Willi Vogt. Mennonitische Ahnenforschung



Gemeindebericht 1848, das Molotschnaer Mennonitengebiet

 

Gemeindebericht 1848, Mennonitenkolonien.

4. Lichtenau

Die Kolonie wurde 1804 gegruendet und die Haeuser in demselben und im darauffolgenden Jahr angelegt. Die Molotschna bildet die Grenze zwischen dem Lande dieser Kolonie und demjenigen der Kronsdoerfer Bogdanowka und Troitzkoje, ist aber so flach, dass sie im Sommer oft ganz austrocknet. Sie ist mit Schilf und Rohr bewachsen, welches zum Haeuserbau benuetzt wird. Lichtenau liegt 58 Werst suedlich von der frueheren Kreisstadt Orechow und 34 Werst noerdlich von der jetzigen Alexandrowka. Der Boden enthaelt in der Niederung salzige Erde, ist zum Graswuchs geeignet und liefert jaehrlich 1 bis 3 Fuder Heu von der Dessj. Die Steppe ist lehmig und hat wenig schwarze Erde, durch fleissiges Brachen erhaelt man aber bis 8 Tscht. Roggen und Weizen, und bis 16 Tscht. Hafer und Gerste von der Dessj. Den Namen hat der erste Oberschulz Klaas Wiens der Kolonie nach einem Dorfe im Marienburger Werder gegeben. Die Zahl ihrer Ansiedler war 21. Ihr Kronvorschuss betrug etwa 10.400 Rbl. Banko.
Zur Verbesserung und Verschoenerung der Kolonie hat besonders der Umstand beigetragen, dass manche Wirte wegen Alters oder allzu grosser Schuldenlast ihre Wirtschaften an bemittelte und tuechtige Wirte uebergeben haben.
Mit hohen Besuchen ist die Kolonie ebenso wie die vorhergehenden beglueckt und beehrt worden.

Besitzer: Peter Siemens, Peter Heide
Schulmeister Gerhard Kornelsen
Schulz Kornelius Hildebrandt
Lichtenau, am 1. Mai 1848



Quelle: Odessaer Zeitung. 42. Jahrgang, 1904, Nr. 170


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Zuletzt geaendert am 1 Mai 2008