Willi Vogt. Mennonitische Ahnenforschung

 

Buch: Mennonitisches Jahrbuch 1911-12. H. Dirks. 1913. Halbstadt
Artikel: Zur Jahrhundertfeier der Kolonie Neu-Osterwick, jetzt Pawlowka. Nach D. H. Rempel, Pawlowka
 
 
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Zur Jahrhundertfeier der Kolonie Neu-Osterwick, jetzt Pawlowka.

Nach D. H. Rempel, Pawlowka

 

Mit dem Namen „Neu-Osterwick" sind fuer mich so viel schoene und angenehme Erinnerungen verknuepft, dass mir noch jetzt jedesmal das Herz warm wird, wenn ich an jene Jahre denke, wo dieses Dorf mir zur zweiten Heimat wurde, in der ich zuerst des Lebens schweren Ernst, aber auch sein volles Glueck und seinen reichen Segen erfahren durfte.
Etwa 10 Werst von Chortitza entfernt, zieht es sich in langen Strassenzeilen zu beiden Seiten eines grossen Tales dahin, sendet seine Quer- und Seitenstrassen an passenden Stellen ab und bildet schliesslich alles zusammen einen Umfang, wie ihn nur die groessten Doerfer der „Alten Kolonie" aufweisen koennen.
Es war um Ostern 1812, als 20—26 Mennonitenfamilien sich hieselbst niederliessen, um bleibende Heimstaetten zu gruenden. Sie kamen schon nicht von Preussen, sondern zum groessten Teil aus dem unweit gelegenen Neuendorf, das ca. 23 Jahre frueher bei der ersten Ansiedlung der Mennoniten in Suedrussland angelegt worden war und jetzt seinen Ueberfluss an Bewohnern weiter gab. Teilweise stammten die Uebersiedler auch aus Chortitza und Schoenhorst.
Warum sie ihr Dorf „Neu-Osterwick" nannten? Die Ueberlieferung will wissen, als haetten sie ihr „Wicken" - Weichen um Ostern von der alten Heimstaette damit festnageln wollen, doch wahrscheinlicher ist, dass die Erinnerung an die alte preussische Heimat hier mitspielte, wo's auch ein „Osterwick" gab, weshalb dieses denn auch „Neu-Osterwick" getauft wurde.

 

 

 

         
 
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Zuletzt geaendert am 12 November 2006.