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Die Nervenheilanstalt "Bethania" auf dem Land von Alt-Kronsweide, Chortitza Kolonie

 

  Nervenheilanstalt Bethania bei Einlage in der "Mennonitische Rundschau" 1880-1939. (16 Einträge)
  Brief von Kornelius Wall aus Aulie Ata in der „Friedensstimme“ Nr. 41 von 24. Mai 1914. Abgeschrieben von Elena Klassen.
   
  Die Nervenheilanstalt "Bethania" war als allgemeine deutsche Anstalt gedacht. Es wurden daher Spenden nicht nur von Mennoniten, sondern auch von Lutheranern entgegengenommen. Es zeigte sich aber sehr bald, dass die mennonitische Gesellschaft mehr Interesse fuer dieses wichtige Unternehmen bewies als die lutherische Bevoelkerung, denn die Spenden der Mennoniten uebertrafen die der Lutheraner wohl um das l0-fache. Ausserdem fehlte es wohl auch an der noetigen Einigkeit zwischen beiden Parteien. Nun griffen die Mennoniten das Werk der Gruendung einer Anstalt alleine an, und die Spenden der Nichtmennoniten wurden zurueckerstattet. Ende 1909 konnte ein Grundstueck von 107 Desjatin am rechten Ufer des Dnjepr, nahe der grossen Dnjeprbruecke bei Einlage, vom Alt-Kronsweider Plan abgekauft werden. Der groesste Spender war die Fabrik "Lepp & Wallmann". Der erste Anstaltsarzt war Dr. Wilhelm Stieda aus Riga, spaeter Isaak
Thiessen, ein Schwiegersohn von Andreas Wallmann, dem Fabrikbesitzer. Bauleiter und Seelsorger war Peter Gerhard Schellenberg der 1912 von Banditen erschossen wurde. Am 15. Maerz 1911 konnten die ersten weiblichen Kranken aufgenommen werden, (Pavillon Nr.7 "Bethel"), und am 20. August 1911 wurde Pavillon Nr. l "Salem" von maennlichen Kranken bezogen. Der Bau des Hauptgebaeudes Nr.6 wurde im Maerz 1911 angefangen und war fuer 45 Personen eingerichtet. Es sollte Kirche und Wirtschaftsraeume enthalten. Das Hauptgebaeude war zweistoeckig. Diesem schliessen sich symmetrisch, durch Korridore miteinander verbunden, einerseits die ruhige Maennerabteilung, anderseits die ruhigen Frauenabteilungen an. Das Hauptgebaeude enthielt folgende Raeume: Doktorzimmer, Wartesaal, Apotheke, Buero, Kuechenpersonal, Badezimmer (einige). Die Abteilung fuer unruhige und tobsuechtige Kranke lag zu beiden Seiten des Hauptgebaeudes in einer Entfernung von 15 Meter. Die Abteilung fuer Unruhige hatte je 30 Betten; die Abteilungen fuer Ruhige - je 25 Betten. Zur Anstalt gehoerten zwei Aerztewohnungen, eine Baeckerei, eine Farm, Schlosserei mit einer elektrischen Station und Waescherei. Die Anstalt war gross angelegt und sollte fuer 300 Kranke ausgebaut werden. Der Weltkrieg und die daran anschliessende Bedrueckung des Deutschtums sowie der Buergerkrieg verhinderten dieses Vorhaben. In "Bethania" konnten somit nur 110 Kranke untergebracht werden. 1918 machten verschiedene Banden die Gegend unsicher. Auch Bethania wurde wiederholt ausgeraubt. Die Spenden aus den Gemeinden wurden immer weniger. Im April 1919 wurde Bethania nationalisiert, als Staatseigentum erklaert und dem Gesundheitsamt in Alexandrowsk unterstellt. Die furchtbarste Zeit fuer Bethania war, als die "Machnowchina" einsetzte. Eine berittene Abteilung von 30-40 Mann hatte in den Anstaltsraeumen ihr Quartier, und sie schleppten Kleider, Waesche und Getreide aus der Anstalt weg. In dieser bedraengten Zeit, als die Anstalt von der Aussenwelt abgeschnitten und jegliche Zufuhr von Lebensmitteln unmoeglich war und die Anstalt oefters beschossen wurde, haben die naechsten umliegenden Doerfer die Anstalt monatelang unterhalten, obwohl die Bewohner selbst in einer schlimmen Lage waren. Der Transport war gestoert, und Brennmaterialzufuhr war unmoeglich. 1922 setzte die Hungersnot ein. 61 Kranke sind im Laufe des Jahres gestorben - das sind soviel wie in den ersten 10 Jahren zusammen. Das Personal hat diese ganzen schweren Jahre durchgehalten und die Anstalt nicht verlassen. Mehrere haben ihre Gesundheit diesem Beruf geopfert. Die Durchschnittszahl der Kranken schwankte zwischen 80 und 100. Vor dem Krieg war die Jahresausgabe 35.000-40.000 Goldrubel. Nach dem Krieg erhaelt die Anstalt von der Regierung 7000-8000 Goldrubel. 1911 gab es 88 Patienten und 76 Zimmer. In den 15 Jahren ihres Bestehens (1925) hatte die Anstalt insgesamt 991 Patienten. Fuenf Aerzte, 78 Krankenpfleger, 86 Krankenschwestern und weitere 353 Mitarbeiter waren in der Anstalt taetig. Die Patienten waren:101 Russen, 87 Deutsche und 16 Juden - zusaetzlich zu den Mennoniten. Es kamen Assistenten von Halbstadt. Molotschna, um zu helfen. 1927 wurde Bethania zerstoert, weil der Damm und das Kraftwerk Dnieprostroi gebaut wurden. (1/22)
    Jakob Janzen, Hausvater in Bethania wurde 1920 zum Prediger in Chortitza Kolonie gewaehlt.
    Johann Peters 1864-1919 (#266892) aus Petersdorf war lange im Verwaltungsrat von "Bethania"
    H. Reimer, Hausvater in Bethania (später MCC-Lager, Gronau i. W.)
    Mit energischen Appellen durch „Der Botschafter" weckte die Mennonitengemeinden auf. Die Folge war, daß die Anstalt „Bethania" 1910 bei Einlage gegruendet wurde.
       
       
   
Dr. Isaak Thiessen, Oberarzt der Nervenheilanstalt "Bethania" bei Einlage. (R305) (#151800)
     
   
Klassen David (1899-19909 (#84233) Prediger und Gesangleiter in Einlage, war zuvor Pfleger in "Bethania", wo er auch ein Chor leitete. Aus Rosenort, Molotschna. Seine Frau Sara Hamm war die Tochter des Ladenbesitzer in Lichtenau, Molotschna Hermann Hamm 1855-1940 (#84010) der in Einlage starb.
       
    Johann Peters 1864-1919 (#266892) und Frau Anganetha (geb. Peters) Gutbesitzer aus Petersdorf . Johann Peters war viele Jahre Mitglied im Verwaltungsrat der Nervenheilanstalt "Bethania".
     
   
Die Nervenheilanstalt "Bethania", Hauptgebaeude.
       
   
Abteilung fuer Maenner der Nervenheilanstalt "Bethania".
       
   
Bethania, Frauenabteilung.
       
   
Женская палата лечебница для душевнобольных Бетания. Фото 191... Frauenabteilung der Nervenheilanstalt "Bethania". Foto 191... [9]
       
   
Die Wohnungen des Arztes und der Verwaltung von "Bethania".
       
   
Gesmatansicht, Nervenheilanstalt Bethania bei Einlage. 1912
       
   
"Bethania", Kueche.
   
 
   
Im Speisesaal von "Bethania".
       
   
Angestellte und Personal von Bethania, 1927, kurz vor der Auflösung. In der zweiten Reihe von hinten, rechts der 4. ist David Klassen (1899-19909 (#84233). [7]
       
   
Dasselbe Foto "Bethania" Pflegepersonal 1927.
       
   
Schwesterinnen aus "Morija" als Praktikantinnen in "Bethania". Foto ca. 1927.
       
   
Die ersten drei Krankenschwestern von Bethania, sie waren als Lenchen, Lieschen und Annchen bekannt . Hinten steht Helene Siemens (1892-1986) spaeter Frau Rempel. Links ist Elisabeth Fehdrau und rechts Anna. Die drei machten ihre Ausbildung in den Bodelschwingschen Anstalten bei Bilefeld. Foto aus dem Jahre 1911 oder 1913.
   
 
   
Hochzeitsbild von Johann Rempel (1888-1937) und Helene Siemens (1892-1986) vom Hof Kt60. Foto 1922 vermutlich in Bethania gemacht. Helene war eine der 3 Krankenschwestern von Bethania, die in Bethel bei Bielefeld ihre Ausbildung machten und dann jahrelang in Bethania arbeiteten. Johann Rempel war ebenfalls ein Krankenpfleger in Bethania. Wohnten 1940 in Schoeneberg Hof Sb54.
   
 
   
Krankenschwestern aus Bethania (vor 1922). Vorne v. l . n. r. Anna, Elisabeth Fehdrau, hinten die dritte von links Helene Siemens (1892-1986) spaeter Frau Rempel.
   
 
   
Wahrscheinlich der männlicher Personal in Bethania. Vorne in der Mitte Dr. Isaak Thiessen, Oberarzt.
   
 
   
Eine Postkarte in Farbe von Bethania, die in Gelsenkirchen, Deutschland gedruckt wurde.
       
   
Открытка с видом лечебницы для душевнобольных Бетания с. Кро... Ansichtskarte, die Nervenheilanstalt "Bethania". [9]
       
   
Hier war mal Bethania, heute (1997) sind nur noch ein paar Steine uebrig. Ein Teil wurde vom Dnepr-Stausee ueberfluetet, das andere abgebrochen. [8]
       
   

Heilanstalt „Bethania“ bei Einlage, zwischen 1924-1927. Rechts – David Klassen (1899-1990) (#84233) als Pfleger in der Anstalt. Foto zugeschickt von Helene Bergen, Weißenthurm. [7]

       
   

Dr. Thiessen mit Morija-Schwestern (Vollschwestern) im Dienst von Bethania. Aufnahme von 1927. Ausflug an den Dnjepr. [7]

       
   
Bethania 1924-1927. In der Mitte David Klassen (1899-19909 (#84233). [7]
       
   
Ehemalige Morija-Schwestern, Muntau, beim Treffen am 20.06.1965 in Karaganda, Kasachstan. Viele von ihnen waren in Bethania tätig. [7]
       
   
Foto 2. Hochzeitsbild von Johann Rempel (1888-1937) (#508315) geb. in Rosenthal, Chortitza und Helene Siemens (1892-1986) (#770680) geb. in Kronstal, Chortitza vom Hof Kt60. Foto 1922 vermutlich in Bethania gemacht. Helene war eine der 3 Krankenschwestern von Bethania, die in Bethel bei Bielefeld ihre Ausbildung machten und dann jahrelang in Bethania arbeiteten. Johann Rempel war ebenfalls ein Krankenpfleger in Bethania. Wohnten 1923-26 in Einlage, Chortitza; 1929-40 in Schoeneberg, Chortitza Hof Sb54. [82]
       
       
   
Quellen:
1. Als ihre Zeit erfuellt war. Walter Quiring, Helen Bartel, 1963. Canada
   

2. Damit es nicht vergessen werde. G. Lorenz, 1974. Winnipeg

3. Ersten Mennoniten Doerfer Russlands 1789-1943. N. J. Kroeker, 1981. Vancouver

4. Peter Gerhard Rempels Photographs. John D. Rempel und Paul Thiessen.

5. Diese Steine A. Reger und D. Plett 2001. Manitoba

6. Email von Stefan Froehlich "steve.fr@web.de" an Willi Vogt am 04.09.2009

7. Fotos und Informationen von Helene Bergen, Weißenthurm, Deutschland.

8. Fotos von Anatolij Prosorow-Reger mit Informationen von Adina Reger Weissenthurm, Deutschland.

9. Fotos und Informationen von Н.В. Крылов (Мелитопольский педуниверситет).

82. Fotos und Informationen von Stefan Froehlich (Email).

       
       
Zuletzt geändert
     
am 19 März, 2017