis Abend weg war. Die Kuh aufgehoert mit melken.
21.10. Die Kuh gekalbt, ein Kuhkalb.
22.10 Fuenf Kuehe krepiert, an Kartoffeln ueberfressen.
24.10 Fing Sara an im Kontor zu arbeiten.
28. und 29.10 Der Buran (Wintersturm, ein sehr starker und schlimmer Sturm, wenn dann noch Schnee dabei ist verirren sich viele Leute) hat ein Gebauede abgedeckt.
Den 4. November kamen David und Linda zur Hochzeit einladen zum 7.
6.11. Gingen Sara, Leni und Tina Dueck hin. Kornelius am 7.
8.11. Alle zurueck. Kornelius nach der Simowka. (Winterstall).
26.11 Brachten David und Linda Bauholz nach dieser Ferma. Blieben zu Mittag, wir hatten Kartoffelsuppe mit Schweinefleisch. Nachmittag wollten sie zwei Fuder Heu mitnehmen.
Den 17. Dez. Die Wahlen. Sara fuhr zur Nacht, Kornelius Frueh des Morgens. Auf der 1. ist Frau Schulz gestorben, Linda ihre Schwester, im Krankenhaus. Sie hinterlaesst 4 unmuendige Kinder. Abends Hochzeit bei unsere Nachbarn, Sina mit Rempels Hans. Kornelius und Sara waren eingeladen.
24.12. Abends feierten wir Weihnachten. Sangen Weihnachtslieder, Leni sagte mehrere Gedichte auf und erzaehlte die Weihnachtsgeschichte - ein Ferkel gekauft zu 70 Rubel

 
     
 
1951
 
  Den 4. Januar 1951 Kamen David und Linda und brachten Bauholz und zurueck wollten sie wieder Heu nehmen.
21.1 Kamen sie spazieren. Wir teilten Lena ihre Kleider. Sie bekamen ein Parchentkleid (Flannelkleid), den gruenen Sarafan, eine Bluse ein Hemd und eine Schuerze. Abends sangen wir Weihnachtslieder.
22.1. Gingen sie zurueck.

Den 3. Februar 1951. Die erste Henne hat gelegt.
17.2. Fuhr Sara nach der 1. zum Waehlen. Auf halbem Wege begruesste sie der Burjan (Unkraut). Kornelius und ich durften hier waehlen, nur er musste dann noch Schnee schaufeln.
Den 1 Maerz 1951 erfuhren wir dass Frau A. Bergen ein Kleines hat. Lena durfte das nicht erleben.
14.3 1951 Erfuhren wir dass es gestorben ist.
Den 10. April 1951 fing Sara wieder an Land zu messen.
12.4. Den ersten Tag Vieh auf Weide.
13.4. Angefangen zu saeen. Sonnenblumen.
18.4. Angefangen zu graben.
27.4. Rueben gesaet.
28.4. Eine Glucke gesetzt.
29.4. Ostersonntag. Kornelius kam zu Mittag nach Hause, so durften wir Ostern feiern. Wir sangen Osterlieder, Leni erzaehlte die Ostergeschichte.
Den 13. Mai.l 951 Morgens alles unter Schnee, bis Mittag verschwunden.
16.5. Angefangen auf dem Feld die Kartoffeln zu stecken.
17.5. Die Schule geschlossen.
18.5. Kortoffelstecken beendet.
19.5. Das erste Kuechlein. 13 von 15 Eier.
20.5. Musste Leni nach der 1. zur Pruefung. Kornelius nach der Simowka.
22.5. zurueck. Im Garten beendet.
24.5. fuer Sara eine Koj gemacht, den Keller zurechtgemacht.
28.5. Kamen David und Linda, holten den Weizen den David verdient. Auf der Maschine zurueck. Leni von der 1.zurueck.
31.5. Kam David das Kalb holen. Den 3. und 4Juni 1951 kamen die Kuechlein aus. 11 Stueck.
17.6. Ging Leni nach der 1. Buecher kaufen, kam ohne Buecher zurueck.
18.6 Fingen Sara und Leni an Kartoffeln zu jaeten auf dem Felde.
Den 22.7.1951 kam Linda zu Nacht. Sie stellen Heu, es sieht nach Regen.
August 1951 Kornelius muss bei der Trocknerei arbeiten.
12.8. Besuchte Frau Nicklas mich. Ist auch 66 Jahre alt.
14.8. Der erste Nachtfrost, die Gurken sehr beschaedigt.
15.8. Heute ist es ein Jahr dass Lena gestorben ist. Die Zeiten fliehen mit Sturmeseile
Linda hat ein kleines Soehnchen geboren, namens David.
Den 2. September 1951 Heute muss Sara nach der 1. in die Schreibstube arbeiten. Leni in die 5. Klasse. Ist das aber einsam.
7.9. und 8.9.1951 Kalkte ich die Stube aus und machte rein.
8.9. Kamen Leni und Lili Schulz. Leni ihre Sachen holen. Sie hat dort ein Quartier bekommen. Solange war sie bei David im Quartier. Sie nimmt Leni zu sich. Alle drei zurueck.
11.9.Fing ich an Kartoffeln auszugraben. Kornelius traegt sie bei Mondschein in den Keller.
15.9. Kamen Sara, Leni und Lili Schulz Kartoffeln auf dem Felde ausgraben.
16.9 Gruben sie fleissig aus. Kornelius fuhr sie nach Hause.
17.9. Wollten sie beenden aber es regenete Frueh so gingen sie im Regen zurueck. Der Nikolaj ist mit seiner Familie in die Erdhuette gezogen welche er von Tschernikobs gekauft.
22.9. Kamen die Maedchen wieder, alle drei. Bis spaet mittag beendet, und gingen auch noch zurueck.
24.9. Rueben ausgegraben und in den Keller gebracht. 8 Eimer.
26.9 Hat die Sina ein Toechterchen geboren, Annie..
Den 11. Oktober 1951 haben wir unser Schweinchen geschlachtet.
15.10 Kamen David und Karl mit Ochsen ihr Heu ueber zu fahren.
Nahmen einen Sack Kartoffeln mit fuer die Maedchen.
20.10 Kamen die Maedchen. Raja Semrau brachte die Ochsen und blieb ueber Nacht auch Tante Duecksche von der 1. kam zu Nacht. Kornelius spielte Abens auf der Violine und wir sangen. Das war ein schoener Abend. Auch Frau Rempel und Tina Dueck waren hier.
21.10. Nachmittag wieder ab. Tante Duecksche blieb noch ueber
Nacht. Arnold Semrau soll hier arbeiten er ist bei uns im Quarier.
22.10. Fuhr Tante Duecksche nach Hause.
23.10. Letztes mal die Kuh gemolken.
30.10. Letzten Tag Vieh auf Weide.
Den 7. November 1951 kamen Sara und Leni zu den Oktoberferien. Wir hatten Huehnerbraten auch hatte ich ein wenig Pfeffernuesse gebacken.
9.11. Leni nach der 1.
11.11. Sara nach der 1. Den Tag ueber geschneit, ein schwerer Weg.
17.11. Kam Leni im Regen nach Hause.
19.11. Grimmig kalt.
23.11. Liess der Frost nach. Kornelius ging mit Leni nach der 1. kam auch noch zurueck.
Den 10 Dezember 1951 wurde unser Nachbar Tschernikob aus dem Krankenhaus geholt. Tot, Lungenkrank.
16.12. Waren die Wahlen auf der 1. Ich durfte hier waehlen.
21.12. Ein Ferkel gekauft zu 70 Rubel.
25.12. Weihnachten. Leni und Sara nicht gekommen. Die erste Henne hat gelegt.
 
     
 
1952
 
  Den 1. Januar 1952. Sara und Leni gekommen, wir haben schoen gefeiert.
2.1. Hatten wir Obstsuppe. Sara musste nachmittag wieder weg.
10.1. Ging Leni bei schoenem Wetter.
20.1. Heute sind es 29 Jahre dass mein Mann starb. Schon lange geruht und ich muss noch in Sibirien pilgern. Doch es ist Gottes Willen, der soll mir heilig sein. Schneesturm, Sara und Leni nicht gekommen.
Den 22.2.1952 Kornelius sein Geburtstag, 48 Jahre alt. David kam nach Futter.
24.2. Sara ihr Geburtstag, 32 Jahre alt. David fuhr mit einem Fuder Futterstroh.
25.2. Das Ferkel geschlachtet, es war ganz verkrueppelt.
28.2 Die Kuh gekalbt, ein Kuhkalb.
Den 16. Maerz 1952 ist Sara ihr Urlaub um, 2 Wochen.
29.3. Kam Leni auf eine Woche auf Urlaub, Lili Schulz kam mit, ihre Schwester Melita besuchen welche bei Frau Pauls ist.
Von 1 bis 4 April 1952 Schneesturm.
5.4. Gab es nach. Sara kam nach Hause.
6.4. War Leni ihr Urlaub um. Nachmittag beide ab im Regen.
13.4. Ein Ferkel gekauft zu 250 Rubel.
16.4. Das Ferkel Opperiert.
20.4. Ostern. Sara und Leni nicht gekommen wegen dem Wasser.
30.4. Alles weiss unter Schnee.
Den 6. Mai 1952. Erster Tag das Vieh auf die Weide
8.5. Angefangen zu graben, Linda kam mit dem kleinen David graben helfen. Sie konnte nicht viel helfen. Der Kleine musste viel fuettern. Sie war zu Fuss. Den Kleinen getragen, fast die Arme abgerissen.
20.5. Fuhren sie zurueck auf der Maschine.
22.5. Kam Leni Bergen nach Gemuesesamen. Sie erzaehlte dass ihr Grossvater Jakob Bergen, unter der Maschine den Tod gefunden.
26.5. Im Garten das Graben beendet. Zur Nacht kam Bergens Jasch und Mariechen, wir wollten Mariechen hier halten, sie wollte nur zurueck.
27.5. Gingen sie zurueck. Kornelius und Leni Kartoffeln stecken auf dem Felde beendet. Die erste Glucke gesetzt.
29.5. Himmelfahrt. Leni ihr Exsamen beendet.
Den 6, Juni 1952 Wurde der 88 jahrige Mehlnikow beerdigt.
8.6. Sara war gekommen, Pfingsten.
14.6. Kam Sara und Maria Sawatzky.
15.6. Wieder ab.
18.6. Die erste Glucke aus, 12 Kuechlein.
20.6. Kam Linda mit dem Kleinen und Leni Schulz jaeten helfen.
21.6. Sie und Leni bis mittag beendet, auf dem Felde die Kartoffeln.
23.6. Gingen sie zu Fuss ab, der Schmied holte sie ein und nahm sie mit.
Den 13 und 14 Juli 1952 Mist gestichen.
22.7. Die ersten Himmbeeren gepflueckt.
Den 6 August 1952 angefangen zu schmieren. David kam zu Nacht, muss auf der 2. arbeiten.
9.8. Leni ihr Geburtstag, 13 Jahre alt.
14.8. Kornelius angefangen auf der Simowka (Winterstall)
15.8. Zwei Jahre als Lena starb.
Den 1. September Leni nach der 1. zur Schule. Melita bringt die Kuh nach Hause, Walja bringt sie auf die Weide.
11.9. Erster Frost.
14.9. Kam Sara um hier zu arbeiten.
15.9. Grub Sara und ich Kartoffeln aus.
17.9. Muss sie wieder Land messen.
27.9. Kartoffeln im Garten beendet.
30.9. Auf dem Felde. Gott sei Dank fuer den Segen!
Den 5. Oktober 1952 Alles weiss unter Schnee.
8.10 Das Schweinchen geschlachtet, sehr mager.
Den 2. Dezember 1952. Kornelius muss Milch und Wasser fahren fuer die Kaelber.
4.12. Kam Frau Janzen mit Peter vom Arzt. Er hatte einen schlimmen Kopf. Jetzt hat er den Kopf voll schwarzer Haare.
9.12. Scheesturm, gegen Abend Regen.
17.12 Schlachteten die Kuh. Sehr mager Kornelius dabei sehr erkaelttet. Grosse Schmerzen im Ruecken. Melita Schneider auf Besuch.
18.12. Wieder zurueck.
26.12. Ferkel gekauft von Agnew zu 100 Rubel.
 
     
 
1953
 
  Den 5 Januar 1953 gebar Linda den 2. Sohn. Helmut.
24.1. Die erste Henne gelegt,
Den 2. Februar 1953 Stiess die Nachbars ihre Kuh unser Ferkel dass die Geduerme heraus hingen. Wir mussten es schlachten.
Den 2. Maerz stiess ein Bulle Kornelius am Knie dass er nicht gehen kann.
3.3. Fuhr er zum Dr. Er muss warm kompressen.
25.3. Kam Kornelius mit seiner Braut, Susanna Wiebe. Brachten die Kuh und 6 Huehner mit und 1 Hahn.
29.3. Hatten sie Hochzeit. Sara, Leni und Frau Rempel waren hingefahren. Es war sehr kalt. Andreas Mack von Koiwschenko hielt eind kurze Rede ueber Epheser 5. Dann wurde viel gesungen.
30.3. Kamen sie zu uns.
Den 5. April 1953 Ostern. Wir feierten schoen. Hatten Eier gekocht und Pfeffernuesse gebacken.
6.4. Eine Glucke gesetzt.
10.4. Gingen Kornelius und Susa zur 1. Kauften Filzstiefel, fuer Susa und Leni zum Kleid.
11.4. zurueck.
15.4. Den esrsten Tag das Vieh auf die Weide.
20.4. Die Kuh gekalbt, ein grosser Bulle. Angefangen zu graben.
24.4. Susa auf Arbeit. Kartoffeln schneiden.
Den 7. Mai 1953 Susa im Geburtshaus in der Nacht.
17.5. Kamen David und Linda mit den Kindern auf Besuch. David ist sehr mager und klagt ueber schlechten Appetit. Auch zurueck.
18.5. 2 Glucken gesetzt.
24.5. Pfingsten. Wir hofften auf viel Gaeste, kam aber niemand.
25.5. Kam Frau Toews von der 1.
Den 1. Juni 1953 fing Kornelius an den Winterstall (Simowka) zu remontieren.
5.6. Kam Sanka mit einer Frau. Eine sehr fleissige, froehliche Frau.
11.6. Kam Nikolaj mit Frau und 2 Kinder auf Besuch. Tante Heinrich Martens von der 1. wurde beerdigt. 75 Jahre alt.
20.6. Nachtfrost. Die Gurken sind beschaedigt.
21.6. Wolostner (Gebietsleiter) seine Frau meist tot geschlagen, betrunken.
25.6.Nikolaj ab mit Famiilie.
Den 9 Juli 1953 fiel Susa der Spaten von der Schulter auf den Fuss. Sie hat eine grose Schnittwunde.
Den 17 Juli 1953. Fuhren sie zur Muehle.
18.7. Jagte der Sanka seine Frau weg.
20.7 Kamen Kornelius und Susa von der Muehle mit Mehl. Hatten erst die Muehle zurechtgemacht.
28.7. schweres Gewitter. Beim Wasserloch 1 Hahn vom Blitz getoetet.
31.7. Leni nach der 1. zur Schule.
Den 11. September 1953 kam Linda mit dem kleinen Helmut. Er ist ein ruhiges freundliches Kind, doch die Beine macht er nicht steif. Linda hat sehr abgenommen. Das Bauen ist doch sehr schwer.
13.9. Ruhetag. Kornelius und Susa gingen Holz hacken.
18.9. Angefangen Kartoffeln ausgraben.
Den 13. Oktober 1953 ging Susa mit einer Sendung fuer Sara nach Berjosowka.
18.10. Ging Korneliius mit Leni nach der 1.
19.10 Wurde Frau Elisabeth Dueck auf der 1. beerdigt. 68 Jahre alt.
20.10. Kornelius muss wieder Magermilch fahren fuer die Kaelber.
Den 1. November 1953 Karl Semrau und Maria Loewen hatten Hochzeit. Susa war da.
2.11 Kam sie zurueck. Hatte ein Ferkel gekauft in Komeschnejko fuer 165 Rubel
18.11. Wurde Leni krank auf der 1.
19.11 Brachte David sie ins Krankenhaus nach Berjosowka
26. und 27 Schnee. Kornelius fuhr 1/2 6 Uhr ab nach Holz, er blieb bis 11 Uhr. Wir aengsteten uns sehr. Sanka und Tschemieb Wanka gingen ihm entgegen.
Den 5 Dezember 1953 Fuhren Susa und Frau Gribanow nach Berjosowka Leni besuchen. Sie war ganz munter, auch Manja Gribanow.
6.12.1953. Kamen sie zurueck bei Schneesturm.
13.12 Kam Sara von Kurse von Bernaul, abends. Fast alle Tage Schneesturm. Eine sehr schwere Reise.
21.12. Fing sie an auf der 1. zu arbeiten, in der Schreibstube.
 
     
 
1954
 
 

Den 23. Maerz 1954 Die erste Henne gelegt.
Den 28. April 1954 Ostern. Sara und Leni nicht gekommen wegen dem Wasser.
Den 1. Mai 1954 Gewitter Regen.
Den 6 Juni 1954 Den ersten Tag das Vieh auf der Weide.
Juli 1954 Leni angefangen beim Heu arbeiten.
9.7. Ertrank Abram Gruenwald beim Baden, bei 19 Jahre alt. Gott wolle ihn in Gnaden annehmen.
11.7 Wurde er begraben. Von dort waren viele Gaeste gekommen. Zu uns waren Sara, Linda, Maria Sawatzky, Frau Scharapow, Jakob Wieben auch Martens. Nach den anderen Deutschen waren auch noch mehrere gekommen. Man hielt die Leichenrede und troestete die Mutter. Es wurde viel gesungeen, auch Musik auf Geige und Guitare.
27.7. Ferkel gekauft zu 100 Rubel.
Den 18. August 1954 hat die Sinka, Hans Rempel sein Frau ein Toechterlein geboren.
Den 22. August 1954 Ist Jakob Jul. Martens mit dem Fahrrad 4 Meter hinabgefallen, im Krankenhaus gestorben. Er lebte noch einige Tage, David fragte ihn ob er ihn kenne, da hatte er gesagt Klassen. Das Reden fiel ihm schwer. Was wird das fuer ein Schmerz fuer seine Mutter sein. In Osterwick starb ihr Sohn Peter so ploetzlich. Sie kann mit dem Proheten Jeremia klagen Wo ist ein Schmerz wie mein Schmerz?
26 8. Wurde er beerdigt. Den 1. September 1954 Fing Leni an zur Schule zu gehen in Kruchinka. 8 Klasse. Eine Woche ging sie, dann mussten die Schueler beim Getreide arbeiten bis zum 1. Oktober.
18. und 19.9. Herd gesetzt nach Feierabend bis drei Uhr Nachts.
25.9. fuer Leni Palto (Mantel) gekauft fuer 450 Rubel.
Den 1. Nov. 1954 Fuhren Kornelius und Susa nach Kowetschenjkow nach Weizen, welchen sie dort noch verdient hat.
15.11. Das Schwein geschlachtet, 2 Eimer Schmalz. Das erste in Siberien welches so fett war. Die Kartoffeln sind dies Jahr gut geraten.
Die Apfelbauemchen haben in diesem Jahr das erste mal getragen, sind so gross wie bei uns die Kirschen, schmecken aber gut. Die Himmbeeren haben schon mehrere Jahre getragen, die Johannesbeeren tragen auch.
Den 15 Dez. 1954 Hat Tina Dueck ein Soehchen geboren, Heinrich. Wir hoerten dass Frau A. Bergen ein Toechterlein geboren hat, Anna. Ich wurde sehr krank.

 
     
 
1955
 
 

Den 1 Januar 1955 Abends waren Frau Pauls, Frau Janzen und Frau Harms bei uns, hatten einen schoenen Abend. Auf der 1. ist Seibels Hans ploetzlich gestorben. Kornelius und Leni gingen zum Begraebnis, wurde aber nicht beerdit, musste erst noch nach Beresowka weil er sehr zerschlagen war. Sein Mutter ist herzkrank, liegt besinnungsloss.
10.1. Wurde er beerdigt. Susa, Frau Rempel und Frau Janzen gingen zum Begraebnis. Eine Frau von ihrer Freundschaft lass die Leichenrede vor. Mit Frau Seibel ist es besser.
13.1. Die erste Henne gelegt.
14.1. Hat Alinda ein Knaeblein geboren, Harry.
Den 13. Februar 1955. Kamen David, Alinda, der kleine David und Helmut zu Gast.
28.2. Die Kuh gekalbt, ein grosser Bulle.
Den 13. 1955 Maerz kam Jak. Wiebe, Susas Bruder auf Besuch.
14.3. zurueck. Haben eine Stube gekauft von Fatniks.
29.3. Haben Kornelius und Susa sie abgebrochen.
31.3. Angefangen zu bauen. Helmut Nickolaj ist Meister. Zehn Tage hat er geholfen, jetzt ist es aufgerichtet. Tante Winter ist 84 Jahre alt und kann noch ohne Brille lesen. Ein Wunder.
Den 26. April 1955 fing Sara an auf der 1. zu arbeiten.
Den 3. Mai 1955 Im Garten angefangen.
14.5. Hartes Gewitter. Ein Junge wurde vom Blitz getroffen, wurde nach Berjasowka gebracht, gesund geworden.
Den 30. Oktober 1955. Das Schwein geschlachtet.
Den 9. November 1955. Schneesturm. Sara und Leni waren zu den Feiertagen gekommen, gingen gestern bei schoenem Wetter ab. Sara arbeitet auf der 1. in der Schreibstube, Leni geht in Romeschenjko die neunte Klasse. Das ist noch 5 Kilometer.
11.11. Erhielten wir von Hein einen Brief. Er hat 1949 geheiratet. Eine Frieda Goossen. Haben zwei Kinder, Kornelius, den 23.10.51 geboren und Kaethe den 16 April 1954 geboren. Peter und Liese haben in Deutschland noch einen Sohn bekommen, Hans, geht schon in die Schule. Lili ist auch verheiratet mit einem Peter Redekop, stammt aus Nieder Chortiza, haben einen Sohn. Greta Letkemann ist mit einem Johann Enns verheiratet, stammt aus Einlage. Haben 4 Kinder Gerda, Johanna, Hans und Mariechen. Greta ist viel krank. Jasch hat eine Greta Weiss zur Frau. Sind beide in Paraguay. Tante Marie ist 1947 gestorben, bei Heinrich Kroekers. Onkel Kornelius 1951 bei Hildebrands, seiner Tochter Maria, Lehrer Friesen 1954.
23.11. Ging Kornelius im Regen nach der 1. wegen dem Pass. Er liess sich photographieren und kam zurueck. Hat sich erkaeltet. Hat Kopfweh, er arbeitet als Hirte.
Den 4. Dez 1955 Waren Frau Pauls und August Schulz zu Gast.
9.12. Hat Frau Pauls eingewilligt seine Frau zu werden.
11.12 Schneesturm.
14.12 Kam Ewald Semrau frei nach Hause.
23.12. War der Brigadier mit 6 Melkerinnin hier und liesen sich was vorspielen auf der Violine.
25.12.Weihnachten.40* Kaelte. Leni war nicht gekommen. Abends hatten wir Gaeste. Frau A. Rempel, Frau Liese Harms, Frau M. Janzen. Frau Hulda Gruenwald und Frau Melita Nikolaj.Wir sangen Weihnachslieder, Kornelius lass eine Predigt vor. Von Jakob Letkemann einen Brief. Er schreibt dass er wieder eine Mama geholt hat. Maria Epp stammt aus Hochfeld, lehrt die Kinder deutsch reden auch beten. 22. November zusammen geschrieben.

 
     
 
1956
 
 

Den 14 Januar 1956 Kamen David und Linda auch Sara und Ewald als Brautleute. Baten um meine Einwilligung.
28.1. Starb Frau Berta Nikolaj. Geb. 1885.
31.1. Wurde sie beerdigt. Andres Mak hielt die Leichenrede. es wurde viel gesungen. Von der 1. und 2. waren viele gekommen. Abends sangen sie mir noch einige Lieder vor, in der Nacht nach Hause.
Den 3. Februar 1956 machte der Kommandant bekannt dass wir frei sind, koennen fahren wohin wir wollen, aber nur in Russland.
5.2. Kamen Sara und Ewald . Wir gaben ihnen Mehl, Fleisch und Talg mit zur Hochzeit. Sie nahmen Leni auch mit. Ein Sack Kartoffeln fuer Leni. Von Peter ein Brief.
12.2. Hatten Sara und Ewald Hochzeit. Kornelius, Susa und Leni waren auf der Hochzeit. Sein Vater hielt eine kurze Rede.Dann wurde viel gesungen. Eine glueckliche Ehe wolle der Herr ihnen schenken!
Den 7 Maerz 1956 Gingen Susa, Frau A. Rempel und Fr. Janzen nach der 1.
9.3. Sie kamen zurueck bei Tauwetter. Die Stiefeln reichten fast nicht zu . Frau Liese Loewen ist krank auch Wieben Peter, der Blinddarm opperiert.
23.3. Ging Susa nach der 1. den Palto (Mantel) umdrehen lassen von Frau Pauls.
Den 1 April 1956. Ostern. Leni war gekommen.
9.4 Susa versetzte die Winterzwiebeln.
17.4. Alles weis unter Schnee. Eine Glucke gesetzt.
24.4. Vieh auf Weide.
30.4. Gingen Sara und Susa nach der 1. David, Linda und Arnold zu Gast.
Den 1. Mai 1956. David ging sehr Frueh. Er muss auf Arbeit. Linda und Arnold fuhren um 10 Uhr.
3.5. Kam Susa zurueck. Die zweite Glucke gestezt.
7.5. Kornelius und Susa nach Holz zum Zaun.
13.5. Kam Georg Wiebe Susa holen auf dem Fahrrad. Ihre Schwester Liese ist gekommen mit ihrem Mann von Kasakstan. Nach 15 jaehriger Trennung hat er sie gefunden.
14.5. Er brachte sie zurueck.
15.5. Kamen Wieben auch Liese mit ihrem Mann zu uns. Abends war bei uns Andacht. Frau Harms, Frau Janzen, Fatniks, Butows und Frau Burzow waren gekommen, haben wunderschoen gesungen.
16.5 Fuhren Wiebes zurueck. Nachmittag steckten Susa und Liese 10 Eimer Kartoffeln.
17.5 Ging Liese ihr Mann nach der 1. Sie wollten am 20. nach Hause.
18.5. Steckten Kornelius und Susa auf dem Felde Kartoffeln, sie konnten es nicht beenden wegen dem Regen.
20.5. Pfingsten. Leni war gekommen. Wir lasen die Pfingsgeschichte und sangen. August Schulzen besuchten uns.
21.5. Kartoffeln stecken beendet.
30.5. Die Sau geferkelt. 5 Stueck.
31.5. Die Kuh gekalbt, ein Kuhkalb.
Den 3. Juni 1956 Waren Frau A Bergen, Frau Margareta Teichroeb von der 2. bei uns. Von hier Frau Rempel, Frau Harms und Frau Janzen.
8.6. Susa den ersten Tag auf Arbeit, Mist verwerfen.
11.6. Leni Exsamen beendet und bestanden.
23.6. Kamen Ewald und Sara auf Besuch.
24.6. zurueck. Nahmen fuer David ein Ferkel mit, auch fuer Schulzen eins von Gruenwalds. 100 Rubel. G. Wiebe hat eins genommen fuer Wagners, eins ist ertunken.
25.6. Holte Frau Loewen eins fuer sich.und eins fuerjak. Martens. Jetzt bleibt noch eins fuer Sara, das bleibt noch ein paar Wochen.
27.6. Hat Kornelius die ausgefuellten Fomulare abgegeben.
29.6. Ist Frau Maria Martens und Stinka mit den ausgefuelten Fomularen nach Moskau gefahren. Von allen drei Fermen gaben 15 Rubel auf die Person.
Den 11. Juli 1956 Kaemmen Ewald und Sara Mist steichen. Sie strichen 1000 Soden. Gegen Abend gingen sie zu Fuss zurueck. Her kamen sie zu Pferd, es ging durch ueber Nacht.
13.7 Kamen Frau Martens und Stinka zurueck. Die Formulare waren richtig und wurden gleich weiter befoerdert.
28.7 Ging Leni nach der Arbeit nach Tanta Anna nach der 2.
Den 4. August 1956 kamen Sara und Ewald zu Nacht und brachten einen Brief von Peter und ein Familienbild.
5.8. Fuhren sie ab und nahmen das Ferkel mit.
14.8. Kamen David und Linda mit den Jungens. Hatten einen Brief von Wilhelm Klassen. Er schreibt: Ihr Pflegesohn Waldemar war in Deutschland von einer Handgranate toedlich verwundet, am 3.Tage gestorben und dass sie jetzt eine Pflegetochter haben, Renate. Sie haben einen Hektar Land. Davon leben sie.
18.8 Besuchte uns Frau Katharina Winter, geb. Peters, stammt aus Osterwick. Sie hat viel verloren. Ihre Brueder sind in Deutschland gestorben. Sie lebt jetzt mit ihrer Schwester Lena und einem 10 jaehrigen Sohn zusammen. Ihre Schwiegermutter ist 85 Jahre alt und liest und naeht noch ohne Brille, ist aber sehr vergesslich. Sie wohnt auf der 1.
19.8 Heute dem kleinen David sein Geburtstag, 5 Jahre alt.
25.8. Kam Lili Schulz und brachte unser Fahrrad und nahm ihres mit, welches wegen dem Regen musste stehen bleiben. Alle Tage Regen, das Getreide lagert sich.
Den 3. September 1956. Faengt der Untericht an. Leni geht in Krutschinka in der 10. Klasse. Das Wetter schoent sich auf. Jetzt wird gearbeitet Tag und Nacht weil der Sommer kurz ist. Kornelius und Susa arbeiten beim Getreide.
12.9. und 13.9 Hat Susa das Haus von aussen verschmiert.
14.9. Zu Hause angefange die Karrtoffeln auszugraben.
18.9 Beendet.250 Eimer voll. Auf dem Felde angefangen. Susa, nachmittag auch Leni. Susa ihre Schwaegerin Pauline ihre Mutter so lange in Deutschland gewohnt. Jetzt haben ihre Soehne die in Amerika wohnen sie hinueber geholt mit dem Flugzeug. In 18 Stunden waren sie dort. Ist 82 Jahre alt.
22.9. Kartoffeln ausgraben beendet. Im September 2 mal unter Schnee.
Den 9 Oktober 1956 hat Sara ein Toechterlein geboren, Erike. Eine junge Henne hat gelegt.
14.10. Hat Linda 2 Toechterlein geboren. Lorchen und Lenchen, Lenchen tot.
17.10. Fuhr Susa zum Arzt, hat ein schlimmes Auge.
18.10. Sara aus dem Krankenhaus, gesund und munter.
22.10. Wurde auch das andere Auge schlimm, hat grosse Schmerzen.
Den 8. November 1956. Letkeman schreibt dass sie fuer jeden einen Anzug gekauft haben. Seiner kostet 385 Rubel, Albert seiner 476 R. Hans seiner wird vom Schneider gemacht und kostet 1000 R., fuer Mama ein Kleid 100 R, fuer Lenchen ein Kleid 160 Rubel. Mariechen beschreibt ihre Kindheit. Ihre Mutter starb als sie 3 Jahre alt war. Sie war blind. 1904. Ihr Vater wurde 1919 von den Machnowzen ermordet. Da sie viel krank gewesen, war sie viel bei ihrer aelteren Schwester Lena. Besuchte Kursen. So erwarb sie sich den Beruf als Krankenschwester, was sie auch gewesen ist bis Letkeman sie zu sich holte. Jetzt bekommt sie Pension 425 Rubel. Sie hat sich seine Kinder angenommen, lehrt sie deutsch reden und auch beten. Albert und Lenchen konnten kein deutsches Wort.
18.11. Schwein geschlachtet. Ein Eimer Schmalz.
19.11. Elektrisches Licht eingerichtet.
24.11 Kamen Ewald und Sara mit ihrem Toechterchen. Auch David und Linda mit ihren 3 Kindern. Erika ist unruhig.
20.11. Wurde Komelius wieder Hirte.
Den 8. Dezember 1956 Kam Ewald. Er hatte bei Frau Rempel einen Rindschinken bestellt. Sie hat ihre Kuh geschlachtet. Sie war sehr fett. Kornelius und Susa ein Fuder Heu geholt.
9.12. Fueren sie nach Brennholz.
25.12. Weihnachten. Leni war nicht gekommen. Abends kamen Frau Rempel, Frau Harms, Frau Cruenwald, Frau Niklas und Sinka, Hans Rempel sein Frau.. Wir sangen Weihnachtslieder.Kornelius lass die Weihnachtsgeschichte, auch die von Joseph.

 
     
 
1957
 
 

Den 1. Januar 1957 Leni war gekommen. Kornelius las die Weihnachtsgeschichte. Dann spielte er Weihnachtslieder. Leni begleitete auf der Guitare, Susa und ich sangen. Wir hatten Pfeffernuesse gebacken.
5.1. Kaufte Kornelius ein Ferkel von G Masolj
20.1. Wurde die Kalmikens Tochter beerdigt. Sie hatte keine Kinder. 10 unzeitige Geburten.
26.1. Starb Tante Karl Winter. In dieser Woche mehrere mal 46* kalt.
Den 10 Februar 1957. Erhielten von Hein ein Familienbild. Aber schoen!
15.2. Hat die Sinka, Hans Rempel sein Frau ein Toechterchen geboren, Mariechen.
24. 2 Rechneten wir auf viele Gaeste. Es kam aber niemand von der 1. Von der 2. kam Frau A. Bergen.
25.2. Wurde bei uns das Radio eingerichtet.
Den 3. Maerz 1957 Musste Kornelius nach der 1. zum Waehlen. Ich und Susa konnten hier waehlen.
11.3. Hat Anna Tschernokawa ein totes Knaeblein geboren.
13.3. Hat Frau Rempel mit Hans ein Wysow bekommen von Lena Friesen, Deutschland.
19.3. Ewald und Arnold nahmen den Mist noch von Sara gemacht.
23.3. Kam Leni, hat Ferien bis zum 4.
28.3. Lena Rempel, geb. Janzen hat einen Sohn geboren in Berjasowka Heini.
Den 5. April 1957. Dem Puschilin sein Pferd in einen Graben geraten voll Schnee Schlamm. Die Nachbarn halfen es heraus ziehen.
6.4. Ist Frau Harms bei Frau Giesbrecht eingezogen.
11.4. Die erste Glucke gesetzt.
21.4. Ostern. Leni war nicht gekommen. Schrecklich kotig. Kornelius musste auf Arbeit. Abends kamen die 6 deutsche Frauen und C. Masolj. Wir sangen unsere Lieder, Kornelius las die Ostergeschichte.
22.4. Kamen sie alle bei Cruenwalds zusammen.
25.4. Die andere Glucke gesetzt. Ein Brief von Frieda. Sie hat den 14.3. einen Sohn geboren, Karl Heinz.
Den 1. und 2. Mai 1957 Leni zu Hause. Die erste Glucke 8 Kuechlein.
3.5. Das Sawchos Vieh ausgertieben. Es taute so dass das Vieh und die Hirten jenseits des Flusses uebernachten mussten. Ein Mann wollte hinueber reiten und waere beinahe ertrunken. Er liegt im Krankenhaus.
5.5. Unser Vieh auf Weide.

 
     
 
1958
 
 

Den 20. Januar 1958 haben Peter und Liese ihre Silberhochzeit gefeiert. Viele Gaeste waren gekommen an dem Freudenfest teil zu nehmen. Prediger Heinrich Dueck hatte zum Text: 1. Sam. 7. Vers 12. Er wies darauf hin, dass solch ein Fest ein wichtiger Meilenstein im Leben eines Ehepaares ist. Dann hielt aeltester Friesen die Festansprache ueber 1. Koenige 3 Vers 4 und Psalm 34 Vers 1. und betonte wie wichtig es sei, den Herrn zu loben und zu danken. Die Kinder hatten alle 4 Gedichte aufgesagt, der Chor hatte 3 Lieder gesungen. Die Gemeinde : Lobe den Herren den Maechtigen Koenig der Ehren, Grosser Gott wir loben dich und Bis hierher hat uns Gott gebracht... Nach der Feier hatten sie alle Gaeste zum Kaffe. Sie hatten viel Geschenke bekommen. Von den Redekops (Liesbeth) 2 Polster Stuehle, von den anderen Kindern von Peter einen elektrischen Rasier Aparat, ihr Silberhochzeitskleid. Von Verwandten und bekannten viel.sogar einige silberne Sachen, Buecher, Wandsprueche und oelgemaelde. Die zweite Glucke hat 12 Kuechlein. Kornelius beim Saeen angestellt.
24.4. Hans Rempel unser Kartoffel Land gepfluegt.
25.? Schule geschlossen. Jetzt muss Leni zum Exsamen studieren.
Den 1 Juni 1958 Kartoffeln verkauftt zu 45 Rubel das Zentner. 13 Zentner. Als wir herkamen kosteten sie 300 Rubel. Wir kauften den Winter ueber, auch zur Saat. Susa hat im Garten das Pflanzen beendet. Lenchen Gruenwald ist mit einem Russen zusammen gegangen. Da half kein Bitten und auch kein Schelten. Sie ist Frau Cruenwaid ihre juengste Tochter. Der aelteste Sohn ist vermisst, der zweite hat eine russische Frau, der dritte ist beim Baden ertrunken. Die Frau hat weiter nichts als Trauer.
3. und 4. Juni auf dem Felde Kartoffeln gesteckt, Susa und Melita Schulz.
9.6. Pfingsten, Wir feierten unter uns.
10.6. Kamen Ewald und Sara mit Erika, David und Linda mit ihren 3 Kindern. Linda und Lorchen waren sehr krank gewesen.
11.6. Vormittag Holz gehackt. Nachmittag kamen Gaeste von der 1. Jakob Wieben, Frau A. Seibel, Onkel Wagner, Andreas Maken. Hielten Andacht bei Fatniks. Von unseren waren auch mehrere gekommen. Sangen auch bei uns 2 Lieder. Ein russisches und ein deutsches, vom "Verlorenen Sohn". Gegen Abend gingen sie zu Fuss nach Hause. Nur Jakob Wiebe und Mak fuhren auf dem Rad, weil Jak. Wiebe zur Nacht auf Arbeit muss.
21.6. Hat Leni Exsamen abgelegt, seh gut.
Den 4. und 5. Juli 1958 Haben Leni, Schulzen Leni und Melita Mist gestrichen. Die Kuh hat gekalbt, ein grosser Bulle. Die Kuh hatte sich versteckt im Gebuesch. Unsere suchten sie und fanden nichts.
6.7. Brachte die Hirtin sie mit dem Kalb. Leni beim Heu angefangen.
14.7 Ein schoenes Ferkel gekauft bei Frau Rempel. zu 100 Rubel.
11.1 Besuchte Sara uns mit Erika. David hat ein Paket von seiner Grossmutter von Drueben erhalten, mit viel schoene Sachen. Maria Sawatzky besuchte uns.
28.7. War Wiebe Peter hier mit seiner russischen Frau zu Mittag
Den 3. August 1958. Haben uns abnehmen lassen. Kornelius, Susa, Leni und ich bei unserem Haueschen. Kornelius und Susa noch unten beim Fluss von einem fremden Photographen.
5.8. Das Kalb abgeliefert zu 250 Rubel.
14..8. Von meinem Bruder den ersten Brief. Sie haben 4 Kinder, alle verheiratet und von Hause. Die aeltesten beide haben Englaender. Er arbeitet als Faerber in Winnipeg. Frau Bernhard Rempel schreibt dass ihre Mutter gestorben ist. Um 10 Uhr hatte sie sich zur Ruhe gelegt. Sie war noch ganz munter gewesen, um 1 Uhr hatte sie sie husten gehoert, hatte gleich Licht angedreht und war in ihre Stube gegangen. Noch ein paar Atemzuege und sie war nicht mehr. Sie hatte gleich ihren Mann geweckt, auch nach Wilhelm gephont, aber sie war nicht mehr. Das war Mittwoch und Sonntag wurde sie beerdigt.
Den 2. September 1958 fing Leni an im Milchgeschaeft zu arbeiten.
16. bis 19.9 Kartoffeln ausgegraben im Garten.
21.9. Susa auf dem Felde angefangen.
22.9. Susa und Sara Hamm beide Kartoffeln geerntet.
24.9. Susa beendet.
Den 1. Oktober ging Leni nach der 1. und brachte den kleinen David mit. 4.10. Kam David ihn holen. Er bangte sich und Helmut auch.
11.10. Kohl eingemacht zum Winter..
13.10. Alles unter Schnee. Noch liegt viel Getreide auf dem Felde in Schwaden. In einigen Tagen verschwindet der Schnee, dann wird wieder Tag und Nacht gearbeitet.
18.10. Alles unter Schnee. Die meisten Kartoffeln noch in der Erde.
27.10 Brachte Lila Schulz ihren Vater her zur Arbeit, auch noch zurueck.
Den 1. Novembeer 1958 War doppelte Hochzeit auf der 1. Anna Teichroeb mit Arnold Semrau und Rosa Semrau mit Oskar Weigel. Wurden von Mak getraut.
10.11. Fing Leni an auf der Tenne zu arbeiten.
Den 3.12.1958. Erhielten von Jakob Letkeman eine Sendung. 2 Kilo Reis, 2 Kilo Zucker und 2 Kilo getrocknetes Obst.
7.12. Kamen Ewald, Sara und klein Erika. Sie geht schon allein. Wir hatten von dem Obst Suppe gekocht welche allen mundete.
8.12. Drei Uhr fuhren sie zurueck. Dann schlachteten wir noch das Schweinchen. Nur einen halben Eimer Schmalz. Hatte eine Nadel im Magen.
10.12. Wurde Leni als Melkerin angestellt. Gleich 16 Stueck. Sie hatte nur selten unsere Kuh gemolken. Es kommt so sehr auf die Haende drauf an. Susa hat ihr geholfen am Anfang..
22.12. Kamen zwei Abnehmer und ein Maedchen, 13 jaehrig. Welches der eine als Kindermaedchen mit nahm.
24.12. Fuhren sie ab.
25.12. Weihnachten. Schrecklicher Schneesturm.. Wir feierten unter uns.
26.12. Windstille, aber grimmig kalt.

 
     
 
1958 ?
 
 

Den 1. Januar 1958 ? Kornelius ging nach der 1. Bei Semraus ist eine Partie um die Flasche versammelt. Gott wolle ihnen die Augen oeffnen, dass sie erkennen dass sie auf falschem Wege sind....
8.1. Fing Kornelius an Wasser und Magermilch fuer die Kaelber zu fahren. Den 9. und 10 auch.
11.1. Starb eine alte Frau. 2 Wochen nicht gegessen, nicht getrunken.
Den 8. Februar 1958. Kornelius ging nach der 1. Lili Schulz und Abram Dyck haben Hochzeit. Auch ein alter Prediger Kupsch wurde beerdigt. A. Mack hielt die Leichenrede. Auch traute er das junge Paar.
12.2. Noch nicht alles Getreide aufgerauemt. Die erste Henne hat gelegt.
Den 12. April 1958. Kornelius und Susa machten den Schornstein zurecht.
9.4. Hat Linda ein Toechterlein geboren, Ingrid.
25.4. Tomaten gesaet im Kasten.
30.4. Die erste Glucke gesetzt.
Den 18. Mai 1958. Die Sau geferkelt. 6 Stueck. Den Winter ueber lag Getreide auf dem Felde in Schwaden unter Schnee. Jetzt wird es gedroschen, ist trocken genug zum Mahlen.
Den 1. Juni 1958. Pfingsten. Kornelius muss Mais saeen.
8.6. Fuhr Susa ihre Schweser besuchen in Kasakstan. Auf der 1. Ferma angekommen feierten sie Maken ihr Abschiedsfest.
24.6. Susa zurueck.
Juli ? 1958. In der Nacht hartes Gewitter. 2 Kuehe erschlagen. Bei Gribanow eingeschlagen, Frau und Kind betauebt, doch nicht beschaedigt.
18.7 Waren Ewald und Sara und Erika bei uns.
25.7. Waren Linda mit ihren 4 Kindern und ihre Mutter bei uns. Die Mutter ist 60 Jahre und noch ganz ruestig, hilft Linda viel mit den Kindern.
Den 19. August 1958. Sind J. Wieben auch noch andere abgefahren nach einer waermeren Gegend.
In der Nacht auf den 17. sind 3 Maschinen herab gestuerzt in den Sumpf. Die Schoffer sollten nach Holz fahren, waren betrunken.
Den 5. September 1958 Angefangen mit Dreschen. Die Melkerinnen muessen die Melkraueme ? reinigen, verschmieren und auskalken zum Winter.
Den 15. Oktober 1958 Angefangen Kartoffeln auszugraben.
27.10. Beendet. 3 Keller voll, das reicht fuer uns, auch noch zum Schwein mesten. Gott sei Dank fuer den Segen!
Den 17 Oktober hat Sara einen kleinen Sohn geboren, namens Ewald. Susa hat sie 2 Tage besorgt.
Den 1. und 2. November 1958 hat es den Tag ueber geschneit. Wir dachten Kornelius wuerde Ruhe haben. Wir hatten noch nicht gefruehstueckt, da kam schon Befehl auf Arbeit! Haben wir Frueher den Sonntag nicht heilig genug gehalten dass jetzt immer noch mehr Arbeit am Sonntag ist?
9.11. Schwein geschlachtet. 1 1/2 Eimer Schmalz.
Den 17. Dezember 1958 Fing eine Henne an zu legen.
22.12.Hat Frau Maria Janzan die Nachricht erhalten dass ihr Sohn Peter im Teich ertrunken ist. Sie ist ganz trostloss. Sie beschuldigt sich jetzt hart dass sie ihn nicht hat beten gelehrt. Wie schrecklich! Er war schon 3 mal dem Tode nahe. Einmal fand man ihn besinnungslos in der Sauna. Ein Arm voll Brandwunden, das andere Mal kam er unter den Traktor, musste lange im Krankenhaus liegen. Das dritte mal fuhr er einen sehr kleinen Berg hinauf mit dem Traktor.Der Traktor kippte um und wenn hinten nicht der Anhaenger befestigt gewesen waere haette er damals schon den Tod gefunden. Jetzt sollte er mit noch anderen in den Wald auf Arbeit. Er wollte den Traktor loss lassen und dann hinab springen, die anderen gingen schon zu Fuss. Als sie sich umsahen war kein Traktor auch kein Peter. Den Traktor hat man herausgeholt, Peter fand man nicht. Frau Janzen bittet wir sollen fuer ihn beten. Bei Gott ist kein Ding unmoeglich.
25.12. Weihnachten. Wir feiern unter uns.
29.12. Ging Leni nach der 1. Hat 1 Jahr gemolken und jetzt 3 Wochen Ferien.

 
     
 
1959
 
 

Den 16. Januar 1959. Hat Lena Rempel geb Janzen ein Soehnlein geboren, Willi.
31.1. Hat Sinka.Hans Rempel seine Frau ein Toechterchen geboren, Natascha.
2 Februar 1959. In der Nacht auf den 11 starb Ewald sein Vater, Herman Semrau, 66 Jahre, 2 Monate und 15 Tage alt. Frau Wechtel hielt die Leichenwache.
12.2. Wurde er beerdigt. Kornelius war zum Begraebnis gegangen. Frau Janzen will ein Begraebnis ausrichten. Die Frauen wollten es ihr aus dem Sinn reden, es wuede sie nur noch mehr aufregen. Sie meinte: Ist Peter denn so viel schlechter gewesen als andere, dass er kein Begraebnis verdient hat? So halfen die deutschen Frauen ihr rein machen und backen. Abends kamen alle nach uns Lieder einueben . Ihr Bruder, Jakob Unger, ist mit Frau auch gekommen. Den letzten Abend kamen sie auch mit den Saengern. Er ist Prediger in der Bruedergemeinde. Er hielt eine kurze Ansprache ueber den 90. Psalm.
Den 22.2. war dann die Begraebnis Feier. Von der 1. waren auch Caeste gekommen. Zum Text hatte er: Herr waerest du hier gewesen mein Bruder waere nicht gestorben. Dann wurde viel gesungen. Kornelius spielte auf der Violine, Frau Maria Vogt von der 1 auf der Guitare. Die Russen welche gekommen waren wurden auch alle zum Kaffee eigeladen. Bei ihnen muss ja dann Schnapps sein . Sie liessen sich das Cebaeck mit Kaffee gut schmecken. Abends war noch eine kleine Andacht. Den 24. abends kamen noch alle zu uns zum Abschied. Jetzt sind sie abgefahren, jetzt wird es leer sein.
Den 2. Maerz 1959. Susa nach der 1. zum Abschied. Georg Wieben wollen diese Woche abfahren.
4.3. Susa zurueck. Wieben sind noch nicht weg.
7.2. Waren Ewald und Sara mit den Kindern hier zum Abschied. Sara hatte die Grippe gehabt, sehr streng. Gegen abend fuhren sie zurueck.Wann und wo werden wir sie wieder sehen? Sie wollen diese Woche abfahren. Gott wolle seinen Segen dazu geben!
9.2. 1/2 2 Nachmittag sind sie abgefahren von der 1. Ewald und Sara mit den Kindern, Ewald seine Brueder Karl und Arnold mit ihren Familien, auch Georg Wiebe, Susa ihr Neffe.
11.2. War Kornelius auf der 1. Der Fahrer war eben zurueck gekommen .Er sagte dass sie Uhr 1 gluecklich und gesund angekommen sind. Ich atmete erleichter auf, dass sie ueber den Fluss gluecklich ueber waren. Gott wolle ihnen auch ferner beistehen. Nachdem ist noch eine Maschine untergegangen, die Menschen gerettet.
Den 29. Maerz 1959. Ostern. Morgens hielten wir Hausandacht. Abends kamen die deutschen Frauen. Dann haben wir viel gesungen, Kornelius lass die Ostergeschichte.
Den 2. April 1959. Die Sau hat geferkelt. 7 Stueck.
5.4. Kam David. Er hat sich den Blinddarm opperieren lassen.
8.4. Tomaten gesaet.
28.4. Wurde Grossmutter Schulz beerdigt. 86 Jahre.
30.4. Die erste Henne Gelegt.
Den 4. Mai.1959 In der Nacht klopfte ein Betrunkener gewaltsam an das Tuer. Weil die Tuer verschlossen war geriet er in die Huehnerkammer und wirschaftete da herum, zerschlug das Fenster. Kornelius und Susa standen auf, nahmen ihn hinein und brachten ihn zu Ruhe. 1/2 10 Uhr weckte Susa ihn, dass er solle nach Hause gehen. So wird hier Ostern gefeiert. Kornelius musste nach der 1. drei Tage Maschinen zurechtstellen.
5.5. Gewitterregen.
6.5. Kornelius zurueck. Er brachte einen Brief von Sara. Sie schreibt dass sie ein gutes Quartier haben, mit Karl und Mariechen zusammen. Ewald hat beim Bau gearbeitet.
9.5. Hat man geklingelt von Pustjinka.dass man eine Leiche gefunden hat. Jasch Rempel ist hingefahren. Wenn es von Peter ist dann ihn mitbringen.
11.5. Auf Mittag kam er mit der Leiche. Gleich wurde ein Grab gegraben, auf der 1. ein Sarg gemacht. Im Gesicht war er nicht zu erkennen, aber an den Kleidern. Die Kleider wurden aufgeschnitten. Frau Pupenicha wusch ihn ab. Dann wurde er schoen angezogen. 8 Mann trugen ihn zum Kirchhof. 4 Deutsche und 4 Russen. Die Russen haben viel gehofen. Gott lohne es ihnen. Haben auch viel gesungen. Von auswaerts war nur Frau A. Bergen gekommen. Die Grabgraeber assen alle Mittag.
Heute wurde angefangen mit Weizen saeen. Doch zum Begraebnis wurden die Arbeiter loss gelassen.
15.und 16.5 Viel Schnee gehabt dass nicht zu sehen war. Lehrer Rempel sein Geburtstag. 90 Jahre alt. Polja einen soehn geboren, Wolodja.
17.5. Pfingsten. Wurde nicht gearbeitet wegen dem Schnee
23.5. Schulz mit die Kinder abgereist.
27.5. Hans Rempel das Kartoffelfeld gepfluegt.
28.5. Susa und Leni Kartoffeln geplanzt
29.5 Kam Hans Klassen das Ferkel holen, spaet abends. David und Linda waren auch, alle drei auf dem Fahrrad. Linda ist sehr besorgt um ihre Mutter, die ist krank vom Bangen. Zuviel auf einmal verloren. Erst der Mann gestorben, dann alle 4 Soehne weg gezogen und jetzt noch Schulz mit den Kindern, ihre Grosskkinder.
Den 1. Juni 1959. Auf dem Felde Kartoffeln gesteckt, Susa und Ninka.
27.6. Wurde Kornelius frei gelasseen.
30.6 Die Kuh verkauft in Beresowka, 3053 Rubel. Auch Leni ist freigelassen. Schwein zu 300 Rubel Zwei Hennen mit 20 Kuecheln zu 50 Rubel.
Den 10. Juli.1959 Kornelius und Susa nach dem Rajon wegen dem Pass.
18.7. Fuhren wir von der 2. ab. Frau A. Rempel, Liese Harms, Melita Niklas, alle Nachbarn und viele von der Ferma waren zum Abschied gekommen. Auf Mittag kamen wir in Kolmanka an, da wurde umgeladen. Dann ging es nach Alejsk wo wir Uhr 4 ankamen, uebernachteten unter freiem Himmel
19.7.Wurden die Sachen eingeladen. Um 9 Uhr stiegen wir ein und kamen den 20. 10 Uhr Abends in Uschtowa an. uebernachteten im Wartesaal.
21.7. Frueh fuhren wir auf einer leichten Maschine nach Ewald und Sara, welche uns freundlich aufnahmen. Kamen gerade zum Fruestueck. Sie haben zwei grosse Zimmer, Kueche, Kuh- und Schweinestall. Auch noch einen Raum zu Brennung. Eine Kuh und 32 Kuechlein.
26.7 Sonntag fuhren Kornelius und Susa nach dem Markt und kauften eine Kuh zu 2800 Rubel, einen kleinen Wagen zu 550 Rubel. Hier hat fast jeder ein Eselgespann. Das Heu, die Kartoffeln und alles was gewachsen ist nach Hause zu fahren.
Das Land ist hier nicht so gut als im Altaj, es muss bewaessert werden. Aber dann gedeiht es. Als wir herkamen fuhren wir lange, lange Steppen vorbei wo spaerlich Gras wuchs. Doch Kamele, Ziegen und Schafe weideten da. Hier werden die Haueser meistens mit flachen Daechern gebaut. Kornelius hat 15 Soette? ( Hundertstel Hecktar) Gartenland gekauft zu 300 Rubel. Das heisst was daraufgepflanzt ist. Da sind Katoffeln, Zwiebeln, Gurken, Mais, Sonneblumen und Bastan (Wassermelonen u. s. w.).
Den 10 August 1959 Die Sachen geholt vom Bahnhof.
15.8. Kamen Jak. Letkemans auf Besuch. Er wunderte sich wie sehr ich gealtert habe. 17 Jahre nicht gesehen.
17.8. Fuhren sie ab. Wir haben uns viel erzaehlt und doch war es mir viel zu schnell als sie wegfuhren. Waren beide noch ganz ruestig.
18.8 Hat Kornelius ein Haus gekauft zu 7000 Rubel. Zwei Stuben, Kueche, Kuh- und Schweinestall. 15 Gartenland dabei.
Den 8. September 1959. Sind wir in unser Haus eingezogen. Zweierlei ist was mir hier sehr gefaellt. Der Winter nicht so lang und kalt, zweitens sieht man hier kein Vieh herum treiben. Nicht mal ein Hund. Waehrend dort Schweine und Ferkel und Kaelber frei herumliefen. Wieviel Ärger, Arbeit und Schaden haben die uns gemacht. Als wir herkamen war hier vollstaendige Ernte. Kornelius hat am Anfang beim Kombaj gearbeitet. Jetzt musss er Saat Rueben ausgraben zu Schweinefutter. Leni musste anfangs Rueben jaeten, dann die Saatrueben mit der Sichel beschneiden, in Buendel binden und aufstellen, dann wurden sie gedroschen. Jetzt hilft sie Ewald in der Schreibstube. Hier werden im Fruehjahr 159 Hektar mit Saatrueben bepflanzt. Hier ist jetzt Ruebenernte. Viel, sehr viel Maschinen voll Rueben werden hier vorbei gefahren zu der Zuckerfabrik.
19.9. Sonnenblumen klopfen, Zwiebeln zu Hause.
27.9. Kartoffeln ausgegraben. 50 Eimer voll. Noch 50 Eimer gekauft, 7 Rubel den Eimer. Zwiebeln geflochten.
Den 4. Oktober 1959. Zwiebeln beschnitten, 15 Eimer voll.
5.10. Ein Kaetzchen geholt.
8.10. Erika ihr Geburtsttag, 3 Jahre alt.
9.10. Ein Kaetzchen hat 2 Mause gefangen.
10.10 Kornelius 3 Pud Weizen erhalten fuer auf dem Kombaj arbeiten.
17.10. Ewaldchen sein Geburtstag, 1 Jahr alt.
18.10 Fuhren Kornelius und Susa nach dem Markt und kauften Huehner. 11 Huehner und 1 Hahn. Da trafen sie Frau Lena Elias und ihre Tochter Leni und deren Kinder Anni und Erna welche zu uns wollten. Auch Sara mit ihre Kinder. Die wollte nach der 2. So kamen sie alle zu uns, hatten die Kinder alle auf den Wagen gesetzt und sie gingen nebenher und erzaehlten sich. Susa fuhr mit dem Esel. Sie dachte: Lass sie sich erzaehlen. Mir sind die fremd. Aber das dauerte nicht lange da war auch sie bekannt.
21.10 Fuhren sie ab. Haben uns viel erzaehlt. 18 Jahre nicht gesehen. Ich bin so froh dass sie uns besucht haben.
Den 1. November 1959. Kuh und Esel zu Nacht in den Stall genommen.
15.11. Alles unter Schnee.
22.11. Angefangen mit Kohlen heizen.
Den 9. Dez.1959. Baum abgesaegt und 1 Stumpen.
13.12. Die erste Henne gelegt. Das Abendmahl wurde gefeiert. Kornelius und Susa waren gegangen.
18.12. Starb Onkel Fischer. Kornelius und Susa zum Begraebnis.
25.12. Weihnachten war bei uns Andacht. Unsere Stuebchen waren voll. Prediger Stakmann predigte, auch noch vom 1000 jaehrigen Reich, wie schoen es dann sein wird. Nach der Andacht wuenschten die Gaeste dass Kornelius sie etwas vorspielen moechte auf der Violine. So spielte er mehrere Lieder. Leni begeleitete ihn auf der Guitare und Susa sang.
26.12. War der Prediger und sein Schwester bei uns zu Mittag.

 
     
 
1960
 
 

Den 11 Januar 1960 kalbte die Kuh. Ein grosser Bulle.
13.1. Viel Leni von der Maschine auf den harten Weg. Sie sagt ihr tut nichts weh. Gott sei Lob und Dank dafuer! Sie koennte sich tot geschlagen haben.
17.1. Leni und ihre Freundin Katja zur Andacht.
30.1. Kam Georg Masolj von der 3. Da hat es bis 50 gefroren. Die Huehner im Stall erfroren. Auf dem Wege zur Station sind 8 Mann erforen. Ihm gefaellt es hier.
31.1. Fuhr er zurueck. Den 7. Februar 1960. In der Nacht viel Schnee herab gekommen. Die Leute welche hier 20 Jahre wohnen sagen dass noch in keinem Jahr so viel geschneit hat wie in diesem Jahr.
12.2. War Hochzeit. Beide Deutsche. Getraenke waren, aber keiner betrunken.
22.2. Ein Ferkel gekauft zu 90 Rubel. In dieser Woche 22* gefroren. Vor 50 Jahren soll es auch so viel gefroren haben. So sagt das Datum. Ein ueberaus spaetes Fruehjahr, aber die Stare sind schon da.
Den 16 Maerz 1960. Besuch von der 3. Ferma. Frau Gruenwald mit ihrem Schwiegersohn. Sie handeln um unser Nachbarhaus. Er fordert 8000 Rubel. Ist groesser als unseres. 3 Stuben mit Holzfussboden. Sie haben nicht genug Geld mit. So ist er zurueck gefahren mehr Geld holen. Frau Gruenwald erzaehlt: Als Frau Susanna Wiebe das Telegram erhalten, dass Leni tot war wollte sie zum Begraebnis fahren. So fuhr von Is. Toewsen ihren Soehnen einer mit. Nach der Opperation war Leni ganz munter gewesen, dass man schon geredet hatte von heraus schreiben. Da wurde es schlechter. Der Arzt hatte zu Koop gesagt er solle nicht weg gehen. Da war seine Frau auch gekommen und hatte gefragt ob sie sie kenne. Sie hatte genickt. Da hatten sie gefragt ob sie beten sollten, wieder genickt. Sie hatte mit den Lippen geruehrt aber kein Wort mehr gesprochen. Gott wolle sie in Gnaden angenommen haben. Als sie tot war legten Koopen immer frisches Eis auf, hoffend dass Susa zum Begraebnis kommen werde. Sie mussten mehrere Tage fahren bis zur Bahn. Als sie hinkamen wollten sie gerade den Sarg hinaus fahren. Gesund von Hause, jetzt eine Leiche. Frau Letkeman schreibt von der Schreckenszeit in No.4. Sie hatten geglaubt das Weltende sei da. 16 Maenner in einer Nacht. Ein Mann sei nicht zu Hause gewesen,der hatte sich erhaengt aus Verzweiflung, um nicht in ihre Haende zufallen. Einen Monat spaeter noch ein Mann, also 17 Maenner. Ihr Vater und Bruder waren auch unter der Zahl gewesen. Mit einer Sprengkugell durch den Kopf geschossen. Es war im Jahr 1919. Sie war damals 17 Jahre alt.
Den 20 Maerz 1960 Das Ferkel krepiert.
Den 1. April 1960. Kam der Wanja mit dem Geld. Frau Gruenwald ein Haus gekauft fuer 7000 Rubel.
3.4. Kam Frau Anna Rempel von der 3 Ferma.
5.4 Frau Gruenwald das Haus auf sich geschrieben.
13.4. Frau Gruenwald in ihr Haus gezogen.
14.4. Rempels bei Frau Gruenwald zugezogen. Angefangen das Vieh auszutreiben.
17.4. Ruhetag. Ostern. Wir hielten Hausandacht. Dann kamen Ewald und Sara mit den Kindern und Frau Rempel und Frau Gruenwald. Nachmittag gingen Kornelius und Susa zur Andacht. Frau Rempel ein Haus gekauft zu 10 000 mit Schieferdach
18.4. Alles auf Arbeit bei den Rueben.
24.4. Die Frau des Vorgesettzten beerdigt mit Hoern Music. Gestoben an Krebs.
Den 9 Mai 1960. Tomaten gepflanzt. Die erste Glucke gesetzt. Kornelius angefangen Mais saeen.
14.5. Unser Kartoffelland gepfluegt, angefangen zu stecken
16.5. Die zweite Glucke gesetzt. Unser Nachbar ein Moldowaner hatte Magenkrebs, den haben die Ärzte den halben Magen weggeschnitten. Jetzt geht der so muede herum.
28.5. Ein Ferkel gekauft zu 150 Rubel.
29.5. Ist Susa auf Besuch gefahren zu ihren Geschwistern.
Den 5 Juni 1960. Dei erste Glucke 11 Kuechlein.
6.6. Abends kam Frau Gruenwald ihre Familie.
9.6. Susa zurueck. Mit ihrem Bruder ist es besser.
24.6. Kam Frau Rempel ihre Familie. Erika sehr krank.
26.6. Kornelius und Susa nach David und Linda. Lena Elias ist den 19. Mai 5 Uhr des Morgens gestorben 1960.
Den 6. Juli fing Kornelius sein Urlaub an. 2 Fuder Heu geholt, das uebrige weg gestohlen.
7.7. Der Moldowaner faehrt jetzt jeden Tag Heu mit dem Esel. Kann alles essen. Vor der Opperation war seine Naehrung 1 Glas Wasser und 3 Loeffel Zucker den Tag.
23.7. Diese Woche das Dach zurecht gemacht. Mehrere neue Sparen eingezogen.
25.7. Kornelius angefangen beim Kombaj zu arbeiten.
30.7. Ein Kasaken Junge beim beim Traktor verunglueckt. In der Nacht gestorben.
31.7. Erhielten wir mit Sara zusammen eine Maschine Kohlen.
Den 1. August 1960 Wurde der Junge mit Hoern Musik zu Grabe gebracht.

 
     
 
1961
 
 

Den 13. Januar 1961 Hat die Sinka, Hans Rempel sein Frau ein Toechterchen geboren, Margareta.
17.1. Hat Lena Rempel ein Soehnlein geboren, Peter.
25.1. Gaeste. Jak. Klassens, Osterwick, Frau Rempel, Frau Janzen, Hildebrandt.
26.1. Gaeste: Ewald und Sara mit Kinder und Frau Rempel, Frau Isaak Vogt, Jorchs beide, Gerhard Zech und Helmut Freimut. Der wirbt um Leni.
28.1. Fuhren Korneliius und Leni und Helmut in die Gebirge zu seiner Mutter, sie liessen sich dort zusammen schreiben.
30.1. Kornelius und Leni zurueck.
31.1. Die Kuh untergespritzt wegen einer Viehkrankheit.
Den 5. Februar 1961 Kam Maria Sawatzky von Taelman auf Besuch.
6.2. Fuhr sie zurueck.
11.2. War Leni und Helmut ihre Hochzeit. Die Andacht war bei uns. Kornelius lass Epheser 5,15 bis Ende und Kolosser 1. Besonders hob er die Fuebitte hervor. Dann wurden mehrere Lieder gesungen. Unter anderem Jesu geh voran u.s.w. Unsere Stuben sind nur klein, so gingen sie von Musik begleite zu Ewald und Sara. Die haben groessere Stuben. Da wurde dann gegessen und gefeiert. Ewald und seine Brueder sind alle Musikanten. Die Kuh aufgehoert zu melken.
12.2. Fuhren Kornelius Leni und Helmut, seine Mutter und Katja, Lenis Freundin und Frau Anna Bergen zu Helmuts Mutter.
13.2. Kornelius zurueck.
15.2. War Frau Pauls auf Besuch. Uhr 3 Sonnenfinsternis.
17.2. Zucker erhalten 53 Kilo. 38 Rubel das Kilo.
22.2. Kornelius sein Geburtstag 57 Jahre alt.
23.2. Ewalds Geburtstag 38 Jahre alt, Helmut nach Hause.
24.2. Saras Geburstag, sie ist 40 Jahre alt.
Den 2. Maerz 1961 Leni 9 Kilo Zucker abgegeben.
3.3. Fuhr Leni ab, nachdem sie die Monatsrechnung beendet.
Jorchs fuhr mit. Jakob Rempel auf Besuch.
15.3. Einen Hund gekauft zu 2 Rubel. 17.3. Einen Brief abgeschick ins Lager
18.3. Kuh gekalbt, ein Kuhkalb.
25.3. Hat Kornelius angefangen zu arbeiten. Mist verfahren zum Land dingen.
24.3. Angefangen zu eggen.
27.3. War ein alter Prediger hier auch seine Frau. Sie war mehrere Jahre Lehrerin, jetzt hat sie sich von allem abgesagt und predigt das Evengelium. Auch sagte sie mehrere Gedichte auf.
29.3. Ein Sack Mehl gekauft.87 kilo zu 20 Rubel.
Den 2. April 1961 Ostern. Als Kornelius und Susa abends von der Andacht kamen, kam der Prediger Jak. Toews mit zur Nacht.
4.4. Fuhr der Prediger ab.
5.4. Den ersten Tag die Kuh auf Weide.
6.4. Georginen Zwiebeln gepflanzt
7.4. Hat Susa Tomaten gesaet und Sauerampfer verpflanzt
11.4. Wurde Schemu beerdigt. 71 Jahre 6 Monate alt. Lungenkrank. Text Psalm 146,7 und Hiob 7,6,1 Kor.l 5. Rom. 4.
Aufgehoert Kohlen heizen. Gegen abend kam Leni. Es geht ihr gut.
14.4. Leni wieder ab.
16.4. Gartenland gepfluegt.
17.4 Eine Glucke gesetzt.
18.4. Angefangen Kartoffel stecken, 21 beendet.
22.4 Hat Susa Sara geholfen Kartoffel stecken.
27.4.Kuerbisse gepflanzt, 27 Pflanzen. Plattenspieler verkauft 21 Rubel.
Den 2. Mai 1961 2 Fremde Prediger. Glucke 15 Kuechlein ausgebruetet, 3 erdrueckt.
11.5. Schrie der erste Kuckuck, 5. war noch Nachfrost.
13.5. Huehnerfutter gekauft, 1 Zentner 13 Rubel, Teerpapier 7 Rollen 21 Rubel, Herdplatte 5 Rubel.
Den 28 Juni 1961 Mehl gekauft 138 Kilo 26 Rubel.
Den 1 Juli kam Leni auf Besuch fuer eine Woche.
7.7. Frische Kartoffeln ausgegraben zur Suppe.
8.7. Fuhr Leni ab, Kornelius fuhr mit, kam am 9 zurueck.
13.7. Kamen Andres Maken auf Besuch auch Ewald Fuchs. Abends war Andacht, zu Nacht fuhren sie nach Karbulak
14.7. Petrolium gekauft, einen Beton voll.
16.7. Sind Kornelius und Susa nach Karbulak gefahren.
Den 9.August 1961 Leni ihr Geburtstag. Ihre Mama und Grossmutter besuchten uns.
10.8. Äpfel gekauft, 2 Eimer voll zu 5 Rubel. Der Wanka abgefahren
18.8. Mehl gekauft. 65 Kilo 13 Rubel.
Den 3 September. Ein Esel die Eselin gedeckt.
9.9. Der erste Nachfrost. Prediger J. Toews hielt abends Andacht. Blieb bei uns zu Nacht.
14.9. Angefangen Kartoffeln auszugraben beendet - 177 Eimer voll.
30.9. Ein 4 jaehriger Junge im Bach ertrunken.
Den 2. Oktober 1961 Beergigt.
3.10. Angefangen vom letzten Sack Mehl zu backen.
7.10 Letzten Tag Vieh auf Weide.
8.10 Alles unter Schnee. Erika ihr Geburtstag, 5 Jahre alt.
15.10 Weizen gekauft,1 Zentner, 25 Rbl. das Kilo zu Huehnerfutter.
21.10 Angefangen vom Weizen zu fuettern.
22.10 Hatte Olga Bogdan und Herman Toews Hochzeit. Arbusen Syrup gekocht von 2 Zentner.
23.10. Kraut gekauft 20 Kilo, 6 Rbl. das Kilo, wunderschoenes Wetter.
26.10 Kraut eingemacht.
Den 3. Nov. 1961 das Schwein geschlachtet
5.11. Das Kalb geschlachtet, schoen fett.
21.11 Fuhren Kornelius und Susa nach Leni . Weil der Weg sehr schlecht war mussten sie unterwegs uebernachten. So auch beim zurueckfahren. Da waren sie bei Frau A Bergen ueber Nacht, welche sie freundlich aufgenommen hatte. Leni schafft fleissig herum. Kocht Essen und besorgt das Vieh.
26.11. Kamen sie zurueck.
22.11.1961 Wurde Leni getauft, von Prediger Titel 72 Jahre alt.Text Hosea 2,1 9-20. Dann wurden sie und Helmut getraut. Kol.3,12-17. Lieder gesungen Jesu geh voran auf der Lebensbahn, Reicher Gott von Guetigkeit... Auch wurde Helmut eingesegnet. Bekam auch noch das Heilige Abendmahl.
Den 19. Dez.1961 Kamen Helmut und Leni auf Besuch.
26.12 Fuhren sie zurueck.
31.12 Wurde Mutter krank an der Grippe. Leni hat einen Sohn geboren Namens Victor.

 
     
 
1962
 
 

Den 1. Januar 1962 Gab es viel Schnee, hoerten auf die Kuh zu melken.
30.1. 102 Kilo Weizen gekauft zu 22 Rbl das Kilo.
Den 3 Februar 1962 Kohlen gekauft 9 Zentner, 9 Rbl. 30 Rbl. 5 Tonn. Mehl gekauft 1 Zentner 35 Rbl.
7.2. Kam meine Nichte Tina Penner und ihr Sohn Gerhard auf Besuch. So bei 30 Jahre nicht gesehen. Wir haben uns viel erzaehlt. Sie hat ihre 3. Mutter zu sich genommen, Gott lohne es ihr. Die 2. war einfach grausam zu ihnen gewesen, 10 Jahre lang.
9.2. Frueh Morgens fuhren sie ab. Ich bin so froh zu dem Besuch.
10.2. Fuhren Kornelius und Susa nach Karbulak zum Abendmahl. Kamen am 11 zurueck.
15.2. Ist Rempels ihr Peterchen gestorben. Herzkrank.
18.2. War Begraebnis. 2 Prediger waren gekommen von Stalinsk und Heinrich Fast und Jak. Toews . Auch Frau Janzen ihr Bruder Jak. Unger war gekommen.
19.2. Fing Kornelius an auf Arbeit zu gehen, Koerbe flechten.
Den 9 Maerz fuhren Ewald und Sara mit Erika und Ewaldchen nach Alma Atta. Karlchen blieb bei uns. Angefangen mit Saeen auf dem Felde.
12.3. Kamen sie zurueck. Bei Frau Loewen ist ein schreckliches Unglueck passiert. Ihr Schwiegersohn ist auf drei Jahre gerichtet. Er war mit einer Maschine voll Sand gefahren, da war ein alter bertunkener Mann gekommen und hatte sich vor die Raeder hingeworfen. Weil die Maschine nicht so ploetzlich aufzuhalten ist, ueberfahren und tot. Alle die es gesehen haben sagen dass er unschuldig ist, und doch, das Gesetz ist so.
13.3. Kornelius und Susa die Erdbeeren versetzt.
14.3 Kam die Lukejewa von Sibirien zurueck. Da ist noch vollstaendig Winter, grosser Schneesturm. Wie froh sind wir dass wir von da draussen sind.
21.3 Vieh auf die Weide. Ein Brief aus dem Gefangenen Lager. Da sind 7000 Mann von 1934 bis 37,45. Grausam, bitten wer Verwandte dort hat, sie zu holen.
22.3. Tomaten gepflanzt
Der Lebenslauf von Lehrer David Rempel, Rosthern, Sask. Die Lehrer werden glaenzen wie des Himmels Glanz. Den 12.3 Unser Vater David H. Rempel wurde am 16. Mai 1869 im Dorfe Michaelsburg in Suedrussland geboren. Hier besuchte er auch die Dorfschule. Als Gemeindezoegling beendete er die Chortizaer Zentralschule im Jahre 1888 und als einziger von den sechs Absolvanten dieses Jahres bestand er in Jakatarinaslow das Lehrer Examen. 35 Jahre ist er in Russland als Lehrer taetig gewesen, davon 33 Jahre im Dorfe Osterwick. 1889 wurde er von Ältesten Heinrich Epp in die Chotizer Mennonitengemeide aufgenommen. 1893 verehelichte er sich in Osterwick mit Sara Dueck. Dieser Ehe sind 10 Kinder entsprossen, von denen 2 Soehne im Kindesalter und eine Tochteer im Vorigen Jahr starben.
1901 wurde Vater in Osterwick zum Prediger gewaehlt und am 10 Maerz von Ältesten Isaak Dueck in dieses Amt eigefuehrt. Als die kommunistische Regierung sein Wirken als Seelsorger unmoeglich machte, entschloss er sich zur Auswanderung. Im Sommerr 1923 verliessen die Eltern mit 2 Soehnen, 4 Toechtern und 1 Pflegesohn die Heimat. Leider wurde Mutter ihres glaesernen Auges wegen in South Hampton in England zurueckgehalten und spaeter mit Vater und vielen anderen Leidensgefaehrten nach dem Lager Lechfeld in Deutschland geschickt. Dank dem Bemuehen der Behoerden in Kanada durften die Eltern im November desselben Jehres in dieses Land einwandern und sich im Staedtchen Hague niederlassen. Nach etwa einem Jahr zogen sie auf eine Farm nordwestlich von Hague. Von hier aus hat Vater 20 Jahre lang die Gemeinde in Hague und jahrelang die Gruppe in Hochfeld als Prediger bedient. Im Oktober 1930 starb unsere Mutter. Nach 2 jaehrigem Wittwenstand fand Vater eine neue Lebensgefaehrtin in Helena Wilms welche aber im Jaehe 1946 durch den Tod von seiner Seite genommen wurde. Am 16 Mai 1949 durfte er seinen 80 Geburtstag unter grosser Beteiligung im Kirchlein zu Hochfeld und 10 Jahre spaeter den 90. Geburtstag in voller Ruestigkeit in der Kirche zu Hague feiern. Inzwischen war Vater mit seiner dritten Lebensgefaehrtin.geb Anna Giesbrecht, mit der er etwa 2 Jahre im eigenen, trauten Heim in Hague gelebt hatte, ins Invalidenheim bei Rosthern uebergesiedelt. Hier durfte er sein Seelsorgeramt fortsetzen. Im Jahre 1959 wurde ihm sein dritte Frau genommen und er musste nun allein weiterpilgern. Sein sehnlichster Wunsch treu zu dienen und niemanden zur Last zu fallen ging in Erfuellung. Die letzte Andacht hiel Vater im Heim den 3. Dez. 1961. Also hat er sein Predigtamt etwa 60 Jahre verwaltet. 6 Tage musste er das Bett hueten, an dem seine Kinder und Schwiegertoechter abwechseln Wache hielten. Am Sonntag den 28. Januar durfte er sanft und selig zur langersehnten ewigen Ruhe eingehen. Es ueberleben ihn 2 Soehne,3 Toechter, der Pflegesohn, 27 Grosskinder und 21 Urgrosskinder.
Die Begraebnisfeier fand am 31. Januar 1962 in der Kirche der Mennonitengemeinde zu Rosthern statt. Trotz eisiger Kaelte und tiefem Schnee waren Leidtragende von nah und von fern erschienen. Auch eine bedeutende Anzahl einstmaliger Schueler unseres Vaters waren zugegen. Uns Kindern ist der leitende Stern untergegangen. Die trauernden Hinterbliebenen.
Dies hat Liese Janzen von Amerika im Brief, gedruckt aus der Zeitung geschrieben , erhalten, auch ein Bild.
Den 9. Maerz 1962 hat die Lehrerin ihre klein Tanja zu uns gebracht waehrend den Stunden des Unterrichts, weil wir nahe bei der Schule wohnen, kommt sie in der Pause es zu fuettern.
24.3. Hat Susa getrauemt dass es Leni sehr schlecht gesehen, sehr bedrueckt. Ob die krank ist?
25.3. Ein Ferkel gekauft zu 19 Rubel.
Den 1. April 1962. Ein alter Mann gestorben. Die Leichenfeier war hier, die Leiche wurde nach Tschubar gefahren. Die Kinder von der 2. Frau sagten: Wo die Mutter ruht, da soll auch der Vater ruhen.
12.4. Aufgehoert mit Kohlen heizen.
16.4. 6 1/2 und 2 1/2 Draht gekauft zu 20 Rubel= 200 meter.
19.4. Licht abgeschnitten.
22.4. Tanja den letzten Tag bei uns. Kornelius hat Susa nach Karbulak ins Krankenhaus gebracht. Das erinnert mich sehr an eine Fahrt, nun schon beinahe 12 Jahre. Damals fuhr er mit Lena, seine erste Frau zum Dr. Tags darauf starb sie. Er durfte nicht bei ihr sein als sie starb, musste auf Arbeit.
25.4. Das Licht eingerichtet. Tina Dueck und Heini auf Besuch von Alma Atta
27.4. Heute war Erdbeben. Ich sas auf dem Baenkchen und schaelte Kartoffeln. Mit einmal war es als wenn das Baenkchen einen Stoss bekam, dann schaukelte es mehrmals hin und her. Auf dem Arbeitsplatz hatte es sich so gehoert als wenn eine Fuhre Steine ausgeschuettet wurde. Erdbeben hin und wieder. Kornelius besuchte Susa im Krankenhaus, es hat gebessert.
28.4. Kartoffelland gepfluegt, noch angefangen zu stecken.
29.4. Kamen Georg Wieben von Kant, blieben ueber Nacht.
30.4. Fuhren sie ab. Kartoffel stecken beendet, auch Mais, Hirse und Sonnenblumen .
Den 1 Mai 1962 Melonen, Wassermelonen und Gurken gesaet.
5.5. Kam Jak.Toews und hielt Abends Andacht.
6.5 Besuchte er und Kornelius, die kranke Selma. Dann war vormittg noch Andacht bei Frau Weiss, dann fuhr er ab. Kornelius fuhr Susa besuchen.
16.5. Eine Glucke gestzt von Sara. Sara hat bei uns Blumen gesaet.
20.5. Sara hat angefangen im Kontor zu arbeiten.
23.5. Susa kam nach Hause, wurde von Sara ihre Kinder mit Jubel begruest. Ich war drinnen, da kam der klein Ewald herein und sagte: Oma, Tante Susa ist gekommen! uebers ganze Gesicht freundlich. Sie ist noch schwach, schafft aber fleissig herum. Jetzt bin ich krank. Nierenkrank, dass ich fast nicht gehen kann.
25.5. Wurden zwei Bullen in die Herde Gelassen.
31.5. Haben das Abendmahl mit Mutter zusammen erhalten.
Den 9. Juni 1962.Angefangen mit Bewaessern, auch beendet. Die Kuh gedeckt.
17.5. Susa ihr Geburtstag, 52 Jahre alt.
27.5. Mehl gekauft. 140 Kilo,30 Rubel 2 Saecke. Bis zum 1 Juli 1962 alles bewaessert 2 mal. Eier gelegt von Februar bis Juni 1353, verkauft 1092. Geld eingenommen: 68 Rubel, 51 Kopeken,
Den 6. Juli 1962. Angefangen frische Kartoffeln zu brauchen
8.7. Die Äpfel abgepflueckt. 16 schoene grosse Äpfel. Voriges Jahr waren 30
15.7 Karlchen ist 4 Wochen bei uns gewesen. Ewald und Sara gaben 10 Rubel.
17.7 Die Kuh mit dem Bullen spaziert, angefangen Mist zu steichen
19.7 Mist streichen beendet.300 Soden
29.7. Wurde der 21 jaehrige Victor Frei beerdigt. Mit Hornmusik. er war auf einem Fahrrad mit einer leichte Maschine zusammen gefahren, um 20 Minuten gestorben. Die Eltern sind untroestlich. Eine ungeheure Menschemenge gab ihm das Geleit.
31.7. Äpfel gekauft, 40 Kilo, 15 Rubel. Den 6 August 1962 Helmut, Leni und der kleine Victor sind gekommen. Ein Brief abgeschickt nach Deutschland
8.8.Helmut, Leni und Victor abgefahren, alle gesund.
9.8 In der Nacht alle Melonen zerschlagen. Alles noch gruen. Das muessen boese Buben getan haben. Haetten sie die genommen und gegessesn dann waere es noch zu ertragen. Jetzt ist alles vernichtet. 3 Eimer und ein Korb voll Stuecke aufgelesen.
14.8. Holz gekauft zum Schrank zu 15 Rubel, zum Schweine Hock zu 11 Rubel.
19.8. Besuchte Frau Johann Hildebrandt uns, auch Tina Zacharias. Sie erzaehlte , dass mein Schwager Abram Peters gestorben sei. Sie hatten Gaeste gehabt, er hatte ihnen das Geleit gegeben. Die Tochter hatte gewartet dass er zurueckkommen solle, kam aber nicht, so gingen sie zum Nachbarn, da war er nicht gewesen. Da fanden sie ihn im Abtritt, er hatte nicht hinaus gekonnt. So trugen sie ihn hinein. Er starb am naechsten Tag. Er hatte ja ein Wesow von den Toechtern in Kanada. Diese Toechter hatten gesagt: Sie seien so froh dass er hier gestorben sei. Wenn er dorthin gekommen, dort waere ihm doch vieles ungewohnt gewesen, und hier waren sie zusammen gewohnt. Den 8. April krank geworden und den 9. April gestorben. Sie meinten vor Aufregung wegen der bevorstehenden Reise. Es ist nicht Gottes Wille gewesen. Das dritte mal Holz gekauft, 18 Rubel.
29.8.Kornelius Waechter beim Silo in der Nacht.
Den 1. September 1962. Den letzten Apfel abgeplueckt, ein sehr grosser und schoener Apfel.
8.9. In dieser Woche den Mais abgerauemt, schoen geraten.
11.9. Weizen gekauft zu Huehnerfutter 1 Zentner, 75 Rubel.
12.9. Angefangen Kartoffeln auszugraben.
17.9. Beendet. 183 Eimer.
23.9. Kam Heinrich Fast und hielt nachmittag Andacht, auch abends.
24.9. Fuhre er Frueh zurueck. Sara wurde sehr krank. Das Rote Kreuz wurde herausgerufen und fuhr sie nach Karbulak zum Arzt.
26.9. Kam sie zurueck. Sehr gebessert.
Den 20 Oktober 1962 Hatte Bagdans Katja Hochzeit mit Paul Werner. Der erste Schnee. Die Kuh den letzten Tag auf Weide.
28.10 Hatten wir Gaeste von Karbulak. Abram Froesen, die haben einen Sohn der ist im Dienst. Dann haben sie noch eine 87 jaehrige Stiefmutter bei sich. Die war anfangs bei ihren rechten Kindern gewesen, von einem zum anderen gezogen. Zuletzt hatte ihr Sohn sie weggejagt. Da hatte dieser, ihr Stiefsohn sie zu sich genommen und gesagt: Jetzt hat das Herumziehen ein Ende. Bei ihm solle sie bleiben so lange sie leben werde. Der Herr lohne es ihm! Die erste Henne gelegt.
Den 2 November 1962 Von Peter und Liese ein Paket erhalten mit lauter schoenen Sachen.
3.11. Eine Clueckwunschkarte von Peter, auch von Peter Derksen zum Geburtstag. Jetzt bin ich 80 Jahre alt. Viel Gutes hat der Himmlische Vater mir erwiesen in meinem langen Leben aber auch schwere Pruefungen sind nicht ausgeblieben. Mein Mann, drei kleine Kinder und auch drei erwachsen Kinder sind mir in die Ewigkkeit vorangegangen. Das hat viel Traenen gekostet.
18.11 Bekamen Erika und Ewald die Masern.
19.11 Das Schwein geschlachtet.
21.11 Hat Susa die kranken Kinder besorgt, Sara musste auf Arbeit.
24.11 bis heute.

 
     
 
1963
 
 

Den 9. Jannuar 1963 bekamen wir Gaeste. Wilhelm Auras waren in Taehlman gewesene, Fruehere Osterwicker. Die Frau ist vor 2 Jahren in Osterwick gewesen,unserem Heimatdorf. Sie sagte: Da sieht es wild aus. Viel Haueser fehlen. Von der Englaendschen Strasse ist kein Haus geblieben. Von unserem Haus waren nur noch zwei Stuben.
16.1. Abends waren bei uns Peter Wiebe, Peter Martens, Frau Anna Rempel, Frau Maria Vogt und Frau Martens. Sie spielte auf der Guitare und Kornelius auf der Violine. Die Frauen sangen, ein wunderschoener Abend.
18.1 Fuhr Kornelius nach Helmut und Leni, alle schoen gesund.
21.1 Kornelius zurueck.
29.1. Fuhr Susa ihre Geschwister besuchen in Kant. Den 2. Februar 1963. Helmut und Leni kamen auf Besuch.
8.2. Fuhren Helmut und Leni zurueck. Sie haben uns sehr beschenkt. fuer Kornelius Hemd und Unterhose, fuer Susa zum Kleid und fuer mich zum warmen Unterrock.
Schwager Abram Peters ist den 9.3.1962 gestorben. Greta schreibt dass sie auf Arbeit ist gewesen. Sie arbeitet als Aufrauemerin im Krankenhaus, wo Krebskranke liegen. Tina war zu Hause gewesen, er hatte noch schoen gefruehstueckt, wie gewoehnlich. Dann hatte er sich noch einmal hingelegt. Um ein Weilchen war er in den Abtritt gegangen. Tina war es lange vorgekommen bis er zurueck kam und ging schauen. Da lag er und konnte nicht auf. Er wurde hinein getragen und aufs Bett gelegt. Er hatte nur noch gesagt: Beten. So hatte er ohne Besinnung, ohne ein Glied zu regen gelegen bis zum 9. fuenf Uhr Abends. Dann war er gestorben. Sonntag den 11 war Begraebnis. Ein Prediger Pauls hatte die Leichenrede gehalten. Es waren viele Gaeste gekommen. Er hatte ein Wesow bekommen von seinen Toechtern von Drueben. Jetzt darf er die beschwerliche Reise nicht mehr machen. Dann schreibt Greta noch dass Frau Julius Klassen ihre 17 jaehrige Tochter sich vor den Zug geworfen hat. Ein schreckliches Ende, Sie stammt aus Burwalde.
15.2 Susa kam gesund und wohlbehalten von ihren Geschwistern zurueck. Gott sei Dank.
18.2. Die Kuh aufgehoert zu melken.
26.2 Kornelius fing an auf Arbeit zu gehen als Nachtwaechter beim Vieh.
Den 10 Maerz 1963. Ein Schweinchen gekauft fuer 50 Rubel von Ewald und Sara.
17.3. Vieh auf die Weide.
26.3 Den Bullen auf die Weide.
27-29.3. Mist auf das Gartenland gefahren.
30.3. Einen Esel gekauft zu 25 Rubel.
31.3. Wurde eine deutsche Frau beerdigt, gestorben an Krebs.
Den 8. April 1963 Heute muss das Vieh zu Hause bleiben wegen der Klauenkrankheit.
14..4. Ostersonntag. Frieda ihre Pflegemutter ist 88 Jahre alt geworden. Ihr Schwiegersohn ist frei.
15.4 Hirtengeld bis zum 1 Mai bezahlt, 6 Rubel. Das Vieh wieder auf der Weide.
16.4 Am letzten Feiertag Abends war bei uns Andacht. Herman und Schulz spielten jeder auf einer Violine, Frau Martens begleitete auf der Guitare.
21.4 War wieder Andacht, Nachmittag auch Abends. Abends waren viele Gaeste gekommen. Onkel Ritter hielt die Andacht. Lass aus einem Predigtbuch, auch Kornelius. Dann hielt Herman noch eine Rede ueber Gottes Liebe und Schutz. Es wurde viel gesungen.
22.4. Tomaten gesaet.
23.4. Wurde unser Kartoffelstueck umgepfluegt.
24.4. Angefangen Kartoffeln zu stecken,
25.4. Öl gekauft, 5 Liter. Das erste Gewitter.
27.4. Die Kuh gekalbt, am Tage bei schoenem Wetter. Ein Bulle.
Den 10 Mai 1963. Gemuese pflanzen beendet.
12.5. David und Linda auf Besuch. Sie erzaehlten, dass sie im Winter nach Sibirien auf Besuch gewesen und ein Schneesturm sie ueberrascht hatte. Der Schoffer war verirrt. So mussten sie auf freier Steppe uebernachten. Der sibirische Schneesturm kennt keinen Spass. David waren Augen und Ohren voll geweht, drei paar Hosen ganz durchnaesst. Er hatte nicht geglaubt, dass er noch einmal lebend wuerd nach Hause kommen.
14.5. Ewald und Sara mit den Kindern nach Alma Atta gefahren.
15.5. 2 Saecke Mehl gekauft, zu 28 Rubel.
16.5. Kam Titel, der 72 Jahre alte Predeiger und wir feierten das Heilige Abendmahl zum Gedaechtnis des Leidens und Sterbens Jesu Christi.
17.5. Kamen Ewald und Sara mit den Kindern nach Hause.
18.5. Hat Leni einen Sohn geboren
Die Geschichte der Uhr auf dem Spaski Turm: Millionen Menschen in aller Welt hoeren den feierlichen Glockenklang der Uhr auf dem Spaski Turm des Kreml, und jeder der auf den Roten Platz kommt richtet seinen Blick auf das riesige, schwarze Zifferblatt in der massiven, goldenen Einfassung. Die Geschichte dieser grossartigen Uhr reicht tief in die Jahrhunderte zurueck. Bald nach Errichtung des Spaski Turms wurde dort eine Uhr angebracht (1491). Wie sie aussah und wer das Uhrwerk gebaut hat ist leider nicht gekannt. 1621 traf in Moskau der russische Uhrmacher Christopher Gallowaj in den Dienst des Zaaren, ihm wurde die Uhr in Auftrag gegeben, fuer die russischen Maurer, unter der Leitung Agurzows, den heute noch vorhanden Oberteil des Turms auffuehrten
Gallowaj entwarf die Uhr und der russiche Schmiedemeister Shdan und dessen Sohn Schumilo aus dem Kreis Ustjug bauten sie. Die 13 Glocken fuer das Spiel goss Kirill Samolow. Ausserlich unterschied sich Gallowajs Uhr stark von der heutigen. Zum Beispiel: Sie hatte keine Zeiger und statt ihrer eine drehende Scheibe. Die Uhr Gallowajs exsistierte bis Ende des 17 Jahrhunderts. 1702 bestellte Peter der Erste in Holland eine neue Uhr mit Glockenspiel und Taenzer. Diese Uhr wurde des oefteren wieder hergestellt und umgebaut. Aber ihre Kunstruction hat sich im wesentlichen nicht veraendert. Am 2. Nov. 1917 waehrend der Oktober Kaempfe, wurde die Uhr von einem Artileriegeschoss getroffen. Es durchschlug das Zifferblatt, zertruemmerte einen Zeiger und setzte das Uhrwerk ausser Betrieb. Die Uhr blieb stehen. Im Maerz 1918 zog die Sowjetregierung nach Moskau um, dass nun zur Hauptstadt wurde. Im Sommer desselben Jahres gab Lenin Anweisung die Kremluhr zu reparieren. Es wurden Fachleute gerufen. Pawel Buero und Roginski. Aber sie verlangten einen so hohen Preis dass man auf ihre Dienste verzichten musste. Von dem Wunsch Lenins die Uhr zu reparieren erfuhr der Kremlschlosser Nikolaj Berrus. Mit dem Moskauer Maler Michael T. ging er daran, in seiner Freizeit die Uhr zu reparieren. Die Aufgabe war ungeheuer schwer. Das Zifferblatt hat einen Durchmesser von mehr als 6 Meter, die Zeiger sind 3 Meter lang, die Ziffern 72 cm. hoch, das Gelauete wiegt 25 Tonnen. Die Gewichte zum Aufziehen der Uhr sind 100 bis 200 Kilogramm schwer, das bleierne vergoldete Uhrpendel war spurloss verschwunden. Niemand konnte sagen wo dieser wichtige Teil des Uhrwerkes war. Lenin stellte selbst die Berechnungen an nach denen das neue gemacht wurde. Im Sept. 1918 ertoente endlich das langersehnte Glockenspiel auf dem Spasski Turm des Kremls. Die Hauptuhr des Sowjetstaats ging!
20.5. Fuhren Ewald und Sara nach Leni auf Besuch mit den Kindern.
22.5. zurueck, Leni war im Krankenhaus. Sara hatte 20 Kuechlein gekauft. Ihre Glucke hatte 10 ausgebruetet. Sie legte die 20 unter die Glucke, als sie von der Arbeit kam hatte die Glucke 11 tot gebissen, so brachte sie die 9 zu uns.
Den 2.Juni 1963. Pfingsten. 2 Prediger waren gekommen. Jakob Toews und Johann Friesen, stammen beide aus Burwalde. Friesen war mit Jakob Letkeman in einem Lager. Holz gekauft zum Dach zurecht machen fuer 30.50 Rubel.
10.6. Fuhren Kornelius und Susa nach Helmut und Leni.
12.6. Kamen sie zurueck. Leni arbeitet schon. Ein Monat zu Hause gebleiben. Helmut seine Schwester ist im Krankenhaus, ist Nieren oder Leberkrank. Ihre Mutter ist bei ihr.
Den 24. Juli 1963. Hat Sina Rempel einen Sohn geboren, Victor.
26.7. Hat Lena Rempel geb. Janzen ein Toechterlein geboren, Elsa.
Den 17. August 1963 Stiefel gekauft fuer 17 Rubel, Stoff zu Deckenbezuegen fuer 3 Decken zu 19 Rubel, eingekochtes Obst gekauft zu 13 Rubel 1 Dose, Honig 3 1/2 Kilo 7 Rubel.
Den 1. Sept. 1963. Ein Bett gekauft zu 23 Rubel, zu 2 Lacken fuer 23 Rubel und Weintrauben fuer 23 Rubel. Erika fing an in die Schule zu gehen und Karlchen in den Kindergarten.
Den 2 Oktober 1963 war bei uns Andacht. Der Älteste von der Bruedergemeinde, noch ein Prediger von Karbulak.
3.10. Den Ochsen verkauft fuer 170 Rubel.
4.10. Eine Pluschjacke fuer Susa, 35 Rbl., Eine Wattenjacke,11 Rbl. zu 1 Schuerze 6 Rbl, Hemden 17 und 10 Rbl., Fusslappen 6 Rbl Frau Itermann wurde beerdigt. 63 Jahre alt, an Herzschlag gestorben.
Den 4. Nov. 1963 Wir hatten unerwartete Gaeste, Hildebrandts. Frau Hans Rempel ist seine Tante.
8.11 Hatten wir Gaeste. Ritters beide, Erna und ihre Mutter und Frau Mueller. Wir hielten Andacht im kleinen Kreise.
16.11. Hat Sara ein kleines Maedel geboren, namens Frieda. Erika freut sich sehr zu ihrem kleinen Schwesterlein. Mein Geburtstag, 83 Jahre alt. Bekam von Ewald und Sara eine grosse Wassermelone und Socken, Leni schickte mir 2 schoene Äpfel, von P. Derksen eine Glueckwunschkarte.
17.11. Hatten wir Gaeste. Peter Martens, Frau Greta Martens geb. Nickel, und Hans Klassen. Mit Hans Klassen ist es jetzt besser. Alles Osterwicker. Das kommt mir dann so heimisch vor.
27.11. Den Tag ueber geschneit. Kornelius und Susa Fussboden gelegt in der vorderen Stube von "Tolj" Pechpapier
Den 16 Dez. 1963. "Shom" (ausgepresste oelsamenkuchen) erhalten, auch Frieda ins Quartier genommen.
23.-30.12. Waren Helmut und Leni mit ihren 2 Soehnchen Victor und Harry zu Gast gekommen.

 
     
 
1964
 
 

Den 11. Februar 1964. Jakob Letkemans waren auf Besuch auf eine Woche., den 18.2. fuhren sie wieder ab. Ihre juengste Tochter Lena hat sich kuerzlich verheiratet mit einem Bernhard Janzen. Sie wohnen zu Hause. Letkemans haben ein grosses, schoenes Haus gebaut.
Maerz Wetter. Schrecklich viel Wasser. In Tekeli sind viele Menschen obdachlos.
Den 13. Maerz 1964. Hans Rempel seine Schwiegermutter ist gestorben. Die alte Lukerusa, 84 Jahre alt. Sie war eine seelengute Frau. Wir haben in Sibirien mit ihnen gelebt, Tuer an Tuer. Niemals Zank gehabt.
15.3. Heute soll Begraebnis sein. Gott schenke ihr die ewige Seligkeit!
29.3.Ostersonntag. Es fing an zu regnen, auch den 30 und 31. Tag und Nacht. So sehr hat es noch nie durchgeregnet.
Den 31 haben Kornelius und Susa das Dach mit Pechpapier benagelt, im Regen, dann hoerte es auf durchzuregnen.
Den 2. April 1964. Den ersten Tag das Vieh auf der Weide.
11.4. Zwei Ferkel gekauft. 1 zu 25, das andere zu 30 Rubel. Noch was von der Lukerusa. Auf dem Begraebnis wurden russische und deutsche Lieder gesungen, auch eine deutsche Predigt gelesen. Es war eine schoene Andacht. Ihr Sohn Nikolaj von Sibirien war auch gekommen, ein paar Tage ehe sie starb. Blieb dann gleich zum Begraebnis. Der hat sehr geweint, so lieb hatte er sein Muetterchen. Ein paar Tage spaeter wurde ein 26 jaehriger Mann begraben ohne Sang und ohne Klang. Das ist dann noch viel trauriger.
21.4. Angefangen im Garten zu arbeiten
22.4. War bei uns Andacht. Schwester Katja hielt eine schoene Rede. Sie blieb bei uns zu Nacht. Mit ihr war eine Frau Krebs. Ihr Mann hatte sie verlassen und eine Andere genommen. Wie traurig und er ist Prediger und tauft auch.Wie wird Gott darauf sehen? Kann ihm das gefallen?
Den 6. Mai 1964. Das Kartoffelland gepfluegt. 7.5. Himmelfahrt. 8. und 9 Kartoffeln gepflanzt.
10.5. Kam Leni mit ihrem Soehnchen Victor. Sie hat in Karbulak ein Ferkel gekauft zu 20 Rubel.
11.5. Ist sie zurueck gefahren. Kornelius ist mitgefahren um mit dem Kind und Ferkel zu helfen.
20.5. Ferkel und Kalb kastriert.
29.5. Frau Katharina Klassen und ihre Schwester Sara hier angekommen, wohnen bei Frau Gruenwald.
30.5. Eine Glucke gesetzt.
Den 14. Juni 1964. Frau Margareta Sawatzky war auf Besuch, auch ihre Tochter Greta. Sie leben sich gut.
20.6. Die Glucke hat 9 Kuechlein ausgebruetet.

DEN 3 AUGUST 1964 IST UNSERE LIEBE MUTTER SANFT UND RUHIG EINGESCHLAFEN.
5.8. WURDE UNSERE MUTTER NEUDORF SARA PETROWNA BEERDIGT.

Das Gesicht eines Toten wenn es schoen bleiben soll: Wird mit Schnapps, Essig und 1/2 Teeloeffel Backsoda vermischt dreimal am Tage einen Lappen anfeuchten und auf das Gesicht legen. (Schnapps und Essig auf die Haelfte genommen). (sie haben 56 Photographien an Familie und Freunde abgeschickt.).
Den 12 Sept. 1964 Die letzten Äpfel abgepflueckt und in Saegespaene verschart.
30. 9. Die Kuerbisse zusammen gerollt und bedeckt, Rueben in den Keller gebracht und den Mais geerntet. Pomidoren abgelesen, Mohrrueben und Pfeffer auch in Sicherheit gebracht. Gesamt Ernte der Kartoffeln: 96 Eimer voll grosse und 25 Eimer voll kleine Kartoffeln.
Den 1. Oktober 1964. Der erste Nachtfrost, alles weiss, Wasser eingefroren.
2 10. Haben wir den Ochsen nach dem Schlachter verkauft zu 151 Rbl und 24 Kopeken.
6.10. Die Obstbaueme begossen.
24.10 Ewald und Sara ihre Scheune beendet, mit Schiefer gedeckt.
27.10 Ewald Semrau nach dem Kurort noch hinter Alma-Ata gefahren. Auf einen Monat.
29.10 Maisstroh erhalten, welches Jakob Rempel uns brachte.
Den 8 Nov. 1964. Abends bei uns Andacht. 9.11 Das Schwein geschlachtet 19.11 Ist Ewald Semrau von dem Kurort nach Hause gekommen.
15. und 21.11 War bei uns Andacht des Abends..
22..11. Sonntag, Susa fuhr nach Kant zu ihren Geschwistern auf Besuch.
28.11 Fuhr ich mit Ewald Semrau, seine Soehnchen Ewaluscha und Karlchen zum Kirchhof mit dem Esel und pflanzten auf Mutters Grab 2 Rosenwurzeln.
9.12 Kam Susa nach Hause von Kant und Sonntag den
13.12 fuhr Susa nach Karabulak, zu Schwester Katja zur Hochzeit.
23.12.Die Sendung von Arthur Stroh erhalten, aus Westdeutschland. Leni und Helmut kamen am 22.12 auf Besuch und den 27.12 fuhren sie wieder ab.

 
     
 
1965
 
  Den 2 Januar 1965 kam Bruder Stockmann auf Besuch und den 5.2. 1965 fuhr er ab. Eine Guitare gekauft fuer 8 Rubel. Im Postsowjet Schiefer bestellt.
11 und 12.1 Lag ich im Krankenhaus. Hatte mir den rechten Fuss unter dem Knie beschaedigt mit den Baumstaemmen.
20.1. War bei uns Abendmahl, Bruder Albrecht war gekommen. Ein Sack Mehl gekauft aus dem Laden, 70 Kilo x 24=16,80 Rubel. Die Kuh aufgehoert zu melken.
23.1. War bei uns Andacht. Bruder Heinrich Fast war gekommen.
26.1. Wegen dem Fuss nach dem Krankenhaus gefahren.
Den 5. Februar 1964. Abends war bei uns Andacht. Bruder Titel von und Bruder Jakob von Tinteck waren gekommen, gaben das Abendmahl.
7.2. War bei uns Andacht.
16.2 Ging Sara im Urlaub.
20.2. Erhielten wir die Sendung von Peter in Kanada. Geschickt war sie auf Ewald und Sara ihren Namen.
24.2. War ich in Karabulack im Krankenhaus, wo man mir den Gipps vom rechten Fuss herab nahm. Als ich den 11. 1. im Krankenhaus war wurde der rechte Fuss in Gipps gelegt. Ins gesamt befand sich der Fuss 45 Tage im Gipps.
21.2. Waren Peter Martens, Maria Vogt und Anna Rempel zu Gast. Haben gespielt und gesungen.
24.2. Onkel Ritter und Onkel Fanke waren auf Besuch bei uns.
26.2. Andacht bei uns, Abends.
Den 1. Maerz 1965 Sara fing wieder an zu arbeiten.
12.3 4,2 Tonn(en) Schom ( auch Makucha genannt) erhalten zu 10 Rubel. Bei uns war Andacht. War Gewitter. 15. 16. 17.19. und 20. 3 war Frieda nicht bei uns.
22.3. Fing die Feldarbeit an.
Den 1. April 1965 Wurde das Mitglieder Vieh auf die Weide getrieben.
2.4. Zucker erhalten, 23,6 Kilo zu 8 Rubel, 97 Kopeken.
5.4. Drei junge Hunde bestellt. Einer fuer Ewald, einer fuer Peter Wiebe und einer fuer Elsa.
11.4. Das erste mal unsere Kuh auf die Weide gebracht.
12.4. Die erste Glucke gesetzt, Weizen gekauft, 2 Zentner zu 34 Rubel Bis zum 12.4. hat unsere Kuh drei Spritzen bekommen.
13.4. Die Palma hat gejungt. Wir haben das Schwein in die Schlachterei abgegeben. 80 Kilo zu 160 Rubel. 16.4. Karfreiteg. Unser GrundStueck ist mit Pferden gepfluegt worden. 18.4. Ostern. Die Saenger von Karabulack waren gekommen und haben Osterlieder gesungen bei der Andacht. 18.19.20 war Ostern. April 65. Garten gepflanzt: Kartoffeln, Mais, Kuerbisse. Besenhirse und Rueben vor dem 25.
26.4. Garten gepflanzt: Gurken, Petersilie, Pfefferkraut, Pomidoren, Melonen, Mohrrueben, Sonnenblumen.
Reberojd? ( Pechpapier) gekauft, 12 Rollen in Tekeli, mit Maschine zusammen. Gezahlt: 40.72. fuer die Maschine 11.70 Total 52.02 Rubel.
6 Rollen zu 8,52, Holz (Bretter) 4 1/2 xl .12 x 4 und
0.18x0.50x3.00. Kostet zusammen 2.29 Rbl.
49.14x2.30=113.02
Maschine 11.70
1.42x6= 8.52
Nadbawka 1.52 Obendrauf.
Total Ausgabe 134.76 Ruberoid Holz Maschine Dranki Nadbawka 40.32+ 113.02+ 233.40+ 8.52+ 1.52=186.78 30.4. Freitag abend starb Frau Ritter. Sie ist eingegangen zur ewigen Ruhe.
Den 1. Mai 1965 Abends war Frau Maria Wiebe und Peter Martens mit Frau zusammen bei uns. Da haben wir viel Lieder gespielt und gesungen. Aus Taelmann waren Maria Vogt und Kornelius Vogt dazu noch Margareta Sawatzky abends zu Gast gekommen. Bis heute mit Kohlen geheizt.
3.5. War Frau Olga Ritter ihr Begraebnis, wozu auch Saenger von Karabulack gekommen waren .
5.5. Starb an Krebs ein Stuermer, ein Deutscher Mann von der Schulstrasse, und begraben wurde er am 7.5.
7.5. Der Stomzaehler wurde lossgenommen, die Glucke hat 5 Kuechlein gebracht.
8.5. Mutters Grab besucht. Ich und Susa, Sara, Ewaluschka und Karlchen, auch die kleine Frieda war dabei.
10.5. 20 Kuechlein in Tekeli gekauft zu 25 Kopeken das Stueck.
11.5. Die Kuh hat gekalbt, ein Bullchen.
12.5. Das erste mal nach dem Fussbruch einen Eimer Wasser geholt. Vom 11.1. Bis zum 11.5. nicht geholt.
16.5. Zwei Ferkel gekauft zu 70 Rubel, 35 Kopeken das Stueck
20.5.Kam Leni auf Besuch mit Witja und Rita. Den Harri hatte sie nicht mitgebracht.
21.5.Kornelius, Susa, Leni, Witja und Rita bei Ewald und Sara abends auf Besuch.
22.5. Zwei Saecke Mehl gekauft zu 20 Kopeken das Kilo (140 Kilo).
24.5. Leni wieder nach Hause, wieder die Kuh auf die Weide gebracht. Eine Fahne gekauft zu 10.50 Rubel.
27.5 Donnerstag und 29.5 Sonnabend, war bei uns Andacht.
30.5. Haben wir das Abendmahl genommen. Bruder Titel, Fast und noch 3 Brueder waren gekommen.
31.5. Angefangen Kartoffeln zu begiessen.
Den 5. Juni 1965. Alles gluecklich beendet mit giesssen.
12.6. Nachmittag fuhr Susa zur Andacht nach Karabulack.
14.6. Susa kam zurueck. Wir und Sara mit Ewald fingen an die Haueser abzubrechen.
15.6. Bis heute Schom gefuettert.
Den 20 Juni 1965. Den Obstgarten bespritzt mit 6 Liter Wasser und 3 runde Teeloeffel Blaustein reingemischt.
26.6. War Bruder Hikkel auf Besuch. Jakob Rempels ihr Soehnchen im Alter von 5 Tagen starb und wurde auch denselben Tag begraben. Ich habe Mutters Grab besucht. Alles in Ordnung. Der Rosenstrauch nicht verdorrt. Weiter hatte Johann Rempel sich beim Bau die Schulter beschaedigt
29.6 Unsere Kuh mit dem Bullen gelaufen. (Mottenpulver russisch Naftalin)
Den 11 Juli 1965 war Bruder Jakob Toews auf Besuch von Stalinsk (Den 10 abends kam er) Zweimal Andacht gehabt: Bei Frau Scheming und bei Schwester Selma.
16.7. Die Obstbaueme mit Seifenlauge besptitzt. Hinter dem Haus 15 Liter. 1 1/2 Zentner gekauft zu 7 Rubel das Zentner die ersten Tage im Juli.
18.7. Wurde Johann Klassen auf der zweiten Abteilung begraben
29.7. Vom ersten gepflanzten Apfelbaum im Kasakmak die ersten Äpfel gegessen, Kirschen dagegen schon das andere Jahr als wir herkamen.
Den 9. August 1965 ging Sara im Urlaub und Frieda wurde auch zu Hause gehalten.
12.8. Besuch von Tekelli darunter waren auch Saenger, bis zum 15.8. 9 Eselsfuhren Heu zusammen gefahren.
24.8. Frieda kam wieder zu uns. Obst gekauft im August: 16 Kilo Äpfel zu 14 Kop. das Kilo, Pflaumen 8 Kilo zu 50 Kop. das Kilo.
28.8. Das erste mal den Ofen geheizt, Lenis Schwiegermutter kam auf Besuch. 29.8. Die Saenger von Karabulack gekommen..
30.8. Den Boden von unten beendet. Dranki?( Duenne Holzleisten die Waende zu beschlagen ehe sie verschmiert weden) rangeschlagen und verschmiert.
Den 2. Sept. 1965. Kohlen gekauft. Eine Maschine von Tekelli. 13 Rubel die Tonn.
4.9. Die Obstbaueme gegossen und die letzten Äpfel gepflueckt.
5.9. War Bruder Toews auf Besuch.
9.9. Fuhr Susa mit noch anderen Frauen nach Karabulack.
14. bis 16 Sept. Kartoffeln ausgegraben. 75 Eimer grosse und 38 Eimer kleine Kartoffeln. Insgesamt 113 Eimer.
21.9. Der erste Nachtfrost. Mais und Pomidoren eingeerntet.
Den 2 Oktober 1965 kamen Helmut und Leni mit ihren Kindern Witja, Harri und Rita auf Besuch. 4.10 Sie fuhren ab nach Hause. Ich fuhr mit bis Koksu und kam am
6.10 nach Hause.
10.10 Jetzt ist alles eingeerntet. Bruder Titel war auf Besuch. Sein Text war aus Roemer 8 und Offenbahrung 3.
18.10 Ist unser Nachbar Pieskorenko weg gezogen und ein Kosake an seiner Stelle herein gezogen.
31.10 Bei uns Andacht. Onkel Ritter lass die Geschichte von des Jairus Toechterlein und dem Weibe welches 12 Jahre den Blutgang hatte. Den 2. Nov. 1965 starb Helena Hildebrant
3.11. fuer Schom eingezahlt 8 Rubel beim Komandant.
4.11. Wurde Frau Helena Hildebrant im Alter von 64 Jahren begraben. Bruder Fanke von Sibirien, Bruder Hinz und Bruder Toews hielten die Leichenrede. Text war Hiob 14,1, Hebraeer 13 u.s.w.
7.11. Starb Frau Krause.
9.11. Wurde die Frau Krause in Taelmann begraben im Alter von 88 Jahren. Text war: Jakobus 5,7-8, 2. Chronika 15,7. Lieder gesungen: Wo findet die Seele die Heimat die Ruh und andere.
10.11. Das letzte mal das Vieh aud die Weide.
11.11. Der erste Schnee.
13.11 Weizen gekauft. 150 Kilo zu 30 Kopeken das Kilo. 30x150=45 Rubel.
14.11. Andacht bei uns. Text war Matt. 25.
15.11 Die Sendung von Bruder Peter mit Sara zusammen erhalten. Weil das Wetter besser wurde und der Schnee aufgetaut ist haben wir das Vieh bis zum 21 Nov. geweidet.
21.11 .Haben die Bruedergemeinde das Abendmahl ausgeteilt.
23.11. Den Bullen geschlachtet.
25.11. Das Schweinchen geschlachtet.
28.11. War bei uns Hauseinweihung. Lieder wurden gesungen: Liebster Jesu wir sind hier, 2.. Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt, 3.Es ist noch Raum, 4. Nur mit Jesu will ich Pilger wandern, 5. Segne und behuete u.s. w. Am Wort nahmen folgende Brueder teil:
1. Unser Fanke l. Joh. Kap.3
2. Joh. Loewen Hebr. Kap. 4
3. Dem Gesangfuehrer sein Schwiegervater Matt. Kap.7
4. Albrecht ( aus Sibirien) Lukas Kap. 19
5. O Ritter Psalm 26.
Der Chor von Karabulack nahm an der Feier teil und sang mehrere Lieder. Insgesamt waren wir 60 Mann zusammen.
Den 4. Dez. 1965. Susa ihre Schwester Anganeta kam auf Besuch von Kant.
5.12. Peter Martens, Heinrich Vogt, Frau Anna Rempel und Maria Teichroeb Vogt auf Besuch.
9.12 Bruder Jakob von Taschkent, Bruder Titel von Tekeli und Bruder Winter von Taldy-Kurgan auf Besuch. Text war Psalm 32.
11.12. Saenger von Karabulack waren gekommen und besuchten Erna ihre Mutter die sehr krank war. Es wurden viele Lieder gesungen.
17.12 Haben die Sendung an Helmut und Lern und ihre Kinder abgeschickt.
27.12. Bruder Jakob Toews auf Besuch. Text war Heb. 1. Auch Bruder Pol und Bruder Spring, so wie die Brueder Albrecht und Ens besuchten Erna ihre Mutter am 27. Dez.
30.12. Schom erhalten. fuer die Maschine 13 Rubel gezahlt.
31.12. Fuhren Ewald und Sara, David und Linda nach Kok-su auf Besuch.
 
     
 
1966
 
  Den 2. Januar 1966 Kamen Ewald und Sara, David und Linda von Kok-su zurueck
9.1. War Bruder Steinnagel von Karabulack auf Besuch. Predigt wurde vorgelesen am 3 nach Epiphanias.
19.1. Eine Plischjacke gekauft fuer Schwester Neta zu 30,40 Rubel. 12 Meter Stoff zu Hemden und Unterhosen zu 78 kop. das Meter. 12 .78=9.36 Rubel.
Den 4 Februar 1966. Frau Emilie Dietrich wurde beerdigt. Zum Begraebnis waren gekommen: Bruder Albrecht und Bruder Holstein aus Karabulack, Bruder Toews und Bruder Fast aus Karabulak u.s.w. Auch der Karabulacksche Saengerchor war gekommen. Der Inhalt der Predigt lautete dass wir nur durch Gnade selig werden
10.2. Gummistiefel gekauft zu 8 Rubel fuer Susas Schwester Neta, weiter 6 Meter Stoff zu 78 Kopeken das Meter und eine Dose Marmelade zu 7 Rubel gekauft.
14.2. August, Lenis Schwiegermutter war auf Besuch.
16. bis 18.2. war ich mit Bruder Toews nach Kok-su auf Besuch gefahren.
22.2. Jakob Rempel, Frau Isaak Vogt, Heinrich Vogt und Frau Anna Rempel auf Besuch.
24.2. Bruder Titel auf Besuch. Text war Roemer Kap. 8. Drei Tonn Schom (Makucha) gekauft fuer 25 Rubel.
25.bis 26.2. Waren Susa und Neta, ihre Schwester, nach Karabulack auf Besuch gefahren
27.2. Onkel Ritter das Bueechlein: "Das enthuellte Geheimniss der Zukunft" zum lesen gelassen.Ausserdem sind Susa und Neta zur Andacht nach Karabulack gefahren und kamen am 28. wieder zurueck.
Den 1. Maerz 1966. Besuch von Taschkent. Martin Olschewsky, der Junge war gekommen. 2.3. Fuhr er wieder zurueck.
12.3. Habe ich den Brief wegen 4 Taschenbibeln nach Deutschland abgeschickt.
13.3. Wurde in der luthierischen Gemeinde Abendmahl ausgeteilt. Zum Text hatte Bruder Titel: Matt.l 1. und Jakobus 3.
16.3. Waren Ewald und Sara abends bei uns. Wir haben den Abend zugebracht mit Singen und Spielen. Aufgehoert die Kuh zu melken.
19.3. Das erste mal die Mitglieder Kueh auf die Weide getrieben.
20.3. War Bruder Albrecht auf Besuch. Der Text war die 10 JungFrauen, Ausserdem war Abends Abschiedfest bei uns. Die Erna fuhr nach ihrem Sohn nach Tackmack. Text war: "Froehlicher Glaube".Die Predigt: "Froehlicher Glaube" gehoert zu Kol.l Vers 9-14, aus dem Sonntagsblatt genommen.
21.3. Eine Uhr gekauft zu 7,50 Rubel.
29.3. War Sara wieder auf Arbeit. Der Urlaub von 2 Wochen war abgelaufen. fuer 30 Knopkis? ( Naegel mit platten Koepfen um etwas an die Wand zu heften) 46 Kopeken angezahlt.
30.3. Weintrauben gepflanzt und 2 Pflaumenbauemchen von Karabulack gebracht.
Den 7 April 1966. Neta ihren Brief an Artur Stroh abgeschickt, wegen Mithilfe, an das Rote Kreuz. Die Baptistengemmeinde teilte das Abendmahl aus wo Susa und Neta auch Teil nahmen.
9.4.17 Kuechel gekauft zu 5 Rubel.
10.4. Die Kuh gekalbt, ein Mutterkalb.
12.4. Das Schwein abgegeben in der Schlachterei.100 Rubel eingenommen.
14.4. Unser Grundstueck gepfluegt.
15.4. Nach dem kalben die Kuh wieder auf die Weide getrieben.
16.4. Rueben.Tomaten, gelbe Rueben, Gurken, Melonen und Zwiebeln sind gepflanzt.
17.4. Bruder Titel auf Besuch, Text Jesaja 53.
18.4. Erdbeeren, Weintrauben, Flieder und Kuerbisse gepflanzt.
19.4. Haben die Ärzte Blut von der Kuh genommen.
24.4. Ein Ferkel gekauft zu 25 Rubel. Pechpapier zu 4.80 x 4 = 19.20 R.
30.4. Die Kuh nicht auf die Weide getrieben wegen der Bruceloris Krankheit. fuer Monat April in 13 Arbeitstage 29 Rubel verdient.
Den 1. Mai 1966. Bruder Steinnagel von Karabulack auf Besuch. Text war Offenbaung 12.
10.5. Habe ich die Apfelbaueme an der hintersten Seite mit Pulver D.D.T. gespritzt. Auf 4 Eimer Wasser 1/2 Teeglas Pulver D.D.T. genommen.
15.5. Susa und Neta nach Karabulack gefahren, die Bruedergemeinde teilte das Abendmahl aus.
18. und 19.5 Nachtfrost. Es ist Himmelfahrt. Ich besuchte Mutters Grab auf dem Kirchhof.
20.5. Freitag. Sonnenfinsternis um 5 Uhr Nachmittag.
22.5. Sonntag. Auf dem Markt eine Tonne von 8 Eimer zu 8 Rubel gekauft, Weizen fuer 23.80 Rubel und Mehl fuer 16 Rubel.
23.5. Wieder Nachtfrost. Die Gurken haben gelitten, das andere Gemuese nicht.
24.5. Zum 2. mal die Baueme mit Pulver D.D. T. gespritzt, auch den Apfelbaum beim Keller mit eingerechnet..
26.5. Fuhr Anganeta Wiebe zurueck nach Kant und Susa begleitete sie bis Karabulack.
28. bis 29.5. Bruder Toews auf Besuch. Text am 28. Apostelgeschichte Kap.l, am 29. Apostelgeschichte Kap.2.
30.5. Wieder die Kuh auf die Weide getrieben. Den I.Juni 1966 Erhielten wir eine Karte von Maria Letkeman, schreibt dass Jakob, unser Schwager, schwer krank am Krebs da liege, bei der Lunge angefangen.
4.bis 5.6. Helmut und Leni mit Witja und Harri auf Besuch, fuer Susa zum Geburtstag hat Leni Gardinen gekauft. Den letzten Schom ? aufgefuettert.
5.6. Sonntag war Bruder Heinrich Fast und 2 Brueder von Karabulack auf Besuch. Text war von der Entrueckung.
7.6. Fuhr ich, Kornelius, nach Dschambul auf Besuch zu Jakob Letkemans. Und mit Gottes Hilfe kam ich am 16.5. gesund und am Leben zu Hause an.
Den 12.6. Hatten wir das Begraebnis unseres Schwagers Jakob Letkeman gefeiert. Der Text war folgendenHebraer 13 Vers 14, Kolloser 3 Vers 2-5 und Lukas 16 Verse 19-25. Jakobs Ehestand: Jakob Letkeman geb.1902, 18.9. geheirat. 1926, 5.6. gestorb. 1966.8.7.
l. Margareta Neudorf ..........1931 28.6..
2. Maria Wiens geheiratet 1932 27.11, gest. 1939 28.10
3. Lena Rempel geheitatet 1940 gestorben 1947
4. Maria Epp geheiratet 1955.22.11..
Die erste Ehe war 5 Jahre, 23 Tage, die 2.war 7 Jahre, 11 Monate und 1 Tag, die 3.war 7 Jahre und die 4. war 10 Jahre, 5 Monate und 17 Tage.
25.6 und 26.6 war Bruder Spring von Stalinsk auf Besuch. Die Geschichte: "Drei Minuten vor Mitternacht" galt als Text in der Andacht.
26.6. Das dritte mal die Obstbaueme an der hinteren Seite mit D. D. T. gespritzt.
29.6. Susa, Frau Scheming, Frau Mueller und Frau Wiebe fuhren nach Karabulak zum Begraebniss. Drei Leichen wurden bestattet. Ein alter Mann und Frau und ihr Grossskind, ein Maedchen von 10 Jahren. Die Ursache war: Von einem angetrunkenen Schaffner untergefahren.
30.6. Zweimal die Kartoffeln gewaessert. Unsere Kuh mit dem Bullen gelaufen. 65 kgr. Mehl gekauft zu 13 Rubel.
Den 1. Juli 1966. Das erste Fuder Heu mit dem Esel geholt.
3.7. War Bruder Engelbrecht auf Besuch. Der Text war Joh. 15:5-7. Weizen gekauft zu 23 Kopeken das Kilo. 92x23=21,12 Rubel.
10.7. Nahmen Susa, Frau Wiebe und Frau Fort bei uns das Abendmahl. Bruder Albrecht und noch zwei Brueder waren von Karabulak gekommen um es auszuteilen. Text war Joh. Kap. 1 und Matt. Kap. 5.
16.7. Die Obstbaueme an der hintersten Seite des Hauses mit D.D.T. bespritzt. Zum 4. mal.
19.7. Die 160 Rubel fuer den grossen Wandschoner von Helmut und Leni erhalten durch die Post.
20.7. Begraebnis. Die Sina Galas wurde begraben. Fuenf Brueder von Karabulak waren gekommen. Darunter auch Schulz, welcher uns auch besuchte. Text lautete:" Der Mensch ist wie eine Blume auf dem Felde. Sie wird abgehauen, und ihre Staette kennet sie nicht mehr.
28.7. Waren Schwester Clara von Taj und Schwester Katja von Karabulak auf Besuch. Sie naechteten bei uns und den 29. fuhren sie wieder ab. Der Abschiedsgruss war folgender: Im Gebet einer den anderen nicht vergessen, sondern buerbittend zu gedenken. Text war der Lebenslauf der letzten Jahre der Schwester Klara.
Den 3. August 1966. Wir haben eine Waschmaschine gekauft zu 122 Rubel und 40 Kopeken, und 16 Kilo Äpfel zu 4 Rubel.
7.8. bis zum 14.8. hatten wir Besuch von Taschkent. Namens?. Onkel Ritter war Onkel ueber ihn.
17.8. Den ganzen Garten gegossen. Katroffeln, Mais, u.s.w.
19.8. Hatten wir Besuch. Saenger von Tekeli und Karabulak. Text war: Markus Kap.8 Vers 38 und Roemer Kap.10. Waehrend der Andacht wurden bei uns 2 Scheiben eingeschlagen
22.8. 5 Eimer Äpfel vom Baum beim Keller gepflueckt.
29.8. War Bruder Schinke von Karaganda und Bruder Heinrich Fast von Stalinsk auf Besuch. Text war: Matt. Kap. 9 und Psalm 34.
Den 1. September 1966. Die letzten Äpfel eingeerntet. Im ganzen 15 Eimer voll von dem einen Baum erhalten. Bis zum 1. 9. 32 Eselsfuhren Heu zusammengefahren fuer den Winter.
Den 5. 9. Wiebes Grosskindchen von 1/2 Jahr wurde begraben. Wolodja Neustaetter.
6.9. Wir liesen die Huehner wieder von Morgens hinaus, nachdem wir die Pomidoren (Tomaten) abgelesen hatten.
7.9. 200 Ziegeln beendet. Eine Zeit von 5 Tagen daran gearbeitet. Susa mit Friedchen.
10.9. Insgesamt 37 Stueck Huehnervieh.
11.9. War Bruder Schulz von Karabulak auf Besuch. Text war: "Die 10 Aussaetzige."
12.9. Den Obstgarten gewaessrt. Vor dem Hause auch hinter dem Hause.
13.9. Eine Bibel gekauft fuer 25 Rubel von Abram Johann Neudorf.
16.9 Das Dach vom Keller neu gebaut. Ist noch geblieben das Dach mit Schindeln zu decken.
18.9. Sonntag hat die Baptistengemeinde das Abendmahl ausgeteilt. Von Karabulak waren gekommen: Bruder Albrecht, Bruder Ens und Bruder Johann Loewen. Text war Lukas Kap.9 Vers 57-62
20.9. bis 23. 9. Kartoffeln ausgraben. Insgesammt 53 Eimer grosse Kartoffeln und 23 Eimer kleine Kartoffeln.
21.9. Haben Ewald und ich mit 2 Pferden Heu geholt. Ungefaehr 8 Zentner
25.9. Dreimal die Obstbaueme im September gegossen. Den 25 ist Erntedankfest in Karabulak. Susa ist auch gefahren von unsere Abteilung....
26.9. Susa, Friedchen und ich haben Mutter ihr Grab besucht und das Denkmal weiss geforben. Die Rueben und auch die Blumen gegossen.
27.9. Anmerkung des Herdes zum umbauen. Hoehe des alten Herdes: 1. Der ganze Herd: 67 cm. 2. Von unten bis zum Rost: 30 cm. Vom Rost bis oben: 37cm. Breite des alten Herdes: Der Ganze Herd 57 cm. Den 3. Oktober 1966. Huehner insgesamt 34 Stueck. Petrolium gekauft, 40 Liter.
5.10. Das erste mal den neuen Ofen geheizt.
9.10. 70 Kilo Weizenmehl gekauft zu 21 Rubel. ( zweite Sorte. 1 Kilo zu 30 Kopeken)
11.10. 200 Kilo Weizen gekauft zu 40 Rubel. ( 1 Kilo zu 20 Kopeken)
14.10 Hat unsere Tamma ( unser Hund) gejungt. 9 Stueck.
16.10 . Sonntag, 200 Kilo Mehl gekauft. Erste Sorte zu 35 Kopeken das Kilo.
22.10. 30 Rubel fuer Kohlen eingezahlt.
24.10 Die Weintrauben zum Winter bedeckt. Huehnervieh 32 Stueck. 25.10. Das erste mal mit der Waschmaschine gewaschen.
28.10. Drei Tonnen Kohlen geholt von Karabulak. Huehnervieh 31 St.
30.10. Sonntag hatten wir Besuch von Karabulak. Bruder Hermann mit noch einem Bruder und Schwester Anne- Margaret. Text war Jakobus 1:26 und Jakobus 3: 5-8, weiter 2. Petri 3 und Erste Johannes 3
31.10 War Leni ihre Schwiegermutter bei uns auf Besuch von Kok-su.
Den 2. November 1966 Wurde das Mitglieder Vieh nicht mehr auf die Weide getrieben.
2.11. Fuhr ich auf Besuch nach Kok-su und den 5. 10., Sonnabend kam ich gluecklich wieder nach Hause.
10.11. Huehnervieh schon nur 30.
14.11. Arbusen werden eingelegt: Auf einen Eimer Wasser 1 1/2 Glass Salz genommen.
18.11. Onkel Ritter, Heinrich Vogt und Peter Wiebe besucht. fuer Stoff zu Hemden, 10 Meter doppelbreit 15.20, fuer Sonnenblumenoel 6 Liter 9.30 und fuer Baumschere 3.00 ausgegeben.
21.11. Huehnervieh jetzt nur 29 Stueck. Rasiermesser zu 4 Rubel und Pinsel zu 50 Kopeken, Stoff 4 Meter zu 6,08 Rubel gekauft,
24.11. fuer Schom ?8 Rubel eingezahlt.
30.11. Das Schweinchen geschlachtet
Den 3. Dezember 1966 fuhr Susa nach Karabulak zur Andacht und kam am 4.12 wieder zurueck.
Am 3.12. wurde Sara krank.
5.12. Die beiden jungen Hunde gestohlen, Huehner schon nur 28.
11.11. Sonntag hatten wir Besuch. Bruder Karl von Karabulak, Ozurkaj Strasse 29, und ein Bruder von Kirpitschnyj. Text war folgender: Matt. 11:2+3.
15.12.Donnerstag ein Paket nach Kok-su zu Weihnachten abgeschickt
16.12. Freitag hat man uns Schom ( Makucha) gebracht. Das Draht vom elektrischen Licht abgerissen. Huehner 26.
18.12. War ich in Karabulak zum Abschied bei Helena Goerzen. Johann Loewen hielt die Andacht ueber Psalm 92.
20.12. War Jakob Welk bei uns auf Besuch.
25.12. Weihnachten. Ruhig und ohne Stoerung gefeiert. Vier mal Andacht gehalten.
 
     
 
1967
 
 

Den 5 Januar 1967 Ich habe 5 Rubel fuer Schom (Makucha) eingezahlt. Ich habe eine Genehmigung im Postsowjet genommen um sie in Talde-Kurgan im Regierungsamt abzugeben.
6.1. Haben wir von Peter aus Kanada eine Sendung bekommen, mit Ewald und Sara zusammen. fuer jeden 2 Wandschoner und 4 Paeckchen Wolle. Insgesammt 4 Wandschoner und 8 Paeckchen Wolle.
8.1. Sonntag wurde das Abendmahl ausgeteilt. Die Baptisten Gemeinde und auch die Lutherische Gemeinde. Aus Karabulak waren 5 Brueder gekommen: Bruder Johann Loewen, B. Schmalz, B. Steinke, B. Albrecht u.s.w. Von Krupskaja (Stalinsk) war Bruder Spring gekommen. Text war von ddem 12 jaehrigen Jesus Knaben im Tempel. Matt. 27:29-31 u.s.w. 10.1. Huehnervieh 25 Stueck.
11.1. Schom von Karabulak gebracht, drei Tonn zu 20 Rubel. 12.1. War Bruder Fast auf Besuch von Krupskaja Frueher Stalinsk genannt. Text war von dem Saemann.
13.1. Drei Wandschoner verkauft. Den 1. zu 180 Rubel, den 2. zu 100 Rubel und den 3. zu 50 Rubel.
15.1 .Besuch von Karabulak. Text war von dem Wasser welches Jesus zu Wein machte auf der Hochzeit zu Kana.
22.1. Sonntag bin ich mit Susa zusammen zum Abschiedsfest nach Taelman eingeladen. Jakob Heinrich Rempel hat die Erlaubnis von der russischen Regierung nach Kanada zu seiner Familie zu fahren. Bruder Schulz von Karabulak war auf Besuch, Text war von dem roemischen Hauptmann.
23.1. War ich nach Taelmann gefahren um mich von Jakob Heinrich Rempel zu verabschieden.
25.1. Fuhr Jakob Heinrich Rempel nach Kanada zu seiner Familie. Frau Anna Rempel ihr Sohn Jakob begleitete ihn bis Moskau, wo sie denselben Tag ankamen mit den Flugzeug.
26.1. Susa und ich waren nach Peter Martens auf Besuch gegangen. Wo wir mit Maria Vogt, Heinrich Vogt, Peter und Anna Martens viele Lieder gespielt und gesungen haben.
29.1. Sonntag waren 2 Brueder von Karabulak gekommen. Bruder Dietmann mit Frau und Bruder Wagner. Text war: Von den 10 Aussaetzigen.
Den 2 Februar 1967. War Bruder Stockmann von Takmak gekommen und von Karabulak Anna - Margaret und andere. Der Text war vom Hirten und seinen Schafen.
3.2. War der Text Lukas 17:26-37, welchen Bruder Stockmann uns auslegte. Dann nahm er Abschied.
7.2. erhielten wir die Nachricht dass Johann Heinrich Rempel aus Taelmann den 7.2. Nachmittag gestorben war.
10.2. War Begraebniss. Die Leichenrede hielt Jakob Toews aus
Hebr.l 3:14, dann Johann Loewen Psalm 90:7 und Psalm 103:15-16
zuletzt Heinrich Fast aus Johannesl 1:35-26.
13.2.-14.2. War Maria Sawatzky aus Taelmann bei uns auf Besuch. 16.2. Die dritte Maschine Schom ? erhalten. Dem Schoffer habe ich 5 Rubel gezahlt.
19.2. War Bruder Schmalz von Karabulak auf Besuch. Text war von dem roemischen Hauptmann wo Jesus sich mit den Worten ausdrueckte: Solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden.
23.2. An Olga Miklic einen Brief abgeschickt.
25.2. Kaufte ich zwei grosse Marmelade Dosen fuer uns eine und fuer Bruder Heinrich Fast eine zu 8,40 Rubel das Stueck, einen Schraubstock zu 20 Rubel. Holland und Maier waren auf Besuch.
26.2. Bruder Jakob Toews auf Besuch. Text war: Speisung der 5000 Mann.
Den 3. Maerz 1967. Bruder Titel auf Besuch. Es wurde das Abendmahl ausgeteilt. Auch die beiden Tanten Katharina Klassen und Sara Hamm, so wie auch Anna Rempel nahmen teil. Zum ersten mal nach 30 Jahren. Text war Matt. 18:23-35.
12.3. Huehnervieh 25.
13.3. Von Leni 10 Rubel erhalten. Bruder Toews war auf Besuch und fuhr auch denselben Tag ab, mit die zwei Eimer gekaufte Kartoffeln.
Am 13. war auch Bruder Stockmann auf Besuch gekommen. Text war Johannes 16:25-33. Ich war nach T. Kurgan gefahren und besuchte Margareta Sawatzky im Krankenhaus.
16.3. Ich fing bei der Schmiede an zu schleifen. 19.3. Palmsonntag und Bruder Albrecht aus der Lutherischen
Gemeinde von Karabulak auf Besuch. Text warjesu Einzug in Jerusalem, Matt,21:l-1T 22.3. Bruder Winter von T.Kurgan und Bruder Haas auf Besuch gekommen. Text war Psalm 22:1-6 einschliessend. 25.3. Huehnervieh 24, Susa fuhr nach Karabulak zur Osterandacht, das vorjaehrige Land fuer Tomaten, Mohrrueben, Gurken, Zuckerrueben und Melonen enthaelt 216 Quadratmeter.
26.3. Ostern die Kuh das letze mal vor dem Kalben gemolken. Bruder Schmalz mit noch einem Bruder von Karabulak auf Besuch. Text war: Der erste Osterfeiertag, Markus 16:1-7. Bis Ende Maerz frische Äpfel gegessen.
Den 3. April 1967 Holz gekauft von Kerpitschnik (Holzhandlung) zu 10.10 Rubel, und Petrolium zu 2,60 Rubel.
4.4. Das Vieh zum Tierarzt gebracht zum Untersuchen.
6.4. Das erste mal die Faerse auf die Weide getrieben.
7.4. Starb Minz Peter Petrow.
9.4. Die Saenger von Karabulak waren gekommen und nahmen teil an dem Begraebniss von Peter Minz. Text war:! Mose 2 Vers 7. Ich besuchte Mutters Grab.
13.4. Ein Sack Mehl gekauft zu 19,60 Rubel. Garten geduengt bei dem Kindergarten. 15 Schritte breit. Regenmantel gekauft zu 12.00 Rubel und Schraubstock zu 19 Rubel. Die Weintrauben aufgedeckt.
18.4. Die Kuh in die Schlachterei gegeben zu 190,90 Rubel und die letzten frischen Äpfel verzehrt.
19.4. Eine Kuh gekauft beim Obtschinkinow mit dem 2. Kalb zu 330 Rubel, welche den selben Tag mit dem Bullen lief. Nicht mehr mit Kohlen geheitzt. Eine Glucke auf Eier gesetzt,(abends), die Obstbaueme das erste mal gespritzt.
23.4. Sonntag fuhren Susa, Frau Wiebe und Frau Forj nach Karabulak zur Andacht, Bruder Stockmann war auf Besuch. Text war Joh. 16.
25.4. Eine Glucke auf Eier gesetzt, wieder abends.
26.4. Den Garten gepfluegt, in Karabulak 2 Paar Galoschen ( Gummi ueberschuhe) und 1 Paar weiche Sandalen gekauft zu 11 Rubel. Hirse Gruetze 10 Kilo zu 2.80 Rubel bei uns im Magasin.
29.4. Auf Mittag den Garten eingepflanzt.
30.4. Ein Ferkel gekauft zu 25 Rubel, auf dem Markt.
Den 1. Mai 1967 . Bruder Jakob Loewen auf Besuch. Text war: 1 Johannes Kap.l.
4.5. Liese Harms von Kahm war auf Besuch. 8.5. Kerosin ( Petrolium) gekauft, 40 Liter zu 2, 60 Rubel.
9.5. Die Kuh mut dem Bullen gelaufen, das 2. mal..
14.5. Bruder Stockmann auf Besuch. Text warjoh. 16. Freimut Adolf Ludwigson, (Helmut sein Vater).
21.5. Bruder Albrecht von der Lutherischen Gemeinde auf Besuch.Text war aus den Johannes Briefen.
22.5. Satin gekauft in Karabulack. 20 Meter zu 30 Rubel.
24.5. Die Obstbaueme das 2. mal gespritzt. 1/2 Kilo Knoblauch abgekocht auf 4 Eimer Wasserverteilt und bespritzt.
26.5. Das Ferkel kastriert.
27.5. Ein Sack Mehl, 70 Kilo, 2. Sorte verdient dafuer dass wir Ewald und Sara 3 Saecke 1. Sorte und 1 Sack 2. Sorte vom Basar nach Hause brachten.Huehnervieh mit Hahn zusammen 24, Kuechel ohne Huehner 26
28.5. Bruder Steinnagel von Karabulack auf Besuch.
Text war Lukas 13:23-30, Schom ? die Kuh gefuettert bis Ende Mai. Den 1 Juni 1967. Die Kartoffeln beendet mit giessen das 1 .mal.
4.6. Bruder Stockmann und Bruder Toews auf Besuch. Haben das Abendmahl ausgeteilt. Text war Hebr. 10: 21-23, und Jakobus 1:2-4
9.6. 1200 Ziegeln gekauft zu Rubel 40, davon haben ungefaehr 40 Ziegeln nicht zugereicht.
14. bis 16.6. hat Susa 300 Mistsoden gemacht.
17.6. War Saschka Karkow auf Besuch. Den Garten hinter dem Haus mit D.D. T. zum 3. mal bespritzt, wie Bruder Stockmann uns Rat gab Den Boden unter den Obstbauemen mit dem Spritzmittel aus der Gaertnerei zum 2. mal besptitzt.
18.6. Huehner ohne Kuechel 23, Kuechel 25. Ich und Susa nach Tschumer zu David und Linda auf Besuch gefahren.
19.6. Haben jetzt 3 Hunde, 2 Junge, 3 Tage alt.
21.6. Heu bekommen, 5 Zentner aus dem Colchos zu 3 Rubel das Zentner. 3x5 ist 15 Rubel fuer Heu gezahlt.
23.6. Die ersten Kuerbisse und Gurken abgepflueckt.
24.6. Ein Sack Mehl aus dem Laden gekauft, 70 Kilo zu 17 Rubel, und
51,7 Kilo Zucker zu 20 Rubel aus dem Lebensmittel Lager.
Bruder Stockmann auf Besuch. Text: Markus 9:18-27 und 5: 1-11.. Das Lied aus dem Wolga Gesangbuch #804.
27.6 Kohlen von der Ziegelbrennerei.3 Tonn gekauft. Mit aufladen, fuerdie Maschine alles zusammen 55 Rubel bezahlt.
Den 6 Juli 1967 Leni war auf Besuch und brachte uns eine electrische Platte und eine electrische Backroehre und fuhr wieder nach Hause am 7.
17.7. Gaben wir Forjs einen jungen Hund, und an Heinrich in Canada einen Brief abgeschickt.
23.7..Bruder Stockmann auf Besuch. Text war 2. Petri 3:13-18 und Lukas 16:1-12.
29.7.1m Hintergarten die Äpfel eingeerntet.
Den 2. August 1967. Peter Martens beerdigt. Die Leichenrede hielt Jakob Toews nach 2. Samuel 19:1, Heinrich Fast: Johannes 11:21 und Ferdinant Toews: 1 Mose 5:3-5.
4.8. Jakob Heinrich Martens auf Besuch. In seinem Text wiess er auf die Naechstenliebe hin
6.8. Bei Techs Gerhard wurde das neu gebaute Haus eingesegnet. An dieser Feier nahmen mehrere Lutherische Brueder teil. Ein Text war Sprueche Kap. 3 und auch andere Texte waren da. Es wurde der Berg Sinai mit dem Huegel Golgatha verglichen. Von Sinai kam das Gesetz, von Golgatha kam die Gnade. Ausserdem nahmen die Lutherischen
Saenger von Karabulack auch an dieser Feier teil.
13.8.Sonntag waren Brueder von der Baptisten Gemeinde von Karabulack gekommen. Bruder Albrecht, Bruder Schmalz und Bruder Dietmann.Text war Markus 7:32-37, Johannes 3:2-5, Ruth 2:15-23. Ausserdem waren noch junge Saenger von Karabulack gekommen. Von Tschubar der Bruder Barleber, aus der Lutherischen Gemeinde, war auch gekommen.
15.8. Kartoffeln gegossen und an der hinteren Seite die Äpfelbaueme mit D.D.T. bespritzt.
19.8. Helmut seine Mutter auf Besuch von Kok-su.
20.8. Sonntag war Bruder Stockmann ind Bruder Heinrich Fat auf Besuch. Texte waren: 1. Joh. 3:2-3, 1 Korinther 14 und von dem Manne welcher unter die Moerder fiel auf dem Wege von Jerusalem nach Jericho.
28.8. Onkel Ritter war bei uns auf Besuch.
29.8. Das Fundament vom Wohnhaus und Sommerkueche beendet. 30.8. Die Kuerbiss-blaetter vom Nachtfrost beschaedigt. Den 2. September 1967. Susa und Frau Penner fuhren nach Karabulack zum Abendmahl.
4.9. Erna war auf Besuch gekommen.
8.9. Insgesammt 20 Fuhren Steine zum Fundament geholt.
5. - 12. September: Kartoffeln ausgegraben. Zum Essen:45 Eimer, zum Stecken: 20 Eimer, fuer die Schweine 9 Eimer. Total: 74 Eimer.
10.9 Brudeer Toews auf Besuch. Text war: Psalm 1, Kollosser 3: 12-17, Lukas 7:1-17.
14.9.Zum ersten mal die Huehner wieder heraus gelassen. Alte Huehner 22, junge 24. Total 46 Stueck.
16.9. Lern' war auf Besuch gekommen mit Rita. Sie hatte 18 Eimer Kartoffeln mitgebracht. fuer mich 6 Eimer, fuer Sara 6 Eimer und auch fuer David 6 Eimer. Bruder Stockmann war auch hier. Text war:l Petri 1:13-16, Johannes 8:35-59.
18.9. 5 Zentner Heu fuer 15 Rubel gekauft.
23.9. 2.24 Zentner Weizen zu 12.32 Rubel gekauft auf dem 1 Kilo zu 55 Kopeken.
24.9. Sonntag war Susa mit Frau Olga Forj und Frau Maria Wiebe nach Tekeli zur Andacht gefahren. Alte Huehner 20, Junge 24.
25.9. Das erste mal den Ofen in der Stube geheizt mit dem neuen Schornstein.
30.9. Sonnabend fuhren Susa, Frau Penner und ihre Anni nach Karabulack zum Ernte Dank Fest.
Den 4 Oktober 1967.Ein Zentner Kartoffeln aus dem Sowchos gekauft, mit den Saecken welche von Bella-Russia gebracht sind. Rueben aus dem Garten: 34 Eimer Zucker Rueben und 3 Eimer rote Rueben.
5.10. Einmal im Oktober die Obsgaerten gewaessert.
7.10. Zum ersten mal die Huehner mit den Jungen zusammen heraus gelassen.
8.10. Bruder Stockmann war auf Besuch. Text wanMatt. 22:1-14.
12.10. Maisstroh, eine Traktor Anhaenger Ladung erhalten.
15.10. Susa und Frau Penner nach Karabulack zur Andacht gefahren
17.10 Kohlen aufgerauemt welche ich den 27.9. im Kerpitschne (Co-Op) gekauft hatte.
19.10 Haben Susa und Friedchen die Tierbude in Talde Kurgan besucht.
23.10. 8 Rubel fuer Schom ? eingezahlt beim Kolmekom (Co-Op), die Weintrauben zum Winter zugedeckt. Das Predigtbuch mit den Episteln von Hollands zum Durchlesen geholt.
31.10. War ich mit Susa und Friedchen in der Werkstatt wo wir uns 4 Raeder und 2 Achsen zum Eselswagen machen Hessen und sie abholten. Gezahlt habe ich 30 Rubel dafuer.
Den 1. November 1967. Ein Sack Mehl im Laden gekauft zu 12,80 Rubel. 1 Kilo kostet 20 Kopeken.
3.10. Habe ich, Susa und Friedchen eine Rose und Lilien auf Mutters Grab gepflanzt. Sara, Ewald und Frieda bei unserem Hause Photographien.
5.11. Waren Bruder Stockmann und Bruder Wagner auf Besuch. Die Andacht war bei der Schwester Selma wo auch den Lutherischen das Abendmahl ausgeteilt wurde. Text war Joh. 15:15 und Matt. 9: 18-26 und andere.
8.11. Wir besuchten Peter Martens. Ich mit Susa, Peter Wiebe und seine Frau Maria und zwei andere Frauen und ein junger Bruder von Taj.
12.11 .War Bruder Toews auf Besuch. Text war Matt. 24.
14.11. Den Ofen im Haus gereinigt. 7 Eimer Russ aus den Gaengen entfernt. Von Leni, unsere Tochter, eine Tischdecke als Geschenk erhalten und noch andere Kleinigkeiten.
16.11. Zwei Saecke Mehl gekauft zu 20 Kopeken das Kilo. 130 Kilo x .20 ist 26 Rubel. Eine Maschine Schom (Makucha) erhalten.
19.11. Sonntag das letzte mal die Kuehe in die Berge auf die Weide getrieben.
25.11. War Frau Penner mit ihrem Bruder auf Besuch. Wir haben angefangen mit Sonnenblumenstaemme zu heizen. Huehner: 15 Alte, 12 Junge.
28.11 .bis zum 1.12.. war ich nach Kok-su zu Helmut und Leni auf Besuch gefahren.
Den 1 Dezember 1967 Mehl gekauft. 70 Kilo zu 26 Kopeken das Kilo. 26x70=18.20 Rubel, ein Paar Burstiefeln zu 17.20 Rubel.
4.12. Haben Semraus ihr Kalb geschlachtet.
5.12 Semraus fuhren nach Karabulack um sich photographieren zu lassen, mit den Kindern zusammen.
6.12. Angefangen Kuh, Kalb und Esel zusammen 0.5 Kilo Mehl zu fuettern.
10.12. Die beiden Albrechts Brueder aus der Baptistengemeinde von Karabulack waren auf Besuch. Der Text war von dem zweiten Adventssonntag.
15.12. 90 Kilo Mais verdient.
16.12. Schom gekauft, 4 Tonn zu 15 Rubel, an Leni ein Paket abgeschickt.
19.12 Bruder Fast auf Besuch. Text war: 2 Kor. 4:16 bis 5:10.
25.12. Bruder Toews und Bruder Spring auf Besuch von Krupskaja Text war: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab auf dass alle die an ihn glauben nicht verloren werden sondern das ewige Leben haben.

 
     
 
1968
 
  Den 2 und 3. Januar 1968 war ich nach Bruder Toews und Bruder Heinrich Fast nach Krupskaja auf Besuch gefahren.
6.1. und 7.1. war Bruder Stockmann auf Besuch. Text war Joh. 17.
9.1. Bruder Heinrich Fast hat bei uns drei Geschichten Buecher genommen und auch gleich Kranke besucht. Wir haben unser Schwein geschlachtet.
14.1. Bruder Wagner von Karabulack und Bruder Toews von Krupskaja auf Besuch. Text war: Lukas 7:36-50 und Roemer 12:1-6.
18.1. Eine Maschine Schom von 5 Tonn gekauft zu 15 Rubel.
19.1. Neta Wiebe, Susas Schwester kam auf Besuch. David Klassen brachte sie bis auf den Hof.
20.1. Hat B. Holand das Doktorbuch geborgt.
21.1. Alte Huehner 11, Junge 21. Bruder Wagner und Bruder Albrecht auf Besuch von Karabulack. Text war von Josuas Kundschafter, welche ausgesandt waren Jericho zu erkunden.
22.1. Pfeffer, Alum, getrocknete Aprikosen und Weintrauben gekauft zu 26 Rubel und 40 Kopeken.
23.1 .Schom ? 8 Zentner zu 4 Rubel im Sowchos gekauft und geholt.
28.1. War Bruder Stockmann auf Besuch. Text war: Vom Leiden und Sterben unseres Heilandes..
 
     
     
     
         

 

 

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Zuletzt geaendert am 26 Mai 2007.